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Jüdische Wochenschau · 1964-09-18 · 2082 (18.9.1964) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2082 (18.9.1964)
Date
1964-09-18
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 Año XXV. BUENOS AIRES, VIERNES 18 DE SEPTIEMBRE DE 1964 N? 2082 10.- feL EJEMPLAR en toda la República PUEÏRREDON 2190 19 be«, T. E. 83 2613 Buenos Aires Ein JYnzi kehrte zurück Zech-Nenntwich, der vom Braunschweiger Gericht wegen seiner Mordtaten verurteilt wurde, und aus dem Gefängnis nach Aegypten flüchten . konnte, -kam nun nach Deutschland zurück. & stell- ■ te sich der Polizei, zugleich stellte sich auch der Polizei seine frühere Geliebte, die Sekretärin in der ägyptischen Botschaft in Bonn war, und die ihm das ägyptische Visum zur Flucht besorgte. Es ist dabei interessant, dass die deutschen Behörden Nachrichten lanzierten, während sich Zech-Nenntwich in Aegypten aufhielt, dass Zech- Nenntwich Aegypten verlassen hat und sich in Südafrika aufhalten würde. j Als dann ein bevorstehender Besuch Nassers in Deutschland diskutiert wurde, wurde als Beweis für Nassers politische Rücksichten auf Deutschland die Tatsache angeführt, dass Zech- Nenntwich von den ägyptischen Behörden gezwungen Worden sei. Aegypten zu ver- , lassen. Das war bekanntlich i nicht der Fall. Zech-Nennt- : wich ist direkt aus Aegypten nach Deutschland gekommen. Nur als Kuriosum sei hier wiedergegeben, dass ei. ne in Millionen verbreitete 10 Pfennig-Zeitung die Rückkehr Zech-Nenntwichs in dicken Schlagzeilen überschrieb: „Zech-Nenntwich floh nach Deutschland vor dem israelischen Geheimdienst.“ Es ist sehr zweifelhaft, dass die deutsche Regierung diplomatische Schritte unternom-; men oder irgendeinen Druck auf die ägyptische Regierung ausgeübt hat, um Zech-; Nenntwich zurück zu bekom. I men. Sie konnte es schon aus j dem Grunde nicht tun, weil i sie dann auch mit denselben Mitteln die deutschen Wissenschaftler und andere Naj ziverbrecher, die in Aegypten sind, hätte zurückfordern müssen. j Gerade in diesen Tagen, als Zech - Nenntwich nach Deutschland zurückkam, ist zwischen der deutschen und der ägyptischen Regierung ein Vertrag abgeschlossen; worden, wonach die Bundes-! regierung ungeheure Mittel i den Aegyptern zum Bau ei. nes zweiten Staudamms zur Verfügung stellt. i Das Frankfurter Divo-Institut hielt eine Umfrage über den Auschwitz-Prozess,'• non M. KlLAl (z. Zf. Frankfurt) Marokko solidarisch Casablanca. — König Hassan II. sandte eine Botschaft an die Gipfelkonferenz von 13 arabischen Nationen in Alexandrien, in der er ver. sprach, Marokko werde „zu jedem Opfer für die Befreiung Palästinas beheit“ sein. Der König von Marokko erklärt, „Gerechtigkeit für die wahren Einwohner Palästinas“ sei das wichtigste Problem, das das arabische Volk lösen müsse. Er forderte auch die in Alexandrien versammelten Delegierten der arabischen Länder auf, die „zionistische Durch, dringung“ Afrikas zu bekämpfen. (ITA) der in Frankfurt stattfindet. Die Presse in Deutschland berichtet täglich über diesen Prozess, und die Frankfurter Presse, die weit über Frankfurt hinaus verbreitet ist berichtet sehr ausführlich über die Zeugenaussagen, die ein Büd der Judenmassaker vermitteln. Die Meinungsforscher fragten: „Wissen Sie. dass zur Zeit in Frankfurt der Auschwitz-Prozess stattfindet?“ 40 vom Hundert der Befragten antworteten dar. auf: „Nein“. Als der Eichmann - Prozess stattfand, meinten damals 15 Prozent der Befragten, dass man diese Dinge nicht wieder aufrühren sollte. Heute sind es 39 Prozent, die der Meinung sind, man solle solche Nazi. I prezesse nicht mehr führen. : Die stärkste Antipathie ge-! gen den Auschwitz-Prozess zeigten 45 Prozent ablehnende Antworten der 35- bis 54. jährigen Befragten, die wussten, dass der Auschwitz-Prozess stattfindet. Unter diesen Umständen kann es doch gar nicht ver. wunderlich sein, wenn die Bundesregierung keine besonderen Anstalten macht, um die Naziverbrecher, die im Ausland sind, nach Deutschland zurückzuholen, um sie vor Gericht zu stellen. Würde die Sühne der Naziverbrecher ein Problem von grosser Wichtigkeit für die Deutschen gewesen sein, das sie ernst genommen hätten, so würde so mancher Naziverbrecher nicht die Möglich, keit gehabt haben, heute im Ausland seine Freiheit zu gemessen. En weitaus ernsterer Fall für die deutsche Diplomatie ist das Fehlen eines Angeklagten im Auschwitz-Prozess, des 57jährigen Medizi, ners Horst Schumann. Schumann meldete sich damals freiwillig zum Dienst nach Auschwitz, um für seinen Führer Forschungsaufgaben zu erfüllen. Er sterilisierte mit Röntgenstrahlen Männer und Frauen, die er nachher operierte, um die durch innere Verbrennung hervorgerufenen Verstümmelungen festzustellen. Diese grausamen Versuche machte er mei. stens mit jungen jüdischen Mädchen aus Griechenland, die nach furchtbarer Qual starben. Die Taten dieses Verbrechers wurden sofort nach dem Krieg bekannt und, wie es heisst, auch aktenkundig. Er lebte trotzdem bis 1951 in Gladbek in Westdeutschland und ist heute, nachdem er lange Jahre im Sudan war, Leibarzt des Präsidenten von Ghana .(!). Aehnlich verhält es sich mit dem KZ-Arzt Josef Men. gele, der seit 5. 6. 1950 gesucht wird wegen: Hinrichtung und Tötung (durch Einspritzungen) von einer ungenannten Vielzahl von KZ-Häftlingen in Auschwitz- Birkenau, Tötung eines 14jährigen Mädchens durch ei. nen Säbelhieb, Ermordung eines Säuglings. Obzwar 60.000 Mark Belohnung für die Ergreifung dieses Mannes ausgesetzt wurden, den man allseits als den Henker von Auschwitz bezeichnet, steht es fest, dass Mengele im Jahre 1960 an der Beerdigung seines Vaters in seiner Heimatstadt Günz.! bürg an der Donau teilge- : nommen hat. Damals war , Mengele schon flüchtig und ■ kam sicherlich aus dem Aus- •. land-zu dem Begräbnis. Sogar j der Oberbürgermeister der Stadt Günzburg, Josef Seitz, und der Leiter des Amtsgej richte Günzburg, Amtsge. ' richtsdirektor Münz, bestäti- : gen, dass jedem in Günzburg dieses Gerücht von dem Be- ■ such Mengeles in seiner Heii matstadt bekannt sei, aber [ das niemand etwas Genaues wisse. Der Bürgermeister setz-! te sich zur Wehr dagegen, i dass man in Deutschland be. i hauptet, Günzburg sei als i Stadt noch heute eine Nazi- : hochburg. In Günzburg gibt es eine grosse Maschinenfabrik „Karl Mengele & Söh- , ne‘‘. Es ist eine Fabrik für j Landmaschinen, wo 1.500 Günzburger beschäftigt sind.! Der Bruder von Mengele be-; streitet, mit seinem Bruder I Kontakt zu haben.! Der Bürgermeister und Amtsrichter müssen aber; trotzdem zugeben, dass es in , Günzburg einen Klüngel al. f ter Nazis gibt. Wer jedoch dazu gehört, wissen sie nicht, j aber man kann aus dem 1963 j in Günzburger Donau-Verlag erschienenen Buch über die Geschichte der Stadt folgendes lesen: „Aus Günzburg stammt der Reichsschatzminister der NS¬ DAP, Franz Xaver Schwarz. Der Jugend seiner Vaterstadt stiftete er am Südli. chen Burgfrieden das HJ- Heim, das Buben und Mädeln mit weiten Sälen, mit Spiel- und Sportplatz bis in den Krieg hinein die Stätte geselliger Spiele und Abende wurde. Aehnlich könnte man über den KZ-Arzt Dr. Hans Eisele und über den früheren Nazi, und Gestapo-General Heinrich Müller berichten, der der Vorgesetzte Adolf Zichmanns war. Von Müller wird gesagt, dass er zusammen mit Johann von Leers, der unter einem arabischen Namen in I Kairo lebt und jetzt schwer j krank dahinsiecht, die antijüdischen Hetzschriften verfasst habe. Eshkol operiert Jerusalem, — Wie mitgeteilt wird, musste der Pre. mierminister Israels, Levi; Eshkol, sich einer Operation am rechten Auge unterziehen, die nach der Mitteilung; der Aerzte zufriedenstellend; verlaufen ist. i Wahlen in England ■ London. — 29 Juden sind als Kandidate nder verschiedenen Parteien für die nächsten Wahlen in England auf- : gestellt worden, die am 15. Oktober stattfinden werden. Die meisten Juden sind für! das Unterhaus aufgestellt! worden,, und zwar haben die Arbeiterpartei 22, die Kon. j servativen 3 und die Liberalen 4 jüdische Kandidaten; nomniiert. __ i Alle drei Parteien haben ihr freundschaftliches Inter- | esse für Israel unterstrichen, i wohl mit Rücksicht auf die jüdische Wählerschaft in den I verschiedenen Bezirken. Während die anderen Nazi- „Helden“ einige Jahre nach dem Kriege in Deutschland verbrachten, scheint der Gestapo-Müller sofort nach dem Krieg' über Italien nach dem Ausland geflohen zu sein. Dabei hat er vorerst versucht, seine Spuren zu verwischen. Seine Verwandten haben ihn auf einem Ber. liner Friedhof begraben lassen. Als die deutschen Behörden das Grab öffneten, fand man die Gebeine von drei Menschen, aber keine passten zu dem Körper des Gestapo-Müller. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird der Gestapo.Müller von Nasser für seine Propaganda benutzt und bezahlt aus den Krediten und Mitteln, die der deutsche Staat zur Entwicklung Aegyptens Nasser in der letzten Zeit in reichlichem Masse gibt. Eine besondere Sorte von Nazi-Verbrechern sind die sogenannten Schreibtischmörder. Das sind die Beamten des Reichssicherheitshauptamtes, auf deren Befehle sich die Angeklagten bei den Naziprozessen immer wieder berufen. Das Reichssicherheitshauptamt war eine Art Ter. rorzentrale und begann die Tätigkeit im Jahr 1934, als Himmler die Gestapo übernahm. 1936 wurde Heydrich Chef des Sicherheitsdienstes, der die Sicherheitspolizei als Staatsorganisation und den Sicherheitsdienst als Polizeiorganisation zu einer Einheit unter das Reichssicherheitshauptamt koordinierte. Dort arbeiteten Leute wie Kaltenbrunner, Eichmann und viele Tausende SS.Leute. Das meiste Material liegt im Zentralarchiv in Postdam und in Ost-Berlin. Zum erstenmal haben jetzt zwei Westberliner Staatsanwälte vier Besuche in Potsdam gemacht, um Material zu sichten. Zwölf Staatsanwälte sitzen in Ber. lin, um unter der Leitung des Berliner Staatsanwalts Hans Günther das Material zu sichten und das Anklagematerial zusammenzustellen. Generalstaatsanwalt Günther glaubt, Anklagematerial gegen 300 bis 400 Personen; zu entdecken, gegen die ein! Ermittlungsverfahren eingej leitet werden kann. Diese Arj beiten sind sehr dringend, I denn durch die am 8. Mai 1 1965 wirksam werdende Ver. j jährung für Mordfälle im 3 | Reich muss das Anklagema-; terial bald zusammengestellt j werden. j Generalstaatsanwalt Gün-1 ther hob noch eine weitere; Schwierigkeit hervor, dass! nach so vielen Jahren, wo Gebete für die russischen Juden New York. — In den USA und in Kanada wurden besondere Gebete für die Juden in der Sowjetunion während : des Jom Kippur gesagt. Hier- I für sind die Texte von den verschiedenen Rabbinerver. I bänden vorbereitet worden. I Es wurde auch ein Rund-: schreiben des Oberrabbiners | von England versandt, in dem es heisst, dass wir nicht , schweigen dürfen, wenn ein Teil des jüdischen Volkes bedroht ist und die religiöse Freiheit unterdrückt wird. Blick in die Welt von HAROLD SCHWARCZ Die Spitzenkonferenz der Araberländer in Kairo beschloss die Schaffung einer ..Palästinensischen Befreiung», front“. — USA-Aussenminister Dean Rusk hält den Abschluss ei. nes annehmbaren Friedens in Vietnam für durchaus möglich. Noch seien nicht alle Brücken abgebrochen. — In Montevideo (Uruguay) kam es zu heftigen Zusuana« menstössen, weü weite Kreise mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Uruguay und Kuba nicht einverstanden sind. — Moisés Tschombé, Kongos Ministerpräsident, zeigte sich, mit den Ergebnissen der Konfernez von Addis Abeba nicht vollkommen zufrieden. Tschombé hatte auf weitgehendere Hilfe der afrikanischen Staaten im Kampf gegen die Kon. go-Rebellen gehofft. — Bulgariens Verteidigungsminister forderte die kommunistischen Länder zur Verstärkung ihrer Kräfte gegen die aggressiven Imperialisten auf. — Indiens Präsident, Servapalli Radhakrishan, stattet der Sowjet-Union einen Staatsbesuch ab. Bei dieser Gelegenheit wurde ein Militärbündnis zwischen Indien und RusSu land geschlossen, das vom sowjetischen Verteidigungsminister, Marschall Malinowski, und dessen indischem Kollegen Y. B. Chavan unterzeichnet wurde. — Der kubanische Diktator Fidel Castro erliess einen neuen Appell zur bewaffneten Revolution, wobei er auf die Proteste in Chile und Uruguay gegen den Abbruch der Beziehungen mit Kuba hinwies. — Durch den Papst Paul VI. wurd ein weiterer Abschnitt des Zweiten Vatikanischen Konzils eröffnet. — Die türkenfeindlichen Elemente der Regierung Cypern« haben Kontakt mit der Sowjet-Union aufgenommen, voa der man sich eine Unterstützung der nationalistischen Zielsetzungen der griechenfreundlichen Bevölkerung ver« spricht. — UN-Generalsekretär Dr. U Thant erliess eine weitere Warnung über den schlechten Zustand der Finarrzea der Vereinten Nationen, durch den die Arbeit ernsthaft gefährdet werde. — Die amerikanischen Politiker zeigten sich über den Ausgang der chilenischen Wahlen in höchstem Masse befriedigt. — Hartnäckige Gerüchte behaupten das Bestehen eines Uebereinkommens zwischen den USA und der Sowjet. Union über Kuba. Die Amerikaner stellten diese Kombinationen in Abrede. — Der frühere finnische Präsident Saknri Tuomioja starb vor kurzem in Genf, nachdem er versucht hatte, im Aufträge der UN im Cypern-Konflikt zu schlichten. Tuomiojä war in zahlreichen internationalen Streitfragen im Dienste der UN aufgetreten. — Zur Teilnahme am Oekumenischen Konzil sollen erstmalig Frauen zugelassen werden. — Krutschew erklärte, er werde seinen Kampf gegen Peking auch gegen die Opposition der rumänischen und italienischen Kommunisten weiterführen. — die Probleme der Judenausrottung im Volksgeist als Schuldgefühl geruht haben, Erinnerungslücken, oft auch berechtigte, gewollte und ungewollte, grosse Schwierig, keiten bereiten werden. Schon aus diesem Grunde ist es nötig, bei diesen Anklagen ein möglichst umfangreiches und lückenloses Beweismaterial zusammenzustellen. Eine weitere Schwierigkeit gibt es, dass es in diesem Zusammenhang unumgänglich ist, die Ostblockstaaten zur Amtshilfe anzugehen. Es bestehen zwar schon jetzt direkte Kontakte von west, deutschen Staatsanwälten zu polnischen und tschechoslowakischen Staatsanwaltschaften. Aber um sich das Material zu beschaffen, ist es dringend notwendig, dass deutsche Staatsanwälte nach Warschau, Prag und Krakau fehren müssen. Man nimmt jedoch an, dass das Auswärtige Amt in Bonn solche Rei. sen nicht genehmigen wird. Dies ist für viele der Beweis, dass die Nazis von Staaten geschützt werden, mit denen die Bundesregierung freundschaftliche Beziehungen hat, dass aber dadurch seinviele Nazimörder ihrer gerechten Strafe entgegen werden, weil die Materialbeschaffung aus den Staaten unmöglich gemacht wird, mit denen die Bundesrepublik gar keine oder schlechte Beziehungen unterhält. Darin müsste Wandel geschaffen werden. Zusammenstoss an der Grenze Tel Aviv. — Zwei arabische Eindringlinge im Gaza-Streifen wurden bei einem Zusammenstoss mit einer israelischen Patrouille getötet. Zwei israelische Soldaten wurden verwundet. Der Zwischenfall ereig. nete sich, als in den Mor. genstunden die Patrouille die Araber entdeckte, die zu schiessen begannen, als sie angerufen wurden. Die israelischen Soldaten erwiderten das Feuer und töteten die beiden Infiltranten. Neben den Leichen wurden zwei Maschinenpistolen gefunden. Ein weiterer Eindringling wur. de in der Nähe der transjordanischen Grenze gefangen genommen. (ITA) Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 Registro de la Propiedad Intclootual No. 735 104 ».¿■«afe&fe-fkáéa .y .- — i-';í

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