Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2098 (8.1.1965)
- Date
- 1965-01-08
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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LA SEMANA ISRAELITA 4 — Viernes, 8 de Enero de 1985 Año XXVI. — Ni 2098 Ereignisse der Woche! Mittelschulstudium in Israel DIE JUGEND-AUA VOR ERWEITERUNG IHRER TAETIGKEIT Es klingt wie Es mag vor mehr als 50 I Jahren gewesen sein Eine grosse deutsche Schiifsüme suchte einen Schiffsarzt, als sich ein junger Mann meldete, der die Voraussetzungen erfüllte. Kr war gerade mit seinem langwierigen ßtudium fertig geworden. Geld hatte er nicht, um die Gründung einer eigenen Praxis zu wagen. Viele heirateten .reich“, um diese Art von Problemen zu lösen. Aber das schien dem jungen Arzt nicht die rechte Methode. So entschied er sich also dafür, sich durch die Tätigkeit als Sohiffsarzt etwas zu ersparen; auserdem sah er noch ein Sfück der Welt. Auch das reizte seine Jugend. Was ich hier erzähle, ist eine wahre Geschichte; sie ist mir vor einiger Zeit von einem guten Bekannten erzählt worden, den ich lange nicht gesehen hatte. Es war sozusagen seine Geschichte, denn dieser Schiffsarzt war sein Vater. Die letzte Reise des jungen Sohiffsarztes führte ihn nach Palästina, ein nach seinen Berichten damals völlig vernachlässigtes Land. Er besuchte die Heiligen Stätten, sah mit Verwunderung die Bemühungen der meist russischen Juden, dort Kolonien zu gründen und den Heimat- und Rastlosen eine gesicherte Zukunft zu bereiten. Irgendwie fühlte er sich davon angesproohen, denn er war ja auch Jude, aber er hatte doch nur ein Kopfßchütteln über die Anstrengungen dieser Menschen, die zwar Juden, aber doch andere Juden als er waren Am letzten Tage seines Aufenthaltes in Palästina Schlender te er durch die Strassen von Jaffa, wo das deutsche Schiff vor Anker lag. Er kam an einem Laden vorbei, wo man ihm keine Ware, sondern ein Stück Land anbot. Es kostete nicht viel, ein paar Mark. Warum sollte er es nicht kaufen. Zwar war er der Meinung, dies sei eine bessere Art ßchnorrerei, aber er wollte damit den Juden helfen. War er doch auch ein Jude... Er bekam einen Schein, auf dem der von ihm gekaufte Boden in einer für ihn nicht verständlichen Sprache genau verzeichnet war. Er steckte das Papier ein. Für ihn war es eine Reliquie. eine Erinnerung an eine schöne Reise, ein Ku. ein Maerchen l riosum, das er oftmals seinen Kindern zeigte, wenn er ihnen aus dieser Zeit erzählte. Die Jahre vergingen. Der Vater war bereits gestorben, als ¿te Nazis ans Ruder kamen. Mein Freund hatte keine Möglichkeit, sein Studium abzuschliessen. Er musste auswandern. Er entschloss sich, nach Palästina zu gehen. Plötzlich stand das Bild seines Vaters vor ihm, der so gern von Palästina berichtet hatte. Auch das Stück Papier kam ihm wieder in den Sinn, er suchte und fand es. Dieses Andenken an den Vater sollte ihn in sein neues Leben begleiten. Eines Tages zeigte er dieses vergilbte Papier einem Bekannten in Tel Aviv, das längst Jaffa, das damals von feindlichen Arabern bewohnte Jaffa, überflügelt hatte. Mensch, was hast Du denn da, sagte der Freund aufgeregt, schleppte den Ahnungslosen in ein Büro, wo man ihn und noch mehr das Papier staunend ansah. Es war der Anteil an einer Parzelle im Herzen von Tel Aviv, ganz in der Nähe von Mograbi, ein beinahe unschätzbarer Wert. Mein Freund war von einem zum anderen Moment aus einem armen Neueinwanderer ein, wenn auch nicht ein reicher, doch wohlhabender Mann geworden, der nun seinen weiteren Weg leichter gehen konnte. Aus dem Kuriosum wurde — sozusagen — Schicksal, wenigstens für meinen Freund... Immer daran denken An diese Geschichte muss ich immer denken, wenn ein wohl installierter Kaufmann mit Weitblick. — und wer hätte heute nicht einen Weitblick und sonstige Super-Eigensc-haften? —, sich skeptisch über Investitionen in Israel äussert. Vor weni. gen Jahren fragte eine Dame, was sie mit ihrem Wieder gutmachungsgeld machen sollte. Kaufen Sie Israel Bonos, war die Antwort. Das war ihr offensichtlich nicht sicher genug. Nach einiger Zeit krm sie wieder, weil sie ihr Geld einem Bankangestellten anvertraut hatte, der damit verschwand. Ganz offensichtlich war ihr diese Art von Anlage ihres Kapitals sicherer gewesen... Hier wird keine Propagan- Kindler-T aschenbücher IN DEN LETZTEN WOCHEN SIND DIE FOLGENDEN BAENDE ERSCHIENEN: Nr. 44/45: WILHELM v. SCHRAMiM, Aufstand der Generale (Der 20 Juli in Paris) Nr. 46: MARQUIS DE SADE: Verbrechen der Liebe (Ausgewählte Erzählungen) Nr. 47: LEONHARD FRANK: Bruder und Schwester (Roman) Nr. 48: Nach dem Tauwetter, Neueste Russische Erzählungen. Nr. 49: ALDOUS HUXLEY: Affe und Wesen, Roman Nr. 50/51: RUMKR GODDEN: Immer und einen Lag, Roman. Nr. 52/53: ARNOLD ZWEIG: Erziehung vor Verdun. Roman. Nr. 54: HERMANN KESTEN: Meine Freunde die Poeten. Essays. — Nr. 55: JOYCE CARY: Spiel ohne Ehre, Roman. Nr. 56: FRIEDRICH SCHILLER: Pitaval. Merkwürdi ge Rechtsfäll .e Es kosten: Einfachband DM 2.50 Doppelband DM 3,80; Dreifachband DM 4,80. Bestellungen durch alle Buchhandlungen Kindler Verlag G.m.b.H., München da für irgendeine Investition gemacht, es wird nur über Tatsachen berichtet-. Wo man hohe Zinsen bezahlt, sollte man vorsichtig sein. Um das zu verstehen, braucht man kein grosser Kaufmann zu sein, i— Ferienstimmung In den Sommermonaten ruht die jüdische Arbeit. Nur Geselligkeit wird gepflegt. Das ist schon viel, denn die persönlichen Beziehmagen der Vereins- oder Gemeinde mitgiieder untereinander bilden eine nicht zu unterschätzende Grundlage oder sogar eine Voraussetzung für die sonstige Arbeit und Aufgaben, die sich unsere Organisationen gestellt haben. Selbstverständlich werden auch die Gottesdienste trotz der sommerlichen Hitze abgehalten. Hieran hat noch niemand etwas geändert. Aber das sonstige kulturelle Leben ruht. Das ist nun einmal so, zumal es auch während der Zeit ohne sommer liehe Hitzen nicht übermässig intensiv und reichhaltig ist. Soweit sich die kulturelle Tätigkeit auf Vorträge bezieht, ist das Interesse nicht allzu gross. Dabei speit natürlich eine Rolle, dass die meisten Vortragenden hier schon seit Jahren bekannt sind. „Den habe ich schon so oft gehört“, ist ein Einwand, der noch nicht einmal vollends unberechtigt ist. Und kommt ein neuer Mann, so ist der Besuch auch nicht viel stärker, wie bei den Vorträgen von Prof. Bamberger. Vielleicht interessiert auch die Thematik nicht immer. Nicht jeder geht zu einem Vortrag, wo er etwas lernen kann. Nicht weil er schon genug wissen möge, eher weil er nicht genug weiss, aber .man“ ist müde. Die Anforderungen, die an jeden einzelnen gestellt werden. der im Berufsleben steht, sind gross. Die Arbeit ermüdend und aufreizend. Man soll das Problem von allen Seiten befrachten und nicht nur kritisieren, sondern einmal versuchen, die Situation zu analysieren. Vielleicht kommt man zu neuen Ergebnissen. Und die Jugend? Niemand soll annehmen, dass es sich hierbei um eine neue Frage handelt. Als die heute Aelteren jung waren, hat man die gleichen Probleme gehabt und die gleiche oder eine sehr ähnliche Kritik an der Jugend geübt. Selbstverständlich spielt die Sprachenfrage eine grosse Rolle. Es wäre aber eine Verkennung der wirklichen Problematik, wollte man damit alles erklären. Denn die Jugend kommt auch nicht zu Vorträgen in spanischer Sprache, die von den Gemeinden oder Organisationen veranstaltet werden. Was man so allgemein als Jugend bezeichnet sind auch Menschen zwischen 20 und 30 Jahren. Sehr beliebt ist auch der neue Begriff der „jungen Ehepaare“, wobei es sich schon um wohl installierte Familienväter und Mütter von schulpflichtigen Kindern handelt. Man soll begreifen, dass Jugend nur von Jugend ge- Zwölftausend Jugendliche, Jungen und Mädchen, befinden sich heute in den Bildungsstätten der Jugend-Alija in Israel — in Erziehungsanstalten, als geschlossene Gruppen in landwirtschaftlichen Siedlungen (Kibbuzim), in Jugendzentren und in Jugenddöriern. Dreitausend weitere Anwärter mussten dieses Jahr, aus Budget-Grün den. abgewiesen werden. Das Budget der Jugend Alija für das Jahr 1965 66 ist auf 13,5 Millionen IL (4 5 Millionen Dollar) angesetzt und wird aus drei Quellen gespeist: Die Jewish Agency für Israel. „Hadassa“-Weltorganisation sowie Freunde der Jugend. Alija in den verschiedenen Ländern der Welt. Das angesetzte Budget reicht jedoch nicht aus, um die laufende Arbeit und die geplante Erweiterung zu decken: dazu fehlen noch weitere drei Millionen IL (1 Million Dollar) Eine Sonderkommission des Zionistischen Kongresses, der dieser Tage in Jerusalem tagte, beschäftigte sich mit diesem Problem, Dieser Kommission sind Pläne vor. gelegt worden über Erweiterung der Aufnahmefähigkeiten, über den Bau neuer Wohneinheiten für die Jugendlichen sowie über Errichtung zusätzlicher Ausbildung? zweige, entsprechend den heutigen Entwicklungstendenzen in der Technologie und den Bedürfnissen des Landes. Um den Wünschen vieler Kreise aus Lateinamerika, Marokko und Iran entgegenzukommen, wird besonderes Augen, merk auf die Errichtung neuer Mittelschulen eigens für die Zöglinge der Jugend-Alija gelegt. Besonders aufgestellte Unterrichts- und Erziehungspläne, unter Aufsicht des Ministeriums für Erziehung und Kultur in Jerusalem, sollen den Jugendlichen aus den Ländern Latein-Amerikas die Einordnung erleichtern und ihnen den Erfolg in der Ausbildung bis zum Abitur garantieren. Eigene Jugendsprach, schulen (Jugend.Ulpanim) stehen diesen Kandidaten, vor Beginn ihrer regulären Studien, zur Verfügung. Ausserdem bekommen diese Gruppen von Jugendlichen aus Lateinamerika speziell ausgebildete Erzieher und Betreuer zugeteilt, die Spanisch sprechen, um ihnen die sprachliche und gesellschaftliche Umstellung zu erleichtern. Die ersten Gruppen von Mittelschülern aus Lateinamerika (im Alter von 13 Jahren) werden in den nächsten Monaten aufgestellt; ihre Ueberfahrt nach Israel soll Ende des Jahres 1965 erfolgen. führt werden kann. Nur Jugendliche können andere Jugendliche und Kinder für die jüdische Sache, für jii. dische Themen und Fragestellungen interessieren. Die ältere Generation kann nur der Jugend die Voraussetzungen für ihre eigene Arbeit schaffen: Heime, Plätze und einen allgemeinen jüdischen Sportplatz. Die Eintel, lung in Kollektivitäten ist für die Jugend sinnlos, so berechtigt oder durch die Tatsachen bedingt sie auch für die Erwachsenen oder die älteren Herrschaften sein mag. Ein spürbarer Mangel an geeigneten Jugendführern ist ohne Zweifel vorhanden. Des wegen ist die von der CEN¬ TRA ergriffene Initiative gemeinsam mit dem Jugenddepartment der Jewish Agency in Jerusalem einjährige Lehrkurse in Israel durchzu. führen, von ganzem Herzen und bedingungslos zu begriissen und mit allen Möglichkeiten zu fördern. In diesem Monat wird eine Gruppe von Jugendlichen aus verschiedenen Ländern unseres Kontinents im Rahmen dieser Aktion n;*ch Israel gehen. Hierüber wird bei anderer Gelegenheit noch berichtet werden. Aber das ist natürlich nur eine Möglichkeit, die Jugendarbeit auf neue Fundamente und der Zeit angepasst einzustellen. Die Erwachsenen sollten gemeinsam mit den Jugendlichen, die sich für die Arbeit verantwortlich fühlen, nach weiteren Entfaltungsmöglichkeiten suchen. Die sommerliche Pause ist hierzu durchaus geeignet. Vortrag in San Miguel Am letzten Sonntag um 10 Uhr morgens hielt Dr. Har. di Swarsensky einen Vortrag im Elternheim San Miguel über das Thema „Die Welt um uns herum“. Der schöne Saal des Heims war bis auf den letzten Platz besetzt. Mit grossem Interesse folgten die Zuhörer den Ausführungen, in deren Mittelpunkt der ungeheure Wandlungsprozess des Weltbildes in soziologischer, wirtschaftlicher und politischer Hinsicht stand. Das anspruchsvolle Publikum war für den Vortrag sehr dankbar. Im Namen der ISRAEL - BRIEFMARKEN M WIEDER VERKAEUFER — ALLE NEUAUSGA¬ BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficial del Estado de Israel, VIAMONTE 560, I/B - Bueno, Airea, Rey Argen«»* Heimgemeinschaft betonte Frau Galewski, die meisten Referenten würden die „Alten“ in ihrer geistigen Aufnahmefähigkeit unterschätzen und sie deswegen wie anspruchslose Kinder behandeln, eine Kritik, die sicher, lieh nicht unberechtigt ist. Jedenfalls spürte der Referent nicht nur das Interesse, sondern auch den Wunsch der Heimgemeinschaft, sich mit den Problemen zu beschäftigen, die heute die Menschen aller Völker in Atem halten. — Amerikanische Erzaeh- Ier auf Hebraeisch Unter den Auspizien des israelischen Aussenministeriums ist ein Buch erschienen, das Erzählungen amerikanischer Autoren enthält, die ins Hebräische übersetzt wurden. In dieser Anthologie sind auch neun argentinische Schriftsteller vertreten, darunter Juan Pablo Echagüe, Augusto Mario Delfino, Jorge Luis Borges, Conrado Nalé Roxlo, Horacio Quiroga und Ricardo Güiraddes. Aus diesem Anlass fand eine feierliche Veranstaltung im Institut für argentinisch-israelischen Kultur - Austausch statt, bei der die verschiedenen Redner die engen kulturellen Bande zwischen Argentinien und Israel hervorhoben. José Iturrat gestorben In der vergangenen Woche verstarb im Alter von 85 Jahren der bekannte Industrielle José Iturrat, einer der grössten Philanthropen Argentiniens. José Ituirat wurde im Jahre 1879 in Zarate geboren und musste bereits mit 11 Jahren die Schule verlassen, um sein Brot zu verdienen. Er arbeitete in der bonaerenser Zeitung „La Prensa", wo er zum Leiter der Anzeigenabteilung aufstieg und die Freundschaft des Gründers José Carlos Paz genoss, der ihm bei seinem Aufstieg behilflich war. Iturrat war Zeit seines Lebens Sozialist und bedachte die Partei mit grossen Schenkungen. Er schenkte die „Casa del Pueblo“ in Buenos AL res der Partei und blieb den Idealen der Partei treu. José Iturrat kämpfte für die Gleichberechtigung aller (Fortsetzung der Ereignisse auf Seite 5) Die BAtR MlZWA unseres Sohnes PEDRO FEDERICO findet s.G.w. am Scha-bbos, den 16. Januar 1965, im Bet Israel, Cramer 2070, um 8 Uhr 30 statt. MARTIN MÜNSTER und Frau IRMA geb. PAPPENHEIMER Elmpfang, Sonntag, den 17. Januar 1965, von 18 bis 20 Uhr in 25 de Mayo 1901, Vicente López. SILVIA RAMSFELDER GERRY MARX grüssen als VERLOBTE. Vicente López Val. Vergara 1430 New York LUACH - (KALENDER) Freitag, den £. Januar Sonnabend, den 9, Januar 5. Sebwat 6. Schwat Parschat BO 2. B. M. X I — XIII-16 Haftara Yirmieyahu XLVI 13 — 28 Sonntag, den 10, Januar 7. Schwat Montag, den 11. Januar 8. Schwat Dienstag, den 12. Januar 9. Schwat Mittwoch, den 13. Januar 10. Schwat Donnerstag, den 14. Januar 11. Schwat Freitag, den 15. Januar 12. Schwat Sonnabend, den 16. Januar 13. Schwat Parschat BEJSCHALACH 2. B. M. XriI-17 — XVII.16 Schabbat SCHIRA — Haftara Richter IV-4 — V-31 Sonntag, den 17. Januar 14. Schwat Montag, den 18. Januar 15. Schwat Chamischa Assar Bi-Schwat — Neujahrsfest der Bäume ®)d tat di« B0 ¡diett minW der lei Kd ten ®r Kein Den muni tat stizi che land die n Kl litt * *