Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2108 (19.3.1965)
- Date
- 1965-03-19
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viertle«, 19 de Marzo de 1965 Año XXVI. LA SEMANA ISRAEKITA — N° 2108 — 5 Ereignisse der Woche (Fortsetzung der Ereignisse von Seite 4) des Opfers. Wenn der C. sich so heftig gewehrt hat, so eben gegen einen Erpresser, gegen einen einzelnen, der ihn vielleicht garnicht töten, sondern nur sein Geld wollte. Noch wahrscheiilicher wäre, dass der C. seinen Erpresser nach Oarrasco unter dem Vorwand gelockt habe, er wolle ihm dort die verlangte Summe bezahlen, und dass dann der C. diesen Mann liquidieren wollte, zumal er doch auf dem Gebiet des Mordhandwerks grosse Erfahrung gehabt haben muss. Der andere hat sich gewehrt und dann den C. erschossen. Wenn hier Mitglieder einer Geheimorganisation am Werke sind, dann war es eine nazistische. Willkommener Anlass Ob es für die Polizei nicht nur bequem war, diesen Mordfall zu einem „jüdischen Rache-Akt“ umzuformen, sondern auch damit bezweckt wurde, gleio!» ein wenig zu pogromieren, wissen wir nicht, weil wir den Beamten nicht kennen, der die Untersuchung leitete. Vale la pena, es würde sich lohnen, einmal danach zu fragen, was dieser Herr bisher mach, te, welche politischen oder sonstigen Neigungen ihn bewegen. So etwas zu verlangen, ist doch kein Unrecht. Alle sind doch ,nur‘ Menschen, also von Neigungen und Meinungen zu beeinflussen. Nach dem alten Rezept, alle Juden für die Tat eines einzelnen verantwortlich zu machen, begann sich eine an. tisemitische Welle in Uruguay zu erheben. Nach dieser Methode ging Haman vor, was wir eben erst in der Megille E'sther gelesen haben, so verfuhren die Lehrmeister der Cukurs und Konsorten im Fall Rath, und so machte man es — in keinem Masstab natürlich — in Montevideo. Man schoss auf Synagogen. Täter wurden nicht gefasst Wie immer blieben sie unbe kannt. Wie lange werden die Bürger der betroffenen Länder diese Art polizeilicher Tätigkeit noch dulden. Oder ist man machtlos hiergegen. Warum schwieg übrigens die Kirche hierzu? Wer heute auf Synagogen schiesst, wird morgen seine Waffen gegen Kirchen richten! Das kann jeder unschwer aus der nazistischen Geschichte ent nehmen. Nur dass damals der Klerus erst erkannte, was gespielt wird, als es zu spät war. Soll der Fehler wiederholt werden? Jedes Attentat gegen ein Gotteshaus — gegen welches Glaubensbekenntnis ist hierbei nicht entscheidend — ist ein Verbrechen gegen den Fortschritt, gegen den Frieden, gegen Demokratie, aber ist auch eine Schande nicht nur für die Täter. Der Schatten solcher Verbrechen fällt auf das ganze Volk zurück. Wo ist Mengele? Menge war der „Arzt“, der im Ausrottungslager eine nicht genau zu beziffernde, wahrscheinlich in die Millionen gehende Anzahl von Juden in die Gaskammern geschickt hat. Er wird seit vielen Jahren gesucht. Auf seinen K^pf setzte die deutsche Staatsanwaltschaft hohe Beträge. Mengele ist bisher nicht gefunden worden. Bevor seine Verbrechen hinreichend bekannt waren, verkehrte er in der „besseren“ deutschen Gesellschaft der Bundeshauptstadt Argentiniens. Oh er auch praktizierte, steht nicht genau fest. Jedenfalls hatte er Freunde, auch unter den deutschen Aerzten. und Verteidiger unter solchen, die zur Beurteilung der gesundheitlichen Folgen nationalsozialistischer Kriegsverbrechen eingesetzt sind. Als man Mengeles Spur aufgedeckt hatte, war er bereits verschwunden. Seither jst die Spur verwischt. Er muss mächtige Helfershelfer haben. Nicht nur die Unwilligkeit der lateinamerikanischen Regierungen zur Auslieferungder Kriegsverbrecher stärkt solchen Leuten wie Mengele den Rücken. Es gibt doch nicht nur einen Mengele, er laufen viele sol. che Leute herum. Der jetzigeargentinische Botschafter in Mexiko hat alles Material veröffentlicht. Geschehen ist jedoch nichts. Auch Bor mann, der Stellvertreter des Führers“, war vor langen Jahren in Buenos Aires, damals als Pfarrer verkleidet in einer grossen Kirche im Zentrum dieser Stadt. Auch er ist spurlos verschwunden. Von Zeit zu Zeit tauchen Gerüchte auf. dass Bormann gestorb°n sei. Man gibt sogar den Todesort an. ihr Begleiter im Beruf, für die Reise und bei Festlichkeiten •ÜtläutfL Carlton-Kleidung ★ MASSKLEIDUNG ★ FERTIGKLEIDUNG ★ LOHNANFERTIGUNG €a\jClcv* Ernst Koppel Maipú 982 Tel. 31-7845 unter Aufsicht s. Ehrw., Rabb. Dr. J. Oppenheimer RESERVJERFIn SIE BEIZEITEN FUER PEISS A CH Telef. Auskünfte in Bs. Aires: 76-2312 u. .70-5805 CHASCOMUS — T. E. 2910 1^2 PENSION FAMILIAR Córdoba 38 DEPARTAMENTOS — BUEROS — HAEUSER Unverbindliche Kostenvo-ranschläge für jede Arbeit MALERARBEITEN V. de la Plaza 1779 y Vidal 1575 J. P. LANDSBERG VERSICHERUNGEN JEDER ART Bme, MITRE 430 V. Of. 550 T.E.: 3 0-1474 ‘ <5 ♦ ♦ - C ATECA S.A. Directorio 5555 Buenos Aires T. E. 68.1017/18 y 1264 SUAVANDAR el calzado legitimo de espuma de g-on^ j¡ DEINE SPARKASSE STAMPS CENTER 94 Aüenby Rd. TEL AVIV P. O B. 4444 Aber Bormaun lebt, er lan. ziert. nur ständig neue Versionen als Ablenkungsmanöver, um seine Spuren zu verwischen. Schliesslich ist er seinem Ruf etwas schuldig und wahrscheinlich auch heute noch Ohef der hoffen den Nazis. Warum sollte Cukurs nicht die bewährten Methoden der Grösseren an wenden und die Aufmerksamkeit von sich ab. lenken? Diese Mordgeschich. te bietet die rechte Gelegenheit hierfür. Die letzten Darstellungen, vor allem in der Crónica, enthalten alles: eine richtige Rävbergesehiohte, Geheimnisvolle Mordtat, unbekannte Täter, Geheimerganisation im Hintergrund. Ablenkung vom wirklichen Sachverhalt und einen ge sunden Schuss Antisemitismus, der bei dieser Gelegenheit neuen Antrieb erhält. Es ist an der Zeit, mit diesen Machenschaften Schluss zu machpn. — Panik b«i der SS Immer neue Nachrichten überraschen die Oeffentlichkeit. Die brasilianische Poli zeit soll einen SS Mann mit zwei Pässen, beide natürlich falsch, gefasst haben. Die Ludwigsburger Fahndungsstelle für Kriegsverbrecher kennt den Mann nicht... (?) Wahrscheinlich hat er nicht seinen richtigen Namen gesagt. t Die verdächtigten Franzo- I sen sind unschuldig, sagt die Polizei in Montevideo. Der israelische Mitwisser war, wie man offiziell erfährt, in Brasilien. Das gibt die Gewiss heit, dass der Verdächtigte nichts mit der Sache zu tun hat. Denn er hat doch sicherlich auch die Zeitungen gelesen, in welchen Verdacht ihn die Polizei in Uruguay gebracht hat. Unter solchen Umständen dürfte er wohl nicht erst nach San Paolo gegangen sein. Unter den vielen Deut sehen, die im Süden Brasiliens leben, soll eine Panik ausgebrochen sein, jedenfalls unter den vielen ehemaligen SS . Chargen, Merkwürdig, dass man heute davon spricht. Die vielen deutschen Auslands - Vertretungen in Brasilien und vor allem im Süden dieses grossen Bandes haben bisher auch nicht einen einzigen entdeckt. Es ist schwer, sich in diesem Chaos zurechtzufinden. Der Mordfall wird vielleicht die brasilianischen Behörden etwas aufgerüttelt haben. Vielleicht suchen sie in der richtigen Richtung und nicht wie die Polizei in Montevideo unter den Opfern, sondern unter den Mördern. Diplomatische Mission beende* Ende dieses Monats wird Israel - Botschafter General Joseph Avidar Argentinien verlassen, da seine politische Mission, die er seit 1960 in Buenos Aires erfüllt hat, j zu dieser Zeit beendet ist. f Aus diesem Grunde sind General Avidar und seine Gattin, Frau Jemima Avidar, in diesen Tagen Gegenstand zahlreicher Ehrungen seitens der staa'liehen Behörden, diplomatischer Zir. kel, jüdischer Institutionen und ihrer pers;v>uchen FYeunde. Memorial Foundation; for Jrwish Cnlture | Die Memorial Founaation for Jewish Culture gibt Mitteilung von ihrem ersten Jahresprogramm für Stipendien für das Studienjahr 1965/1966. Stipendien (scholarship grants) werden durch Auswahl an Studenlen er teilt, die ihre Doktorarbeit auf dem Gebiet jüdischer Studien vorbereiten. Weite. irv.jiowship grants; kommen an solche Personen zur Verteilung, die unabhängig auf dem Gebiet jüdischer Literatur und Kunst tätig sind. Nur Kandidaten, die in dem von ihnen gewählten Fach Leistungen nachweisen kön en, kommen für die Stioendienerfeilung in Betrach*: Die Anträge müssen bis spätestens 15. April 1965 der Memorial Foundation unterbreitet werden. Anträge, die nach diesem Datum ei gehen, werden nicht behandelt. Die Anträge müssen auf speziellen Formularen eingereicht werden, die von der Memorial Foundation for Jewish Culture, 3 East 54th Street, New York, N.Y 10022, angefordert werden können. 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