Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2110 (2.4.1965)
- Date
- 1965-04-02
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Während der 25 Jahre ihres ununterbrochenen Bestehens hat die Zeitung der Sache der Einheit des jüdischen Volkes, der Zionistischen Bewegung und dem Staat Israel gedient. Seit der Aufnahme ihrer publizistischen Tätigkeit in den ersten Monaten des Krieges hat die Jüdische Wochenschau sich stets im Kampf gegen den Nazismus, den Antisemitismus und alle Formen des Bassenhasses ausgezeichnet „Die südamerikanische Executive des Jüdischen Weltkongresses, deren Mitglied Dr. Hardi Swarsensky se-it vielen Jahren ist, hat die Initiative zur Feier dieses Ereignisses ergriffen...“ Es folgt dann eine Einladung zur Besprechung aller Einzelheiten. Der Brief ist unterzeichnet von Dr. Moises Goldman, dem Präsidenten, und von Marc Turkow. dem Generalsekretär der lateinamerikanischen Kongressexe ■ kutive. Wir veröffentlichen Ihr Begleiter Im Beruf, für die Reise und bei Festlichkeiten Carfton-Kleidung ★ MASSKLEIDUNG ★ FERTIGKLEIDUNG ★ LOHNANFERTIGUNG Ernst Koppel Moipu 982 TeL 31-7845 diese Information auf Wunsch des Jüdischen Weltkongresses. Die vorgesehene Bespre. chung findet in den Räumen des Kongresses, Corrientes 1979, am Dienstag, den 6. April, um 19 Uhr statt. — Grabstein-Enthüllung Unter starker Beteiligung aus allen Kreisen unserer Kollektivität fand am vergangenen Sonntag die Grabstein-Enthüllung für Don José Lutzky und seinen Sohn Dr. Alejandro Lutzky statt, die beide im Leben des argentinischen Judentums eine bedeutende Rolle gespielt haben. Dr. Alejandro Lutzky, Sekretär der DAIA, starb jung und vor seinem Vater an einer schweren Krankheit. Seine Menschlichkeit, sein grosses jüdisches Interesse und seine Einsatzbereitschaft machten ihn zu einem guten Sekretär der zentralen Institution des argentinischen Judentums. Sein Wirken wird nicht vergessen werden. Don José Lutzky war eine Kämpfernatur. Ein Mann vielseitiger Begabung, Journalist, Schriftsteller, . Politiker, Redner war er einer der letzten grossen „Klal-Tu-er“ der alten Schule, der einen beachtlichen Anteil am Aufbau des argentinischen Judentums gehabt hat, das dann von seinem Sohn Alejandro in einem schon anderen, argentinischen, modernen Stil weitergeführt wurde. Aber José war der Lehrmeister einer ganzen Generation, ein Mensch, ein ganzer Jude, ein Mann grossen Wissens und eines grossen Wol- Iens. Im Laufe seiner langen jüdischen Tätigkeit hatte er viele wichtige Positionen bekleidet, in der Federación Sionista, im Keren Hajessod und der Vereinigten Kampagne, in der AMIA und DAIA, in der Hias und einer langen weiteren Reihe von Organisationen. Am ersten Tage seines argentinischen Aufenthaltes lernte der Berichterstatter José Lutzky kennen. Bis zum letzten Augenblick verband uns Freundschaft, Sympathie und gemeinsame Arbeit. DEINE SPARKASSE CENTER AVIV Allenby JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN 73-1148 BLANCO ENCALADA 1648 ALFREDO STERN MALERARBEITEN DEPARTAMENTOS — BUEROS — HAEÜSER Unverbindliche Kostenvoranschläge für jede Arbeit T.E. 76-7281 y 76-9088 Virrey del Pino 2639 DEPOSITO: V. de la Plaza 1779 y Vidal 1575 Ja, wenn alle „Jaeckes“ so wären wie Du, pflegte er zu bemerken, und meinte, mir eine Freundlichkeit damit zu sagen. Don José Lutzky war ein gebrochener Mann, als sein Sohn starb. Er sollte mir den Kaddisch sagen, und jetzt sage ich ihn für ihn, wiederholte er immer wieder. Er sollte seinem Sohn alsbald ins Grab folgen. Nun gedachten seine Freunde, Partei- und Gesinnungsgenossen der beiden Lutzkys, die zu den Menschen zählten, die ihr Bestes, ihr Herz, ihre Zeit und ihre Gesundhent im Dienst der jüdischen Sache geopfert haben. Israel.Rotschaft Nachdem General Joseph Avidar ' seine Mission als Israle-Botschafter in Argentinien beendet hat und nach Israel abgereist ist, hat Botschaftsrat Dr. Aba Gefen einstweilig als Geschäftsträger die diplomatische Vertretung Israels übernommen, Vortraege über das Theater Ab 5. April wird um 18 Uhr 40 auf der Station LSI Radio Municipal ein Vortrags. Zyklus gesendet werden, in dem Jacobe Kaufmann verschiedene interessante Themen technischer und ästhetischer Natur des modernen Theaters behandeln wird. Der Zyklus läuft unter dem Titel „Investigación Teatral“. Diese Sendungen werden an jedem Montag zu der angegebenen Zeit übertragen. von Rabbiner Dr. NEU FELD Heinrich Schnee, Die Hoch I Randegg (später Breslau und finanz und der moderne j Staat. IV. Band Hoffaktoren | an süddeutschen Fürstenhöfen nebst Studien zur Geschichte des Hoffaktorentums in Deutschland. Berlin 1963 Duncker u. Humblot, 364 S. DM 56.60. Vor 53 Jahren hatte der ordentliche Professor an der Berliner Universität Werner Sombart mit seinem Werk: „Die Juden und das Wirt, schaftsleben“ berechtigtes Aufsehen erregt, starken Beifall und ebenso starke Ablehnung erfahren- Er versucht, wie es Spätere auch getan haben, komplizierte Fragen zu simplifizieren und auf einen einfachen, dem Volk v<rständliclien Nenner zu Dringen. Da er nicht ohne Voraussetzungen an seine Arbeit geht, stellt er die Tatsachen so dar, wie er sie für seine Behauptungen braucht. Er spricht den Juden infolge ihrer rationalistischer, berechneten, auf das Konkrete, aber nicht Metaphysische eingestellten geistigen Veranlagung eine ausschlaggebende Bedeutung für die Entstehung und Ausbildung des modernen Kapitalismus zu. Diese Behauptungen wur. j den gern von der antisemitischen Agitation als Rüstzeug benutzt. Von den vielen Antt Worten, die von jüdischer Seite gegeben wurden, sei be. [ sonders hingewiesen auf die schnelle Antwort des Rabbi- 1 ners Dr, Moses Hoffmann in JlBfSCHE FUEHRER BEI FRANCO General Franco empfing unlängst die Vorstandsmitglieder der jüdischen Gemeinden von Madrid und Barcelona und diskutierte mit ihnen den Status der Juden in Spanien. Die Präsidenten Alberto Levy und Max Mazin stellten das Gesuch um rechtliche Anerkennung der Gemeinden. Der Staatschef versprach, diese Begehren zu prüfen- Die Zahl der Juden in Spanien beträgt etwa 5.000. Sie leben zumeist in Barcelona Ihre Synagoge wurde seit 1945 toleriert, sie durfte von aussen nicht als solche gekennzeichnet sein Ein höherer Beamter in Madrid erklärte: „In Spanien gibt es keinen Antisemitismus und kein jüdisches Problem. Wir achten die Juden und sehen sie gerne bei uns.“ Die jüdischen Gemeinden in Spanien sind rechtlich nicht anerkannt, sondern sind nur geduldet. Das Gesuch der jüdischen Führer bezieht sich auf die Anerkennung der Gemeinden als juristische Person und auf die Aufnahme in das Vereinsregister. Dann könnten sie aueh Eigentum erwerben und Verträge abschliessen, während dies jetzt Privatpersonen im eigenen Namen tun müssen. In dieser Beziehung haben die jüdischen Gemein den den gleichen Status wie die nicht römisch-katholischen Krichengemeinden. In den letzten Monaten wurde ein Gesetz vorbereitet, das die Anerkennung der protestantischen Kirchen vorsieht. Es gibt zahlreiche konservative Kreise, welche sich gegen ein solches Gesetz ausgesprochen haben, aber Fr an co hat sich in seiner Neujahrsrede positiv zu einem solchen Gesetz geäussert. Der Präsident der Gemeinde von Madrid erklärte Genera] Franco, dass die letzte Unterredung eines Gemeindepräsidenten mit dem spanischen Staatschef vor 473 Jahren stattgefunden habe Damals war Rabbi Isaac Abaravanel bei König Ferdinand und unternahm verzweifelt Anstrengungen, um das Dekret über die Ausweisung der Juden aus Spanien zurückziehen zu lassen. Seine Bemühungen waren aber umsonst. HILFE FUER CHILE Santiago de Chile. — Israel hat sich erboten, der chilenischen Regierung Antibiotika, Röntgenplatten und andere medizinische und pharmazeutische Produket zu schikken, um den Opfern der Erdbeben zu helfen. Das Angebot machte Staatspräsident Shazar an Chiles Präsidenten Frei. J ü dische Organisationen in Santiago beteiligen sich mit erheblichen Beträgen an dem Hillswerk. Auch einzelne Juden haben den Landesbehörden geldliche Unterstützung geleistet. <<ITA<) AUTO - REPARATUR . WERKSTATT „BENO" BEÑO HUTSCHNEOSER Avéa. CONSTITUYENTES 4802 (Enke Monroe) Petach Tikwa): „Judentum und Kapitalismus“ (Berlin 1912) und auf die Dissertation von Rabbiner Alfred Aron Philipp (Elberfeld, jetzt Jeru. salem): „Die Juden und das Wirtschaftsleben“ (Strassburg, 1929). Der Einfluss der Juden auf das Wirtschaftsleben, der weit über ihren zahlenmässigen Anteil hinausgeht, zeigt sich ganz besonders im Geldwesen. Waren sie im Mittelalter nur Geldverleiher und Wechsler, so stiegen sie in der neueren Zeit zu Bankiers auf und finanzierten oftmals die Fürsten- In den ungefähr 150 Jahren vom Dreissigjährigen Kriege bis zur Französischen Revolution waren sie unentbehrlich für die vielen deutschen Fürsten, die geistlichen und weltlichen Herren, die als absolute Herrscher in ihren kleinen, unzusammenhängenden Territorien schalten und walten konnten, während das dem Namen nach noch bestehende Deutsche Reich der Habsburger ein Schattendasein führte. Der Hang zum Luxus, der Prunk der Höfe, die Errichtung von Prachtbauten und Ziergärten hätten zum Bankrott der Fürsten und der Kleinstaaten führen müssen, wenn nicht gediegene und kluge Bankiers, die zumeist Juden waren, den Haushalt ausgeglichen hätten. Diese Zusammenhänge zwischen jüdischer Hochfinanz und den Staaten im Zeitalter des Absolutismus hat der Historiker Heinrich Schnee in drei umfangreichen Bänden in den Jahren 1953—56 untersucht. Er glaubte, mit dem dritten Band seine Forschungen abschliessen zu können, aber er unternahm es, in weiteren acht Jahren emsiger Forschung, in einem vierten Bande auch noch über die Hoffaktoren an den Fürstenhöfen Südeutsch. lands zu berichten und ab. schliessende Studien zur Geschichte des Hoffaktorentums in ganz' Deutschland zu veröffentlichen. Auch in diesem TV. Band sieht man wie in den früheren Banden, dass die Juden zwar nicht ein Monopol, aber einen unverhältnismässig hohen Anteil an dem Hoffakto. rentum haben, dadurch entscheidenden Einfluss auf die Politik und Wirteohaffc des Landes ausüben, vielfach das Schicksal ihrer schlechter gestellten Glaubensgenossen erleichtern, durch grosszügige Stiftungen kulturelle und soziale Institutionen der jüdischen Gemeinden schaffen oder fördern, aber auch vielrach das tragische Geschick erleiden, da« einem arrivierten Juden von den Christ};, chen Neidern und Hassern bereitet wird. Die tragische Figur in Süd. deutechlahd äst Jud Süss, Josef Su*s Oppenheimer a*a Hofe des württembergischen Herzogs Karl Alexander, dessen Schicksal von Freund und Feind so oft geschildert wurde. Im erfreuliche® Ge i (tau die Familie Rothschild, die bei Ihrem glanzvollen Aufstiegkaum je Misserfolg hatte und in aL lergrösstem Umfang grosse Kapitalkraft zu ihre kon struktiver Hilfe für das jüdi sehe Volk, ganz besonders in Palästina — Israel, bis aul den heutigen Tag einsetzt, allen voran der Baron Benjamin Edmond de Rothschild- Die Schlüsselstellung dieser Bankiers erkennt man in folgender bezeichnender Epi. sode, die in der neuesten, vor zwei Jahren erschienenen Beschreibung der Rothschilds enthalten ist, Die Rothschilds erhalten hohen Besuch von machtvollen Fürsten. Nach dem Besuch fragt besorgt ein altes Mütterchen in der Frankfurter Judengasse die Mutter der Rothschilds, Frau Geduip,: „Wird es Krieg geben?“ —• „Nein! Dazu geben meine Söhne kein Geld.“ Zwischen Jud Süss und den Rothschilds sind eine Fülle von Hoffaktoren und Hofbankiers zu nennen, die die süddeutschen Höfe in Baden, Württemberg und Bayern, in der Oberpfalz, in der Kurpfaiz, in Ansbach-Beyreuth, in den Fürstbistümern Würzburg, Bamberg und Main gestützt haben. Hier nur einige wenige Na« men: Die württembergische Familie Kauila, die Familie des Baron Hirsch auf Gereuth (Gründer der ICA in Argentinien, jetzt vor 75 Jahren), der Hofkammeragent Josef Jakob van Geldern in Düsseldorf, aus desu sen Familie die Mutter voif Heinrich Heine stammtet Auch ein Bankier Salomorij Josef Heine wird genannt angeblich ein Enkel von Sa« lomon Heine in Hamburg; und damit ein entfernte« Vetter von Heinrich Heine. Im letzten Kapitel behai*- delt Schnee den Adel aus dem Hoffafetorenfcum. W« sehen hier, wie viele Jude» für ihre treuen Dienste 1» den Adelsstand erhoben wurden, den Titel Baron und an« dere klingende Titel erhielten, aber wir sehen auch, wie ein grosser Teil dieser za Geld und Ansehen gekommen neu Juden, wenn sie aucly selber noch Juden blieben; ihre Kinder in völlig unjü dische m Geiste erzogen. Keirf Wunder, dass dann in den folgenden Generationen selaj viele durch Mischehen ödes Taufe® dem Judentum verloren gingen. Man kann al« Gegenstück die bewusst jüdischen Leistungen der Famiw lie Rothschild und des Baro* Moritz v. Hirsch nennen. Für jüdische Familien, die heute über die ganze Welfc verstreut sind, gibt die Arbeit wertvolle Ergänzungen ihre* Stammbäume. > Die Wissenschaft des Judentums kann sich und dea Verfasser Schnee zum Ab. sohiues dieses Standardweju k«s beglückwünschen. Ent« AmsMtluMtiig f Oste. — Der aus Recklinghausen stammende Honorant konsul der norwegischen Regierung in Santo Domii*., go, Julius Frankenberg, wua de kürzlich von König Olaw V. von Norwegen mit dem Ritterkreuz Erster Klasse des Senkt OJav-Ordens ausg^ zeichnet. fAWZ) HOTEL LAGO “RM Inhaber! Leo Kalun RIO QEBALLOS — SIERRAS DE CORDOBA CASILLA CORREO 34 Auskunft m Buenos Aires: 76.2009 v. 8—10 Uhr Anmeldungen für Pessach werden angenommen- BEKANNT DURCH AUFMERKSAME BEDIENUNG UND HERRLICHE LAGE