Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2113 (23.4.1965)
- Date
- 1965-04-23
- Page
- [Seite 19] (sequence 19)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 93 de Atartt de 1MR LA «EMANA ISRAELITA Afic XXVI. — N° »113 — 1» Eine wertvolle Handschrift Eine kostbare Handschrift aus dem Jahre 1704 wurde kürzlich durch die Jeru. salemer Gemeinde der Bnei Romi veröffentlicht. Sie fand ihren Weg aus der ita lieniscihen Stadt Urbino in das kleine Mueeum antiker Kultgegenstände dieser Gemeinde und bildet den Inhalt eines sehr geschmackvollen, zu Ehren des 1954 verstorbenen Bibliophilen und Präsidenten der Gemeinde Ferrars, Dr. Renzo Bcnfi. glioli, durch sie herausgegebenen Gedenk, bandes. jn Urbino und vielen anderen italienischen Städten bestand der Brauch, dass Knaben noch vor Erreichung des B&rmizwah-Alters zur Lesung der Haftarah, die an jedem Schabbat und Feiertag rezitiert wird, aufgerufen wurden. Diese Sitte existierte übrigens nicht nur in italienischen Gemeinden, sondern auch bei denen aus dem Jemen, den sefardischen Gemeinden Hollands und einigen anderen. Wie aus dem vorliegenden Manuskript hervorgeht, las ein Knabe ausser der Haftarah am Freitagabend und Sonnabendnachmittag auch andere liturgische Abschnitte vor. Daraus geht also hervor, dass ein solches handgeschriebenes und durch schöne Zeichnungen verziertes Dokument wie das „Scfer Hamaftir“ jedem Knaben, der dte, Haftarah vortrug, als Ehrung überreicht1 wurde. Es handelt sich hier um ein überaus seltenes Dokument, das seinesgleichen nicht mehr aufweist, wie angestrengte Forschungen bewiesen haben. Bin solches handgeschriebenes Werk wurde angesichts der Tatsache dass sein Inhalt 1704 bereits gedruckt werden konnte, nur in wenigen Exemplaren ausgeführt, und es ist anzunehmen, dass nur die schönsten Bücher, wie das vorliegende, der Nachwelt erhal. ten geblieben sind. Das Manuskript besteht aus 34 Seiten, Vollkommen handschriftlich ausgeführt und mit reicher Ornamentation versehen, Eis trägt das Datum des Monats Adar I des Jahres 5464 (Februar 1704). Die erste Seite trägt die Aufschrift (in deutscher Uebersetzung): „Dies ist die Haftarah, die Josef Sohn meines Sohnes Yitzhak Del Vecohio, rezitierte.“ Das Manuskript wurde ausgeführt von einem Josef Del Vecchio, wahrscheinlich einem Rabbiner oder Funktionär am grossen Tempel von Urbino. Alle Seiten tragen reiche Ornamentation im Stile der damaligen Zeit. Der Inhalt besteht aus einer „Hymne an den Ewi gen Gott“, einem Abschnitt der Mischnah über das Sohabbatlicht, die Schabbathym ne „Lecha Dodi“ und einen Plan des damaligen prächtigen Tempels von Urbino: ebenso eine ausführliche Beschreibung des herrlichen antiken Thorasahreines der sich übrigens jetzt im Museum des Jewish Theological Seminary von New York befindet Weitere Seiten tragen die Wappen und den Stammbaum der Famliie Del Vecchio und andere jüdische Embleme. Ein genaues Studium dieses interessanten Manuskriptes gibt uns viele Anhaltspunkte zur Geschieh, te oer italienischen Juden und Sitten der sefardischen Gemeinden. Ein typisches Beispiel ist die Tatsache, dass, wie aus der Widmungsschrift hervorgeht, der Vorname sich vom Grossvater auf den Enkel rer erben konnte, selbst wenn der erstere noch am Leben weilte. Die sefardisethe Gemeinde der maleri sehen Stadt Urbino hat sic-h im Laufe der letzten Jahrhunderte aufgelöst, da Juden ÉÉ& §5« @P®Pt 8SÄ mm iäi mit der durch die Aufklärung gewonnenen grösseren persönlichen Freiheit aus den Ghettos in die grösseren Städte zogen, wc sie sich den ihnen bisher verschlossen gewesenen Berufen zuwandten. In Urbino hatten sie unter den Herzogen von Urbino und Montefeltro und später, als das Herzogtum dem päpstlichen Staat einverleibt wurde, unter der Gewalt des Vatikans ge lebt. In der früher in den kleinen italienischen Städten herrschenden künstlerischen Atmosphäre nahmen die Juden viele Ideen und Inspirationen auf, wovon sowohl die Schönheit des antiken Tempels von Urbino als auch die Ausgestaltung de* vorliegenden Manuskripte Zeugnis ablegt HANNA PETOR Grm -e PIGMENTOS PARA PLASTICOS Av. BELGIRANO 406 T. E. 30^1588 BUENOS AIRES Cateca S. A. ☆ DIRECTORIO 5555 T. E. 6 8 -1017 Weitere NS-Prozesse in Hannover Hannover: — Noch sieben bis acht Prozesse um NS- Verbrechen müssen nach Mitteilung der Staatsanwaltschaft Hannover in den nächsten Jahren vor Gerichten in Hannover verhandelt werden, so Anfang 1965 ein Prozess gegen einen ehemaligen Assistenten aus der Einsatzgruppe Nebe. Er wird beschuldigt, in zwei Dörfern im Bereich der Heeresgruppe Mitte 40 Juden erschossen zu haben. Der Beschuldigte beruft sich auf Befehlsnotstand. In einem anderen Verfahren gegen fünf Angeklagte —- unter ihnen ist ein “Alter Kämpfer“ mit einer Partei- Mitgliedschaftsnummer unter 50 — geht es um die Ermordung von 1500 Juden im Ghetto von Luzk. Zwei der Angeklagten haben nach Angaben der Staatsanwaltschaft, die noch keine Na" men genannt hatte, gehobene Posten in Handel und Wirtschaft. Besonders schwierig wird die Beweislage in einem Prozess gegen den 63 Jahre alten Friedrich Pradel aus Hannover sein. Pradel war Leiter der kraftfahl zeugtechnischen Abteilung der Sicherheitspolizei im sS-Reichssicherheitshauptamt. Er überwachte den Einsatz der Gaswagen in Russland un^ soll sich mit Konstruktions verbesseru ngen hervorgetan haben. In dem Prozess gegen Pradel geht es um den Tod von rund 100.0 0 Menschen, die in den Wagen duveh die Motorabgase ermordet wurden. Das Gericht muss dem Beschuldigten nachweisen-, dass er für den Einsatz bestimmter Gaswagen zuständig war. Sein früherer Chef, der ehemalige Standartenführer Rauffhält sich angeblich noch in Chile auf. Die Schuldfrage an der EFschiessung von 1500 Geisteskranken 1939 in Westpreussen und an der Erschiessung von 4000 Juden in Lettland 1941 soll in einem vierten Neu»r SchriftroHenfifrrtid Tel Aviv. — Bei den archäologischen Ausgrabungen, die gegenwärtig auf dem Berg Massada in Israel vorgenommen werden, wurden erneut Schriftrollen entdeckt, die Abschnitte des Altan Testaments enthalten. Ein Kapitel aus dem Fünften Buch Mose (Deuteronomium) und eine Schriftrolle mit den Kapiteln 35 und 38 des Buches Hesekie.i befinden sich unter den Funden. Der Leiter der Exped.tion und israelische Chela.rcbäologe Prof. Jiga] Jadin, teilte mit, dass der Text des Kapitels aus dem Deuteronomium identisch mit dem traditionellen Wortlaut sei. Dagegen weiche die Fassung der Kapitel des Buches Hesekiel von dem traditionellen Text ab. (AWZ) und fünften Prozess geklärt werden. Unter den Beschuldigten ist angeblich auch der ehemalige SS-Gruptpenf (ihrer und SS-Führer von Danzig* Eforeeht. (AWZ) §g¡g¡g ¡11111 tlSpi •xiafKS&ss:: jMffllll I mm % *! ¡fl§Äl§8 j ÉÜÜ jjjgllj > «4* Ahorre $$$ pintando su casa “n Albalátex UNA PINTADA..* Y OLVIDESE!