Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2110 (2.4.1965)
- Date
- 1965-04-02
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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A fio XXVI. — N? 211« 2 — Viernes, 2 de Afri! de 1965 LA SEMANA ISRAELITA Wege zum Fortschritt (Schluss von Seite 1) rechtens sei. Er habe gesagt, soweit a.te jüdische Menschen getötet wurden, könne er das noch verstehen. Das zeige die innere Einstellung des Angeklagten, er habe a)s Angehöriger der SS einer Sondergerichtsbarkeit unterstanden. Die Anordnung zur Vernichtung habe einem militärischen Befehl gleichgestanden. ..Die Befehle zur Massentötung waren jedoch rechtswidrig". Das habe Oberhäuser erkannt. Deshalb sei er verantwortlich- Der Angeklagte habe sich damit verteidigt, dass er we. gen seiner Verbrechen in den Ostgebieten bereits von einem ostdeutschen Gericht in Magdeburg verurteilt wor den sei und somit für das gleiche Delikt nicht noch einmal zur Verantwortung gezogen werden könne. Nach Ansicht des Gerichts ist eindeutig bestätigt worden, dass die Tätigkeit des Angeklagten in Belzec dem Mag deburger Gericht, das Ober hauser 1948 zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt hatte, nicht bekannt gewesen sei. Aus diesen Gründen wies das Gericht den Antrag zur Verteidigung auf Einstellung des Verfahrens zurück. Der Gerichtsvorsitzende hob hervor, dass der Angeklagte ausdrücklich in Anerkennung seiner besonderen Verdienste um die „Aktion Reinhard“ während seines Besuchs von Himmler bei der Dienststelle Globocnik in Lublin zum SS-Untersturm. bannfiihrer befördert worden sei. Er habe seine Befehle in Belzec ..stumpf“ ausgeiührt und nicht in Befehlsnotstand gehandelt. Zur Strafbemessung hob landgerichtsdirektor Dr. Thomas hervor, dass Oberhäuser in Magdeburg zur Höchststrafe von 15 Jahren Zuchthaus verurteilt worden sei Die Strafe wäre wahr- Im Zusammenhang mit einer scheinlich nicht höher aus. j Mordaffäre wurden zahlreiche Gerüchte über den Verbleib einiger der schwersten Verbrecher verbreitet. Diese Gerüchte müssen mit der Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1* feq. nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. >erät Sie kostenlos und inverbindlich heim Kauf oder Verkauf von GESCHÄRFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VTRREV DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 gefallen, wenn dem Magdeburger Gericht die Tätigkeit des Angeklagten in Belzec bekannt gewesen wäre. Oberhäuser müsse jedoch verurteilt werden, da seine Verbrechen in den Ostgebieten nicht gesühnt seien. — Das Urteil ist wohl be. gründet. Der Tatbestand ist anschaulich wiedergeggeben Die Schuld des Angeklagten wird festgestellt. Er wusste, dass es ein Unrecht, dass es ein Verbrechen war, an dem er mitwirkte. Er kann sich nicht auf „Befehlsnotstand“ oder andere juristisch frisierte Ausreden zurückziehen, die in diesen Prozessen immer eine grosse Rolle spielen. Er kann sich nicht darauf berufen, schon wegen dieser Tat abgeurteilt zu sein. Er hat mitgemacht und ist für sein Morden sogar noch dekoriert worden. Dennoch muss die geringe Strafe für solche Verbrechen auf fallen: 4 Jahre und 6 Monate Zuchthaus für Beihilfe zum gemeischaftlichen Mord in mindestens 300.000 Fällen und fünf Verbrechen der Beihilfe zum Mord in jeweils mindestens 150 Fällen. Ein unvorstellbar hohes Schuldkonto, das mit eininigen Zuchthausjahren abgegolten wird. Jeder Lustmörder in Deutschland muss damit rechnen, dass er .lebenslänglich' bekommt. Man be. achte auch die Formulierung: . und fünf Verbrechen der Beihilfe in Jeweils mindestens 150 Fällen.1, mit anderen Worten in mindestens weiteren 750 Fällen. Während auf Mord in einem Fall meist auf die Höchststrafe erkannt wird, bekam dieser Nazi - Massenmörder keine acht Minuten pro Bei. hilfe zum Mord. Ob dieses Strafmass gerecht ist oder nicht, bleibt dem Kriterium des einzelnen überlassen. — III. Im Dschungel es rührt sich im Urwald der Kriegsverbrecher- Ob es auf diese Kreise einen grossen Eindruck macht, dass die Verjährung ihrer Schandtaten nicht — wie ursprünglich vorgesehen — am 5. Mai 1965 abläuft, sondern erst im Jahre 1969, mag dahingestellt bleiben Niemand weiss besser als diese Kreise selbst, wie viele Mörder noch immer unter uns — in allen Ländern der Erde — leben. Einige haben sich sogar nach Israel geschmuggelt, weil sie sich in der „Höhle des Lö. wen“ am sichersten wähnten. Es dürfte auch nicht mit den Tatsachen übereinstimmen, dass solche Leute nur in Aegvpten oder in Südamerika Zuflucht gefunden haben, obwohl es ihrer genug auf diesem Kontinent gibt. grössten Zurückhaltung aufgenommen werden, da sie ferngeleitet sind und dem Zweck dienen, die Aufmerksamkeit der Oeffentüchkeit abzulenken. Ein Mann, den man in Bra. silien im Verlauf der Untersuchungen über den ,Mann im Koffer“ verhaftet hatte, wird plötzlich zum Geisteskranken gestempelt- Immerhin war er intelligent genug, bis heute seine Identität zu verheimlichen, drei oder mehr Pässe zu besitzen, eine ganze Serie raffinierter Betrügereien zu begehen und sonst offensichtlich über Vorgänge. Pläne und Personen Bescheid zu wissen, die ebenso dunkle Existenzen sind wie er selbst. Es ist nicht einfach, sich in diesem Dschungel der Unterwelt zurecht zu finden. Immerhin verstärkt sich der Eindruck, dass in diesen Kreisen die Feme nach bewährten Mustern wütet, die nach vollendeter Tat andere verdächtigt und bezichtigt. Ohne Zweifel rücken alle anständigen Menschen von solchen Verbrechen ab. Dennoch ist nicht zw verkennen. dass gewisse politische Konstellationen immer die Kriegsverbrecher begünstigt haben. Ihnen kam auch die pronazistische Einstellung der meisten Ausländsdeutschen zugute, die ihre Landsleute, wenn nicht schon Gesinnungsgenossen, vor dem Zugriff der Behörden geschützt haben. Dabei ist ferner nicht zu übersehen, dass die Behörden selbst wenig Interesse zeigten, internationale Konflikte heraufzubeschwören. Ob die deutschen Amtsstellen des In- und Aus laudes selbst wirklich alles getan haben, um die Schul digen zu fassen, müsste einmal einer besonderen Untersuchung unterzogen werden. IV. Keine Ehre für München Milwaukee. — De Stadtverwaltung von Milwaukee lehnte es ab, einem Antrag stattzugeben, dass die deutsche Stadt München zur „Schwesterstadt“ erklärt werden sollte, nachdem von jüdischer Seite energisch Protest erhoben worden war. De Gegner des Plans nannten München den „Sitz der Infamie“ und machten geltend, dass diese Stadt die Wiege des Nationalsozialismus war und in der Nähe des Todeslagers Dachau liegt, in dem Tausende von Juden und Polen umgebracht wurden. Milwaukee besitz eine starke jüdische und polnische Bevölkerung Saul Sorin, der amtierende Direktor des jüdischen Gemeinderates, erklärte in einer Konferen, dass „es Verzeihen aber kein Vergessen geben kann“, worauf jemand aus dem Publikum rief: „Auch nicht in tausend Jahren!“ (ITA) Nur in Israel Nur in Israel hat man begriffen, dass trotz aller Schwierigkeiten und Widrigkeiten des politischen Augenblicks die Lösung der Probleme in der eigenen Arbeit zu suchen ist. Mit und ohne Beziehungen zur Bundesrepublik ist Israel entschlossen, seinen Weg des Fortschritts weiterzugehen. Natürlich hat die seit der Staatsgründung bestehende politische Unsicherheit auch heute noch einen grossen Einfluss auf die Entwicklung des Landes, das noch nicht einen einzigen Tag wirklichen Friedens er blickt hat Der Schutz der Grenzen vor täglicher Bedrohung erfordert den Ein sata einer grossen Anzahl von Menschen und die Mobilisierung ungeheurer Geldmittel. Umso bewundernswerter ist die Tatsache, dass der Aufbau des Landes mit einer nicht geringeren Kraft wei tergeführt wird- Es war Weizmann, der einmal gesagt hat, das Land werde so gross sein, wie die Wissenschaft es machen werde. In einer seltenen Harmonie wirken die geistigen und die physischen Kräfte, wirken Hirn und Hand zusammen, um die durch die Natur gegebenen Hindernisse zu überwinden. Auf zwei Gebieten müssen Lösungen gefunden werden, die im Erfolgsfalle die vorhandenen politischen Konflikte beseitigen oder in ihrer Bedeutung und Schärfe her. abmindern werden Gibt es keine Möglichkeit, das Petroleum durch andere Stoffe oder Energien zu ersetzen und auf diesem Wege die Petroleum-armen Länder un&fr hängiger zu machen? Nur die Tatsache, dass es z. B. in Kuweit gewaltige Vorräte an Petroleum gibt, hat aus diesem Klein-Staat einen politischen Faktor und eine .Goldgrube“ gemacht. Kuweit finanziert heute in einem erheblichen Umfang die Aktionen Nassers. der den Scheich von Kuweit dafür vor dem irakischen Zu griff schützt- Der Kampf gegen Monopolstellungen in der privaten und internationalen Wirt schalt wird seit langem und nicht ohne Erfolg geführt. Warum sollen also die Petroleum-Länder nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine politische Monopolstellung für alle Zeiten einnehmen? Die Umwandlung der Sonnenenergie zu Beheizungs¬ und anderen Zwecken würde weitgehend da<s Petroleum ersetzen, wenn dies auch für den Augenblick noch keine endgültige Lösung darstellt Das bisher angewandte Verfahren ist noch zu kostspie- JUDITH SGHENKOLEWSKI KULTUSST1CKEREIEN Scnabbosdecken - TaUißbeutel Käppchen Maz zot-Taschen Hand und Magehifienstickerei von Bett- und Tischwäsche Dr. P. L RIVERA 258b (fr. Bebedero) T. E 73-915 Confitería NIZA Servicios de lunch de categorui SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76-0286 73-1049 JACOB LAPIDUS dipt. Mohel NEUE ADRESSE VIA MONTE 2037 4o B. 46-1716 und 48-2124 MOHEL N. PLAKSIN Superí2719 T. E 76-6784 u. 76-2312 LA SEMANA ISRAELITA Semanario — apareot los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190 1» izq. T. E. 83-2613 Abono-Preise: Argentinien: $ 500,-- pro Jahr Ausl. $ 800,— jährl. lig; aber die Forschungen können doch bald bessere Resultate erzielen. Eine weitere Frage, die zur Entlastung der politischen Situation Israels hinüberleiten könnte und für die ganze Menschheit von wachsender Bedeutung ist, besteht in der Entsalzung des Meerwas. sers und seiner Nutzbarmachung für Bewässerungszwecke. Die Bedeutung der israelischen Forschungen auf diesem Gebiet wird durch die Tatsache unterstrichen, dass nordamerikanische Experten zum Studium dieser Probleme nach Israel gekommen sind. um möglicherweise durch wissenschaftliche Kooperation zu schnelleren Ergebnissen zu gelangen. Das sind nur zwei kurze Hinweise über Israels Willen zum friedlichen Fortschritt. Dass die Erfolge auf dem einen wie dem anderen Gebiet nicht nur Israel, sondern auch den arabischen Staaten weitgehend zugute kommen werden, — und nicht nur diesen —, bedarf keiner weiteren Erläuterung. Vor 32 Jahren verhängten die Nazis den Boykott über die jüdischen Geschäfte. Heute wird Israel von den arabischen Ländern boykottiert. Die Juden in Deutschland hatten keinen anderen Weg als Flucht oder Untergang. Israel dagegen arbeitet trotz aller politischen und wirtschaftlichen Boykott-Massnahmen an seinem Fortschritt und dient damit zugleich der ganzen Menschheit. Das soll allen Juden in der Welt Mut verleihen und ein Ansporn sein, am Aufbau unserer gemeinsamen Zukunft nach Kräften mitzuarbeiten. ENFERMEDADES DE LOS HUESOS y ARTICULACIONES — RADIOGRAFIAS Prof. Dr. BLUMENFELD Freí, de la Facultad, Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita. Trasladó su consultorio a I. E. URIBURU 285 T. E. 47-5875 — 41-2331 y 41-2240 Dr. J. P. Kroll Biebar INNERE MEDIZIN a. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirovano Mo., Mitt., Frei., 15—19 Uhr Samst. 14—16 Uhr OLAZABAI. 2512 - 76-7980 Privat 52 7734 Dr. ZAHNARZT ESTOMBA 2283 - 52.8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF VORA NMELDUNG Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. 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