Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2107 (12.3.1965)
- Date
- 1965-03-12
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes. 43 de M««« de IMS LA SEMANA ISRAELITA fiir -u„ar rDAUd ^tion KnÍds » Kotri®i.«u sfeiei ens feir «r, G lus t fung ■er ( «r i in di tels ei essen den d wird die asif ühreri an, der 500 Juden jüdischer Einer \ man v führen i tels und dag 1 Aviv N N bekannt ierz um 22 el Moldes JAHRE 5725? den 29 Aprfl 7. Mai , i den 5.Jfj n 6. J«”1 1. Juni Año XXVI. tt° 2 HW — 1 Salzberg und Ruinenhügel Literarische Notizen Knappe zwanzig Kilometer südlich der Hafenstadt Haifa liegt, abseits der Hauptsfcrasse, ein Dorf, dessen äl tester Teil noch so aussieht, wie er vor fast sechzig Jahren auf gebaut wurde; erst während der letzten Jahre ist östlich der Eisenbahnlinie eine neue Wohnsiedlung entstanden für die ehemaligen Einwohner der Maabara, des Uebergangslagers, das nach der Staatsgründung errichtet wurde. Vom Zuge aus sieht man die grosse freistehende Mauer auf einem Hügel am Meer, Reste der Burg der Tempelherren und einen Berg Kochsalz, in der Nähe aufgeschüttev\ nachdem es in grossen Bassins durch Verdampfung Von Meerwasser gewonnen wird, das ist Atlit, so wie es die meisten Einwohner und Touristen kennen, aber es lohnt sich, einmal einen längeren Ausflug zu machen, um in den vielen Ruinenhügeln zu klettern. Von dem Hauptweg biegt man in eine Seitenstrasse ein, und da fällt ein parallel laufender langer Sandweg auf, an dessen beiden Seiten Ihr Begleiter im Beruf, für die Reise und bei Festlichkeiten Carlton-Kleidung ★ MASSKLEIDUNG ★ FERTIGKLEIDUNG ★ LOHNANFERTIGUNG Ernst Koppe! Moipu 982 TeL 31-7845 hohe Dattelbäume stehen, wie auch zwei verlassene alte Häuser — Reste der 1910 errichteten ersten landwirtschaftlichen Versuchsstation im Lande- Der junge Agronom Aharon Aaaronsohn aus dem nahen Sichren Jaakob, soll neben anderen landwirtschaftlichen Versuchen die Aufgabe lösen, die besten Weizensorten für das Klima zu züchten und zu entwik kein, nachdem er sich durch die Entdeckung eines Grases, das er als den Wilden Weizen, als Urpflanze unseres Getreides identifiziert, sich einen international bekannten Namen gemacht hatte. Während des ersten Krieges war er einer der Hauptführer der Gruppe von jungen Aktivisten, die hofften, dass die vorrückenden Engländer dem damals kleinen Jischuw Unterstützung und Entwicklung bringen würden. Die Gruppe nennt sich „Nili“ nach dem Wort Samuels, Nezach Israel lo jeschaker“, .Israels Ewigkeit wird nicht verleugnet*. Die Gruppe wird entdeckt, Aaronsohn gelingt es, zu entkörn men, die Schwester Sara verübt Selbstmord, andere werden öffentlich in Damaskus 1917 gehängt, — und die tiir kischen Behörden zerstörten die Versuchsstation. An der anderen Wegseite errichteten dann die Engländer grosse Armeelager, in denen nicht nur die ita lienischen Kriegsgefangenen während des Zweiten Welt krieges interniert wurden, sondern auch später die jüdischen Flüchtlinge, die nach 1945 eintreffen, nachdem sic den Vernichtungslagern Hitlers eni-komemn waren Im Kampf gegen die Mandatsverwaltung gelingt es der Hagana in einer grösseren Aktion, eine dieser Gruppen zu befreien. Das Dorf Atlit wurde auf den Böden des Barons Rothschild gegründet. Es ist ein ausgesprochenes Bauerndorf mit ausgedehnter Landwirtschaft und Viehzucht, — das aber trotz der nahen Lage zur Grosstadt in der Ent Wicklung der letzten Jahrzehnte nachhinkt. Die Verwaltung der Pica errichtete das schon erwähnte Werk zur Salzherstellung mit vie len Bassins, in denen das Wasser evaporiert- Jetzt gibt es noch eine chemische Fabrik in Atlit. Die Anfänge des Ortes liegen weit m der Geschichte zurück, wenn auch wenig über den Platz bekannt ist, insbesondere die Bibel ihn nicht erwähnt. Wir wissen von einer kanadischen An. Siedlung, denn in der beinahe einzigen fachmännischen Grabung ist vor vierzig Jah ren eine Figur des Gottes Reschef, des kanadischen Kriegs- und Windgottes gefunden worden, und eine Inschrift, in Felsen geschla gen, zeigt zwei kanadische Buchstaben, ein Ajin und ein Taw, die Anfangsbuchstaben des Wortes Atlit, und da gibt es eine Theorie, nach der dieser Name, der eigentlich erst nach der Kreuzfahrerzeit bekannt wird, sich auf einen älteren Ursprung bezieht- — Die Phönizier siedeln an der Bucht, die nach der Haifabai der tiefste Ein schnitt der Landesküste dar. stellt. Während der persischen Periode soll der Ort Arados hier gewesen sein und in der hellenistische a Zeit Bukonopilis, die Stadt der Zitrusfrüchte. Das was wir heute sehen, stellen die grösstenteils durch ein Erdbeben 1837 zerstörten Reste des Chateau des?elerins, des Pilgerschlosses der Tempelherren dar, die wäh rend der zweiten Periode der Kreuzfahrerzeit sich 1119 in Akko zu einer Zeit als das „Königreich Jerusalem“ nur noch das Küstengebiet be herrschen konnte, niedergelassen hatten- In Atlit hatten sie zeitweilig ihre Zentrale und Hauptstadt, von hier aus organisierten sie den Transport der Pilge<- und Händler, gaben ihnen Geleitschutz und schafften so etwas wie „Traveller Ohe. ques“, um es den Räuberbanden unmöglich zu ma. chen, Geld zu stehlen. Nach dem Fall von Akko, 1291 be. schliessen sie, sich von den anstürmenden Mammelufcen abzusetzen, und über Zypern nach Frankreich zu gehen, wo die Tempelherren im Ge gensatz zum Deutschen Orden und anderen Gruppen keine Gnade in den Augen der allerchristlichen Könige finden und nach 1907 aufgelöst werden. Trotzdem es noch keine archäologischen Beweise gibt, nimmt man an, dass der Platz auch im ersten Abschnitt der Kreuzzüge (1096) bis zur Eiroberung Jerusalems unter Saladin, 1187) befestigt war, insbesondere zeigen die teilweise zerstörten Anlagen des selbständigen Eshkol im April nach Europa Jerusalem- — Ministerpräsident und Sicherheitsminister Levi Eshkol wird im April nach Westeuropa reisen, um halboffizielle Besuche in Grossbritannien. Belgien und sicherlich auch in anderen Ländern durchzuführen. Die Vorbereitungen für die Reise sind mit den in Frage kommenden Regierungen beretis getroffen worden- Das endgültige Datum soll aber noch festgelegt werden. Diplomatische Beobachter in Jerusalem gaben der Ansicht Ausdruck, dass EShkol bei dieser Reise mit dem westdeutschen Regierungschef Prof. Ludwig Eirhard Zusammentreffen wird. Ebenso hält man es für möglich, dass Eshkol nach Beendigung seines Besuches in Europa einige afrikanische Staaten besuchen wird. Aussenforts, des Khirbet Düstre, genannt nach dem französischen Wort Detroit, der Pelsenpass, ältere Anlagen. Heute wird der Platz Tel Karta genannt, nach einem bekannten aramäischen Worb Der Name der zwei Kilometer südlich von dem Kastell liegenden Burg, der Feisenpass, bezieht sich entweder auf das nahe Wadi Falla, durch das der Weg auf den Karmelgrat führt, und zur nächsten Kreuzfah rer Station bei Jaarot Hacarmel, oder er kann auch die tiefen Felseinschnitte bezeichnen, die viel früher als schmale Passwege in die Felsen geschlagen wurden und von dem Fort beherrscht werden konnten, so gut, dass den Tempelherren der Abzug gelang. An diesen Felsen, an der Ostseite befindet sich die Inschrift, die man lesen aber schwer erreichen kann- Die Tempelherren benutz ten, wie schon vor ihnen die Phönizier, beide Teile der Bucht als Hafen, je nach der Windrichtung, da sie keine- Wellenbrecher errichteten; ihr Kastelle bauen sie, wie auch die Burgen ihrer Vorläufer auf eine schmale Landzunge. Noch sieht man die grossen und hohen Hallen, Wohnräume, hier und auch in dem Aussenfort zahlreiche Zysternen. Ein Friedhof direkt am Meer sieht so aus, wie jede kleine Stadt ihn noch heute haben könnte, die liegenden Grabsteine tragen weder Namen noch Daten, aber drei fallen besonders auf, auf dem ei. nen sieht man ein Kreuz und Reste einer Figur, die sicherlich einmal Jetus darstelien sollte, und das Grab wird einem der Ordensgeistlichen zugeschrieben; bei ei nem anderen ist neben dem Kreuz ein Hammer und Winkel eingemeisselt, bei einem dritten sind eine Maurerkel. le und Winkel zu sehen, sicherlich Gräber ehemaliger Baumeister. Südlich des heutigen Dor fes befinden sich andere Reste, die auf eine Besiedlung während der Mischnazeit hinweisen, grosse Grabhöhlen, sauber ausgearbeitet mit vielen Nischen. In der Nähe gibt es ein arabisches kleines Heiligtum, Scheich Bu. reg. Die historische Grundlage ist nicht bekannt, aber auch bei Kü-iat Amal, wo man heute die Reste der Talmudstadt und die Katakomben von Bet Schearim entdeckt hat, wird ein weiteres Grabmal von ,Schech Abreck* gezeigt — es ist der gleiche Name, der sich auf eine legendenumwobene aber historisch unbekannte Persönlich, keit bezieht. Hier befindet sich seit 1925 das einzige armenische Dorf in Israel, nachdem Angehörige dieser alten christlichen Gemeinschaft, die in Südrussiand und in der Türkei, in Armenien wurzelt, lange in allen Städten am Mittelmeer als Handwerker und insbesondere Kaufleute und Händler lebten- Das Dorf macht einen recht vernachlässigten Eindruck, im Gegensatz zu allen anderen arabischen Dörfern, die sich schnell mo dernisiert haben- In wenigen Minuten kommen wir auf der Autostrasse von Atlit nach Haifa zurück nach diesem Ausflug in die Vergangenheit und Vorvergangenheit. Diese Orte er. zählen viele Kapitel der Geschichte des Landes, von der wir durch beinahe tägliche Entdeckungen immer mehr wissen, wenn auch oft noch, wie die Entwicklung des Ortes Atlit zeigt, viele Zusam menhänge, und lange historische Perioden rätselhaft bleiben- Werfels erste Novelle? In Prag wurde ein Manuskript aulgefunden, das einen Teil der Novelle „Die Stagione“ darstellt. Das Manuskript stammt aus dem Jahr 1912 und dürfte die erste Novelle aus der Feder Franz Werfels sein- Russische Uebersetzung Das moskauer Verlagshaus „Sowjetski Pisatel“ hat eine russische Uebersetzung eines Bandes jiddischer Gedichte von Zelig Axelrod publiziert. Die Illustrationen stammen vom Bruder des Dichters, Meyer Axelrod. Umbenennung eines Ortes Perejaslaw, der kleine ukrainische Ort, wo Scholem Aleiohem geboren wurde, ist in „Chmielnitzki“ umbenannt worden- Der Beschluss wurde durch den ukrainischen Nationalrat gefasst- Obwohl keine Absicht nachgewiesen werden kann, die häufigen jüdischen Besucher des Ortes oder das Andenken des Dichters dadurch zu kränken, hat der Beschluss viel Bitterkeit hervoigerufen. Drei Städte sind bereits nach Chmielnitzki benannt worden, dem Kosakenführer, der im 17. Jahrhundert Hunderttausend® von Juden hinmordete. Brand im Erholungsheim 25 ältere jüdische Bewohner karren in Atlantic City bei einem Brand des jüdischen Rekonvaleszentenheimes und Hotels um« Leben. Eine Anzahl der Pensionär© konnte sich durch Sprung aus den Fenstern retten- Ausgrabungen Eine Expedition von Archäologen des Theologischen Seminars Princeton hat israelischen Instanzen versichert, dass sie bei den Ausgrabungen in Hebron di© berühmte Höhle Machpela, die als Grabstätte der Patriarchen gilt, nicht berühren wird- Die Expedition will insbesondere die israelisch© Periode Hebrons erforschen. Als zweites Ziel ist die Suche nach Ueberresten aus der byzantinischen und der Zeit der Kreuzzüge vorgesehen. DEINE SPARKASSE DEIN HOBBY STAMPS CENTER 94 ADenby Rd. TEL AVIV P. 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E. 51 - 2205