Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2110 (2.4.1965)
- Date
- 1965-04-02
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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gflÛ o 3 «3 w H a ä » •*» nÿa W U < u FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 Añe XXVI. BUENOS AIRES. VIERNES 2 DE ABRIL DE 196S N* 2ÍW EL EJEMPLAR 1A en toda la República ||J „ PUEVRREDON 8U0 1« (■*. T. E. 8S 2613 Buenos Airea Eshkols Besuch in England Blick in die Welt London. — MbuUlerpräjyL dem Levi Eshkol erklärte bei seiner Ankunft zu einem „in formellen Besuch* in England. das» die internationale Politik in bedeutendem Mass zur Schaffung einer den Frieden im Mfttelosten begünstigenden Atmosphäre beitragen kann Er freue sieh, so fügte er hinzu, mit Premier minister Harold Wüson Zusammentreffen au können und bemerkte, dass er mit Wilson, der Israel vor zwe? Jahren besucht hat, „über die englisch-israelischen Beziehungen im besonderen und die Mittelosttage im allgemeinen'' eingehet«! zu sprechen hoffe. Eshkol b<.zeichnete die Entwicklung der Beziehungen zwischen England und Israel als recht zufriedenstellend „Wir haben vonseiten aller politischen Gruppierungen in England für unsere Lage Verständnis gefunden“, sagte er. .Wir Israelis respektieren die demokratischen Ein richtungen der Engländer und ihren Beitrag zur menschlichen Zivilisation“. Er erinnerte an die Zeit, als England das Mandat über Palä stina innebatte und gab zu, da.ss den Juden damals „einige tiefe Wunden“ zugefügt wurden, „aber bei der Erlangung unserer Nationalität werden wir hiemais den entscheidenden Beitrag vergessen, den uns England durch die Balfour-Deklaration geleistet hat, als es das Recht des jüdischen Volkes anerkannte. auf dem Boden sei ner Vorväter einen unabhängigen Staat zu gründen.' Der israelische Ministerpräsident warnte vor der „ständigen Gefahr einer Aggression im Mittelostraum, besonders im Hinblick auf die fortgesetzte Anhäufung von Waffen auf arabischen Seite Zur Abschreckung müssen daher die Israelis ständig auf die Stärkung ihrer Armee bedacht sein, um einem Krieg vorzubeugen“, und „wir verlieren nicht die Hoffnung auf die Findung des Friedens.“ Unter denen, die Eshkol und seine Begleiter auf dem Flugfeld begriissten, waren Vize-Premierminister Herbert j Bo wen, der Führer des Unterhauses Nevllle Bland. Is-; rael Botschafter Arthur I,ou_! rie und verschiedene Mitglieder der Botschaft. Als Ver- : treter der englischen Juden- { heit waren Oberrabbiner Is- I rael Brodie, Sir Barnett Jan. ner und Repräsentanten aller jüdischen und zionistischen i Institutionen erschienen. | Eshkol sprach am Abend! seiner Ankunft über das eng. j.lische Fernsehnetz. i FRUCHTBARER MEINUNGSAUSTAUSCH! Ministerpräsident Eshkol | führte ein eingehendes Ge- : sprach mit dem englischen j Aussenminister Michael Stewart, das für beide Teile interessante Themen zum Ge- | genstand hatte. Beide Part | ner, so versicherte ein eng. j lischer Sprecher, seien der Ansicht, dass der Besuch! Eshkols das enghsch-israelij sehe Verständnis vertieft ha-! be. Der Sprecher betonte. : Premierminister Wilson habe j bei seiner Unterhaltung mit Levi Eshkol erneut auf die Haltung seines Landes hingewiesen. das die Anwendung oder Androhung von Gewalt in diesem Spannungsgebiet sowie jede einen Umsturz fördernde Einmischung eines fremden Landes in die inneren Angelegenheiten eines anderen Staates missbilligt Wilson gab auch seiner Besorgnis über die Zunahme der Rüstungen in dieser Zone Ausdruck, anerkannte jedoch. dass angesichts der herrschenden Umstände jedes Land das Recht habe, sich Waffen zur Verteidigung zu beschaffen und auf G’eichgewicht der Rüstungen bedacht zu sein. Wie die ITA erfahren konnte, erklärte Stewart sein Land w'ürde es bedau ern, wenn die Wasserversor-! gung irgendeines Landes im Mittelosten bedroht werden ( würde. Obwohl England keinen Teil am Johnston.Plan 1 hat, so halte es diesen Plan , doch für äusserst vernünftig. | Der gleiche Gewährsmann versicherte, dass England und die USA nach dem Besuch Stewarts in Washington übereinstimmen, von wie grosser Wichtigkeit es sei, die Mittelostpolitik zu koordinieren und die israelischen Interessen in Betracht zu ziehen. Die Engländer sähen keine imminente Gefahr der Unterbrechung von Israels Wasserversorgung, so dass für Israel keine Notwendig keit vorliege, auf diesen Punkt so grosses Gewicht zu legen und hierdurch möglicherweise die bestehende Spannung zu erhöhen Auf die Frage der ITA. ob Eshkol diese Ansicht teile, lautet« die Antwort, dass „Eshkol nicht so fest davon überzeugt ist wie die Engländer“. PRESSEKONFERNEZ MIT ESHKOL Levi Eshkol erklärte in einer Pressekonferenz, dass die Initiative zu einem Zusammentreffen zwischen ihm und Erhard in Händen des deutschen Bundeskanzlers liege. Er sei mit diesem Treffen einverstanden, fügte er hinzu, und hielte es für notwendig. dass das Gespräch eines Tages stattfinde, doch nicht bei dieser Gelegenheit. Israel erwartet Birrenbaeh zu einem dritten Besuch, so teilte er mit. um die letzten Fragen der diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland zu klären, und der Austausch der Botschafter werde dann in sechs bis acht Wochen vorgenommen werden. Zur Lage im Mittelosten äusserte Eshkol, dass die Entwicklung von den Beziehungen zwischen Westen und Osten abhänge. Neuer Appell an Moskau Philadelphia. — Auf einem Meeting der drei Religionen wurde Protest gegen die Diskriminierung der Juden in Russland erhoben und verlangt, dass die sowjetischen Behörden diesem Zustand ein Ende setzen oder den Juden die Auswanderung gestatten. Den Vorschlag machte Philip Klutznik, ehemaliger USA.Botschafter vor den UN und Expräsident der Bne Berit. Der Veranstaltung wohnten katholische, jüdische und protestantische Persönlichkeiten, schwarze und weisse, bei. Die Versammlung nahm eine Resolution an. die gegen die Leiden der russischen Judenheit protestiert und beschloss, dass eine Delegation die Resolution offiziell den sowjetischen diplomatischen Vertretern in Washington und New York überreichen soll. Die Delegierten werden auch das Weisse Haus, das State Department und die UN besuchen, um Unterstützung für ihr Vorhaben zu finden, einen Druck auf die Sowjetregie» rung auszuüben, damit den Juden in Russland volle Rechte und Sicherheit zuteil würden. Klutznik verglich in seiner Ansprache die sowjetische Diskriminierung der Juden mit den Verfolgungen Hitlers, der „seine Rassentheo. rien verkündete, während Moskau das Gegenteil tut.“ Er forderte die Sowjetunion auf. die Landesverfassung zu erfüllen, sich der ITN-Dekla. ration der Menschenrechte anzuschliessen und sich ihrer Lehre gemäss als „Verteidigerin der vom Kolonialismus Unterdrückten“ zu erweisen. ..Wenn die sowjetischen Behörden es für eine atheisti sehe Gesellschaft als untragbar erachten, dass die Juden ihre Religion bekennen“ ref er, ..so ist die praktische Ant. wort hierauf: Lasset mein Volk ziehen1, so wie es die Zaren taten. Andere Länder des Sowjefblocks haben so gehandelt, doch die Sowjetunion verweigert den Juden gewöhnlich 5 E^v-t.“ — (ITA- KEINE KRIEGSGEFAHR In seiner Ansprache über das englische Fernsehnetz erklärte der israelische Ministerpräsident, dass im Augenblick keine Kriegsgefahr im Mittelostraum bestehe, obwohl die Araber „uns mindestens zwei Mal im Monat drohen“, Dem wäre nicht so. „wenn die Araber glaube würden, dass wir schwach sind, aber sie wissen, dass Israel eine harte Nuss sein wird“ versicherte er und fiig te hinzu, dass die Wasserreserven Israels geringer seien, als man angenommen hatte weshalb das Wasser fiir Israel noch kostbarer ist. Was die Verschmelzung der Rassen in Israel betreffe, so ist sie seiner Meinung nach kein Problem, da es sich um einen fortschreitenden Prozess handelt, der eine Generation dauern wird und al'e sich ei nig sind, dass diese Aufgabe erfüllt werden muss und wird. VERSCHIEDE" r PROBLEME Am Sonntag sprach I.evi Eshkol vor 600 jungen Zionisten und auf einer weiteren Veranstaltung der englischen Zionistischen Föderation, zu | der 800 Zuhörer erschienen! waren. Er wiederholte, dass er bei seinen Unterhaltungen mit den englischen Staatsmännern vollstes Verständnis für die Probleme Israels und lebhaftes Interesse am Fortschritt des jüdischen Staates gefunden habe. Er berichtete, dass Israel sich mit jedem Jahr mehr seiner erstrebten wirtschaftlichen Unabhängigkeit nähere Auch die privaten Kapitals anlagen spielten eine immer grössere Rolle beim Aufbau des Landes. Es gehe jedooh darum, die Ausbeute und die Produktivität zu steigern und neue Wege zur Förderung der beschränkten natürlichen Bodenschätze zu finden. Im weiteren führte Eshkol folgendes aus: „Zwanzig Jahre nach dem tragischen Zweiten Weltkrieg hat die Regierung der Deutschen Bundesrepublik den Mut gefunden, Israel das Angebot zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen au machen. Der deutsche Vorschlag stellte ein höchst bedeutsames Beispiel für den Widerstand gegen die Erpressung und den von unseren Nachbarn ausgeübten Druck dar, die sich das Recht anmassen, andere Staaten mit ihrer Feindseligkeit gegen uns zu infizieren. Bei der Fassung eines Beschlusses über dieses Angebot standen viele von uns im Widerstreit zwischen Gefühl und Vernunft. Das Leid und die Trauer über die Geschehnisse in der Nazizeit werden stets frisch in unserer Erinnerung sein. Es kann keine Entschädigung für den Verlust eines Drittels unse. res Volkes durch Greuel geben, die ihresgleichen nicht haben.“ Eshkol sagte, dass die diplomatischen Beziehungen in gewissem Masse die Widerstände auf dem Weg zum Verständnis hinwegräumen könnten, doch von diesem Punkt bis zur Normalisierung der moralischen und kulturellen Beziehungen liege eine beträchtliche Spanne. Die Zukunft dieser Beziehungen hänge entscheidend von der Haltung des deutschen Volkes in den kommenden Jahren und zukünftigen Generationen ab. FRIEDLICHE LOBSUNGEN Zu Ehren Levi Eshkols veranstaltete der Verband anglojiidischer Parlamentarier ein Frühstück, bei dem Kopräsident Barnett Jänner den Gast begriisste. Eshkol versicherte, dass Israel sich glücklich schätze, so zahlreiche Freunde in England zu besitzen. Er sprach darüber, dass eines der Ziele der unabhän. gigen neuen Staaten in der Hebung des Lebensstandards zu sehen sei und „ganze Kontinente, Südamerika, Afrika und Asien gegenwärtig diesem Ziel zustreben“. Dies treffe auch in nicht kleinerem Masse auf Israels Nach, barn zu. „Was für Israel gut ist, ist auch nicht schlecht fiir die arabischen Nachbarländer und umgekehrt“, fügte er hinzu. Die friedliche Entwicklung von Nachbarn sei seiner Ansicht nach stets begr wissenswert und „wir möchten, dass sie unsere Fortschritte in dem gleichen Hoi st betrachten.“ Er ä nss°’-te. Israel sehe es e’s priyi’-’f an. seinen bescheidenen Beitrag zum Aufvm HAROLB SCHWARCZ PAPST PALL VI. ermahnte alle katholischen Brxieher, die neuen kirchlichen Prinzipien zu lehren. — GAMAL ABDEL NASSER wurde zum dritten Mal zum Präsidenten Aegyptens gewählt; er erhielt laut offizieller Mitteilung 99,999 Prozent der Stimmen. — Ing. F. G. BOSSARD, hoher Beamter des britisoftetf Plugministeriums, wurde der Spionage bezichtigt. — EXKOENIG FARUK I. von Aegypten, der von General Naguib des Thrones enthoben war, starb im Alter von 45 Jahren kl Rom. — DREI MILITAERPOSTEN wurden in Brasilien voll kommunistischen Guerilla Kriegern überfallen uud ent waffnet. — VIOLA LIUZZIO ist die erste weisse Frau, 38 Jahre alt, Mutter von vier Kindern, die von Mitgliedern des Ku Ktu* Klan ermordet wurde, weil sie sich fiir die Sache der Schwarzen einsetzte. — GENERAL BARRIENTOS, Präsident der bolivianischen Militärjunta, verlegte die ausgeschriebenen Wahlen um 30 Tage. — AUS UAOs wird gemeldet, dass ein kommunistischer Angriff abgeschlagen wurde, aus Nordvietnarm, dass die Nordamerikaner angegriffen hätten. — WALTER ULBRICHT, ostdeutscher Ministerpräsident, versprach der Arabischen Liga seine volle Hilfe. — HAROLD WILSON, britischer Premier, versprach, sieh für den Frieden im Mittleren Osten einzusetzen. — SIRIMAVO BANDARANAIKE, die Ministerpräskieritin von Ceylon, ist von ihrem Amt zurückgetreten, das von dem westfreundlichen Konservativen Dudley Senanaya» ke eingenommen wurde. — ILJA EHRENBURG, Gewinner des Stalin-Preises, erzählte jetzt, wie er sich seinerzeit vor den Häsohern des Diktators retten konnte. — PAPST PAUL VI.. empfing zwei sowjetische JournaUsten in privater Audienz. — RADIO PEKING erklärte, die chinesische Regierung betrachte die Angriffe gegen Nordvietnam als gegen China gerichtet. — MAHOMED MUNTASSER, Premierminister von Libyen, trat aus gesundheitlichen Gründen zurück. König Idriss ernannte an seiner Stelle den bisherigen Aussenminister Hussein Mazek. — LEBHAFTER BETRIEB herrscht im Weltraum, die russischen Kosmonauten wären beinahe mit einem Satelliten zusammengestossen, jede Woche werden' neue Raketen, Satelliten und Beobachtungskörper in die Ferne entsandt, Russen und Amerikaner iiberbieten sich bei der Erorberung des Weltraums auf der Jagd zum Mond und auf .benachbarte' Planeten, — DER VATIKAN studiert verschiedene Vorschläge zur Frage der Geburtenregelung. — PASSIVEN WIDERSTAND leisten die Studenten ii$ Madrid, um grössere Freiheiten durchzusetzen. — IN MAROKKO wurden nicht weniger als 14 Soldatei} wegen Rebellion hingerichtet. — bau anderer Länder leisten zu dürfen, und es benötige selbst weiter ökonomische Hilfe; es erachte es als mo. ralische Pflicht, seine technischen Erfahrungen mit anderen zu teilen. Hierbei erwähnte er die Hunderte von israelischen Technikern die im Ausland arbeiten und die Tausende lateinamerikanischer, afrikanischer und asiatischer Akademiker, die sich in Israel fortbi’dsci. Die entscheidende Frage sei, so fuhr er fort, ob der Mittelosten weiter in Spannung Boykott, Blockade und Feindseligkeit leben solle und ob eine Aussicht vorhanden sei. dass die Winde des Wandels und der Hoffnung auch in diesen Raum gelangen werden. „Ich sage nicht, dass eine unmittelbare Kriegsgefahr besteht“, erklärte Eshkol. ..Aber die sehr erhebliche Aufrüstung der Araber, die neuen sowjetischen Waffenverträge mit den Arabern, die Errichtung eines arabischen Einheitskommandos und die angedrohte Ableitung der Jordanzuflüsse bilden Anlass zur Besorgnis “ Nach Eshkols Worten „ist die beste Sicherheit gegen ei- I nen Krieg, dass wir zur Abschreckung eine gleich starke Armee unterhalten“. Für die Hoffnung auf den Frieden sei es heute schwer, greifbare Gründe zu nennen, doch man dürfe folgende Üebelegungen für die Zukunft an stellen: erstens verfolgen die arabischen Regierungen zwar eine Politik der Feindseligkeit und Aufreizung, aber die arabischen Völker dürften mit der Zeit zu der Einsicht gelangen, dass der Krieg kein Problem löst; zweitens leben Araber und Israelis seit undenklichen Zeiten im mittelöstlichen Raum. Beide Teile leiden unter der Feindseligkeit, während sie durch Zusammenarbeit gewinnen werden. Mit den folgenden Worten wandte sich Eshkol an seine Gastgeber: „Ihre Regierung hat sich aktiv um ein be,sseres Verständnis, um eine Lockerung der Spannungen zwischen Ost und West be. müht. Ich glaube, dass sie den Samen für eine internationale Zusammenarbeit gelegt hat, die im Falle ihres Ausbaus auch im Nahen Osten glückliche Erfolge zeitigen könnte.“ impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 Registro de la Propiedad Intelectual NU 826.205