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Jüdische Wochenschau · 1965-03-12 · 2107 (12.3.1965) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2107 (12.3.1965)
Date
1965-03-12
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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1* ■ FRANQUEO PAGADO O Û3 e S3 “ 3 — feo « 5 * Js U 5* a Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 ISRAELITA Año XXVI. BUENOS AIRES, VIERNES 12 I*E MARZO DE 1965 N* 2197 EL EJEMPLAR en toda la República 10.- PUEYRREDON 2190 1« te«. T. E. 83 2613 Buenos Aires Neue arabische Drohungen BONN SUSPENDIERT AEGYPTEN HILFE Bonn. — Staatssekretär von Hase «klärte in einer Pressekonferenz, dass seine Regierung beschlossen habe, Aegypten Jede weitere finanzielle Unterstützung zu entziehen. Das bedeute allerdings nicht, dass die bereits gegebenen Zusagen nicht erfüllt würden; ebenso erwarte man, dass Nasser seinen Zahlungs - Verpflichtungen nachkommen werde. Was nun die Repressalien wegen Ulbrichts Staatsbesuch auf politischem Gebiet betreffe, habe man bisher noch keine endgültige Ent. Scheidung gefällt- Von Hase wies darauf hin, dass die diesbezüglichen Besprechungen wegen der Karnevalsfeiertage verzögert worden seien. Allgemein wird von Diver genzen innerhalb der Regierung gesprochen; angeblich herrschen zwei Tendenzen vor: Erhard soll auf Grund eines Briefes, den ihm der im Urlaub befindliche'-Prä. sident Lübke sandte, für eine« Abbruch der Beziehungen sein, eine Ansicht, die mehrere Minister teilen. Dagegen soll Aussenminister Schröder, unterstützt vom Wirtschaftsminister und den Liberalen der Meinung sein,; dass eine Einstellung der Finanzhilfe genüge, da der Abbruch der diplomatiscehn Beziehungen zu Aegypten eher verhängnisvoll als wünschenswert sei, weil er eine Kettenreaktion der arabi. sehen Staaten auslösen könne, die dann in der Anerken. nung Ostdeutschlands gipfeln würde. WEITERE BERATUNGEN Bonn. — Anknüpfend an seine einleitenden Aeusserungen, berichtete Staatssekretär von Hase von weiteren Beratungen der Regierung, von denen man sämtliche Parteien unterrichtet habe. Desgleichen habe man die Vereinigten Staaten. Frank, reich und Grossbritannien konsultiert, indem die Botschafter der genannten Länder zu Erhard gebeten wurden. „Die Beziehungen der Bundesrepublik zur VAR haben sich nach Ulbrichts Aegypten . Reise wesentlich verschlechtert“, erklärte von Hase. „Alle arabischen Länder müssen sich darüber klar sein, dass Nassers Politik die traditionelle Freundschaft zwischen der Deutschen Bundesrepublik und der arabischen Welt erschüttern oder j ganz zerstören kann. Ulbricht ist nur der Repräsentant einer kommunistischen Minderheit, die mit Hilfe einer Mauer, einiger Drahtverhaue und der Unterstützung einer fremden Macht 17 Millionen von Deutschen unterdrückt.“ Von Haase gab dann noch an, einstweilen nicht zu wissen, ob die zukünftigen diplomatischen Beziehungen zu Israel in Form einer Bot. Schaft oder nur eines Konsulats aufgenommen würden. Ueber einen Abbruch der diplomatischen Beziehungen Westdeutschlands mit Aegypten wollte von Hase noch nichts wissen und sagte, dass man noch keinerlei Beschlüsse inbezug auf die Rückberufung Georg Peders. des deutschen VAR.Botschafters, gefasst habe. EXPLOSIVE ARABISCHE REAKTION Kairo. — Die Reaktion der arabischen Staaten auf die Ankündigung der Anerkennung Israels durch die Bun desrepublik war geradezu explosiv. Es wurde eine Dringlichkeitssitzung aller Mitglieder der Arabischen Liga einberufen, während Hassan II von Marokko seine geplante Rei. se nach Bonn suspendierte Und der Irak seinen Botschafter aus Westdeutschland zurückberief. Man droht, im Falle der Anerkennung Israels durch die Deutsche Bundesrepublik die diplomatischen Beziehungen zu diesem Land abzubrechen. Nasser erklärte in einer Rede, die er in Assiut hielt: „Die Deutsche Bundesre publik bewies mit dieser Po. litik des Verrats, dass sie zu den ärgsten Repräsentanten des Imperialismus und des Neo - Kolonialismus gehört- Die Bundesrepublik, die vorgibt, ein unabhängiger Staat zu sein, wird seit Kriegsende faktisch von den Nordamerikanern, den Engländern und den Franzosen dirigiert.** REAKTION IN WASHINGTON Washington. — Die Reaktion in Washington auf die Anerkennung Israels durch Bonn ist sehr zu rückhaltend. Man erklärte in Regierungskreisen, dass der Beschluss Bonns überraschend gekommen sei, da man im Augenblick nicht mit einem solchen Schritt geiechnet habe. Das State-Department, das be. müht ist, die Beziehungen zu Nasser zu verbessern, befürchtet eine allzu heftige, arabische Reaktion. Der Sprecher des State Department, Marshall Wright, weigerte sich, auf direkte Befragung durch Fresseleute Kommentare zu geben. „Wir sind der Ansicht, dass die Deut sehe Bundesregierung sich ganz allein dazu äu- •■sern muss. Es wäre verfrüht, diesbezüglich irgendwelche Erklärungen abzugeben.“ (ITA) ISRAEL BEGRUESsT BONNS ANGEBOT Tel Aviv. — In Regierungs, kreisen zeigt man sich über das Angebot Bonns, Israel offiziell anzuerkennen, befriedigt, wenngleich auch die Enttäuschung über den Abbruch der Waffenlieferungen dadurch nicht überbriiekt werden kann. Es wurde noch kein offizieller Kommentar gemacht und man beschränkte sich auf die Mitteilung, dass das Angebot studiert werde. KONTAKTE MIT ISRAEL Tel Aviv. — Der Abgesandte des Bundeskanzlers Erhard, Kurt Birrenbach, traf in Jerusalem ein und nahm dort mit Vertretern der is. raelischen Regierung Fühlung. Ueber den Inhalt der Besprechungen wird strengste Diskretion gewahrt, sowohl, was deren Inhalt betrifft, als auch die Namen derjenigen, die an ihnen teil, nahmen. DRINGLICHKEITS¬ SITZUNG FAND STATT Kairo- — Die Repräsentanten der arabischen Staaten hielten ihre angekündigte Dringlichkeitssitzung bereits ab, doch wird der Inhalt der Besprechungen und die Beschlussfassung einstweilen streng geheim gehalten. In der Zwischenzeit haben Syrien, Marokko sowie Saudi Arabien ihre Botschafter aus Bonn zurückberufen. Auch der Jemen kündigte eine ähnliche Massnahme an. Der libanesische Aussenminister erklärte, dass „angesichts dieses Angriffs gegen die arabische Welt auch der Libanon gezwungen sei, sich dem gemeinsamen Beschluss anzuschliessen.“ BONN GLAUBT NICHT AN ABBRUCH Bonn. — Bundeskanzler Erhard bezweifelt, dass die VAR einen endgültigen Bruch zwischen den arabischen Ländern und Westdeutschland zulassen wird. In politischen Kreisen der Bundesrepublik nimmt man allgemein an, dass nach der letzten Rede Nassers, die trotz der ^blichen Wortvergeudung eher zurückhaltend war, die‘VAR sich bemühen wird, die Provokation, die mit Ulbrichts Staatsbesuch ihren Höhepunkt erreichte, nicht weiter zu treiben. Was die Abberufung der Botschafter von Irak, Saudi Arabien und Transjordanien betrifft, seien .diese, wie man hier annimmt, nur zu Beratungen herangezogen worden, ein Vorgang, der im politischen Leben nichts Aussergewöhnliches darstellt. Die Dringlichkeitssitzungen der arabischen Staaten wiederum hätten den Zweck, die einzelnen Länder darüber zu informieren, wie energisch die Massnahmen seien, die die übrigen Mitglieder der Liga Israel und der Bundesrepublik gegenüber zu ergrei. fen gedächten Die deutschen Beobachter meinen, dass sehr viel davon abhänge, wann und in welcher Form die diplomati- 1 sehen Beziehungen zwischen Blick in die Welt von HAROLD SCHWARCZ Die GEGEN GENERAL FRANOO gerichteten Demon. Utrationen haben ernstere Formen angenommen, da es zur Gründung der Freien Versammlung von Professoren und Studenten kam. — OESTERREICHS PRAESIDENT, Adolf Schärf, ist 74 Jahre alt, während seiner zweiten Präsidentschaftsperiode gestorben, — Dr. VICTOR G- M. MARIJEN, Hollands Ministerpräsident, ist zurückgetreten. — GENERAL NÄSSER erklärte, dass ein deutsches Spionagenetz;c der VAR aufgedeckt worden sei. — BRASILIEN hat neun, vor einigen Monaten wegen Spionage "erhaftete Rot-Chinesen ausgewiesen. — WALTER. ULBRICHT bezeichnete in einer gemeinsa men Erklärung, die er mit Nasser in Kairo herausgab, Is lael als ein Sprungbrett des westlichen Imperialismus im Vorderen Orient. — Dr. WASHINGTON BBLTRAN, Anwalt, 50 Jahre alt, übernahm die Präsidentschaft des Nationalen Regierungsrates in Uruguay — ANTONIO PANELEO ROBLEDO, Journalist und Mitarbeiter der in Bogotá erscheinenden Zeitung „El Espectador“ wurde unter Polizeischutz gestellt, da er von nasseristischen Elementen bedroht wurde, nachdem er gewisse Schritte de» dortigen VAR-Botschafters öffentlich kritisiert hatte. — ALEXEI KOSYGLN, der sowjetische Ministerpräsi dent, stattete der Berliner Trennungsmauer einen Besuch ab — MICHAEL STEWART, der neue britische Aussenminister, erklärte, Grossbritannien werde alle Mittel zur Förderung des Wohlstandes der Bevölkerung von Gibraltar ergreifen. — WEGEN EINES GRENZZWISCHENFALLS schloss Mexiko dis Grenzen mit Guatemala. — MARSCHALL TITO wandte sich an den nordameri. kanisehen Präsidenten Johnson und forderte ihn auf, eine friedliche Lösung für Vietnam zu finden. — TANSANIA soll ein Geheimabkommen mit Rotchina über Waffenlieferungen abgeschlossen haben. — ERNB’STO GUEVARA, kubanischer Industrieminister, besuchte Aegypten uir. mit Nasser zu sprechen und den Staudamm von Assuan kennenzulernen. — TURBULENTE DEMONSTRATIONEN auf den Strassen Moskaus gegen die Amerikaner und ihre Botschaft in Russland konnten nur durch Eingreifen der Polizei beendet werden- — AMINTORE FANFANI, bekannter italienischer Politiker, wurde vom Ministerpräsidenten Moro zum Aussenminister ernannt, — HARGLD WILSON, britischer Premier, reiste nach Bonn, um einige''aktuelle Fragen, u. a. das Problem der Kosten der englischen Truppen am Rhein, zu besprechen Die Beziehungen zu Frankreich Paris- — Der Vize-Premier Louis Joxe, der Innenministe- Roger Frey und der Minister Jean Samteny gaben in einer Konferenz der französisch -israelischen Allianz, deren Mitglieder sie sind, in offizieller Form die Erklärung ab, dass die Freundschaft zwischen Frankreich und Israel ungetrübt fortbestehe und die Beziehungen zwischen den beiden Ländern keinerlei Störungen erlitten haben. Diese Erklärung sollte eine falsche Pressemeldung demenüeren, wc nach Frankreich die militärische Unterstützung Israels einzustellen gedenke- Die Nachricht stammte von der Zeitung „L’Aurore“, die berichtet hatte, dass man im französischen Paria, ment Israel gegenüber eine „unfreundliche Stellungnahme bezogen und dieses Land als schuldtragend an den gegenwärtigen Spannungen im Mittleren Orient bezeichnet hätte.*1 Mittlerweile zog auch „L’Aurore“ vorsichtig einen Teil der Behauptungen zurück, indem sie schrieb, General de Gaulle habe'nun seine Politik Israel gegenüber klargestellt: diese Politik mag im Prinzip wohl unverändert bleiben, doch werde sie zweifellos „weniger aufsehenerregend sein“. Wie aus wohlinformierter Quelle verlautet, wird der Aussenminister M. Couve de Murvüle als Ehrengast bei einem Bankett erscheinen, das der israelische Botschafter Walter Eytan veranstaltet. (ITA) der Bundesrepublik und Israel aufgenommen würden. Jedenfalls sei Erhard fest entschlossen, Israel trotz der arabischen Opposition anzuerkennen. MAP AI FUER AUFNAH¬ ME DER BEZIEHUNGEN Jerusalem. — Die Regierungspartei Mapai stimmte der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zur Bundesrepublik zu. Dieser Beschluss wurde nach einer Reihe von Besprechungen zwischen dem persönlichen Abgesandten Erhards, Kurt Birrenbach, und Levi EJshkol gefasst. In der kommenden Woche soll die E*rage im Parlament zur Debatte gelangen. ARABISCHE DIVERGENZEN Kairo. — Die Meinungen der Araber über die Massnahmen, die zu ergreifen seien, gehen auseinander. Das zu. meist wohlinformierte Organ „Al Ahrain“ schreibt, dass die arabischen Regierungen entschlossen seien, im Falle einer Anerkennung Israels durch die Bundesrepublik die Beziehungen abzubrechen, doch in offiziellen Kreisen wurde diese Version, dementiert, mit dem Hinweis, dass man sich noch lange nicht über die zu ergreifenden Massnahmen einig sei. Ein groser Teil der Repräsentanten der Arabischen Li. ga befürwortete diese drastische Konsequenz, doch andere wieder wären dagegen. Ebenso sei in der Frage der Anerkennung Ostdeutschlands noch keine Einigung erzielt worden. Man erwog auch den Vorschlag, dass die arabischen Länder, die über Erdölvorkommen verfügen, den Landern, die daran profitieren, ein Ultimatum unterbreiten sollten, wonach alle Geschäftsverbindungen abgebrochen würden, wenn Israel Hilfe geleistet wird. NASSER DROHT NEUERDINGS In seiner letzten Ansprache drhote Nasser neuerdings mit drastischen Massnahmen: die VAR werde die DDR offiziell anerkennen und alle westdeutschen Güter beschlagnahmen. „Wir werden alle westdeutschen Schulen schliessen und sämtliche Besitztümer der Bundesrepublik enteignen.“ „Dann wollen wir sehen, wie Westdeutschland darauf reagiert und mit welchen Strafen man uns belegt. Wer wird wohl wen prellen?...* Eän Sprecher der. deutschen Botschaft erklärte, dass die westdeutschen Besitztümer in Aegypten nicht von grosser Bedeutung seien, doch konnte er ihren genauen Wert nicht angeben. Es gäbe zwei Mittelschulen der Bundesrepublik in Kairo und eine in Alexandrien, mit insgesamt 1.200 Schülern. —■ .ITA) Eban über die Lage New York. — In einer „Aufklärungsmission“ soll Abba Eban in den Vereinigten Staaten den Standpunkt Israels zur Lagtbeleuchten. In einem Interview, das er dem „World Telegiam & Sun“ gab, erklärte Eban, dass Ulbrichts Empfang in Kairo ein Zeichen dafür ist, dass Nasser die internationalen Spannungen in die Zone importieren will Der Mittlere Orient ist keine sich selbst überlassene Region; er ist ein Brückenkopf des Sowjetblocks. Auf die Frage, ob alle Araberstaaten dem Beispiel Nassers folgen würden, wenn dieser sich den Sowjets zuwenden sollte antwortete Eban: „Die arabischen Staaten sind weit entfernt davon, untereinander einig zu sein. Im Jemen müssen tausende ägyptische Soldaten einen imperialistischen Unterdrückungskrieg füh. ren. um Nassers Herrschaft durchzusetzen.“ (ITA) Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 Registro de la Propiedad Intelectual N*? 826.205

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