Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2116 (14.5.1965)
- Date
- 1965-05-14
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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14 4t Mftye ft IMS LA SEMANA ISRAELITA Añe XXVI. — N* ills Ereignisse der Woche Israels Botschaft am Jom Haazmaut Am 17. Jahrestag der Unabhängigkeit des Staates Israel hielt der Geschäftsträger der Israel-Botschaft, Dr. Aba Geien, eine Rede die über LiRA Radio Nacional Verbreitet wurde. Dr. Gefen wies einleitend darauf hin, dass 17 Jahre im Leben einer Nation eine kur ee Spanne sind, doch Israel hat in dieser Zeit seine Bevölkerung die aus Einwanderern auf fünf Kontinenten besteht, verdreifacht. Diesen Menschen, die aus über hundert Ländern kamen, musste der junge Staat Wohnungen, Erziehung und produktive Arbeit beschaffen und sie zu einem homogenen Volk zusammenschweissen. Bei diesem letzten Ziel spielt die Erziehung eine vitale Rolle, die über 700.000 Menschen aller Altersklassen im Jahre 1964 öffentlichen Unterricht vermittelte. Das vergangene Jahr war abeT auch ein Jahr des Aufbaus und Wachstums Israels, wie Dr. Gefen ausführte in dem die Sicherheit und Wirtschaft befestigt wurden. Die Industrielle und landwirtschaftliche Produktion stiegen. und praktisch herrschte keine Arbeitslosigkeit. Die Stabilität der Preise konnte gewahrt werden. Das nationale Brutto-Produkt erfuhr im Vergleich mit 1963 eine läprozentige Steigerung. Mit der Einweihung der neuen Stadt Karmiel konnte eine wichtige Etappe der Entwicklung Galiläas vollendet werden. Im Norden und Zentrum des Landes wurden Grenzkolonien errichtet, und der Fiinf.jahresplan der Regierung für die arabischen und drussichen Dörfer wurde weiter erfüllt. Dr. Gefen sprach von der Fertigstellung der nati malen Wasserleitung an der viele Jahre mit Fleiss gearbeitet wurde und die überschüssiges Wasser aus dem Kinnoret See dem trockenen Negew zuführt. Hier wies er auf die Bemühungen Seiner- Regierung hin, die hydraulischen Bodenschätze za entwickeln, und sprach von dem Abkommen mit den Vereinigten Staaten über gemeinsa me Versuche zur Entsalzung des Meerwassers mithilfe von Atomenergie. Auch die wichtigen Fortschritte Israels auf dem Gebiet der Wissenschaft und Forschung iiess der Redner nicht unerwähnt. Da das Land klein ist. so muss der Mangel an Quantität durch die Qualität ersetzt und der Ausbildung von Wissenschaftlern und Technikern besondere Sorgfalt gewidmet werden. Die Subventionen, die ausländische Institute im vergangenen Jahr diesem Unternehmen zur Verfügung gestellt haben, verpflichten Israel nicht nur zu Dank sondern bilden auch eine sichtbare Anerkennung des von den israelischen Institutionen erzielten Fortschritts. In den 17 Jahren seit Bestehen des Staates Israel wurden im Lande zahlreiche internationale Kongresse und Konferenzen abgehalten, zu denen berühmte Gelenrte und Exponenten der Kultur und Kunst aus aller Welt kamen. Israel und die Welt Israel ist es in diesen 17 Jahren gelungen, seine politischen, kultureben und kommerziellen Bande zu anderen Völkern in Freundschaft enger zu gestalten und der Staat konnte mit 90 Ländern diplomatische Beziehungen aufnehroen und vielen von ihnen technische Hilfe leisten. In den letzten Jahren wurden im besonderen die Beziehungen mit den neuen Staaten Afrikas und Asiens I gefördert, die sich auf Zu¬ Die Deutschen Kanunerspiele im Schauspielhaus Asociación del Teatro Alemán Intendant: Reinhoid K. Olszewski SPIELZEIT 1965 — MAI—AUGUST TEATRO 0DE0N ESMERALDA 375 Tel: 45-3591 Faust II — Minna von Barnhelm — Alt-Heidelberg — Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marals, dargestellt durch die Schauspielergruppe des Hospizes zu Charenton unter Anleitung des Herrn de Sade — Caesar und Cleopatra — Kiss me Kate. Letzte Vorstellungen von Faust II: heute, Freitag, um 19 Uhr — Sonntag, den 16. Mai. um 15 Uhr. Premiere von Minna von Barnhelm am Montag. den 31. Mai, um 21 Uhr. ISRAEL - BRIEFMARKEN A4 WIEDER VER KAEUFEH — ALLE NEUAUSGA¬ BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficia! del Estado de Israel, VIAMONTE SM, I/B — Bu*m< Air*«, R** Ar«*atfa* sammenarbeit, Studien und einen wachsenden Handelsaustausch gründen. Doch auch Israels Aktivität im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit ist unermüdlich, so fuhr Dr. Gefen fort. Ueber tausend israelische Experten sind in 55 Entwicklungsländern tätig, und mehr als 2.000 Studenten und Akademiker aus 80 Ländern haben sich in Israel vervollkommnet und sich die israelischen Erfahrungen auf den Gebieten der Landwirtschaft, der Agrarplanung und dem Kooperativwesen, sowie in der Organisation von jugendlichen Pionieren zunutze machen können. Freundschaft mit Lateinamerika Das letzte Jahr war zur Befriedigung Israels durch eine Intensivierung der Beziehungen mit den Ländern Ijateinamerikas gekennzeichnet, die Israel seit seiner Geburt eine traditionelle Freundschaft beweisen mit dem sie den Wunsch zum Fortschritt, die lebendige Erinnerung an die nationale Befreiung und die schwierigen Probleme der Aufrichtung einer neuen Zivilisation aus einer tiefverwurzeiten Kultur teilen. In diesem Zusammenhang erwähnte Dr. Gefen die Erneuerung des Abkommens mit der Organisation der Amerikanischen Staaten für die Finanzierung von 200 Stipendien in Israel im Rahmen gegenseitiger Zusammenarbeit. Hierbei be tonte er, dass Israel nicht nur den jungen Lateinamerikanern seine Erfahrungen vermitteln wolle sondern gleichzeitig hoffe, aus den Kenntnissen und der Geisteshaitung der Angehörigen dieser Ländern seine eigenen Erfahrungen zu erweitern. Im besonderen hess es sich der Redner angelegen sein, die aufrichtige Freundschaft zwischen Argentinien und Israel zu betonen, die sich in der ständigen Entwicklung der Zusammenarbeit und dem verstärkten Austausch auf kommerziellem und kulturellem Gebiet sowie in der wachsenden Sympathie und einem sich vertiefenden Verständnis zwischen beiden Völkern kundtut. Abschliessend dankte er dem Staatssender, dass ihm Gelegenheit gegeben wurde, rnmmmm FREUNDSCHAFT MIT LATEIN AMERIKA: Der Direktor der lateinamerikanischen Abteilung im israelischen Anssenmini"le-iums, Arie Eshel (links), übergibt eine Sendling von Medikamenten für die Erdbebenopfer Chiles. Deutsche Kammer, spiele: Faust II Aus technischen Gründen ist es uns leider nicht möglich, in dieser Ausgabe der J. W. die Besprechung unseres Theaterkritikers über die Aufführung des Faust II der Deutschen Kammerspiele zu veröffentlichen. Wir werden dies in unserer kommenden Nummer vom 21. Mai nachholen. (D. Red.) dem argentinischen Volk am Nationalfest Israels den Gruss seines Landes zu entbieten. Br gab dem Wunsch Ausdruck, dass Argentiniens Schicksal weiter Wohlstand, Frieden und Eintracht sein möge, damit dieses edle Volk in seiner Liebe zur Freiheit, zur Demokratie und Gleichheit und in seinem Sinn für Gerechtigkeit den ihm von der Geschichte zugewiesenen Platz unter den freien Nationen der Welt ausfüllem könne. Gemeinsame Feststunden C. W.: — In den besonders schön, mit dem Wappen Israels und den Fahnen Argentiniens und Israel geschmückten Räumen des Bet Israel fand am Vorabend des Jom Haazmaut die von der Gemeinde gemeinsam mit der ACIBA, der THG, sämtlichen Gruppen der zentraleuropäischen WI^O und dem KKL durchgeführte Feier statt, die bei ungewöhnlich starker Beteiligung in wahrhaft festlicher Stirn mung und sehr harmonisch verlief. Nachdem die beiden Nationalhymnen verklungen waren, begrüsste Enrique Braun, Vizepräsident der THG die Anwesenden und fügte einige Worte über die Bedeutung des Tages hinzu Nach seiner Ueberzeugung sei der heutige Abend ein Beweis für die zunehmende Erkenntnis unter uns. dass man stä’ker, mit vereinten Kräften, zusammenstehen und -arbeten müsse als bisher. Der grosse Wandel im jüdischen Leben, hervorgerufen durch die Staatsgründung Israels vor 17 Jahren, kann von niemandem geleugnet werden, auch nicht, dass die nichtjü dische Welt sehr vieles von dem bewundere was dort geschaffen wird. Mit einem eindringlichen Appell zu begreifen, was heute .Magbit“ die Rettung bedrohter Judenheiten nach Israel, bedeutet, leitete Herr Braun den Abend ein. Es folgten Darbietungen des Kinderchors von Bet Israel unter Leitung von Kantor Sigfriedo de Levie, die vom Publikum mit sehr herzlichem Beifall aufgenommen wurden Die Lieblichkeit dieser Vorträge entzückte alle Anwesenden. Hiernach zeigte die Tanzgruppe der „Juvenil Israelita de Flores“ (Los Luceros) israehsche Tänze. Gast aus Israel Als erster Redner sprach der Direktor der RASSCO aus Israel, Dr. Hans Capell, der betonte, dass jeder Israeli, der an diesem Abend fern der Heimat sei, sich besonders zurücksehne nach der am Abend des Jom Haazmaut tanzenden und singenden Jugend des Landes, deren militärischer Aufmarsch am folgenden Tage den Stolz und die Genugtuung der Bevölkerung über das Gefühlder Sicherheit zum Ausdruck bringe. Der Redner erinnerte an den Scherz von einst, den jemand, der an einen jüdischen Staat nicht zu g'auben vermochte, über diesen und seine etwaigen diplomatischen Vertretungen im Ausland zu machen pflegte Heut« lache man nicht mehr, und es wird ein wichtiger Augenblick für uns Juden sein, wenn in Kürze die israelische Fahne über dem Botschaftsgebäude in Köln wehen werde. Diesen sehr beifällig aufgenommenen Worten folgten Vorträge israelischer Gesänge durch den Kantor der ACIBA, Herrn Baruch Grabowski, der am Klavier vom Dirigenten Mario Videla begleitet wurde. Beide Herren, neu in diesem Kreis, empfingen herzliche Ovationen des Publikums. Einen weiteren Höhepunkt bildete di« Verlesung der „Unabhängigkeitseiklärung“ von 1948 durch drei Jugendliche auf Hebräisch, Spanisch und Deutsch. Claudia Wolf, Susanna Watermann und Sammy Hochberg teilten sich ganz ausgezeichnet in diese lohnende Aufgabe. Mark Turkow spricht Der Festredner der Veranstaltung, Herr Mark Turkow, Repräsentant des Jüdischen Weltkongresses für Lateinamerika, begrüsste die Zuhörerschaft mit einem herzlichen „Chag Ssameach“ und gedachte der Freude, welche die jüdische Welt an diesem Tage erfüllt. Doch noch immer verstünden nicht alle Juden die historische Wirklichkeit. Drei Generationen hätten sich heute und hier zusammengefunden: Wir, die Aelteren, welche die Leiden nicht vergessen, doch mit Bewusstsein das Jahr 1948 und den Freiheitskampf erlebt haben, die sogen. „Zweite Generation“ die, in den Hitlerjahren noch Kinder, heute in die neue Epoche hineinwächst, und schliesslich die Kleinen, für die Israel bereits eine Selbstverständlichkeit ist. Wir treten nun, so führte Turkow aus, in das 18. Jahr Israels ein, und .,18“ gilt in der jüdischen Ueberlieferung als „Zahl des Lebens" Erinnern wir uns wie man einst um ein Visum für ein Land kämpfen, wie man Taufscheine erstehen musste um irgendwo hineingelassen zu werden. Heute kämpfen wir darum, dass Juden aus bestimmten Ländern herausgeiassen werden; und statt Einreisevisen brauche man Ausreise-Bewilligungen. Israel gebe dem jüdischen Volke Ehre und Würdees trete als gleichberechtigter Staat auf und entsende viele Hunderte von Experter in die entlegensten Weltteile, um andere Länder zu beraten. Es wäre schön, so meinte der Referent, wenn bei allen Juden der Weit der Staat Israel eine solche Wirklichkeit wäre wie bei vielen Völkern und nichtjüdisehen Menschen. Im weiteren Verlauf seiner fesselnden Rede erwähnte Turkow zwei deprimierende Tatsachen, die beachtet werden sollten: die Aufforderung in einer chilenischen Zeitung zur Teilnahme an einer kirchlichen Feier zu Ehren des grössten Verderbers der Menschheit anlässlich (Fortsetzung der Ereignisse auf Seite 5) LAG BiEOMEJR 1965 Die VERMAFHLUNG ihrer Tochter LEA EVELYN FRIEDENHAIN mit Herrn JACKI TOLEDO beehren sich anzuzeigen ENRIOUE FRIEDENHAIN und Frau PAULA geb. GRUENBAUM Azza 34 Psje. Prometeo 3145 •Jerusalem/Israel Buenos Aires TEATRO ARGENTINO BARTOLOME MITRE 1448 T. E. 37-9324 irv ANFANG JUNI KOMMT DAS STAATLICHE JUEDISCHE THEATER „ESTER RACHEL KAMINSKI AUS POLEN Direktion: IDA KAMINSKI 5 VORSTELLUNGEN. — Verkaul von Abonnements und Billets an der Kasse des Theaters. Die Traeumer aus Kabzansk Baruch aus Amsterdam von M. MOCHER SFORIM von H. SLAWES Alle meine Soehne Serkele Mirele Elros von ARTHUR MILLER von SCHLOMO ETTINGER von JAKOB GORDIN