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Jüdische Wochenschau · 1964-11-06 · 2089 (6.11.1964) · p. [Seite 9]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2089 (6.11.1964)
Date
1964-11-06
Page
[Seite 9] (sequence 9)
Language
German, Spanish
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VieriM», 6 de Novierobre de 1964 L A SEMANA ISRAELITA An© XXV. N? 2089 Th«o4or Sfgo. del Esfero 454, IX, of. 36 _ ISRAEL IN ZAHLEN T. L 38-5816 U. Porsetzung) V. BEVOELKERUNG Im Jahre 1962 lebten in Israel 2.234.203 Personen. Inzwischen hat die Bevölkerungszahl bald die volle dritte Million erreicht. 89 Prozent der Bevölkerung sind Juden der Rest teilt sich zwischen Muselmanen, Christen und Drusen auf. Mehr als 40 Prozent sind bereits im Land geboren, laut der Statistik von 1962 stammten 35 Prozent aus Amerika und Europa, 15 Prozent aus Asien und 12 Prozent aus Afrika. In den letzten Jahren dürfte sich das Verhältnis zu Gunsten der asiatischen und afrikanischen Einwanderung verschoben haben. Israel ist nach von HANS SILBER 1948 1961 von 0—14 Jahre: .... * 28,7 47,1 15—29 Jahre:. 26,4 25,8 30—44 Jahre:. 26 13,2 45—64 Jahre:.. 15,1 9,8 65 und mehr:.. 3,8 4,1 Aus diesen Zahlen geht deutlich hervor, dass Israel ein Land der jungen Menschen ist. wobei die Frage auftaucht, in welchen Schichten die natürliche Bevölke. rungszunahme wohl am stärksten in Erscheinung tritt. VI. VERKEHRSWESEN Das Transportwesen liegt zum grossen Teil in Händen von kooperativen Genossenschaften. Im Jahre 1962 gab es 2.300 Autobusse, die in dem genannten Jahr 570 Millionen Passagiere transportierten. Im Jahre 1963 besass Israel 66 Schiffe (1948 nur 4) mit etwa 650.000 Tonnen, und im laufenden Jahr sind weitere 36 Schiffe mit 350.000 Tonnen in Konstruktion gegeben worden. Im Jahre 1962 besuchten 184.000 Touristen das Land und gaben — abgesehen von den Transportkosten — 32 Millionen Dollar aus. JUGEND Die israelischen Jugendbünde haben ungefähr 150— 200.000 Jugendliche erfasst, teilweise sind sie parteimä- «sig ausgerichtet. Efe wird viel Sport getrieben. An der Hebräischen Universität studieren etwa 9.000 junge Menschen am Technikum in Haifa 3.600, am Weizmann- Institut arbeiten über 800 Personen,. darunter 300 Wis. senschaftler mit einem Lehrpersonal von 17 Professoren, 36 Wissenschaftlern, 54 Forschem und 50 Assistenten. Im Schulwesen, das seit Jahren verstaatlicht ist, wurden laut Statistik im Berichtsjahr 1961—62 in 3.925 Normalschulen 536.723 Schüler unterrichtet. Dazu rech nen die Kindergärten, Primarschulen, Fortbildungs. schulen, Schulen für Beschädigte, Berufsschulen und landwirtschaftliche Ausbildungsstätten. Da die statistischen Zahlen der Altersklassen der israelischen Bevölkerung eine steigende Tendenz in der Altersstufe von 0—14 auf weisen, kann man getrost annehmen, dass in diesem Jahr die Zahl der Schulkinder wesentlich höher liegt, was auf eine weitere umfassende Hebraisieder Staatsgründung um ca. 500 Ortschaften bereichert worden. Von der Bevölkerung leben 33 Prozent in den; 25 Städten des Landes, 45 j Prozent in Dörfern und Landl Städten und 22 Prozent in ländlichen Zonen. Es macht j sich auch in Israel eine ge.; wisse Tendenz zum Zuzug zur Stadt bemerkbar, der!; durch Neuguiindung von! wichtigen strategischen Stadti : bildungen, hauptsächlich Ha- ' | fenstädten wie Ashdoth und! Elat, aufgefangen wird. j | Interessant!s* auch die Alj j terszusammensetzung Israels. Zum Vergleich ziehen wir j die Jahre 1948 und 1961 her ( 1 an. Es ergibt sich folgendes ' Bild: ■ I Prozent i rung des Landes schliessen . lässt. j VII. KULTURLEBEN Die Intensivierung des israelischen Kulturlebens geht, parallel zur natürlichen Be völkerungsbewegung. Die heri anwachsende Jugend nimmt j nicht nur die Plätze der wis- ' senschaftlichen und künstle-! rischen Betätigung ein, soni dern stellt auch als Abneh. ' mer der Kunst und Wissen- | Schaft das für Kulturarbeit! interessante Kontingent dar. ' Einige Zahlen aus dem Kul- 1 turleben erhellen die Ver- I j breitung und Vertiefung der ' Elemente, die ein Kulturleben bestimmen. Israel nimmt den zweiten Platz in der Welt ein in Be. zug auf Buchproduktion im Verhältnis zur Bevölkerungszahl. Im Jahre 1961 wurden 2.119 Bücher — einschliesslich Uebersetzungen — nerausgegeben. Eine neue Generation ist herangewaehsen, deren Muttersprache hebrä isch ist. Dem im Jahre 1921 gegründeten israelischen Schriftstellerverband gehören 400 Schriftsteller an. Eine Reihe von Preisen regen das Schaffen junger Künstler an. Ausser der Nationalbibliothek gibt es in Israel noch 1.000 Bibliotheken, die eifrig benutzt werden. Die Universitäts . Bibliothek verfügt über 1.600.000 Bücher. An Zeitungen gibt es laut Statistik 23 Tageszeitungen, 2 Abendzeitungen, davon erscheinen 13 in Iwrit, der Rest in anderen Sprachen. Das Theaterwesen Israels ist durch seine Schauspielerensemble weltberühmt, vor allem die Habima, bei der Max Brod eine zeitlang als Dramaturg wirkte. Dann das „Ohel“ (Zelt), das von Arbeitern gegründet wurde und der Volksbewegung gleichzusetzen ist. Ein Kammerspieltheater und das Stadttheater von Haifa fördern Schauspielkunst und israelisches Kunstschaffen. Es gibt dann noch eine Reihe von Laienbühnen, die ebenso wie die Berufsbii hnen in den Kibbuzim Theatervorstellungen bieten. In der Habima haben 1961—62 450.000 und im Ohel 35.000 Besucher ihr künstle risches Interesse unter Beweis gestellt. Besonders ausgeprägt ist das Musikempfinden und -Le- | ben in Israel. Die Vereinigung israelischer Komponi i sten hat heute bereits mehr j als 200 Mitglieder. Das Pliil- ■ harmonische Orchester I..ta «eis geniesst Weltruf, 1936 v ü j Bronislav Hubermann ins leben gerufen, zählt es heute : mehr als 27.000 feste Abr.n I nenten. Ueber die Hälfte der Orchestermitglieder sind be | reits in Israel geboren oder j haben dort ihre Musikstudien beendet. Die Wirkungsstätte; des Orchesters ist das be- | rühmte Frédéric R. Mann Auditorium mit 3.000 Plätzen. Das Kol Israel-Orchesier, | vom Staatssender unterhalten, widmet sich hauptsächlich der neuen Kunst und den i jungen israelischen Künst-! lern und Komponisten. Von i der Bedeutung des Musiki Verständnisses der Israelis j zeugt die Tatsache dass über 1 120 Chöre existieren, dass an 400 Musiklehrer an den verj schiedenen Schulen wdrken, * dass es allein für Kindergär ten 210 Musiklehrer gibt. 80 j Schulorchester und 470 Schiij ierchöre geben eine plastische Vorstellung israelischer Musikliebe. Aber auch die anderen Zweige kulturellen Ausdrucks, wie Tanz, Male, rei, Plastik Kunstgewerbe entwickeln sich von Jahr zu; Jahr. j Es gibt Künstlerkibbuzim.! wie z. B. Ein Hod, Museen, wie Bezalel in Jerusalem und; das bekannte Museum in der I Kolonie Ein Jarod. ‘ (Schluss folgt) SEKRETARIAT SANTIAGO DEL ESTERO 454 - 9. St. - 0!. 36 TELEFON 38-5816 SPRECHSTUNDE, nur nach vorheriger telefonischer Anmeldung, jeden MITTWOCH von 18 bis 20 Uhr. Nachrichten aus Israel NEUE STRASSE Die Stadtverwaltung von Elath beschloss den B u ei ner 30 nbreiten Chaussee bis zum südlichsten Punkt der Grenze Israels und Aegyptens; durch diese Chaussee wird eine neue Verhrdung mit dem Haf^n vm Elat hergestellt. NEUE KLINIK In Netiwot im Negew wird eine psychiatrische Klinik gebaut. SCHIFFSBAU Das erste von einet israelischen Werft erbaute 3000 to. Schiff, „Esther'“ .lief in der haifaer Werft vom Stapel. EL AL-FLUEGE Seit April hat die israelische Luftfahrtslinie El Al in verstärktem Sommerfahrplan 60 Flüge pro Woche aufgenommen. London wird von nun an sieben Mal wöchentlich angeflogen, ebenso wie Paris und Rom, Istanbul vier Mal und Teheran ziwei Mal. NEUES KRANKENHAUS In der höchstgelegenen Siedlung des Landes Bet Djan — einem Drusendorf mit 3.000 Einwohnern, in 1.000 m Höhe an der Westseite des Berges Neue Strasse zum Toten Meer Im Sommer 1961 fuhren wir zum ersten Mal nach Arad. Damals war ein schwüler Chamsin. Tag, und das Thermometer kletterte auf über 50 Grad im Schatten. Von der Beer Schewa-Dimona-Chaussee zweigten wir ab — an einer Stelle, an der ein Wegweiser optimistisch voraussagte: „Zum Zentrum des Arad-Gebietes“. Die Auto, busse rüttelten und schüttelten auf der unebenen, alten Wegspur, die noch aus der Zeit der Römer stammt. Die Einförmigkeit der Steppe, nur hier und da von den , schwarzen Zelten der Beduii nen und ihrer Herden unter- : brochen, erinnerte an Szenen - aus der Bibel — um die Quel. ' îe herum lagerten Mensch und Tier, und es bedurfte nur einer Fahrt von ein paar Stunden, um zu wissen, was Wasser hier bedeutet. Auf einer Anhöhe — vom Westen kam ein kühlender Wind, und nach Osten blick te man auf das Tote Meer — wurde der Grundstein für die neue Stadt Arad gelegt, ein Name, der aus der Bibel bekannt ist. Schon damals spielte Arad eine gewisse „verkehrstechnische“ Rolle, denn der König von Arad versperrte den Kindern Israel den Weg, so dass sie eine viel längere Route über Transjordanien und Jéricho nehmen mussten (Deut. 21,33). Das Bedürfnis nach einem von HERBERT FREEDEN neuen Wohnzentrum in die. sem Teil des Lundes war offensichtlich. Bisher lebten die Arbeiter der Pottasch- Werke, die aus klimatischen Gründen in der Toten Meer- Senke nicht untergebracht werden können, in Dimona und Beer Schewa, die 55 resp. 95 km von Sodom entfernt sind, währen^ Arad in einer Entfernung von nur 26 km liegt und deshalb eine viel bequemere Basis bietet. Dar. über hinaus hat es den Vorteil, dass es, auf einer Anhöhe von 640 Meter über dem Meeresspiegel, verhältnismässig kühl ist. Sodom liegt 400 Meter unter dem Meeresspiegel, sodass der Ge Samthöhenunterschied zwischen Arad und dem Toten I Meer über 1.000 Meter be- | trägt. Damals, vor drei Jahren,; waren nicht mehr als ein i Schild da und ein paar Arbeits-Baracken; heute sitzt : man in der schattingen Ar-! kade des Zentrums von Arad,; trinkt eisgekühlten Fruchtj saft, und wenn man dann in I das Auto steigt und zum Toten Meer will, dehnt sich vor einem das schwarze Band el. ner Strasse, die sich in kiih-; nen Serpentinen die Berge i hinabwindet und vor kurzem dem Verkehr übergeben worden ist. 1 Dieses Werk ist nur mit dem der Chaussee nach Sdom vergleichbar. Obwohl die Luftlinie nicht mehr als 12 km ist, beträgt die eigentli- ' che Länge der Strasse 26 km, 1 denn sie ist so geschickt an-; gelegt, dass es trotz des starken Gefälles von über 770 m an keiner stelle Kurven gibt, | die auch für einen kleinen Wagen zu steil wären. Nichts I auf der 15 m breiten Strasse, j mit ihrer ' dunklen glatten Oberfläche erinnert daran, ' dass hier weit über eine Mil- \ lion Kubikmeter von Stein ' und Geröll gesprengt und ( fortgeschafft werden mussj ten, um dem Strassenbett Platz zu machen. Luftdruckbohrer wurden an verschiej denen Stellen bis zu einer Tiefe von 20 Metern einge. , rammt, und über 100 Tonnen I Sprengstoff mussten in die- ' sem Kampf gegen die Wüste eingesetzt werden. Eei einer i einzigen Sprengung vor ea. 1 einem Jahr wurden an einem Tag 20.000 Tonnen von j Fels und Gestein losgerissen, i um das letzte Stück zum Toten Meer freizulegen. An jeder Wende der Chaussee öffnen sich neue Perspek- : tiven, und immer wieder er- I scheint, in den wechselnden! Farben des Tages, das Tote Meer und im Hintergrund die j malerischen Berge von Moab. Dieser Fahrweg zum tiefstgelegenen Ort der Erde wur- [ de in dreijähriger Arbeit i durch die Berge gehauen, mit einem Kostenaufwand | von 1,8 Millionen Dollar (5,5 Millionen IL). Dem Bau gingen Vorbereitungen voraus, 1 die sich die neuesten Methoden von Vermessungen auf Grund von Luftaufnahmen | zunutze machten. Das Ar-! beitsministerium und der Ke- I ren Kayemet, der für den [ grössten Teil der eigentlii chen Konstruktionsarbeit ver. antwortlich ist, teilten sich in das Werk. Die Strasse verkürzt die Entfernung zwischen Beer Schewa und sdom um 50 km und wird dadurch zur Hauptverkehrsstrasse zwischen dem Toten Meer und dem industriellen Zentren des Landes, insbesondere für die Transporte von Phosphat, Brom, Magnesium und Salz zu den Höfen von Ashdot, Tel Aviv und Haifa. Das ist der gegenwärtige Gewinn dieser Strasse. In absehbarer Zeit wird ihr jedoch noch eine weitere Be deutung zukommen, denn sie ist als ein wichtiges Verbindungsglied in der geplanten zweiten Chaussee nach Elat gedacht, die — ohne Beer Schewa zu berühren — über Arad und Sdom durch die Arawa führen wird — eine strategische Alternative zwischen dem Mittelmeer und dem Roten Meer, ein zweiter „Ueberland-Suezkanai“. 30. Pi nklmik der Kupat Cholim im arabischen Sektor feierlich eröffnet. [ Merön — wurde unlängst die TEXTILFABRIK i Kürzlich wurde in Kfar ■ Jerucbam der Grundstein für die „Jerucham Textilwer- ke Ltd.‘‘ gelegt. Das neue Unternehmen wird sich in er- I ster Linie der Fabrikation | von Diolen-Kunstfasern widmen; für den ersten Ab- , schnitt des Aufbaus der Wer- | ke werden 10 Millionen 1L! investiert. ARCHAEOL OGISCHER j FUND | Archäologen der Regierungsabteilung für Altertü- < mer vollendeten die Ausgrabung einer 2 km langen rö- ' mischen Wasserleitung am I nordwestlichen Ufer des Kinneret-Sees bei Taabgha. i TOURISTIK Eine Delegation von israei lischen Fremdenverkehrsj Fachleuten besuchte Persien, um die Möglichkeit der Ent- Wicklung der Touristik zwi- , sehen beiden Ländern zu untersuchen. i SCHULEN EUER BEER SCHEWA Die Stadtverwaltung von Beer Schewa bestätigte ein Entwickhingsbudget in Höhe von 9 Millionen IL; die Hälfte dieses Betrages ist für die Errichtung von Schulen und Kindergärten bestimmt, ENTWICKLUNG VON NAZARET Die Regierung besemoss die Gründung einer Gesellschaft zur wirtschaftlichen Entwicklung von Nazaret. Das Anfangskapital beträgt 150.000 IL; es wird gemeinsam vom Staat, der Stadtverwaltung und der Israelisch-Arabischen Bank aufgebracht. INDUSTRIE-FACHLEUTE In den ersten drei Mona- I ten des laufenden Jahres ■ wunderten 47 Industriefach leute aus hochentwickelten! Ländern ein. j KONGRESS IN 1 JERUSALEM | Vor kurzem fand in den Bauten der Nation in Jerusalem der 5. Weltkongress! der Agudat Jisrael statt. Et-! wa 400 Delegierte nahmen an der Konferenz teil, davon 60 j Prozent aus dem Ausland. AUS USA UND KANADA In den Jahren 1961 bis 1963 kamen im Jahresdurch- . schnitt 1.600 Einwanderer us | den Vereinigten Staaten und I Kanada ins Land, während der Durchschnitt in den vor-! hergehenden sieben Jahren! 3.050 betrug und in den ersten acht Jahren n ch der . Staatsgriindung wenig*» .als 300 im Jahresdurchschnitt.

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