Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2085 (9.10.1964)
- Date
- 1964-10-09
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 9 de 0* tabre de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — No. 2085 Ereignisse 75 Jahre jüdische Kolonisation Die Vorbereilungen für die Feiern des 75. Jahrestages jüdische Kolonisation in Argentinien werden von einem Comité durchgeführt, an dessen Spitze die DAIA und der Vaad Hakehillot stehen und dem alle jüdischen Institutionen angehören. Ls wurde zu einer Pressekonferenz geladen, die starkes Echo in allen Zeitungen, im Rundfunk und in der Television fand. Ueberall wurde die grosse Bedeutung des jüdischen Kolonisationswerkes, sein Einfluss auf die jüdische Kollektivität und der Beitrag der jüdischen Kolonisation und der Gemeinschaft zum Fort schritt des Landes hervorgehoben. In Kürze wird eine künstlerisch illustrierte Broschur» erschejnen, in der dieses Jubiläum gëwürdigt wird. Ausser den Feiern, die am 11. Oktober in Moisés Ville stattfinden, das die erste Ko-» lonie war und vor 75 Jahren gegründet wurde, sind eine Reihe von Festlichkeiten in verschiedenen Kolonien und Städten des Landes im Monat Oktober vorgesehen. Für den 25. Oktober ist eine grosse Veranstaltung in einem der grössten Säle von Buenos Aires geplant, an der Vertreter des ganzen Jischuw und die verschiedenen Organisationen teilnehmen werden. Wie bei allen Grossveranstaltungen unserer Kollektivität steht die Beteiligung von Juden aus allen Kreisen zu erwarten, die es gewiss als eine Pflicht empfinden werden, diesen Akt zu einer Kundgebung der jüdischen Einheit und einem Ausdruck des jüdischen Beitrags auf allen Gebieten des Fortschritts des argentinischen Volkes und im besonderen zur Landwirtschaft zu gestalten. Zu dieser Veranstaltung haben auch hohe Beamte der Regierung ihr Erscheinen zugesagt. Die Feiern in Moisés Ville In Moisés Ville una Umgebung werden in der Woche vom 5. bis 11. Oktober verschiedene lokale Feiern abgehalten. Diese Stadt war die erste jüdische Kolonie, in welche die erste Gruppe der Einwanderer gelangte, welche mit dem deutschen Dampfer „Weser“ am 15. August 1888 nach Argentinien kamen. Dort wurde der Grundstein der Jüdischen Kolonisation in Argentinien gelegt, so dass sich hierauf Baron Hirsch veranlasst sah, sein grosses Kolonisationswerk aurch die von iiun gegründete ICA durchzuführen. Am Sonntag, den 11. Oktober, werden den ganzen Tag über Feiern stattfinden. Das Programm sieht eine Ehrung für die verstorbenen Pioniere auf dem Friedhof vor,'die Nieder legung von Blumenspenden am Denkmal des Generals San Martin, die Einweihung eines neuen Platzes und die Enthüllung einer Büste des Barons Hirsch auf diesem Platz, die Einweihung des neuen Rathauses durch den Gouverneur der Provinz Santa Fe in dessen Gefolge sich hohe Staats- und Provinzbeamte befinden werden. Am Mittag wird ein Bankett für alle Gäste veranstaltet, an dem die ganze Bevölkerung von Moisés Ville teilnehman wird. Den Abschluss der Festlichkeiten an diesem Tage wird ein „Bunter Abend“ 'im Saal der „Kadima“ bilden, bei dem die Künstler Grabowski - Lerer, von Meister Jascha Galperin begleitet, und die berühmte Berta Singerman auftreten werden. Zu diesen Feiern werden hohe Funktionäre der Provinz Santa Fe erscheinen, an ihrer Spitze Gouverneur Dr. Aldo Tessio, der Minister für Ackerbau, Abgeordnete und andere bekannte Persönlichkeiten. Eingeladen wurden auch der Präsident der Republik Argentiniens Dr. Arturo U. Illia und Vizepräsident Dr. Carlos H. Perette, und man hofft, dass sie durch ihr mögliches Erscheinen dem Fest noch einen grösseren Ganz verleihen werden. Ferner wurden die Israel-Botschaft, die Delegationen des aus den verschiedenen Institutionen gebildeten Zentralcomités der DAIA, der Vaad Hakehillot und die wichtigsten jüdischen Institutionen in Buenos Aires eingeladen, sowie frühere Bewohner von Moisés Ville und natürlich auch die Kinder und Enkel der Kolonisten von Moisés Ville und Umgebung und im ganzen Land. 1 Moisés Ville wird bemüht sein, für Unterkünfte zu sorgen. Da das Hotel klein ist, werden Zimmer im Privatwohnungen verfügbar sein. Ein Sonderzug der Mitre- Bahn wird aus Buenos Aires abfahren und Schlafwagen in Palacios abstellen, die bis zur Beendigung der Festlich- Kindler-T aschenbücher IN DEN LETZTEN WOCHEN SIND DIE FOLGENDEN BAENDE ERSCHIENEN: Nr. 41: PAER LAGERKVIST: Gast bei der Wirklichlichkeit (Roman) Nr. 42/43: HERMANN WEBER, Konflikte im Weltkommunismus (Eine Dokumentation zur Krise Moskau-Peking) Nr. 44/45: WILHELM v. SCHRAMM, Aufstand der Generale (Der 20. Juli in Paris) Nr. 46: MARQUIS DE SADE: Verbrechen der Liebe (Ausgewählte Erzählungen) Nr. 47: LEONHARD FRANK: Bruder und Schwester (Roman) Nr. 48: Nach dem Tauwetter, Neueste Russische Erzäh. lungen. Nr. 48: ALDOUS HUXLEY: Affe und Wesen, Roman Nr. 50/51: RUMER GODDEN: Immer und einen lag, Roman. Nr. 52/53: ARNOLD ZWEIG: Erziehung vor Verdun. Roman. Nr. 54: HERMANN KESTEN: Meine Freunde die Poeten. Essays. — Es kosten: Einfachband DM 2.50 Doppelband DM 3,80, Dreifachband DM 4,80. Bestellungen durch alle Buchhandlungen Kindler Verlag G.m.b.H., München Woche keiten dort bleiben werden. Das gleiche wird die Bahn- , Unie Gral. Belgrano in Moi-! ses Ville tun.; Frühere Bewohner i in Moisés Ville | Dieser Verband arbeitet eng : mit dem Festcomité von Moi-; ses Ville zusammen und be-; sonders für die Veranstal-; tungen, die in Buenos Aires i geplant sind. Es besteht eine grosse Nachfrage nach Verkehrsmitteln, um nach Moisés Ville zu fahren. Diesbezügliche Informationen können telefonisch unter 34- 1443 und 48-8281 erfragt werden. Das Interesse für das bedeutsame Jubiläum der jüdischen Kolonisation ist zweifellos gross, zumal auch die deutschsprechenden Juden hieran ihren Anteil haben, vor allem in den letzten 25 Jahren. Umso bedauerlicher ist es, dass keine bessere Abstimmung der Veranstaltungsdaten vorgenommen wird. Z. B. wäre es nach unserer Meinung richtig gewesen, dass die CENTRA bei diesem Jubiläum repräsentiert gewesen wäre, weil dieser Jahrestag der jüdischen Kolonisation in Argentinien zugleich der Tag ist, an dem der Grundstein für das jüdische Leben in Lateinamerika (und nicht nur in Argentinien) gelegt worden ist. Eine Koordinierung der Veranstaltungen wäre wünschenswart gewesen. Mihashan-Preis 1964 Der Consejo Nacional de Investigaciones Científicas y Técnicas hat beschlossen, den Abraham - Mibashan - Preis 1964 an Dr. Jorge Polanski zu vergeben. Dieser Preis, der 100.000 Pesos beträgt, wurde im Jahre 1960 von der DAIA und der Asociación Mutual Israelita Argentina (Gemeinde Buenos Aires) als Anschluss an die Feierlichkeiten zum 150. Jahrestag der Mai-Revolution geschaffen und als Auszeichnung für diejenigen bestimmt, die der Wissenschaft des Landes besondere Dienste geleistet haben. Der eingangs erwähnte Nationalrat, der unter staatlicher Leitung steht und jährlich den Preis verteilt, hat ihn in diesem Jahr Dr. Polanski, einem bekannten Geologen, zugesprochen, dem Gründer der ersten Schule für Morphologie in Argentinien, der durch seine Arbeit zum wissenschaftlichen Fortschritt des Landes beigetragen hat. Die Uebergabe des Preises fand im Festsaal der Sociedad Científica Argentina im Rahmen einer schlichten Feier statt. Der Präsident des Nationalrates. Dr. Bernardo Houssay, überreichte Dr. Polanski nach einer kurzen Ein Mann der Tat In diesen Tagen begeht Ernst Oppenheimer seinen 70 Geburtstag und beweist, wie jung man nach sieben Jahrzehnten noch sein kann. Ihm besondere Ehrungen darzubringen, ist eine Pflicht der gesamten Kollektivität zentraleuropäischer Juden. Erfolgreich in seinem Leben, stellte sich Oppenheimer vom ersten Tage der grossen Einwanderungswelle der Juden aus Deutschland in den Dienst der neuen Aufgaben, die sich sofort ergaben. Oppenheimer verstand sofort, dass Hilfeleistungen erforderlich sind, aber allein nicht genügen. Ete kam nicht nur darauf an, bei den ersten Schritten im neuen Land den meist ahnungslosen Einwanderern zur Seite zu stehen, die keine Vorstellung vom Leben in Lateinamerika, keine Mittel und keine Sprachkenntnisse hatten. Seine Energie, sein Organisationstalent, sein klarer Blick für das Wesentliche und sein gutes Herz waren für viele eine Quelle der Kraft, der Zuversicht und zugleich eine reale Hilfe. Darüber hinaus hat sich Ernst Oppenheimer für alle anderen jüdischen Aufgaben eingesetzt und interessiert. Viele Gemeinden und Organisationen haben ihm einen wichtigen Beistand beim Aufbau und der Erfüllung ihrer Aufgaben zu verdanken, unter ihnen die ACIBA, die Gemeinden Culto Israelita und Bet Israel, Alle kulturellen Bemühungen, alle Anstrengungen der Jugendarbeit finden in ihm einen stets bereiten Förderer, dessen Rat allein manchesmal zur Ueberwindung von Schwierigkeiten genügt. Oppenheimer war niemals ein Mensch, der nur den eigenen Kreis sah. E!r fühlte eine Verpflichtung gegenüber dem gesamten argentinischen Judentum und vor allem gegenüber allen Bestrebungen, die auf die Schaffung und später auf die Förderung Israels hinzielten. EL stellte sich .der Vereinigten Kampagne zur Verfügung, arbeitete in der DAIA mit, zeigte Interesse für die Zionistische Bewegung. der er angehört, unter stützte die Tätigkeit des Jüdischen Weltkongresses. Man kann von ihm sagen: Nichts Jüdisches ist ihm fremd. Seine besondere Fürsorge findet das Elternheim des Hilfsvereins in San Miguel, dessen Pulsschlag er fühlt und dessen Planung zu einem guten Teil den Stempel seiner Persönlichkeit trägt. Ihm und seiner Familie Anerkennung für Geleistetes an diesem Ehrentag zu zollen, bedeutet nicht, dass damit dem Jubilar ein Recht auf Ruhe und Beschaulichkeit zugestanden werden kann. Wir alle hoffen, dass Ernesto Oppenheimer noch viele Jahre sein Können und Wissen, seine Tatkraft und seinen guten jüdischen Willen der jüdischen Arbeit zur Verfügung stellen wird. LUACH - (KALENDER) Freitag, den 9. Oktober 3. Marcheschwan Sonnabend, den 10. Oktober 4. Marcheschwan Parschat NQACH 1. B. M. VI 9 — XI 32 Haftara Yeschayahu LIV 1 — LV 5 Sonntag, den 11. Oktober 5. Marcheschwan Montag, den 12. Oktober 6. Marcheschwan Dienstag, den 13. Oktober 7. Marcheschwan Mittwoch, den 14. Oktober 8. Marcheschwan Donnerstag, Jen 15. Oktober 9. Marcheschwan Freitag, den 16. Oktober 10. Marcheschwan Sonnabend, den 17. Oktober 11. Marcheschwan Parchat LEICH-LECH A. 1. B. M. XII 1 — XVII 27 Haftara Yeschayahu XL 27 — XH 16 Sonntag, den 18. Oktober 12. Miarcheschwan Montag, den 19. Oktober 13. Marcheschwan Dienstag, den 20. Oktober 14. Marcheschwan Mittwoch, den 21. Oktober 15. Miarcheschwan Donnerstag, den 22. Oktober 16. Marcheschwan ' Ansprache den Preis, und Dr. Felix González Bonorino, der dem Direktorium dieser Institutionen angehört, würdigte die Verdienste des Preisträgers. Der amtierende Vizepräsident der DAIA, Ing. Gregorio Faigón, ergriff ebenfalls das Wort. Zum | Schluss dankte Dr. Polans- | ki für die ihm zuteilgeworde- I ne Auszeichnung. Í Dr. Marini nach Israel eingeladen Israel-Botschafter General Joseph Avidar nahm einen Besuch beim Gouverneur der Provinz Buenos Aires in La Plata zum Anlass, diesen nach Israel einzuladen. Dr. Anselmo Marini nahm diese Einladung an mit dem Bemerken, dass er die Reise nach Israel machen werde, sobald es ihm seine Arbeit erlaube. Ehrungen für De Gaulle Die DAIA hatte sich in der vergangenen Woche den Ehrungen angeschlossen, die die dem General De Gaulle. Präsidenten von Frankreich, bei seinem Besuch in Argentinien zuteil geworden sind. Im Namen der jüdischen Gemeinschaft entbot die DAIA einen besonderen Gruss dem Kämpfer gegen Faschismus und Nazismus, der sich in der schwersten Zeit für die Freiheit und Rettung der Juden eingesetzt hat, und der heute zu den aufrichtigsten Freunden Israels gehört. 25 Jahre Culto Israelita Die Gemeinde Culto Israelita de Belgrano begeht in diesen Tagen ihren 25. Jahrestag, wichtig genug, um auf dieses, für einen grossen Teil der Familien unseres Sektors wichtige Ereignis hinzuweisen. Die Gemeinde hat es vom Anbeginn ihrer Tätigkeit verstanden, einen nicht unbedeutenden Kreis zusammenzufassen, ihm eiben festen geistigen Halt zu geben, die Kinder in jüdischem Geist zu erziehen und damit an einer gemeinsamen Zukunft tatkräftig mitzuarbeiten. Auch der Einsatz der Gemeinde für die allgemeinen Aufgaben wie Einheitskampagne und Centra muss lobend hervorgehoben werden. Viele Jahre hindurch stand an der Spitze der Gemeinde der bekannte Rabbiner Dr. Fritz Steinthal (früher Münster), der die Richtung der Gemeinde durch seine starke und eigenwillige Persönlichkeit bestimmt hat. Seine soziale und fürsorgerische Tätigkeit wurde allgemein anerkannt. Seit einigen Jahren hat Rabbiner Dr. Nathan Blum das Rabbinat inne, der darum bemüht ist, aufgrund seines umfassenden Wissens Golda Meir reis! nach Chile Santiago de Chile. — Israels Aussenminister Golda Meir wird die israelische Delegation anführen, die an den Feiern der Regierungsübernahme durch den gewählten Präsidenten Eduardo Frei am 3. November in Chile stattfinden werden. (ITA) die Tradition und die Zukunftsbestrebungen unseres Volkes in einen harmonischen Einklang zu bringen. An dieser Stelle sei des verstorbenen Kantors Isidor! Schreiber gedacht; seine ho- , he musikalische Begabung, , seine grossen jüdischen 1 Kenntnisse, sein gutes jüdij sches Herz und sein tiefes jü-! disches Empfinden haben sii cherlich einen entscheidenden Beitrag zum Aufbau und Bestand der Gemeinde Culto Israelita de Belgrano geleistet. Parteikongress In diesen Tagen findet ein Kongress der Mapai in Argentinien statt, der auch im jüdischen Leben des Landes stärksten Partei. In einer Fülle von Sitzungen und öffentlichen Besprechungen wird zu allen Problemen Stellung genommen werden, die unser jüdisches Leben interessieren. Es werden u.a, das Wort ergreifen: Ing. Radzichowski (Sekretär der Partei) spricht über die geleistete Arbeit, Hirsch Trivaks gibt einen Rechenschaftsbericht, Dr. Isaak Goldenberg wird über die politische Lage informieren und Fainguersch tiber,^ kommunale Probleme sprechen. Ferner werden folgende Themen behandelt werden : Erziehung, Jugend, kulturelle Fragen usw. — Der Kongress wird mehrere Tage dauern. — Kulturinstitut Eine neuer Vorstand übernahm die Leitung des Instituts Cultural Argentino-Israelí, dessen Ehrenpräsidenten die Doctores Alfredo Palacios und Arturo Capdevila sind. Zum Präsidenten wurde Herr Dr. Osvaldo Fustononi gewählt, während Prof. Dujovne Vizepräsident geblieben ist. Dem Vorstand gehören eine Reihe bekannter Persönlichkeiten an. — Von der Macabia In der vergangenen Woche fand ein Eissen des vorbereitenden Comités für die Macabia in der Hebraica statt, an dem u. a. Prof. Illia in Repräsentanz -des Präsiden- (Fortsetzung der Ereigniss« auf Seite 5) H " 3 Die BAR MITZWA unseres Sohnes MARCELO findet s.G.w. am Sonnabend, den 17. Oktober, um 8 Uhr 30 in der Synagoge Achduth Jisroel, Moldes 2449, statt. HERBERT LOEB UND FRAU ELLEN geb. NEUBERGER Empfang: Sonntag, den 18. Oktober, vor 17—19 Uhr, Cramer 2230, 3. Stock C. J Die BAR MIZWA unseres Sohnes RUDI findet am Sonnabend, den 17. Oktober, um 9 Uhr 30 in der ACIBA, Araoz 2854, statt. HARRY MUENZ und Frau WALLY geb. WAGNER Las Heras 2351, IX, A Emplcmg anschliessend an den Gottesdienst in der ACIBA.