Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2113 (23.4.1965)
- Date
- 1965-04-23
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Zu diesem Anlass sprach Ministerpräsident Levi Eshkol zu den Pressevertretern und stellte ihre Aufgabe in einem poetischen Bilde dar. Sie errichten so «-klärte der Ministerpräsident, eine papierene Brücke zwischen der Diaspora und Israel, und auf dieser Brücke, so meinbe er, könne der Messias kommen. Ein kühnes, ein gewagtes Bild, sehr hoch gegriffen — und wohl nur mit einem Zusatz von Ironie akzeptabel. Und dennoch enthält dieses Gleichnis ein gerütteltes Mass an Wahrheit, denn nichts verbindet Israel mehr mit dem Weitjudentum als die jtidisehe Presse. Staatspräsident Salman Shazar, der wie so viele Fiih rer des Staates Israel und der Zionistischen Bewegung selbst vom jüdischen Journalismus her kommt, meinte anlässlich eines Empfanges für die Pressevertreter bei diesem Kongress, dass die jüdische Presse auch noch den vereinsamtesten Juden ir gendwo in einem kleinen Ort in Europa oder Amerika zu erreichen vermag, an einem Orte, an dem es vielleicht nicht einmal eine Synagoge oder eine zionistische Ortsgruppe gibt. Zeitung kommt von Zeit. De Zeit vergeht so schnell und die Zeitung ebenfalls. vom SCHALOM BEN CHORIN (Jerusalem) Moderne Be leuch tu n gsk o er per Jetzt auch Geschenkartikel Installation Lampen schirm« CHARCAS 1781 1 QUADER VON CALLAO UN» SANTA FE T. E. 41-1263 Aber beide hinter lassen ihre unverkennbaren und unver Iöschlichen Spuren. Was die Zeit anlangt, so muss dieses Axiom ja kaum bewiesen werden. Wir alle sind wan delnde Beweise dieser Behauptung. Wir werden nicht junger imd sind es gewiss nicht in den 25, zum Teil so schweren Jahren geworden, in welchen die JU ED ISCHE WOCHENSCHAU aus Bue nos Aires unseren Weg begleitet hat. De Zeit hat ihre Spuren in unsere Gesichter eingeprägt, aber auch die Zeitung hat uns viel mehr geformt, als uns oft bewusst ist. Theodor Herzl, selbst ein Journalist von hohen Gra den sagte einmal in Setbstironie: „Ein gutes Feuilleton ist Unsterblichkeit für einen Tag". Auch das ist richtig, aber es bleibt etwas von der Fülle des Gelesenen im Leser zxirück, ohne dass er sich daran im einzelnen zu erinnern vermag. Das Buch ist beständiger als die Zeitung, ohne Frage. Wenn Geschriebenes zwischen zwei Buchdeckei gebunden wird, dann pflegen wir es mehr oder minder ehrfürchtig in Schrank und- Re gal zu bewahren, und der Staub der Jahre setzt sich wie ein Greisenhaupt darauf ab. Aber lesen wir immer, was zwischen den Buohdekkeln steht? | Das ist eine andere Frage... Die Zeitung bewahren wir j nicht. Ich möchte gar nicht! erwähnen, wo sie zuweilen landet, aber vorher haben wir sie meist gelesen. Das ist der Unterschied. So vieles, was in der Zeitung steht, bestimmt che Richtung unseres Weges, insbesondere gilt das für die jüdische Presse in der Diaspora. Hunderttausende haben ihren Weg nach Zion durch die jüdische, durch die zionistische Presse gefunden. Das hatte Herzl wiederumerkannt, und so war eine sek ner ersten Schöpfungen die Gründung einer zionistischen Zeitung die den anspruchs vollen Titel „De Welt“ trug Aber zwischen dem Artikel „De“ und dem Hauptwort „Welt“ war ein Davids bernangebracht — und das sollte heissen: „De jüdische Welt“. Dieser jüdischen Welt diente dieses erste Organ der zionistischen- Bewegung und dieser jüdischen Welt diente im letzten V ierteljahrhundert die „Jüdische Wochenschau“ Die jüdische Weit ist ge wachsen, obwohl der Bestand des jüdischen Volkes in den Jahren der Verfolgung so furchtbar dezimiert wurde. Juden — und unter ihnen zahllose deulschsprechende Juden — wurden in alle Teile der Welt zerstreut. Sie hätten den Kontakt untereinander verloren, wenn nioht gegen alle äusseren und inneren Widerstände sieh eine jüdische Presse auch in deutscher Sprache entwickelt hätte, zu der, an prominenter Stelle, die Gründung von Dr. Hardi Swajr- »ensky, die-JUEDISCHE WO CHENSCHAU steht-. Für mich war es in dieser langen Zeit immer eine grosse Freude, durch dieses Organ Südamerikas zu so vielen Lesern meiner eigenen Herkunft sprechen zu dürfen und ihnen (auf meine Weise) die Botschaft Israels zu vermitteln. Persönliche Begegnungen mit Lesern der Jüdischen Wochenschau und Briefe aus ihrem Leserkreise gaben mir das gute Gefühl hier in einem lebendigen Dalog zu stehen. Die jüdische Welt, so sagten wir, ist weiter geworden, ab«- zugleich wurde die Welt im allgemeinen insofern kleiner, als es keine unüberbrückbare Entfernungen mehr gibt. In Düsenflugzeugen von Ueber Schallgeschwindigkeit sind die Ozeane in Stunden zu überqueren. Mit dieser Entwicklung Schritt zu halben ist nicht leicht aber hier liegt eine Aufgabe und eine Möglichkeit. Da wir uns technisch so nahe gekommen sind, müssen wir auch versuchen, uns existentiell nalte zu kommen. Eine Seefahrt ins Heilige Und war einmal ein lang I wieriges Abenteuer. Heute ist! es ein Luft-sprung üb«- den Ozean Der Jude aus dem! fernen Argentinien kommt | 90 in ein nahes La*nd. Aber ist es ihm auch seelisch nah® 1 Weiss er wirklich, was sich hier iri Israel ereignet? Ohne die jüdische Presse im allgemeinen und ohne die Jüdischen Wochenschau im besonderen wüsste er es nicht. Die jüdische Presse, diese bescheidene aber beharrliche Dienerin des Judentums, tut unablässig ihr verbindendes Werk an zahllosen Lesern. Die Juden nennen sich pa thetisch: „Das Volk des Buches“. Sie sind aber zugleich auch ein Volk der Zeitung, der jüdischen Zeitung, ohne die es kein jüdisches Lehen gäbe. Nach Ablauf einer halben Jobel-Dekade, eines Vierteljahrhundert» de» Dienstes und der Bewährung, sende ich aus Jerusalem dem Herausgeber, der Redaktion, den Mitarbeitern und Lesern der Jüdischen Wochenschau meine herzlichsten Glückwünsche. Einem Geburtstagskind wünscht man: „Bis hundertzwanzig Jahre!“ Der JUEDI- SCHEN WOOHENHCHAU“ Cena de Camaradería Mitteilung des C«mif«s zur Ehrung 4t Jiidisdian Wochenschau Wie wir bereits durch urr-sere Vorankündigungen mitgetedt haben-, findet am Dienstag, den 27. April, um 20.20 Uhr eine cena de camaradería zu Ehren der Jiidisdten Wochenschau und ihre» Her ausgebers ia den Räumen der ACIBA, Aräoz 2854, statt. Technische Ehwelheiten suid der heute ersehet »enden Anzeige zu entnehmen. Da» rbrencomité wird von Personliclikeiten aus allen Kreisen der argentinischen Judeoheit gebildet. Neben den Organisationen des aentraleuropäisehen Sektors haben sich die zentralen Organisationen des jüdischen Argentiniens dieser Ehrung angesohloasen, ins besondere che DAIA, die AMIA, die Zionistische Oiganisation Argentiniens, die Vereinigte Kampagne, die OSL A, und der Jüdische Weltkongress duroh seine südame: Ikanisehe Exekutive. Ma« Ts« Tune und di« Araber London. — Der Ohef der chinesischen Kommunistischen Partei, Mao Tse Tung, hat die Araber aufgefordert, Europa und Nordamerika zu boykottieren, denn, so sagte er, „der arabische Kamp! gegen den Westen ist in Wahrheit eine Schlacht gegen Israel.“ In einer Ansprache an eine Delegation der Organisation für die Befreiung Palästinas, möchte ich nicht ganz so viel wünschen, sondern nur so viele Jahre — bis auch ihr letzter Leser sich in Israel niedergelassen hat und ich hoffe, das» dasselbst bei planmässiger Ali ja, nicht mehr fünfundneunzig Jahre dauert. die erst jetat von der beiruter Zeitung „Al Ahwar“ veröffentlicht worden ist, führte Mao Tse Tung aus, der Westen wolle Asien ausbeuten, denn er liebe die Asiaten ehensowenig wie die Araber. OTA» Ermittlungsverfahren Berlin. — Der Generalstaatsanwalt beim Landgericht Berlin hat gegen einen Buadesrichter vom Bundesverwaltungsgericht in Berlin ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Wie von der Justizpressestelle mitgeteilt wurde, wird in dem Verfahren geprüft, ob bei der Tätigkeit des Richters als Verwaltungsbeamter während des letzten Krieges in Polen Gewaltverbrechen begangen worden sind. Der Name de» Richters wurde ebensowenig bekanntgegebeu wie andere Einzelheiten. Teppichhaus M. Hochberg Unerreichte Auswahl an handgeknüpiien Teppichen in erstklassigen Qualitäten für jedes gemütliche Heim. EIGENE FABRIKATION UNVERBINDLICHE VORFUEHRUNG AUF WUNSCH ZAHLUNGSERLEICHTERUNGEN Maschinenteppiche in allen Farben und Grössen. Auslegen von Appartements mit rein wollenem Velour VERKAUF AN PRIVATE NUR SAMSTAG UND SONN¬ TAG VON 9—1» UHR IM AUSSTELLUNGSRAUM CALLE ANDONAEGUI 2083 TEL.: 52 2993 _4 Quader von Station Urquiza Bonkfide m PC;