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Jüdische Wochenschau · 1965-03-26 · 2109 (26.3.1965) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2109 (26.3.1965)
Date
1965-03-26
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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O Û9 c* Oí FRANQUEO PAGADO Concesión 908 t- 7 «- nM ** Km 4) TARIFA REDUCIDA < O Concesión 1629 SEMANA ISRAELITA A iio XXV BUENOS AIRES. VIERNES 26 DE MARZO DE I9kí5 N* 2199 EL EJEMPLAR 1A en toda ta República ||J PUEYRREDON 2190 1« te«. T. E. 83 2613 Buenos Aires Bonn verhandelt weiter BONN IST BEFRIEDIGT Bonn. — Die Regierung Westdeutschlands „hat den Beschluss des israelischen Parlaments, das Angebot Bonns zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu akzeptieren, mit Befriedigung aufgenommen“, erklärte Staatssekretär Günther von Hase in einer Pressekon ferenz. Er bemerkte hierzu die israelische Bereitwilligkeit sei Ausdruck des Wunsohes, die Beziehungen zwischen beiden Ländern zu normalisieren. Hase fügte hinzu. Westdeutschland hege den Wunsch, eine klare Basis für die menschlichen Beziehungen zwischen Israel und dem deutschen Volk zu schaffen, und sei überzeugt, dass auf Vertrauen ruhende Beziehungen mit allen Ländern als Beitrag zum Frieden in der Welt hergesteilt wer den sollten. Auf iTagen antwortete er, dass 85 Staaten diplomatische Beziehungen sowohl mit Israel aus auch mit den ara bischen Ländern unterhalten. im besonderen die osteuropäischen Staaten, die er einen nach dem anderen aufzählte. Zu diesen Ländern, so betonte er, gehören „die besten Freunde der Araber ', nämlich die „neutralistische“ Welt, der afrikanische Block und die Völker des europäischen Ostens. DIE ANGRIFFE DER SYRER Tel Aviv. — Die von den Syrern begonnenen Vorarbeiten zur Ableitung des dem Jorden aus Nebenflüssen zuströmenden Wassers wurden unterbrochen, nachdem es zu einem Kanonenduell zwischen Syrern und Israelis kam. Der letzte syrische Angriff hat die Israelis gezwungen, die Kanonen ihrer Tanks zu entblössen, um die Kanonen der Syrer zum Schweigen zu bringen, wie ein Sprecher bekanntgab. Dieses Ziel ist erreicht worden. Bei dem Schusswechsel wurden einige Traktoren und anderes schweres Material erbeutet, darunter Wegebau-Maschinen, welche von den Syrern bei den Arbeiten benutzt wurden, die sie zur Ableitung des Dan, eines Nebenflusses USA-JUDEN PROTESTIEREN St- Luis (Missouri). — Unter dem Protektorat der grossen jüdischen Organisationen wurde eine Veranstaltung abgehalten, um gegen die Lage der Juden in der Sowjetunion zu protestieren. Zu den Teilnehmern an dem Meeting gehörten bekann te Politiker, katholische und protestantische Geist, liehe, Erzieher und zahl reiche Persönlichkeiten aus allen Sparten des öffentlichen Lebens. Als Hauptredner trat Philip Kiutznick, Ehrenpräsident der Bne Berit, auf. (ITA) 1 des Jordans, eingesetzt hatten. Ein syrische» Communique gibt zu, dass einige Maschi nen zerstört wurden, und behauptet, ein Traktorenlenker sei getötet und mehrere verwundet worden. Syrien meldete, es sehe sich nach diesem Zusammenstoss gezwungen, die Arbeiten für die Ableitung des Jordanwassers in dieser Zone einstweilen zu unterbrechen. BERICHT AUS LONDON London. — Der „Daily Te legraph“ berichtet aus Jerusalem, dass Israel und Westdeutschland zu einem Abkommen über die Lieferung von Waffen gelangt sind, die Bonn im vergangenen Monat während seiner Verhandlungen mit Aegypten eingestellt hatte. Zwischen Kurt Birrenbach, dem persönlichen Ab gesandten des Bundeskanzlers Ludwig Erhard, und dem israelischen Ministerpräsi deuten Levi Eshkol wurde eine Vereinbarung geschlossen, welche nach Angaben der Zeitung allerdings dahin lautet, dass die Lieferungen zwar wieder aufgenommen werden, jedoch in geringeren Mengen als vorher. Ein Sprecher teilte mit. „Wir haben in diesem Punkt eine Einigung erzielt.“ Israel, so meldet der Berichterstatter, dürfte sich, wie man glaubt, damit einverstanden zeigen, dass auf Wunsch Bonns die westdeutsche Bot Schaft in Tel Aviv und nicht in Jerusalem ihren Sitz nehmen wird. Hierbei spielte auch die Ueberlegung mit, dass eine deutsche Botschaft in Jerusalem ein störender Faktor für die extremistischen Kreise in Israel wäre und ebenso für die arabischan Länder, mit denen Bonn seine Beziehungen zu verbessern trachtet- DIE VERHANDLUNGEN Jerusalem. — Bei seinen Gesprächen mit Levi Eshkol setzte Dr. Birrenbach diesen von den Antworten des deutschen Bundeskanzlers auf die bei den früheren Unter, haltungen berührten Fragen in Kenntnis. Wie es heisst, akzeptierte Israel den deutschen Vorschlag einer Hilfe, deren Höhe sich auf rund 50 Millionen Dollar jährlich beziffern dürfte. Ueber die Frage der Waffenlieferungen wurde nichts verlautbart, und es ist wenig wahrscheinlich, dass hierüber gegenwärtig eine Ankündigung gemacht wird. Dr. Birrenbach konferierte auch mit dem stellvertretenden Aussenmi nister Abba Eban, der Golda Meir in ihrer Abwesenheit vertritt. Bei seiner Zusammenkunft mit Levi Eshkol kam auch die Frage der in Aegypten beschäftigten deutschen Wis senschaftler zur Sprache. Der deutsche Unterhändler unterstrich bei dieser Gelegenheit, dass drei deutsche Wissenschaftler kürzlich aus Aegypten abreisten und nur noch ein bekannter Wissenschaftler, nämlich Wolfgang Pilz, in Aegypten verblieben ist- Er gab die Versicherung ab, dass seine Regierung die. sem Problem weiterhin ihre besondere Aufmerksamkeit zu wen den werde. Israelische Quellen weisen darauf hin, dass der Kabinetts-Beschluss und die Abstimmung in der Knesset genau zu dem Zeitpunkt stattfanden, der bei Birrenbachs erstem Besuch in Israel vereinbart wurde. Die Nachricht, dass „Israel einen Druck ausübte und die Rückkehr Birrenbachs nicht ab. wartete“ wurde als unbe gründet bezeichnet. Dagegen bestätigten diese Quellen kürzliche Informationen aus Bonn, welche besagten, der Vorschlag Erhards zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Israel sei gemacht worden, nachdem Rai ner Barzel, der Präsident der Partei der Christlichen De. mokraten, der Erhard angehört, ein energisches Ultimatum gestellt habe. UNGEKLAERTE FRAGEN Jerusalem. — Dt. Kurt Birrenbach, der am Wochenende nach Bonn zurückzukehren plante, verschob seine Abreise bie zum Montag. Er wollte auf neue Instruktionen seines Auftraggebers warten, da einige, wichtige Fragen zwischen den beiden Regierungen nicht geklärt wurden, u. adie israelische Forderung, dass Bonn aufgrund seiner früheren Zusage weiter Waffen an Israel liefert, sowie das Datum und andere Einzelheiten der Errichtung der Botschaften. Was das Waffen-Abkommen betrifft, so soll Dr. Birrenbach für den Rest der Waffen, die der alten Abmachung gemäss noch nicht geliefert wurden, eine finanzielle Kompensation angeboten haben. Israel hatte sich jedoch bisher geweigert, Geld statt Waffen anzunehmen, da dies eine Prnizipienfrage sei. Ueber den Austausch von Botschaftern dürfte Birrenbach ermächtigt worden sein, in einem gemeinsamen Communiqué die getroffenen Vereinbarungen bekannt zu geben. Anscheinend hegt Bonn den Wunsch, das diplomatische Uebereinkommen hinauszuzögem. Man neigt in Jerusalem zu der Annahme, dass Bundeskanzler Erhard sich in diesen beiden Fragen Bewegungsfreiheit zu wahren wünscht, um inzwischen zu versuchen, die Araber zu beschwichtigen, während Israel darauf besteht, dass es seine Beziehungen mit der deut. sehen Bundesrepublik nicht dem Gesichtspunkt möglicher Beziehungen mit den Arabern unterwerfen könne. Sollte es vor der Abreise Birrenbachs nicht zu einem Einverständnis zwischen ihm und Eshkol kommen, so wird Erhards Abgesandter mögli-- cherweise nochmals an diesem Wochenende mit neuen Instruktionen die Reise nach Israel antreten müssen- DIE SYRISCHE GRENZE Jerusalem. — Israel hat sich bereit erklärt, eine Inspektion seines an Syrien grenzenden Gebiets zu ge statten, die von General Odd Bull, dem Chef des Generalstabs der UN.Kommission für die Ueberwachung der Waffenstillstände, in Vor schlag gebracht wurde. Eb soll festgesbellt werden, ob sich in dieser Zone Waffendepots befinden, was eine Verletzung der bestehenden Uebereinkommen bedeuten würde. Der Sprecher teilte mit, dass Damaskus auf das Ersuchen noch keine Antwort gab. Die Inspektion soll anderthalb Tage dauern. DEUTSCH ISRAELISCHES COMMUNIQUE Jerusalem. — Dr. Kurt Birrenbach, der Abgesandte des deutschen Bundeskanz. lers, hat mit den israelischen Staatsmännern über die Durchführung des Austausches von Botschaftern zwischen den beiden Ländern in den nächsten Wochen verhandelt, wie ein gemeinsames Communiqué besagt, das hier nach einer dreistündigen Konferenz Birrenbachs mit Vize . Ministerpräsident Abba Eban veröffentlicht wurde. BIRRENBACH KEHRT NACH BONN ZURUECK Tel Aviv. — Der Abgesandte des deutschen Bundeskanzlers Erhard, Dr. Kurt Birrenbach, reiste am Dienstag nach Beendigung seines zweiten Besuches in Israel nach Bonn zurück, um neue Instruktionen zu erhalten. Er erklärte, er würde in Kürze wieder nach Israel kommen und sei überzeugt, dass die Unterhaltungen zu einem er folgreichen Abschluss gelangen würden, der im Interesse beider Länder liege. Er fügte hinzu: „Wir sind einen langen Weg geschritten, und ic-h bin optimistisch, was das Endresultat der kommenden Verhandlungen angeht.“ Birrenbach bemerkte, dass das gemeinsam gegebene Communiqué nicht die definitive Verlautbarung sei, womit er atisdriicken wollte, dass die deutsche Regierung sich über verschiedene Einzelheiten noch äussern müsse. Die israelischen Funktionäre betonten, dass es trotz des zurückhaltenden Tons des offiziellen Communiqués gelungen sei, ein globales Abkommen zu erreichen und die Notwendigkeit neuer Un. terhaltungen darauf zurückgeführt werden müssen, dass noch viele Einzelheiten der Klämng bedürfen. Einige Beobachter stellen Vermutungen über den Inhalt der Verhandlungen an, die Westdeutschland gegenwärtig mit Aegypten führt. Obzwar man in die Bemühungen Bonns, freundschaftliche Beziehungen sowohl mit Israel als auch mit den Ara. bern zu unterhalten, keinen Widerspruch erblickt, so ist man doch über die Möglichkeit besorgt, dass der Preis, den Westdeutschland für die Herstellung besserer Beziehungen mit dem Nasser-Regime zu bezahlen bereit wäre, eine wesentliche Stärkung der Kriegsmaschine Nassers, besonders in der Ra ketenforschung, sein könnte. Vize-Ministerpräsident Abba Eban empfing in seiner Oja Ehrenburg bekennt Moskau. — Der berühmte Schriftsteller Ilja Ehrenbürg bekennten der Zeitschrift „Novy Mir“ (Neue Welt» seinen Stolz, ein Jude zu sein, ohne deswegen seine sowjetische Bürgerschaft abzuleugnen. In seinen in dieser Zeitschrift erschienenen Erinnerungen versichert Ehrenburg: „Solange es einen einzigen Antisemiten auf der Erde geben wird, solange werde ich sagen, dass ich ein Jude bin- — Ich bin der Ansicht, dass der Antisemitismus heute nur noch ein trauriges Ueberbleibsel der Vergangenheit ist und ebenso wie alle anderen rassischen Vorurteile mit der Zeit verschwinden wird." Ueber die zionistische Bewegung schreibt er: „Ich glaube, dass die Juden Israels, die wissen, was Ungerechtigkeit bedeutet, einen Weg zur Versöhnung mit den Arabern finden werden. Es ist einleuchtend, dass die in Amerika und Europa lebenden Juden nicht alle in den Grenzen Israels Platz finden können und viele auch nicht^.nach Israel auszuwandern wünschen, da säe mit ihren Wohnländern eng verbunden sind- Auch die Neger aus Alabama oder Mississippi denken nicht daran, ih:en Wohnsitz in einen der souveränen afrikanischen Staaten zu verlegen. Sie wollen nur für gleiche Rechte und gegen die rassischen Vorurteile kämpfen.“ Eigenschaft als stellvertretender Aussenminister am Montag einzeln die Botschafter der USA, Sowjetrusslands und Polens, um sie von der Si tuation in Kenntnis zu setzen, die sich aus der Annahme des deutschen Angebots diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und Israel ergeben hat. Dr. Birrenbach hatte auch erwähnt, dass er von der „freundlichen Atmosphäre“, in der sich seine Gespräche mit den israelischen Staatsmännern abspielten, ebenso wie von der von diesen gezeigten Rücksicht auf die deutschen Interessen angenehm beeindruckt worden sei- Er unterliess es nicht, der israelischen Regierung und vor allem Premierminister Eshkol, dem Vize-Ministerpräsidenten Eban und Vize Verteidigungsminister Schimon Peres hierfür seinen Dank auszusprechen. NEUE INSTRUKTIONEN Bonn. — Nach seiner Ankunft in Bonn informierte Dr. Birrenbaefe seinen Auftraggeber, den deutschen Bundeskanzler Ludwig Erhard, über den Inhalt seiner in Israel geführten Gespräche. Man glaubt, dass er nach Erhalt neuer Instruktionen ein drittes Mal nach Israel zurückkehren wird. Wie inzwischen verlautet, wird das Bundestags-Mitglied Rudolf Werner, der vor einigen Tagen zu Verhandlungen nach Kairo geschickt wurde, jetzt zurückerwartet. Ueber die Mission Werners wurden keine Einzelheiten bekannt gegeben. Nachrichten aus Kairo besagen, dass Werner erklärt habe, er hätte, um einen gewissen Erfolg zu sichern. als Ausgangspunkt seiner Unterhaltungen die Zusage von „Sicherheitsgarantien“ Westdeutschlands an Aegypten benutzen müssen- Man nimmt an, dass ein anderer Abgeordneter des Bundestages, dessen Namen nicht enthüllt wurde, nach Damaskus geflogen ist, um den Versuch zu unternehmen, die deutsch-arabischen Beziehungen zu verbessern, die nach dem deutschen Angebot, mit Israel die diplomatischen Beziehungen aufzunehmen, erschüttert worden waren. ERKLABRUNG ERHARDS Bonn. — Bundeskanzler Ludwig Erhard erklärte, dass die diplomatischen Beziehungen zwischen Westdeutschland und Israel von der deutschen Bundesregierung „weder mit übertriebener Eile noch mit ungebührlicher Langsamkeit“ aufgenommen werden würden. Diese Erklärung gab er als Redner seiner Partei im Bundestag ab. Er lehnte es ab, Kommentare zu den Bertch. ten über Unterhaltungen mit den arabischen Ländern zu machen, „bevor die Verhandlungen nicht beendet sind“. Er rügte die Sozialdemokraten für ihre Kritik an der Regierung, dass diese nicht genug für Israel getan habe. GOLDA MEIR Hg DER SCHWEIZ Ziirioh. — Israels Au»., minister Golda Meir trai aus Paris kommend zu einem „Privatbesuch“ in der Schweiz ein, wo sie, wie man glaubt, eine Woche bleiben wird. Aus Pressenachrichten ist zu ersehen, dass sie mit westdeutschen Diplomaten Zusammentreffen dürfte, um über Einzelheiten der diplomatischen Beziehungen zwischen Bonn und Israel zu verhandeln. Nazi-Sfaatsanwaelte Koblenz. — Oberstaatsanwalt Leo Drach und Erster Staatsanwalt Josef Wienekke wurden bis zur Klärung der gegen sie erhobenen Vorwürfe beurlaubt-, so teilte das rheinland-pfälzische Justiz- Ministerium mit. Drach war schweren Angriffen ausgesetzt, da er während des Krieges als Staatsanwalt in Luxemburg an Todesurteilen mitgewirkt haben soll. Wienecke wurde von einem luxemburgischen Gericht als Kriegsverbrecher verurteilt. Einen „Urlaub auf Ehrenwort“ hatte er zur Flucht benutzt. Drach war nach Krieg von luxemburgischen Gerichten zu 20 Jarhren Zwangsarbeit verurteilt und später begnadigt worden. impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Riv adavia 831 Registro de la Propiedad Intelectual N? 826.205

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