Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1965-01-22 · 2100 (22.1.1965) · p. [Seite 1]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2100 (22.1.1965)
Date
1965-01-22
Page
[Seite 1] (sequence 1)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/9616703-9614788-9614820--3698-9614821
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

PUEÏRREDON 2190 — 1* fea. J&JèmaHaïZstei&lUci T E. # 3 2 6 1 3 Ano XXVI. BUENOS AIRES, VIERNES 22 OE ENERO DE 1965 N* 2KW Der einzige Kandidat Quousque tandem- Diese Woi te des grossen römischen Redners Marcus Tullius Cice ro eines der berühmtesten Rechtsanwälte der Weltge schichte, linden sich in den Reden gegen Catalina, der eine Verschwörung gegen den römischen Staat vorbe rettet hatte. Quousque tan. dem... Wie lange noch wirs du unsere Geduld missbrauchen, Caülina? An diese im nier wiederholte Frage des re degewaltigen Cicero wird man erinnert, wenn man die nun seit Jahren andauernden Husarenritte, Abgeschmacktheiten und Drohungen des ägyptischen Nasser beobachtet, liest oder von ihnen hört. Quousque tandem? Wie lau ge noch? Erstaunlich, ist nur, was sieh ein Mann wie Nasser alles erlauben kann. Bs möge dahingestellt bleiben, ob man über ihn lächelt oder ob man ihn ernst nimmt. Die Tatsache, dass er alle seine Schauspiele ungestört geben kann, bleibt bestehen. Sie spricht ein vernichtendes Urteil gegen unsere Zeit, gegen die amerikanische und die europäischen Demokra tien, die bewegungslos und schweigend einen Nasser gewähren lassen. Als würde es sich nicht um eine lächerliche Farce handeln, bringen ille westlichen Nachrichten- Agenturen und grossen Weltblätter kritiklos di« Meldung von der Aufstellung Nassers als einzigen Kandidaten für die Präsidentschaft Aegyptens durch das ägyptische Parlament... Das ist ein Parlament? Das sind demokratische Wahlen? Das ist eine Meldung, die man kritiklos auf den Leser loslassen kann? Die arabische Gipfelkonferenz, die soeben beendet wprde, hat einmal mehr den wilden Krieg gegen Israel beschlossen. Die Bewässerung der Wüste des Negew, eines der schönsten und grössten Projekte der' Kultivierung verwahrloster Böden, muss verhindert werden, weil dies den Intentionen Nassers zuwiderlauft Br hat schon alles vorher angeordnet. Der Libanon muss Zuflüsse des Jordan abieiten, Syrien eine andere und Transjordanien wieder sine weitere Mission erfüllen. Syrien hat ganz andere Sorgen, es kann nur sehr gelegentlich gegen friedliche israelische Bauern schiessen, Transjordanien spürt plötzlich eine historische Mission, nachdem Nasser seine Politik gegenüber dem hilflosen König geändert hat, und der Libanon will nicht so, wie Nasser es will. Der Libanon hat ganz einfach Angst vor Israel Libanon will Garantien von Nasser. Libanon will die Ga. rantie, dass man Israel angreifen kann, ohne dass der Libnanon darunter leidet. Libanon will die Garantie, dass Israel nicht angreifen werde, auch wenn man ihm die Wasserleitung absperrt. Li- Empfang für Mark Turkow New York. — Der Jüdische Weltkongress veranstaltete ein Bankett zu Ehren von Mark Turkow, Direktor der lateinamerikanischen Exekutive, an dem zahlreiche jüdische Persönlichkeiten teil nahmen Turkow berichtete über die Lage der Juden in den lateinamerikanischen Ländern. (ITA. von H. B. SAMVEL banon will Garantien, aber ernste, die Aegypten ihm nicht geben kann. Auch das ist ein ägyptischer Bluff, wenigstens noch heute. Langsam bessert sich Israaels politische Situation. Der geplante Ring, den Nasser um Israel legen wollte, brauchte erst garnioht gesprengt zu werden, denn er war eine Illusion, eine Einbildung des grossen Nasser. Jetzt melden triumphierend sogar die deutschen Blätter, dass nur noch ein deutscher Atomwissenschaftler in Kairo verblieben sei. Die deut sehen Hände waschen sich in Unschuld oder versuchen es zu tun... „Drei deutsche Wissenschaftler, die in Aegypten an der Entwicklung von Raketen gearbeitet ha ben, sind von ihren Arbeitsverträgen zurückgetreten usw.“, meldet dpa. Als ob hierdurch die Schuld und Verantwortlichkeit der bon. ner Regierung kleiner werden würde. Wollen die Deutschen mit Nasser gemeinsam die Weltöffentlichkeit bluffen? Qouusque tandem? Inzwischen hat Eshkol mitgeteilt, dass jede Wasserab. lenkung als Gebietsverletzung angesehen werde. Israel sagt nur einmal, was es zu bemerken hat: Israel blufft nicht. Israel reali siert. — Gegen Jerusalem. — Israel schickt sich an, die Einfuhr der Produkte gewisser Firmen zu erschweren, die dem Druck des arabisclien Boykotts nach gegeben haben. In Zukunft wird es notwendig sein, im Fall von Bestellungen bei diesen Unter nehmen um eine Importerlaubnis zu ersuchen. Wie es heisst, handelt es sich um zwei Firmen in Westdeutschland, zwei in Japan, die Gesellschaft Philipps in Holland, Pye in England und Goodyear in den USA, die sich den arabischen Boykottforderungen willig gezeigt ha ben. (ITA) WIE ICH ES SEHE con JEHUDA GOTTHEIMEH Die meisten Menschen empfinden einen tiefen Abscheu, wenn sie die ausführlichen Berichte über die Greuel ty - ten in den Konzen trat ions. und sonstigen Lagern der nazistischen Aera lesen oder davon hören, was man durch, aus verstehen kann. Heute sind die Gerichte und mit ihnen ein Stab von wissenschaftlichen und technischen Arbeitern damit beschäftigt, die historishe Wahrheit zu ergründen. Die Mehrzahl der. jenigen, die dabei waren, wurde sofort Hergebracht. Die Uebe r lebenden sterben allmählih aus. Soweit es sich um Verfolgte handelt, gehen sie in grosser Zahl vorzeitig an den Folgen der Leiden und Krankheiten zugrunde die sie als „Erinnerung“ an die Zeit behalten haben. Viele der Schinderkneehte und der Hintermänner sind ebenfalls in den nunmehr 17 Jah ren nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges verstorben, sodass der Kreis kleiner wird, der — wenn er wollte — hierüber Aussage machen kaim. Vor allen Gerichten und. im praktischen Leben konnte jeder, der sich mit diesem Fragenkomplex in irgendeiner Form beschäftigt, die Erfahrung machen, dass ehemalige KZ Häftlinge nach Möglichkeit ein Gespräch Erklaerung Levi Eshkols Tel Aviv. — Premierminister Levi Eshkol wiederholte seine Erklärung, dass „jeder Versuch, Israel am Gebrauch seines Rechts auf einen Teil der ¡Jordanwasser zu hindern, als widerrechtliche Besetzung unserer Grenzen angesehen werden muss“. Eshkol richtete das Wort an die Teilnehmer an einem Bankett des israelischen Verbandes der Auslandspresse. Er verwies auf die Pläne Eric Johnstons. des damaligen Sondergesandten des Präsidenten Eisenhower, der fiir die Nutzung des Wassers ein Projekt ausgearbeitet hatte, dessen technische Grundlagen von beiden Teilen angenommen wurden, während seine politische Basis von den Arabern abgelehnt worden war. Aufgrund des Johnston-Plan sollte Israel 40 Prozent und die arabischen Staaten 60 Prozent des Wassers erhalten. Eshkol beantwortete Fragen über die von den arabischen Politikern auf der kürzlichen Konferenz in Kairo ausgesprochenen Drohungen und gab der Hoffnung Aus druck, dass die Araber diese nicht wahrmachen würden „Wenn sie aber doch in die Tat umgesetzt werden sollten“, so fuhr er fort, „dann wird dieses Wasser wie Blut in unfreien Adern sein, und wir werden dementsprechend handeln". Er teilte mit, dass die Verteidig a ngstruppen Israels darauf vorbereitet sind, jeden Versuch zur Störung des gewaltigen Plans für den Aquädukt abzuwehren and alarbereit stehen, um die israelische Souveränität zu schützen. Auf die Frage, ob er glaube, dass die USA im Falle eines Angriffs Israel zu Hilfe eilen würden, enigegnete Esh kol, er vertraue in die Sicherheiten, die die Amerikaner ihm bei seinem letzten Besuch in Washington gegeben hätten. Auf andere Fragen antwortete er, Israel würde ein Abrüstungsabkonuxen für den Mittelosten begriissen', das eine gegenseitige Kontrolle beinhalte. Er hob hervor dass Israel sich bemühen werde, seine Beziehungen mit Sowjetrussland unter der Bedingung zu verbessern, dass der Kreml die Souveränität Israels anerkenn und sich bereit erklärt, die Abmachungen über die Einstellung der Waffenlieferungen an die arabischen Länder einzuhahen. Er gab zu, von den Gerüchten gehört zu haben, dass nord amerikanische Wissenschaftler an der Herstellung von Waffen in Kairo arbeiten, und wenn dies selbst auf Wahrheit beruhe, so sei er sicher, dass es der Politik der Vereinigten Staaten zuwiderläuft. Israel besitzt Freunde, so versicherte er auf eine Frage. ob Israel sich auf Hilfe aus dem Ausland verlassen könne, aber schliesslich und endlich wird Israel auf seine eigene Kraft vertrauen müssen, fern die arabische Aggression aufzuhalten. (ITA) über diese Zeit vermeide) Sie wöhren sich innerlich di gegen., Aussage zu miachei in den meisten Fällen eii fach deshalb, weil sie die Ei innerung an diese Schrei kenstage nicht in sich au steigen lassen wollen, ui nicht noch einmal all ds mit- und nachzuerleben, wa hinter ihnen liegt, was m dem Schicksal ihrer näcl steni.Angehörigen ursid Freut den verbunden ist. Alt Wunden sollen nicht aufgi rissen werden. Was sie ohrw dies in ihren Schlafun Wachträumen verfolgt, so nicht dadurch, daiss man e ausspricht, neu aufgewühl werden. Erfahrungsgemäß schweigt das Opfer über vie ie Einzelheiten seiner Erleb nisse. Der Verfolgte wil nicht sprechen. Er sagt nu das Notwendigste und mit unter auch das nicht. Dieses Verhalten wird oft mals nicht verstanden; de Richter und andere frager sich, aus welchen Gründer erst so spät Tatbestand« vorgetragen werden, die ei gentlioh schon früher erwähnt werden mussten. Sol che Ueberlegungen führer. zu durchaus verständlichen aber unberechtigten Zwei, fein an der Richtigkeit dei gemachten Aussige. Inzwi sehen haben die Medizinei und Sachverständigen, die Psychologen und Forscher begreifen gelernt und verstanden, dass es eine besondere Wissenschaft ist, die Verfolgungsmedizin, d'« sich mit den körperlichen und seelischen Leiden derer zu beschäftigen hat. die 'Opfer der notionalsozialistisehen Grausamkeiten sind. Die Einmaligkeit dieser Schreckens, taten, denen diese Menschen anheimfielen, hat insbesondere auch die Medizin und die Psychologie vor ganz neue Probleme gestellt und die Einmaligkeit der Lefden heryorge-hoberj. die als Fol. gen dieser Grausamkeiten auch den Aerzten Rätsel auf gegeben haben. Eine reichhaltige Literatur ist der äussere Ausdruck dieser medizinischen Seit« des Problems. über deren psychische Spätschäden allmählich im mer neue Erkenntnisse zu an derer medizinischer Beurteilung als ursprünglich führen. Nur ein Beispiel soll hier angeführt werden, aus welchen Gründen die Ueberle I>r. W.: — Im PxtMt3S.> gegen die Mörder von ToübLmfca wurden vor kurzem eine Reihe früherer Reichsbahn beamt« vernommen, die heute sämtlich in der gleichen oder einer gehobeneren Position bei der Deutschen Bundesbahn beschäftig sind. Insgesamt wurden an einem Vormittag neun Beamte als Zeugen vernommen, die sämtlich unvereidigt geblieben sind, weil sie irn Verdacht stehen, in der einen oder anderen Form an den Verbrechen beteiligt gewe>sen zu sein. Alle neun Beamte haben in der Zeit von 1941 bi» J944 in Krakau und Bialystok Faiupläne für die Judentr-ntsporte au.-'igearbeitet oder die Züge nach Tteblinka geführt. Keiner der Angeklagten konnte sich erinnern. Der Vorsitzende sagte stownend: „Dieser Gedächtnisschwund bei den Bundesbahnbea-mteu ist ja phänomenal. Eis ist oouh höchst seltsam, cia-ss freute kein verantwortlicher Mensch mehr weiss, was sich damals ereignet hat.“ — Nehmen wir hier nur den eisten Zeugen vor. Br hat es heute immerhin bis zum Vizepräsidenten der Bundesbahnd-irektion Kassel gebracht, dieser Herr Martin Zabel. Im Kriege war er Referent für Reise- und Qüterzugtahrpläne bei der deutschen Ostbahn. Dem Gericht liegen Fahr.plananordnungen von Warschau nach Treblinka vor, die von dem Zeugen unterzeichnet sind. Zabel erklärt dazu: „Ich halbe das vielleicht einmal vertretungsweise unterschrieben. In die Materie war ich nicht eingeweiht Offiziell wurde von Umsied lungstran,s.porten gesprochen. Über die von Treblinka regelmässig zrurückkehrenden Leerzüge hat er sich keine Gedanken gemacht. Auch der nächste Zeug«, ein Bundesbahnoberrat, ehemals Mitarbeiter des Zabel bei der Ostbahn weiss nichts mehr. Dass es einen „regelmässigen Pendelverkehr zwischen Warschau und Tteblinka“ gab, daran erinnert er sich. Aber über den Zweck dieser Transporte kann er nichts aussagen. Wie merkwürdig. Die Transporte gingen vom Ghetto Warschau nach Treblinka. Die Züge waren überfüllt. Dass Menschen, Männer, Frauen, Kinder, unter den furchtbarsten Bedingungen in Viehwagen verschleppt wurden, das halben diie hohen Beamten der Bundesbahn ebenso vergessen, wie dass die Züge überfüllt abfuhren und leer zurückkaixen... Die Herren erinnern sich auch dann an nichts, wenn man ihnen Anweisungen mit ihren Unterschriften vorweist. Sie leugnen, sie bestreiten sie Vissen nichts, sie haben vergessen. Und so vergessliche j „Herren ‘ sind in ¿teil leitenden Positionen der Bundesbahn. Solche Leute, die unter dem Verdacht der Mittäterschaft oder der Beihilfe zum Mord nicht vereidigt werden, haben hohe Posten inne. Man soll nicht annehmen, hier würde es sich um eine Ausnahme-Erscheinung handeln. Am 18. März 1963 fand in Koblenz während des Prozeses gegen Dr. Heuser u. a. eine Verband l ang statt, die sich mit den Transporten nach Minsk beschäftigte. Einen unvergesslichen Eindruck hat diese Verhandlung und die Vernehmung der hohen Bundesbahnbeamten auf mich gemacht. Ein Direktor deir Bundesbahn mit dem Namen Kaiser wusste nichts mehr Er konnte sich an Judentransporte überhaupt nicht erin. nern, obwohl er damals die Fahrpläne zusammengestellt hat. Dass man einen solchen Zug ohne Wasser, Nahrung oder irgendeine Art Versorgung', aber bis zum letzte Platz mit Juden angefüllt, auf einem Nebengeleise meh rere Tage stehen hass, das wusste er auch nicht mehr. Auch seine Unterschrift erkannte er nur zögernd... Aber er leugnete trotzdem und. bat um schnelle Vernehmung, da er zu wichtigen internationalen Verhandlungen für die Bundesbahn reisen müsse... Kalte Verachtung schlug damals im Gerichtssaal die sem Bundesbahn-Direktor entgegen, sodass es beinahe zu Zusammenstössen mit einzelnen Zuhörern gekommen wäre. Auch damals sagte der Versitzende: „Die Herren der Bundesbahn haben alle ein schlechtes Gedächtnis“. Dass dieser Mann nicht sofort im Gerichtssaal unter dem Verdacht der Mittäterschaft verhaftet worden ist, setzte mich in Erstaunen. Dabei dürfte es doch eindeutig sein, dass ohne die Schreibtisch-Mörder die Mordmaschine niemals hätte auf Touren laufen können. — benden sich innerlich dagegen sträuben, ihre Erlebnisse mitzuteilen. In dem in Düsseldorf abrollenden Prozess gegen einige Mörder aus dem KZ- und Vernichtungslager Treblinka erschien der Zeuge M. R„ der heute in den USA lebt. Der Vorsitzende des Gerichts fordert den Zeugen auf, die Angeklagten zu identifizieren. Der Zeuge wirft einen ersten Blick auf die Männer, die der schrecklichsten Untaten beschuldigt werden. Mit einem Röoheln sinkt er in sich zusammen. Er musste in ein Hospital gebracht werden. Der Begegnung mit den Menschen, die damals Tausende gepeinigt und ermordet haben, unter ihnen auch die nächsten Verwandten des Zeugen, war er weder körperlich noch seelisch gewachsen. Der Rückblick in die Vergangenheit riss die nicht geheilten Wunden dieses unglücklichen Mannes wieder auf. Aul der anderen Seite stehen Mörder. Auch von ihnen ist nicht viel zu erfahren. In ihrer Mehrheit bestreiten sie, dass sie die ihnen zur Last gelegten Verbrechen begangen haben, wenn sie auch mitunter nicht in Abrede stellen, dass die behaupteten Morde. Quälereien, Grausamkeiten und Brutalitäten wirklich vorgekomeren sind. Bei allen Prozessen wurden die Angeklagten von Zeugen wiedererkannt. Trotzdem leugnen die Angeklagten, vor allem im Auschwitz-Prozess, ha.rtnäkkig. Mitunter sind die Aussagen, die gemacht werden so präzise, dass es Zweifel eigentlich nicht geben kann. Fön Beispiel soll hierfür angeführt werden. Wir folgen dem Bericht des Korrespondenten der Frankfurter Allgemeinen Zei tung: Am 25. Verhandlungstag sagt in Düsseldorf der Zeu ge Richard Glazar aus Prag aus. Er hat bei der Voruntersuchung 1961 eine Liste von SS-Männern aus Tretolinka vorlegen können, die di© Ermittlungen wesentlich beschleunigte. Der 44 Jahre alte Ingenteur traf am 10. Ok | tober 1942. aus dem Ghetto von Theresienstadt kommend. mit einem Transport von etwa tausend Juden in Treblinka ein. Nur achtzehn junge Männer, darunter der Zeuge, wurden zur Lagerarbeit ausgesucht. Alle übrigen Ankömmlinge waren nach wenigen Stunden tot. Gltizar erklärte, die polni. sehe Nachbildung des Iagers, das von der SS im Herbst 1943 dem Boden gleichgemacht wurde, sei im wesentlichen richtig. Es habe eine Bahnhofsattrappe gegeben mit Bahnsteigseih Odern, einer stets die sechste Nachmittagsstunde anzeigenden Uhr, rrdt imitierten Fahrplänen. einer Kasse und Wegweisern „Zu den Bädern“ und „Zur Güterabfertigung“ Die hinter Wällen verborgene Brschiessutigsanlage sei (Schluss auf Seite 2)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.