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Jüdische Wochenschau · 1965-05-07 · 2115 (7.5.1965) · p. [Seite 1]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2115 (7.5.1965)
Date
1965-05-07
Page
[Seite 1] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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JÜDISCHE UIOCHEOSCHflU PUEYRREDON 2190 — 1’ IzQ. Ano XXVI. £cu JenuxnaJshjcjeliia BUENOS AIRES, VIERNES 7 DE MAYO DE 1965 t E. 832613 N’ 2115 Waffen für Israe London. — Israel braucht .verzweifelt“ modernere Waffen zur Verteidigung gegen die massive Militärmacht der es umgebenden arabischen Staaten. So lautet die Schlussfolgerung einer vom Institut für strategische Stu dien durchgeführten detaillierten Prüfung der militärischen Kapazität der arabischen Staaten und Israels, in der besonders auf die „Zerstörungskraft“ der Isarel feindlich gesinnten Araberstaaten hingewiesen wird. Die Studie beginnt mit Israels mächtigstem Gegner, Aegypten, das ein Heer von 160.000 Mann mit 8 Divisionen, hiervon zwei gepanzerte und vier motorisierte Ein heiten unterhält. Ausserdem verfügt Aegypten über 1.200 Tanks inkl. 400 russische T- 34-Modelle. Aegypten besitzt 1.500 Artillerie - Geschütze, zahlreiche Raketenwerfer und ca. 250 einstufige Ge schosse für den Erdkampf. Hierzu gehören das „Al Zafir“ mit einem 450 Kilo schweren Explosivkopf und das „Al Kagir“ mit einer noch stärkeren Ladung. Das erste Modell hat eine Reichweite von 235, das zweite von 375 Meilen. Allerdings wird betont dass Aegypten anscheinend kein modernes Sy stem der Fernlenkung entwickelt hat, so dass zu bezweifeln sei, ob die Aegypter imstande sind, diese Waffen auf ein bestimmtes Ziel abzufeuern. Transjordaniens Armee besteht aus 35.000 geschulten Soldaten mit vorwiegend nordamerikanischen Waffen Es besitzt auch Patton- Tanks. Die transjordanische Luftwaffe hat nur 60 Apparate, einschliesslich ein oder zwei Geschwader aus veralteten englischen Jagdflug zeugen. Die Stärke des irakischen Heeres wird auf 75.000 Mann beziffert, die in drei Divisionen Fusstruppen, eine Division Gebirgsinfanterie und drei Sonderbrigaden eingeteilt sind. Iraks Panzereinheiten verfügen über 250 russische Tanks der Modelle T-34 und T-54, und seine Luftwaffe hat 250 Flugzeuge, darunter verschiedene Typen von sowjetischen MIG-Apparaten. Syrien besitzt ein Heer von 60.000 Soldaten mit rund 500 Tanks, zumeist sowjetischer Fabrikation und 150 bis 200 Flugzeuge. Libanons Heer zählt 10.000 Mann und eine kleine Luftwaffe darunter ungefähr 20 englische „Hunter“- und „Vampire“-Modelle. Laut der Studie könnten Israels Feinde über 400.000 Mann auf die Beine stehen, ohne die Reserven, Polizeitruppen und Verstärkungen aus anderen arabischen Ländern mitzurechnen. Gegenüber dieser „Gesamtstärke“ der arabischen Heere wird in dieser Studie unterstrichen, dass Israel im Kriegsfälle 250.000 Soldaten mobilisieren kann. Die reguläre Israel-Armee besitzt nur drei Infanterie-Brigaden und eine Panzerbrigade mit mittleren Panzerwagen einigen veralteten „Sherman“ Tanks, und die israelische Luftwaffe nur 450 Flugzeuge, zu de. nen fünf mit französischen ,,Mystere“-Flugzeugen dotierte Geschwader und ebenso viele leichte Angriffsflugzeuge zählen. Aufgrund dieser Ziffern kommt die Studie zu dem j Schluss, dass Israel „veri zweifelt“ modernere Waffen benötigt woraus das Israeli sehe Interesse an den englischen „Hawker Sidde'ey“, den „Buccaneer“ - Bombern und den „Chieftain“-Tanks hergeleitet wird. Diese Tanks sind, wie das Institut hervorhebt, die heute existierenden stärksten Waffen dieser Gattung. STATE DEPARTMENT ANDERER MEINUNG Washington. — Ein hoher Beamter des State Department erklärte Isarel besitze geeignete Waffenquellen und sei trotz der „recht erheblichen Lieferungen sowjetischer Waffen an die Araber absolut imstande, sich zu verteidigen so dass in diesem Augenblick kein Grund zu einer israelischen Beunruhigung vorhanden ist“ Diese Ansicht vertrat der Beigeordnete Vize-Staatssekretär für Nahostfragen, John D. Jernegan. in einem Schreiben an Philip Shlomovitz. den Direktor und Herausgeber der „Jewish News“ von Detroit. Jernegan kommentiert die von der „Jewish News“ publizierte Aufzählung der ver schiedenen an Aegypten gelieferten sowjetischen Waffen. Er gibt zu, dass die Lieferung kommunistischer Waffen nach dem Orient „recht beträchtlich ist“ doch sei dies seiner Meinung nach „kein Anzeichen für eine Störung des Rüstungsgleichgewichts zwischen den arabischen Staaten und Israel“. Staatssekretär Jernegan schreibt, „man muss bedenken, das« Israel aus seinen eigenen, westlichen Quellen Waffen bezieht und fähig gewesen ist. seine Streitkräfte auszurüsten die von unparteiischen Beobachtern und auch von den arabischen Führern für völlig fähig gehalten werden, das Iand gegen irgendeinen arabischen Angriff zu verteidigen“. Hieraus folgere das State Department nach Jernegans Behauptung, dass Israels Sorge in diesem Augenblick grundlos sei. (ITA) WIE ICH ES SEHE- Der 17. Jom Haazmauth von JEHUDA G0TTHEIMER „Ich werde mein Volk Israel wiederherstellen; sie werden verödete Städte erbauen und bewohnen, Weinberge pflanzen und ihren Wein trinken und Gärten anlegen und ihre Frucht geniessen. Ich werde sie pflanzen auf ihrem Boden, dass sie nicht wieder ausgerissen werden von ihrem Boden, den Ich ihnen gegeben, hat der Herr, dein Gott gesprochen. — (Amos, 9, 14 u. 15). —:o:— „Der Judenstaat ist ein Weltbedürfnis, folglich wird er entstehen.“ ..Die Juden, die wollen, worden ihren Staat haben.“ — (Theodor Herz! in ,Der Judenstaat', 1896). Eine neue Generation von Juden ist herangewachsen, für welche das Bestehen des Staates Israel die selbstverständlichste Sache der Welt ist. So, wie für sie das schreckliche Erlebnis der Verfolgungen ihrer Eltern eine ferne Vergangenheit, bildet, ist auch die Existenz eines jüdischen Staatswesens für diese Jugend eine natürliche Gegebenheit. Sie weiss GE5PRAKHE MIT DEN ARABERN Jerusalem. — Dr. Nachum Goldmann erklärte Israel und die Juden in der Welt sollten gemeinsam bemüht sein, aus den „mutigen Mahnungen des tunesischen Präsidenten Bourguiba an die arabischen Staaten, Israel anzuerkennen und über den Frieden zu verhandeln“, praktischen Nutzen zu ziehen. Er fügte hinzu, da der Augenblick für konkrete Vorschläge noch nicht gekommen sei, so sei der Wortlaut dieser Anregungen von geringerer Wichtigkeit als die Tatsache, dass ein verantwortlicher arabischer Politiker sich für eine friedliche Regelung des arabisch-israelischen Konflikts eingesetzt habe. Mat seiner Aufforderung am Israel und die Juden ln der Diaspora, ihre Bestrebungen zu vereinen, verband Dr. Goldmann den Hinweis, dass es überall in der Welt organisierte arabische Verbände gibt, die die arabischen Staaten für ihre Hasskampagne gegen Israel zu gewinnen suchen Seiner Meinung nach, so hob er hervor, müsse es möglich sein, mit diesen Oranisationen den Kontakt aufzunehmen. Er versicherte ferner dass gewisse arabische Persönlichkeiten sich zu Gesprächen mit jüdischen Führern im Sinne der Vorschläge Bourguibas, den er einen westlich gesinnten Staatsmann nannte, wahrscheinlich bereit finden würden. (ITA) nichts davon, wie noeh unsere Generation um die Erfüllung jenes alten Traumes ungezählter Geschlechter gerungen hat, bis uns “das Wunder” geschah und Israel Wirklichkeit wurde. Für unsere Kinder ist Israel kein Wunder, sondern eine historische Tatsache. Aus dieser, naturgegebenen Gegensätzlichkeit in der Gefühls- und Gedankenwelt der neuen und aller späteren zu den früheren Generationen erwachsen Probleme, die für die Zukunftsgestaltung unseres Volkes von grosser Bedeutung werden können. Sicherlich werten auch in künftigen Jahren die Juden der Galut mit Stolz und Ergebenheit den Tag der Unabhängigkeit des Staates Israel, den Jom F&azmauth, feiern und ihn zum Anlass nehmen, ihre Treue zum Lande und zum Volke Israel zu bekunden. Denn der heilige Funken, der jedes echten Juden Herz Jahrtausende lang durchgli-hte, wird nicht erlöschen. Die Kündungen unserer Propheten, an die das jüdische Volk in seinen vielen schweren Stunden glaubte, aus denen es Hoffnung und Zuversicht schöpfte, sind nicht für eine, sondern für alle Zeiten dem ganzen Volk als ewiges Vermächtnis gegeben. Ab jedem Jom Haazmauth wird man von den Jahren des Bangens und des Ringens sprechen, als der ungleiche Krieg gegen die Juden zum Untergang von sechs Millionen Brüdern und Schwestern führte, in den Gequälten und Zermarterten aber der unauslöschliche Glauben an eine neue Zukunft lebte, bis zum letzten Atemzug. Das kämpfende Ghetto hat im Angesicht des Todes die blauweisse Fahne der Hoffnung gehisst- Die Mehrheit der Ueberlebenden zog nach Erez Jisrael, um ein neues Leben anzufangen. All dies gehört nun der Geschichte an, ebenso wie der heroische Befreiungskrieg, den eine kleine Minderheit gegen die Armeen von sieben feindlichen Staaten führte. Gewiss werden auch die folgenden Jahre der ständigen Bereitschaft und des dauernden Kampfes gegen Rache suchende Nachbarn, die Zeit der Entbehrungen und des langsamen Aufbaues nie vergessen werden, als Isiael das einmalige Beispiel gab, inmitten der Zerstörung und im Angesicht von Dro- 1 ungen seinen Weg des Fortschritts und des Friedens zu schreiten, Hilfe anderen Völkern zu leisten, der Wissenschaft und Technik zu dienen und einen normalen Staat aufzubauen, der im Gegensatz zu allen anderen Ländern des Nahen Ostens auf echten demokratischen Prinzipien beruht und die Menschen- und Lebensrechte aller Nationen anerkennt. Jom Haazmauth soll aber mehr sein als ein Tag des Gedenkens und der stolzen Rückschau auf erreichte Erfolge, so gross und wunderbar diese auch sein mögen. An diesem Tage soll das jüdische Volk seinen eigenen nationalen Weg überdenken und nicht nur in die Vergangenheit bücken, »an- 17. Jahrestag ¡ùiIL¿¿.M Anlässlich des 17. Unabhängigkeitstages des Staate» Israel entbietet die Regierung Israels allen jüdischen Gemeinden in der ganzen Weit ihren Gruss. Wir sprechen den Wunsch aus, dass das 17. Jahr unserer Unabhängigkeit für das Volk ein Jahr des Glückes, der Konsolidierung, der Einwanderung und des Aufbaus sein möge. Das zweite Jahrzehnt der Existenz des Staates nähert sich seinem Ende, und wir müssen unsere Blicke darüber hinaus richten. In erster Reihe müssen wir, ebenso wie früher, für die Sicherheit des Staates Sorge tragen, für die Ruhe seiner Bürger, die Unverletzlichkeit seiner Grenzen und seines Wassers nud für sein Ansehen in den Augen der Nichtju.den. Unter dem Schutz unserer eigenen Sicherheitskräfte, der Wirtschaft und der geistigen Werte de» Staates und mithilfe der treuen Mitarbeit des jüdischen Volkes in der Diaspora und der befreundeten Länder der ganzen Welt können wir die Kontinuität des Prozesse» der Verschmelzung der Verstreuten, die Einwanderung unserer Brüder und den Aufbau des Landes sichern. Wir wenden uns an die grossen jüdischen Gemeinden der ganzen Welt und rufen sie auf, durch Einwanderung in das Land persönlich an der Konsolidierung des wiedergeborenen historischen Heimatlandes teilzunehmen, Na oh Massgabe unserer Möglichkeiten werden wir ihnen unser» Hilfe zukommen lassen, um ihr unabhängiges nationale» Leben zu stärken auf der Grundlage ihrer Identifizierung mit dom Volke Israel in seinem Heimatland, mit der hebräischen Sprache und dem kulturellen und sozialen Erb» des Volkes, das seine Souveränität wiedergewonnen hat. Ueber dem Jubel, der uns an diesem Unabhängigkeitstage eint, lasst uns nicht der grossen jüdischen Gemeinschaft in der Sowjetunion vergessen, deren Trennung vom Volk und seinem schöpferischen Werk uns das Herz verreisst. Wir fordern und wir hoffen, dass die Sowjetunion den Kindern des Hauses Israel, die auf ihrem Territorium weilen, gestatten wird, an dem Werk der Gestaltung der Zukunft des Volkes in seinem Vaterlande teilzunehmen und ein volles jüdisches Leben in engem Kontakt mit den übrigen Gemeinden des Volkes von Israel zu führen. Unser Bündnis mit dem jüdischen Volk ist immer noch der Grundstein unserer Existenz. Wir sprechen den Wunsch aus dass sich in den körnenden Jahren diese» Bündnis und sein vollkommenster und höchster Ausdruck stärken möge: die Masseneurwanderung in das Land. dern seine Zukunft vor bereden. 17 Jahre Staat Israel haben nicht nur bewiesen, dass die Israelis auf dem Gebiet der internationalen I olitik zu Leistungen befähigt sind, die sie trotz der numerischen Unterlegenheit au einem wahrhaft grossen Volke gemacht haben. Sie haben nicht nur gezeigt, dass aie Juden, denen man alle konstruktiven und staats erhaltenden Eigenschaften Jahrhunderte lang abges.prochen hat, im entscheidenden Augenblick befähigt gewesen Sind, eine Regierung, ein Parlament, eine Verwaltung und eine Armee aufzubauen, die man bei aller Bescheidenheit als mustergültig bezeichnen darf. Die Probleme, denen wir nach der Staatsgriindung begegneten, waren aber auch ‘innerer’ Natur. Wie wird es möglich sein, die Einheit unseres Volkes zu wahren, das bisher stärkste Unterpfand unseres Kampfes um eine bessere Zukunft. Besteht rteht die Gefahr, dass gerade dieses wichtige und kostbare Gut durch eine neue Entwicklung verloren geht? Sicherlich hat der Staat Israel und haben seine Menschen spezifische Aufgaben' und Pflichten zu erfüllen, die nur auf ihnen als den (Schluss auf Seite 2> Bourguiba antwortet Nasser London. — Präsident Bourguiba erklärte in einer Rede, die er in der tunesischen Ortschaft Efax hielt, dass „Nasser versucht, sich zum alleinigen Beherrscher der arabischen Welt aufzu schwingen“. ES" versicherte, dass seine eigenen Vorschläge über arabischisraelische Friedensgespräche bisher nur „provisorische Anregungen“ gewesen seien. Er fühle sich jedoch frei, seine persönlichen Ansichten auszusprechen und fügte hinzu: „Ich bin nicht gewillt, irgend jemandem die Souveränität von Tunesien abzutreten.“ (ITA)

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