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Jüdische Wochenschau · 1965-05-14 · 2116 (14.5.1965) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2116 (14.5.1965)
Date
1965-05-14
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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O CÛ © .5 _ 41 — Zm * S f* FRANQUEO PAGADO Concesión 908 fc» ai r® M a O <- v <!J TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 BUENOS AIRES, VIERNES 14 DE MAYO DE 1966 Año XXVI. N» 2116 EL EJEMPLAR 1(1 en toda la República |(Jaa PUE ARRE DON 2190 I« tzq. T. E. 83 2613 Buenos Aires o-Nazis treiben ihr Unwesen Politisches Oespraech in Paris Paris. — ln der ve: gangenen Woche weilte der Präsident Libanons Charles Helou als offizieller Gast des Präsidenten Charles de Gaulle in Paris. Helou, der vorher Nasser in Kairo eiven Besuch abgestattet hatte, konferierte mit Frankreichs Präsidenten, dem Minister Präsidenten Pompidou und Aussenminister Maurice Couve ae Murville. Helou und de Gaulle unterhielten sich über das palästinensische Problem, im besonderen sprachen sie über den Konflikt, der wegen der Jordanwasser zwischen Israel und den Arabern entstanden ist. Nachrichten aus Paris und Beirut ist zu entnehmen, dass Helou sich anscheinend mit der Absicht trug, de Gaulle um eine Vermittlung in dieser Frage zu ersuchen. Die pariser Zeitung „L’Aurore“ behauptete sogar, Helou sei möglicherweise der Ueberbringer einer persönlichen Botschaft Nassers an de Gaulle gewesen. Das tunesische Blatt „Jeune Afrique“ ging sogar noch weiter und „enthüllte“, dass de Gaulle schon einen „Vermittlungsplan1' ausgearbeitet habe, der die fl. nanzielle Teilnahme Frankreichs an einem „modernisierten“ Johnston-Plan vorsieht. Aus französischen Quellen verlautete kein Kommentar zu dieser Meldung. (ITA) AUS ALLER WELT Das bedrohliche Anwachsen des Rechtsradikalismus in der westdeutschen Bundesrepublik ist bereits häufig angeprangert worden, und die Welt verfolgt naturgemäss diese Entwicklung dort mit besonderem Missbehagen. Man musste erst kiirz- .lich von der Gründung einer neuen "Nationaldemokratisclien Partei” Kenntnis nehmen. in der der berüchtigte Ex-Nazi Adolf von Thadden eine prominente Rolle spielt. Diese Partei strebt danach, das Sammelbecken aller Unzufriedenen zu sein, und damit wieder ein Faktor in Bonn zu werden Es wäre jedoch kurzsichtig und verfehlt anzunehmen, dass die Rechtsradikalen nur in Deutschland ihr Unwesen treiben. Gerade in den letzten Tagen trafen Meldungen aus anderen Ländern Europas ein. von den USA ganz zu schweigen, die bereits in Rockwell ihren “Führer“ gefunden haben, der die dunkelsten Elemente um sich schart, sie mit der entsprechenden Uniform ausststtet und zu Aktionen gegen Juden und Neger einsetzt, ganz nach dem Vorbild der Rollkommandos von SA Und SS. Kann man sich damit beruhigen. dass die USA bereits soviel Exzentriker, Abenteurer und Psychopathen auf der politischen Bühne “verdaut“ haben, dass auch Rockwell und sein Anhang vermutlich keinen erheblichen Einfluss gewinnen und a la longue keinen grossen Schaden an richten werden, so erscheint doch die Situation in einigen westeuropäischen Ländern gefährlicher. Sei es die räumliche Nähe zu den neuen Zentren nationalsozialistischer Propaganda, wie z. B Euthanasie kein Mord Hannover: — Gegen den 70 Jahre alten Professor Dr. Catel aus Kiel und mehrere andere Aerzte wird es kein Euthanasie-Verfahren mehr geben. Wie die Pressestelle des Landgerichts Hannover mittedlte. sind Dr. Catel und seine Mitbeschuldigten ausser Verfolgunogesetzt worden. Die Strafkammer sieht die Straftaten als verjährt an weil die Angeschuldigten nur des ynto-v-’.«-, ' “ 'Vdes Mordes verdächtigt sind. CA WZ) Malmoe in Schweden, oder, wie nicht anders zu erwarten, Nassers Kairo —, sei es, dass Europäer überhaupt “anfälliger” für den Nazi Virus sind, — die Tatsache lässt sich nicht aus der Welt schaffen. dass politische Halbgebildete und Ha’bstar ke sich zu Kreisen, Gruppen, Konventikeln und Parteien zusammenschliessen und offenbar auch über erhebliche geheime Geldquellen verfügen mit keinem anderen Ziel, als die Juden zu diffamieren und getreu dem Hitlerschen Vorbild eine Absonderungs¬ und schliesslich Vernichtungspolitik der jüdischen Bevölkerung der betreffenden Länder einzuleiten. IN ENGLAND Der Zwischenfall in dem ein jiidicher Taxichauffeur in London und die Frau des britischen Naziführers Collin Jordan verwickelt war, hat weit über England hinaus Aufsehen erregt. Dieser Taxichauffeur, der 42jährige Wolf Bussel, hatte der Frau die mit einem Hakenkreuz “verzierte” Kette vom Hals gerissen und war wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von 3 Pfund sowie zu Schadensersatz in Höhe von ei nem Pfund Sterling verurteilt worden. Als sie ihn zu einer Taxifahrt mieten wollte, hatte er ihr zugerufen: “Scheren Sie sich weg ich bin Jude, und Sie sind ein stinkendes Naziweib” Vor Gericht verteidigte sich Bus sei damit, dass seine Nerven mit ihm durchgeg-angen seien, als Mrs. Jordan ihm zurief: "Wenn Sie wirklich Jude sind, was tun Sie dann ausserhalb des Ofens?” Die Anhängerschaft der Jordans begnügt sich aber nicht mit dem Strafverfahren, sondern ging noch zu einer direkten Aktion über und steckte die Wohnung der Familie Bussei in einem londoner Vorort in Brand. Das Feuer wurde jedoch rechtzeitig entdeckt und nur die Eingangstür und ein Balkon beschädigt. Die britischen Nazis, die heute nicht mehr mit der Mosley-Gruppe vor Beginn des Zweiten Weltkrieges zu vergleichen sind, streben ganz offen die Vertreibung der Juden aus England an. Sie vertreten einen eindeutig hitleristisch ausgerichteten Rassenstandpunkt und sind auf die Reinhaltung des „arischen Blutes“ bedacht. Das ist ihre ganze Lehre Er ist klar, dass sie bei dem englischen Volkscharakter an sich in Grossbritannien keine grossen Aussichten hauen, aber in dem Masse, in dem sich die wirtschaftliche Lage breiter Bevölkerungsschichten verschlechtern könnte, würde auch dieses Gesindel Aussicht haben, mit Erfolg im Trüben au fischen FRANKREICH Auch in Frankreich gibt es eine neo-nazistische Bewegung, so unwahrscheinlich dies anmutet in einem Land, das auf eine so ruhmvolle freiheitliche Tradition zurückblicken kann, vor allem aber in einem Land, das selbst die Nazibesetzung durchmaehen musste und damit auch den Gestapoapparat zur Genüge kennengelernt hat. Für Frankreich ist es bezeichnend, dass sich die Bewegung vor allem aus Halbwüchsigen rekrutiert. Vor kurzem wurden Hunderte von Hakenkreuzen an die Häuserwände in Calais und der umliegenden Dörfer geschmiert. Der Polizei ist es gelungen, einige der Täter zu verhaften, aber sie ist immer noch auf d^r Suche nach aem Oberhaupt dieser Bande, einem 27 Jahre alten Pariser mit Namen Jean-Claude Monnet, angeblich ein entfernter Verwandter des grossen Ma’ers gleichen Namens. Diesem jungen Nazi Monnet unterstehen angeblich 12 „Sturmtrupps“ und er selbst schreibt seine Version von „Mein Kampf“, eine Geschichte von „Mohammed über Nietzsche zu Monnet“ Dass die in Calais verhafteten Halbstarken Fernstecher von einem französischen Kriegsschiff sowie elektrische Ausrüstung aus Läden und ein Messer aus einem Pfadfinderzelt gestohlen haben, mag an sich noch als Lausbubenstreich mehr oder weniger entschuldigt werden. Dass sie gleichzeitig eine Liste mit den Namen aller in Calais lebenden Juden angeleei haben, erscheint bedenklich. ...UND HOT LAND Auch in Holland haben sich Neo-Nazis zu organisieren begonnen. Einer der eifrigsten Verfechter des „germanischen Staatsideals“ ist ein gewisser J. ter Haar der zur Zeit der deutschen Okkupation in der SS gedient hat. Schon vor dem Krieg, als die Nationalsozialisten in Holland zeitweise über 50.000 Mitglieder zählten und in den Provinziallandtagen acht Prozent der Sitae hatten, machte ter Haar von sich reden, blieb aber ein Anhänger der Niederländisch - Reformierten Kirche Erst jetzt wurde er aller seiner kirchlichen Ehrenämter enthoben In Utrecht untersuchen die Justizbehörden das Treiben des ehemaligen holländischen SS-Offiziers Paul van Tienen, der unweit des früheren Hauptquartiers der niederländischen Nazis einen Buchhandel betreibt, nachdem er sich bis vor einigen Jahren in Den Haag mit dem Verkauf neonazistischer Ltteratur in den Niederlanden befasst hatte. Paul van Tienen hat insgeheim das antisemitische Buch „Adolf Hitler — Sein Kampf gegen die Minusseele“ von W. von Asenbach in Umlauf gesetzt. Nach einer Information der internationalen Organisation der Widerstandskämpfer in Brüssel verbirgt sich hinter diesem Pseudonym der heute in Aegypten lebende frühere Adjutant von Dr. Josef Goebbels. von Leer. Amsterdamer Journalisten hatten den Utrechter Buchhändler in eine Falle gelockt und ihn danach „wegen Beleidigung einer Volksgruppe“ angezeigt. Das neonazistische Buch enthält u. a. die Passage, es sei auffallend. dass viele Darstellungen des Satans einen Judenkopf zeigten. In der niederländischen Oeffentlichkeit haben die Vorkommnisse einiges Uabe hagen verursacht. Man erinnert sich selten daran, dass die nationalsozialistische Bewegung unter dem utrechter Ingenieur Mussert viele Jahre lang ein gefährlicher Faktor im politischen Leben Hollands gewesen ist. Die NSB hatte vor dreissig Jahren starken Aufschwung genommen. Nach einer Mitgliederkrise. die sich 1937 abzeichnete, brachte ihr der deutsche Einmarsch in die Niederlande über 20.000 Anhänger ein. Ihre Spuren sind auch heute noch nicht ausgewischt. In der Oeffentlichkeit wagt der Rest der inzwischen alternden Nationalso-- zialisten nicht aufzutreten. Man trifft sich in geheimen Zirkeln. Auch zu deutschen Tarnorganisationen bestehen Verbindungen. Während des Krieges hatten sich neuntausend Holländer freiwillig zur SS-gemeldet. Sie wurden auf dem Balkan und in der Sowjetunion eingesetzt. Belgrad: — Die freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Föderation jugoslawischer jüdischer Gemeinden und der Regierung des Landes wurde in den Resolutionen der Delegierten zu der Konferenz dieser Föderation lobend hervorgehoben. Die Konferenz war zusammengetreteci, um Berichte über die in den letzten fünf Jahren erzielten Fortschritte und die Arbeit der Föderation anzuhören, sowie neue Leiter zu wählen. Der Eröffnungssitzung wohnten Charles J. Jordan, der europäische Direktor des Joint Distribution Committee, und Dr. Gerhard Riegner vom Jüdischen Weltkongress bei. Die Delegierten wählten Dr. Lawoslaw Kadelberg zum Präsidenten als Nachfolger von Prof. Albert Wajs, der vor einem Jahr gestorben ist. Ueber die Zusammenarbeit mit den jugoslawischen Behörden besagt die betreffende Resolution, dass diese sich dank der von der Verfassung Jugoslawiens gewährleisteten Gleichheit aller Bürger weiter zufriedenstellend entwickelt. Die Re- Ungesühnte Priestermorde Frankfurt a. Main: — Auf. die ungesühnten Priestermorde während der NS-Zeit hat der ehemalige stellvertretende amerikanische Hauptankläger bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen, Robert W. Kempner, den westberliner Generalstaatsanwalt aufmerksam gemacht. Kempner erklärte, dass im KZ Dachau über tausend katholische Priester “für immer unschädlich gemacht wurden.” Als Täter kämen Beamte des Reichssicherheitshauptamtes sowie Denunzianten, frühere NS- Kreisleiter sowie politische Lagerführer, Wachmannschaften und Aerzte des Lagers in Betracht. Mindestens 94 katholische Priester aus Deutschland, 9 aus Belgien, 10 aus Frankreich, 17 aus Holland, 24 aus der Tschechoslowakei und 868 aus Polen seien in Dachau durch solution über die Kooperation mit ausländischen Organisationen nennt den Jüdischen Weltkongress, den Joint, die ständige Konferenz europäischer jüdischer Gemeinden und Dienste, sowie die Verbände von Juden aus Jugoslawien in Israel, den Vereinigten Staaten und anderen Ländern. Andere Resolutionen betreffen Jugendbünde, kulturelle Institutionen und die mit diesen Aktivitäten verbundenen finanziellen Probleme angesichts der Einstellung von Zuwendungen aus der Claims Conference, der Verminderung der Subsidien des Joint und der Schaffung einer Gedenkstiftung für jüdische Kultur. Im Zusammenhang mit der ersten Jahrzeit nach Prof. Wajs wurle den Teilnehmern an der Konferenz bekannt gegeben, dass die Föderation und die im Ausland lebenden Juden aus Jugoslawien zu seiner Erinnerung einen Wald in Israel gepflanzt haben. ,ITA) schwerste körperliche Straf pazen, Misshandlungen, medizinische Experimente und Verweigerung ärztlicher Behandlung bei Krankheit umgebracht worden. Aehnliche Mbrdmethoden seien auch gegen verhaftete Geistliche in den KZ-Lagera Buchenwald, Bergen-Be isen, Mauthausen, Stutthof. Gross- Rosen und Auschwitz angewandt worden, ohne dass die Täter bisher ermittelt seien. Keine „Uebermenschen“ Bonn: — Als “schreckliches Missverständnis” bezeichnet« der deutsche Bundestagspräsident Dr. Eugen Gerstenmaier die Auffassung dass die Widerstandskämpfer gegen das nationalsozialistische Regime eine Art Uebermenschen gewesen seien. Bei einer Gedenkfeier in Lampertheim für den 1945 in Berlin-Pötzensee hingerichteten Jesuitenpater Alfred Delp betonte Gerstenmaier, es sei eine Ausrede, wenn gesagt werde, man müsse zum Uebermenschen geboren sein, um Sittlichkeit, Recht und Freiheit verteidigen zu können. Die Mitglieder des Kreisauer Kreises zw denen auch Gerstenmaier gehörte, seien davon überzeugt gewesen, dass Widerstand gegen das NS- Regime notwendig und sittlich geboten sei. “Uns ging es darum wieder Mensch sein zu dürfen und den Morden an den Fronten und in den Konzentrationslagern ein Ende zu setzen”, betonte der Bundestagspräsident. (AWZ) Israel Bar Jebuda gestorben Jerusalem. — Israel Bar Jehuda, Minister für Transport und Verkehrswesen und seit 1949 Abgeordneter der Knesset starb nach kurzer Krankheit im Alter von 09 Jahren. Er war einer der Gründer der Achdut Awoda. Der Verstorbene war gebürtiger Russe und kam 1926 nach Palästina, wo er sich an leitender Stelle in der Histadrut und in der Hagana betätigte. Von 1955—1959 war er Innenminister, und seit 1962 bekleidete er sein letztes Amt. (ITA) Goldmann und Erhard Bonn. — Dr. Nachum Goldmann, Präsident der Konferenz für materielle jüdische Ansprüche gegen Deutschland, konferierte mit Bundeskanzler Ludwig Erhard und Finanzminister Rolf Dalgriin. Er bestand auf der Forderung, dass die Naziopfer,, die nicht vor Ok tober 1953 aus den Ländern hinter dem Eisernen Vorhang entkommen konnten, die gleichen Entschädigungen erhalten wie alle anderen Opfer der Naziverfolgungen. Ein Zusatz zum Entschädigungsgesetz, das gegenwärtig dem Bundestag vorliegt, soll die Entschädigung auf jene Naziopfer ausdehnen, die ihre Ansprüche n.cht vor dem 1. Oktober 1953 anmelden konnten. Die westdeutsche Regierung ist bereit, einen Sonderfonds von 175 Millionen Dollar bereitzustellen, um diesen Antrag. Stellern zu helfen doch Dr. Goldmann fordert die volle Entschädigung fiir diese Gruppe. Nach Mitteilung des offiziellen westdeutschen Sprechers Günther von Hase haben die bonner Behörden Dr. Goldmann keine bin dende Antwort erteilt. (ITA) Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 Registro de 1» Propiedad Intelectual N? 826.205 Jüdische Konferenz in Belgrad

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