Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2085 (9.10.1964)
- Date
- 1964-10-09
- Page
- [Seite 9] (sequence 9)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 9 de Octubre de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — No. 2085 — 9 »«er ve* Ve%un» 1,5 Metecn tonst** 1(1 sehnen, irden, Pwerke an ^öhrensy. n nehmen, ssten Jah. auch die und öst Bitter teen zw’scöen ez unter teilt wor« nt sollen Land ur- ». das ganauf rund iar veranauch die den Ban szentrums n enthil. Siedler lehmen sol- Sigo, del Estero 454, IX, of. 36 T. E. 38-52;6 des Ortes (in 500 m vor ein- .000 Duhänge ei- :r israeliin zu Fiiläuft ein Grenzvon Paurde und en trans. n gegenmg der e Undden Sein Zivüi" he Bau. reundlicii . s, dort ■ »er. Die- ' macht ändruck. eben wir hterhütte Legionär.;on daran; nun die . an d» i Mitteli dabei, eb j zu 15. t! in der urde ein griecbl* unden *>. tene GW" Schmu« IS RA EL von HANS SILBER Zahlen sind leere Zeichen, wenn man sie nicht in Bezug setzt zu Menschen und Werken, zu Geschaffenem und Werdendem. Hinter Zahlen sind unzählige Arbeitsstunden, Leiden, Hoffnungen, Erwartungen und Enttäuschungen, Auf- und Abstieg von Generationen, Leben und Tod verborgen. Aus Zahlen lebendige Pakten, überzeugende Tatsachen zukunftsweisende Entwicklungen herauszuschälen, ist eine Aufgabe, die uns immer wieder gestellt wird. Wer Israel gesehen, erlebt Und studiert hat, wird daher in den scheinbar kalten Zahlen, die uns die Statistiker Israels vermitteln, Form, Gestaltung und Inhalt des jungen Staates und seiner Gesellschaft ablesen. In diesem Sinne wollen wir die Zahlen aufnehmen und begreifen, die wir an dieser Stelle als Ergebnisse einer dynamischen Entwicklung wiedergeben können. Die Wirtschaft eines Landes, seine Bevölkerungsstruktur, die verschiedensten Institutionen, die für den betreffenden Staat charakteristisch sind, Kultur, Kunst, Wohnwesen, Pinanzgebahren, Altersschichtung, Berufsverteilung, sein Erziehungsprogrämm, sein Verhältnis von Stadt zu Land, das Verkehrsnetz, die Wasserversorgung, Hygiene und viele andere gleich wichtige Funktionen und Phänomene eines Staates und Geschäftslebens sprechen aus Zahlen, lassen ein Bild erstehen, das, wie ein Mosaik zusammengesetzt, den Staat als einen lebendigen Organismus wiederspiegelt. Israel in Zahlen soll keine Statistische Studie sein, es ist der bescheidene Versuch, aus hier und dort veröffentlichten Daten eine Tat zu beschreiben, die in unserer Zeit, welche wahrlich nicht allzu viele hoffnungsvoll stimmende Momente aufweisen kann. Bewunderung und dankbare Zustimmung fordern darf. II. Beginnen wir mit der Landwirtschaft Israels. 75 Prozent der im Lande verbrauchten Nahrungsmittel werden von der israelischen Landwirt Schaft produziert, die sich im Laufe der letzten Jahre dank einer methodischen, wissenschaftlich durchdachten und intensiven Kolonisationstätigkeit fast zur völligen Bedarfsdeckung des israelischen Marktes entwikkelt hat. In den letzten Jahren konnte der kultivierbare Bodenbesitz verdoppelt werden. Seit Bestehen des Staates sind an 500 neue Siedlungen, Kibbuzim, Moshawim entstanden. Diese Entwicklung war nur möglich, weil sich 90 Prozent der Böden Israels im Besitz des Staates oder des Keren Kayemeth befanden. Das Bestreben der israelischen Landwirtschaft geht darauf hinaus, die Einführung von lebensnotwendigen Produkten mehr und mehr durch eigene Produktion zu verringern und den Export zu erhöhen. Zur Zeit stehen 400.000 Hektar bebauter Böden zur Verfügung. Der Rhythmus der Entwicklung ergibt sich aus den Vergleichszahlen von 1948/49 zu 1961/62, die jetzt schon bei weitem überholt sind. 1948/49 war der .Produktionswert nach den Marktpreisen orientiert) 172 Millionen IL, 1961/62 bereits 690 Millionen IL, alter Kurs. Auch der Export weist eine ständige Tendenz auf. Während 1961 für 63 Millionen Dollar landwirtschaftliche Produkte ausgeführt wurden, betrug 1962 der Exportwert bereit 10 Prozent mehr, also fast 70 Millionen Dollar. Baumwolle, die seit dem Jahr 1953 in Israel in grösserem Masse angepflanzt wird, deckt schon jetzt, den Gesamtbedarf des Landes. Die Aufzucht der Milchkühe hat beträchtliche Erfolge zu verzeichnen. Nach der vorliegenden Statistik ist in den letzten Jahren die Kopfzahl der Kühe von 19.000 auf 72.000 gestiegen, um knapp 300 Prozent; der Durchschnittsertrag an Milch pro Kuh beläuft sich jährlich auf 4.250 Liter, ein Betrag, der mit zu den höchsten Ergebnissen der Weltproduktion gehört. In der Schafzucht zählt man an 200.000 Schafe, 1948 gab es 20.000. Bei der Gründung des Strates verfügte man über 6 Fischerboote mit einer Wasserverdrängung von 2,700 t, degegen gab es 1962 bereits 33 Fischerboote, die 16.500 Tonnen Fische auf den Markt bringen konnten. Durch die steigenden Ergebnisse des Fischfangs im Mittel- und Roten Meer, sowie im Atlantik wird eine Einfuhr von Fischen nicht mehr nötig, was sich in dem Devisenstand zu Gunsten des Staates auswirkt. Was das Forstwesen anbetrifft, genügt es darr.uf hinzuweisen, dass man in Israel jetzt 60.000 ha an Naturw'äldern und nationalen Reservaten ' besitzt. Die grössten Bemühungen der israelischen Regierung erstrecken sich aber auf die systematische Besiedlung und Erschliessung des Landes. Fünf grosse Landstrecken sind in den letzten 5 Jahren dazu auserwählt worden. Landwirtschaft und Industrie werden planmässig angelegt und neue Zentren geschaffen. Eine dieser Regionen ist die von Lachisch, die im Jahre 955 erschlossen wurde, heute bereits über 56 Siedlungspunkte aufweisen kann und ca. 95.000 ha umfasst, von denen ein Drittel schon kultiviert wurde. in. Dif>' israelische Industrie stellt die verschiedensten Produkte her von elektrischen Apparaten bis zur Keramik, von chemischen bis zu Textilprodukten, Fruchtsäfte, Konserven - Fabrikation, etc. Privat- und gemischte Wirtschaft wie Staatsbetriebe und Kooperativen beteiligen sich an der Konsolidierung der israelischen Wirtschaft. 65 % der Industrieeinlagen entfallen auf den Privatsektor, 15 Prozent der Industriekapazität werden von Kooperativen und den von den Gewerkschaften kontrollierten Unternehmen beherrscht, während 20 Prozent Staatsbetriebe sind. Es gibt in Israel ungefähr 30.000 Fabriken und Werkstätten. Auch in der Industrie besteht die Tendenz, das Brnfuhrdefizit so niedrig wie möglich zu halten und durch verstärkten Export auszugleichen. Ein gutes Beispiel für diese Tendenz stellt die Diamantenausfuhr dar, die in fünf Jahren von fünf Millionen auf 89 Millionen Dollar gestiegen ist. Auch andere Produkte sind im Export von 5 Millionen Dollar in gleicher Zeit auf 122 Millionen Dollar erhöht worden. IV. In Israel gibt es 2.297 Kooperativen mit 750000 Mitgliedern; fast jeder vierte Israeli ist Mitglied einer Kooperative. Eine massgebende Rolle im Wirtschaftsleben und in der Wirtschaftsstruktur des Landes spielt die israelische Gewerkschaft, die Histadrut, die 1920 mit 5.000 Mitgliedern begonnen, z. Zt. an 800.000 Mitglieder zählt und sich rühmen darf, fast die ganze arbeitende Bevölkerung Israels zu erfassen. Der Mitgliedbeitrag beläuft sich auf 3—4,5 Prozent des Gehaltes. Der Histadrut ist eine Krankenkasse angeschlossen, die sogenannte Kupat Cholim. Die Gewerkschaften haben eine Anzahl von industriellen Unternehmen in Eigenbesitz oder sind mit 50 Prozent an Industriezweigen beteiligt. Das Bauwesen liegt fast ganz in ihren Händen. Die Solei | Bone, die das Konstruktions- 1 wesen so gut wie monopolii siert hat, beschäftigte im j Jahre 1962 22.000 Arbeiter und bewegte ein Kapital von j 200 Millionen IL. Die Ver-! kaufskooperative TNUVA hat. im letzten Berichtsjahr Ge! müse, Milch und sonstige Lebensmittelprodukte in Höhe von 229 Millionen IL verkauft. Die arabischen Arbeiter sind zum grössten Teil der Histadrut angeschlossen, etwa 300.000 Araber, die genau dieselben Rechte und Vorteile geniessen wie die übrigen Gewerkschaftsmit-- glieder. Die religiösen Arbeiter haben ihre Vertretung im Hapoel Hamizrachi, der ca. 75.000 Mitglieder erfasst; ihm sind 11 Kibbuzim und 62 andere Siedlungen zugehörig. Es gibt in Israel so gut wie keine Arbeitslosigkeit. 1962 waren 4.315 Arbeitslose vermerkt, weit unter einem Prozent der arbeitenden Bevölkerung, und dieser Prozentsatz dürfte sich auch jetzt kaum geändert haben. (Fortsetzung folgt) SEKRETARIAT SANTIAGO DEL ESTERO 454 - 9. St. TELEFON 38-5816 Of. 36 SPRECHSTUNDE, nur nach vorheriger telefonischer Anmeldung, jeden MITTWOCH von 18 bis 20 Uhr. Nachrichten aus Israel halfen Im laufenden Budgetjahr werden seitens der Hafenbehörden insgesamt 63,4 Mil lionen investiert, davon 41 Millionen in Aschdod, 14,7 Millionen in Elat und 7,7 Millionen IL in Haifa. ZWEI LUXUS-HOTELS Der Bau an dem neuen 20stöckigen Apollonia-Hotel in Herzlia, zwischen dem Sha- | ron- und Accadia-Hotel, der; seit über einem Jahr unterbrochen war, ist wieder auf-; genommen worden; nachdem neue Geldmittel aufgebracht wurden, werden in diesem Hotel insgesamt 8 Millionen IL investiert. Das Hotel enthält 170 Zimmer. ES soll im Jahre 1966 eröffnet werden Die Eigentümer des ..Königin von Saba“-Hotels in Elat errichten in Ein Bokek, dem Ufer des Toten Meeres, ein neues Hotel. Für den Bau dieses Hotels, das 100 Zimmer enthalten soll, werden I 5,5 Millionen IL investiert; | die Regierung beteiligt sich , mit 3,25 Millionen IL. MODERNES GESCHAEFTSHAUS Auf dem grossen Gelände der ehemaligen Silikatfabrik in der Nähe des Dizengoff- Platzes in Tel Aviv w'ird ein modernes Geschäftshaus errichtet, wofür eine Investition von 20 Millionen IL von verschiedenen Seiten, auch ausländischen, gesichert ist. David Wolffsoh n s.A. Es sind jetzt zehn Jahre vergangen, seit die Regierung von Israel und die Jewish Agency den letzten Wunsch David Wolffsohns erfüllten und seine sterbliche Hülle nach Israel überführten von Köln aus, der ersten Ruhestätte. Dies geschah vierzig Jahre, nachdem Theodor Herzls Kampfgenosse und Nachfolger, David Wolffsohn, zu Homburg v.d.H., wo der schwerkranke Erholung suchte, die Augen für immer geschlossen hatte, allzufrüh, im 59. Jahre seines Lebens für das jüdische Volk und das jüdische Land. David Wolffsohn ist einer der allerersten Juden gewesen, auf die Herzls Schrift „Der Judenstaat‘‘ einen sehr tiefen Eindruck gemacht hatte. Alles, was er bis dahia im Tiefsten seiner Seele empfunden, was ihn schon 1893, also drei Jahre zuvor, bewogen hatte, mit Max Bodenheimer gemeinsam in Köln einen Verein von „Zionsfreunden" zu begründen, dies fand er in Herzls Schrift niedergelegt. Er war, gewaltig aufgewühlt, nach Wien geeilt, um den ihm bis dahin persönlich unbekannten Verfasser der aufsehenerregenden Broschüre kennenzulernen, und diese Begegnung wurde für beide zu einer unvergesslichen Stunde. Eine Lebensfreundschaft war entstanden, die sich wunderbar bewähren sollte; vielleicht darf man von einer „Sternstunde“ für das jüdische Volk sprechen, als Herzl und Wolffsohn sich fanden. Seinem „Daade“, wie Herzl den um vier Jahre älteren Freund zu nennen pflegte, dem er in der Figur des „David Littwak“ in „Alt-Neuland“ ein unvergängliches Denkmal gesetzt hatte, wurden Herzls Gedanken und Hoffnungen vertraut wie keinem zweiten. Ihm wurde in einem der letzten Briefe des Totgeweihten, im Mai 1904, nochmals ans Herz gelegt, das Erbe, die zionistische Bewegung, treu zu hüten. „Macht keine Dummheiten,! während ich tot bin“, heisst! es dort, was man nicht ohne j Erschütterung lesen kann. Es * hätte dieser aus der unendlichen Liebe zum Volke heraus zu erklärenden Mahnung eigentlich nicht bedurft, denn man machte keine Dummheiten. Nichts mehr, als die Arbeit Herzls weiterzuführen, war Wolffsohns Wunsch. Er, der kein Gelehrter, kein Schriftsteller, nur ein Kaufmann gewesen ist, ein Mann des Volkes mit praktischem Sinn, und der vom frommen Elternhause in Litauen her tiefes Verständnis für die Nöte seines Volkes mitgebracht hatte, war in der tragischen Stunde, da die Bewegung verwaist schien, und die Gegner des Zionismus dessen Zusammenbruch vor- »ussagten, dazu ausersehen worden, die Bewegung aus der Krise herauszuführen, der treue Hüter des Erbes zu sein. Sieben Jahre lang, von 1904 bis 1911, hat Wolffsohn an der Spitze der Zionistischen Weltorganisation gestanden. Er bemühte sich, die Politik Herzls fortzusetzen; gleich diesem reiste er nach Konstantinopel und in andere Hauptstädte, um Regierungen für einen „Charter“, d. h„ eine politische Form zu gewinnen, mittels derer sich das „Basler Programm“, die Errichtung einer öffentlich-rechtlich-gesicherten Heimstätte in Palästina, realisieren lassen konnte. Doch neben diese politische Aktivität, die keine sichtbaren Erfolge zeitigte, fiel in Wolffsohns Amtszeit der Beginn der praktischen Arbeit in Erez Israel, die Schaffung eines Palästina- Amtes in Jaffa, der ersten zionistischen Genossenschaftssiedlung im Lande, Ben Schemen, Migdal, Dagania, etc., nachdem der Keren Kajemet Lejisrael die nötigen Gelder aufbringen konnte, den Bodenkauf zu Asamblea Ordinaria de la THG Le nueva Comisión Directiva, de acuerdo a la elección en la última Asamblea tro, es la siguiente; Ordinaria de nuestro Cen- Presidente:. Dr. Hardi Swarsensky Vice-Presidente; . . . . Sr. E. Braun Secretario:. Sr. F. Margulies Pro-Secretario:. Sr. J. Tonn Tesorero:., , Sr. P. Wind Pro-Tesorero:. Dr. C. Kost Vocales:.. Sr. O. Schwarz Sr. B. Heidmann Sr. K. Hamburger Sr. A. Sielski Suplentes:.* . Sr. J. Meyer-Keyt Sr. J. Isakowitz Revisores de cta.: . , . Sr. C. Brandstaedter Sr. F. Cassierer Suplente:.. . . Sr. M. Le win verwirklichen. Damals wuiden die ersten Bäume im Herzl-Wald gepflanzt; aus den kleinen Kolonien entwikkelten sich dann die^grossen Kwuzot und Moscliwe Owdim. In jene Epoche gehören die Errichtung der Kunstgewerbeschule „Bezalel“, des Hebräischen Gymnasiums und der ersten landwirtschaftlichen Versuchsstation. Auch Wolffsohn fand, ähnlich Herzl, viel Opposition im zionistischen Lager; auch er rieb sich in der Arbeit auf, und sein Herz ermüdete. Sein jüdisches -Volk hatte ihn fast noch mehr geliebt als Herzl, vielleicht deshalb, weil er aus dem kleinen osteuropäischen Judenstädtchen gekommen war und in der Seele des einfachen Juden noch besser zu lesen verstand als Herzl. Und so wurde die Wolffsohnsche Aera eine segensreiche für die zionistische Bewegung. Als er 1911 vom Amt zurücktrat, war diese gefestigt und fand in der Person von Prof. Otto Warburg einen geeigneten Nachfolger, einen Mann der Wissenschaft und praktischen Arbeit zugleich. Wolffsohn reiste bald nach seinem Rücktritt nach Südafrika, wo ihm die dortige Judenheit einen triumphalen Empfang bereitete. Nur eine kurze R>|. hezeit war dem Ueberarbeito* ten gegönnt. Er starb kur* nach Ausbruch des 1. Welfc krieges, in dessen Verlauf dl* von ihm zuvor geführte Bewegung so grosse politische Erfolge erlangen sollte. Curt Wilk Lohnender Export Tel Aviv. — Der Export von Avocados aus Israel be. trug in der letzten Frühlingssaison 500 Tonnen gegenüber 390 Tonnen im vergangenen Jahre.