Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2104 (19.2.1965)
- Date
- 1965-02-19
- Page
- [Seite 7] (sequence 7)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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In einer ausserordentlichen Sitzung: beschloss die DAIA, auf die Terrorwelle, die gegenwärtig im Land wütet und die in wiederholten Bedrohungen, in einem Brandbombe na ngr iff auf die Wolffsohn.Schule und in ständigen Provokationen der jüdischen Bevölkerung von Oorrientes (Bomben gegen jüdische Heime und Vereine, Angriffe auf eine öffentliche Veranstaltung, gte.) gipfelte, auf folgende Weise zu reagieren: 1. Der öffentlichen Meinung klarzumachen, dass die bisherigen Vorfälle und die Perspektiven ihrer wahrscheinlichen Fortsetzung ein Klima politischer Hetze und ein Ohaos schaffen, dessen Konsequenzen sidh schliesslich jeder Kontrolle entziehen. 2. Den Behörden mitzuteilen, dass die Straflosigkeit derer sich die Terroristenbanden unseres Landes erfreuen, tiefste Besorgnis auslöst. 3. Die DAIA stellt die Frage: WIE LANGE NOCH muss man die unvermeidliche Anwesenheit und Tätigkeit von Nazigruppen im Lande dulden? Dig Frage wird den Nationalbehörden, den politischen Parteien und der gesamten Bürgerschaft voige- Jegt. Bomben gegen Wolf f sohn-Schule In der vergangenen Woche schleuderte eine Rotte von Uebeltätern unter Hochrufen auf die Tacuara fünf „MolotoW‘-Bomben gegen die Fvont der Wolffsohn-Schule in der Ame nabar 2970. Gleichzeitig warfen sie Flugblätter auf die Strasse, auf denen zu lesen stand: „Hinaus mit den ausländischen Ausbeutern. Die Volksarmee der Tacuara“- Als von den Nachbarn herbeigerufene Polizei erschien, ergriffen die Helden die Flueht Das von den Brandbomben verursachte Feuer konnte von den Nachbarn gelöscht werden- Das Eingangstor der Schule erlitt nur geringen Schaden. Wieder ein Attentat in Corrientes. Ein neues antisemitisches Attentat wurde in der Stadt Corrientes verübt. In den frühen Morgenstunden legten „unbekannte Täter“ eine Bonibe vor die Tür eines Geschäfts in einer der Hauptstrassen, dessen Besitzer Juden sind. Als die Bombe explodierte, entstand ein Feuer, das jedoch schnell gelöscht werden konnte und nur geringen Schaden anridh-tete. da die Polizei sofort am Tatort erschien. Die Regierung gab eine Erklärung ab, in der sie jegliche rassische Verfolgung verurteilte und zum Ausdruck brachte, dass derartige Attentate nioht im Einklang mit der ritterlichen Tradition des argentinischen Volkes stünden. Gast aus Südafrika Der Präsident des südafrikanischen ORT und ehem-.iiger Präsident des ORT-OSE in Südafrika, Luis Lipshitz, weilt auf Einladung des argentinischen ORT mit seiner Gattin in Buenos Aires. Herr Lipshitz ist in seinem Wohnland auch Mitglied der Exekutive der Südafrikanischen Zionistischen Föderation und Vizepräsident der Einheitskampagne für Israel- Er wird anlässlich seines Aufenthaltes in der Bundeshauptstadt Gelegenheit nehmen, mit den hiesigen jüdischen Institutionen in Kontakt zu treten und diese über das jüdische Leben in Südafrika und anderen afrikanischen Ländern zu informieren- Rabbinerberufung C. W.: — Die „Congregación Israelita de la República Argentina“ < Liber tad- Tempel) wählte den RabbL ner Dr. Istvan Miklos Véglházi zu ihrem 2. Rabbiner, dessen Funktionen darin bestehen sollen, den Otoertratobiner Dr. Guillermo Schlesinger in seinen religiösen und! erzieherischen Aufgaben zu unterstützen, sowie die ver. | schiedenen Jugendgruppen 1 eu betreuen, die eine zunehj mende Aktivität entfalten, I Rabb. Veghäzi wurde 1923 | in Ungarn geboren und be- : zog mit 19 Jahren die Lan-; des-Rabbinerschule von Bu. : dapest, die er im Jahre 1950 , mit der Rabbiner-Autorisa- | tion verliess. Gleichzeitig! war er Student an der Uni-! versität, wo er in der philosophischen Fakultät das Dok. i tordiplom „cum laude“ in; Geschichte und Archäologie | erwarb. Schon während die-! «er Studienjahre arbeitete er i an gesamtjüdischen Aufga. j ben mit, insbesondere für die zionistische Bewegung und I die soziale Hilfe. I Sein erstes Rabbinat bej kleidete Dr. Veghäzi in Gvor (Ungarn), von wo er ein’ge! Jahre später nach Debrecen und dann nach Budapest berufen wurde.! 1963 entschloss sich Rabb. | Veghäzi zur Auswanderung. In Belo Horizonte (Brasili-! en) übernahm er die Fühj rung aller religiös-geistigen Aktivitäten. Von hier erfolg-! te nunmehr seine Beruf mg j nach Buenos Aires wo man | seiner Tätigkeit mit starkem 1 Interesse entgegensieht. Hoerstück in Radio Nacional Nachrichten aus Israel DSBR HAFEN VON ASCHDOD -Haifa. ■— Die israelisi.ien Halenbehörden begannen mit der Ausbildung von 1.000 zukünftigen Angestellten für den Hafen Aschdod, der im Herbst 1965 seine Tätigkeit anfnehmen soll. SORGE FUER BLINDE Tel Aviv. — In Beer Sehewsa, Sehderot und Netiwot wurden Klubräume für Blinde mit einem Gesamtfas ßungsvermögen für 400 Personen eröffnet. KLUB FUER ARABISCHE JUGEND Tel Aviv. — Unlängst wurde in Jaffa ein Klub fiir die arabische Jugend eingeweiht. Dieser Klub soll als mohammedanisches Kulturzentrum dienen. nervenklinjk Jerusalem. —- Israel Rogosin, der amerikanische G-rosmdustrielle und Philanthrop, spendete 1 Million IL als Beitrag für die Errichtung eines Krankenhauses für Nervenleidende in Jerusalem. kaeufer aus Rumaenien Eine rumänische Eirikaufskomnüssion war in Israel j und vergab Aufträge ki Hohe von etwa 2 Millionen IL. 1 GRUENER PFEFFER In der letzten Saison wur- | den 450 to grüner Pfeifer; exportiert. | TOURISTEN-ZENTRUM! In der Altstadt Tiberias errichtet die RAS0CO ein 1 Touristenzentrum mit Ho- | tels, Schwimmbädern, Zier- ' gärten, Restaurants und Vergnügungsstätten. | WASCHMASCHINEN I Zur Zeit gibt es in Israel i 21 Fabriken zur Herstellung | von Waschmaschinen; im | Jahre 1962/63 wurden 13.400 i Maschinen hergestellt, im , Jahre 1963/64 insgesamt 16.300. HOTELS IN ARAD Der Bezirksrat von Arad erteilte die Genehmigung zur Errichtung von zwei Hotel« in Arad von zusammen 80 Zimmern; für die neuen Unternehmen werden 1 Million IL investiert, SPRACHKURSE Unter den 150 Absolventen eines hebräischen Sprachkurses im Ulpan Akiba in Natania befanden sich 23 afrikanische Studenten, 15 Leiter arabischer Schulen und 2 Mönche aus Jerusalem, Am Dienstag, den 23- Februar, wird um 22 Uhr in Radio Nacional das Werk des deutschjüdischer. Bmig-tn.'- ten, Jacobo Kaufmann, zu Gehör gebracht- Es trägt den Titel: „Fäbula de un hombre y la gente“. ZWISCHEN KAIRO UNO JERUSALEI Bonn. — Beamte der Flugzeugindustrie in München haben bestätigt, dass rund 60 westdeutsche Raketenteehniker kürzlich in Kairo eintrafen, um am Rüstungspro. gtamm Na-sters mitzuarbeiten. Wie es heisst, fuhren diese Spezialisten nach Aegypten, obwohl von nordamerikanischer Seite versucht wmrde, sie von dieser Reise abzuhalten. Die Flugzeugwerke Messerschmitt, Bölkow und Siebei in Westdeutschland sollen ebenfalls auf die Techniker einzuwirken versuchen, keine Anstellungen in Aegypten anzunehmen, nachdem die israelische Regierung und jüdische und nichtjüdische Gruppen verschiedentlich gegen die technische Hilfe protestiert haben, die Nasser von deutschen Wissenschaftlern und Technikern erhält. New' York. — Der Korrespondent der CBS berichtet aus Bonn, dass „die westdeutsche Regierung Vorbereitungen getroffen hat, um an Israel Waffen im Werte von 80 Millionen Dollar zu verschiffen. Zu diesen Waffen gehören Unterseeboote, Luftabwehr-Kanonen, Helikopter und M-48 Patten. Tanks nordamerikanischer Fabrikation. Der Berichterstatter fährt fort: „Die Tanks wunden von der Bundesrepublik Deutschland gegen Barzahlung gekauft und benötigen keiner amerikanischen Bewilligung fiir die Wiederausfuhr, aber meiner Ansicht nach wurden die USA befragt. Das Programm wird in seiner Gänze von West deutschland finanziert, doch am Kauf und Transport sind andere sechs europäische Länder beteiligt, einschliesslich die skandinavischen Länder sowie die Schweiz und Spanien. Dies ist nicht die erste Lieferung Westdeutschlands an Israel. Sie wurde von Bundeskanzler Erhard aufgrund der Ueber leg-ung autorisiert., dass Westdeutschland die moralische Pflicht hat, Israel bei seinem Fortbestand zu helfen.“ Ferner berichtet der nordamerikanische Koirespondent, dass ein Dutzend westdeutscher Techniker und Elektronen-Spezialisten, die in USA ausgebildet wurden, Schwierigkeiten haben, Aegypten zu verlasesn, nachdem sie die Mitarbeit an Nassers Raketenprogramm abgelehnt hatten. Sie gehören zu einer Gruppe von ungefähr 45 Deutschen, die dem Ruf nach Aegypten folgten, wreil ein deutsches Zweig’unternemen, die Liton Industries in Kalifornien, sie nicht anstellen wollte. Die anderen hatten nach einem Aufruf des früheren Verteidigungsministers Franz Josef Straus« Abstand davon genom inen, nach Aegypten zu gehen und haben inzwischen Anstellungen in einer Flugzeugfabrik in München erhalten. -ITA) Polizeioffizier suspendiert Innsbruck. — Die österreichischen Behörden haben den in der Steiermark tätigen Gendarmeriemajor Arnulf Mayer vom Dienst suspendiert, da er im Verdacht steht, während des Krieges an Vernichtungsmassnahmen gegen Juden :m Osten teilgenommen zu haben. Sein Narre w'ar bei der Untersuchung gegen einen anderen Verdächtigen genannt worden. Der Fall wird jetzt geprüft. (AWZ) AÄo XXVI. — N* 2104 — d Todesurteil« in Russland London. — Ein russis—— Jude und seine Frau wurde vom Gemüt in Minsk wegen „Wirtscha/cs _ Verbrechen“ zum Tode verurteilt, wie die hier eingetroffene minskeii Zeitung ..Zwiazda“ meldete Der Ehemann heisst Sirnxcn Borisowieli Briskin und seine Frau Ceiia. Ausser ihnen waren noch drei nkhtchristlic-.he Personen angeklagt, die jedoch nur Gefängnisstrafen zwischen 6 Monaten und 8 Jahren erhielten. (ITA) Sefardisch« Weltfoedsratäon London. — Nach Aussag© des amtierenden Direktors der sefardisohen Weltföderation. Bad Ben Vfeir, wird ein Repräsentant dieser Organisation sum Mitglied der Exekutive der Jewish Agency bestimmt werden, deren Wahl auf der nächsten Sitzung des Afctionsconutes erfolgen soll. Die Weltföderation der wv fardischen Juden entfaltet ihre Tätigkeit hauptsächlich in Israel ’und Frankreich und in den Ländern Lateinamerikas. Wie Ben Meir ankiiraciigte, wird sie in den kommenden Monaten eine Welt, k.onterenz in Paris abhalten. (ITA) Tod eines Zfomisten Mexico-City. — Hier verschied im Alter von 63 Jahren der Expräsident der Zionistischen Organisation von Mexiko Herschel Rabinovich. Der Vertorbene, der nach dem Ersten Weltkrieg au« seinem Geburtstland Litauen nach Mexiko gekcmncen! war, betätigte sich auch aJctiv auf dem Gebiet der jüdischen Erziehung. (ITA) 1940 APRIL 1965 1 1 1 > 1 25 ' mm JAHRE ( > l XbiJeMtcuuiD&taelttG. trotz Krieg - Verfolgung - Vernichtung B ANNERT R AEGER EINER BESSEREN ZUKUNFT