Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2082 (18.9.1964)
- Date
- 1964-09-18
- Page
- [Seite 1] (sequence 1)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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JÜDISCHE tliOHUI PURYRREDON 2190 — 19 Iza. «sä. m 0 m la Jètoucuta Jmjcuuaa T. E. 83-2613 Año XXV. BUENOS AIRES, VIERNES 18 DE SEPTIEMBRE DE 1964 N’ 2082 Die Krise in Mittelost Tatsächlich gibt es keinen Winkel dieser Erde, der nicht bereits in die Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Kräften hineingezogen wäre, die um die He. gemonie kämpfen. Längst geihört der amerikanisch-russische Zweikampf um die Macht über die Nationen, allgemein Kalter Krieg genannt, der Vergangenheit an. Nur selten — wie ein fernes Wet. terleuchten kann man bedenkliche Folgen unmittelbarer Zusammenstösse beobachten. Immer stärker wird der Eindruck, dass selbst die fernöstlichen, reichlich unglücklichen nordamerikani. schien Interventionen, vor allem in Vietnam, von den Russen geduldet werden, obzwar sie nur mit Grimm die amerikanischen Versuche verfolgen, Spuren westlichen Einflusses im Femen Asien zurückzulassen. Die Spannungen zwischen den Sowjets und den roten Chinesen überschatten heute die ge. samte kommunistische Politik. Gewiss bieten Vergleiche zwischen den heutigen Problemen und denen der — selbst unmittelbaren — Vergangenheit immer Anlass zu Missverständnissen, da sich die Situationen oft ähneln, niemals aber in allen ihren Voraussetzungen und Bedingungen gleichen. Mit allen erforderlichen Vorbehalten, die in den unterschiedlichen Zeitverhältnissen und Syste. men verankert sind, erinnert die russisch-amerikanische und russisch-chinesiche Kontroverse an die Taktik Hitlers, der unvermittelt mit seinem Erzfeind Stalin einen ¡Pakt schloss, um sich zu. von JEHVDA GOTTHEIMER nächst einmal der westlichen Gegner zu entledigen und um dann, nach der Erfüllung dieses Planes, sich mit umso grösserer Kraft auf den Russen zu werfen. Krutschew hat kein Abkommen mit den Amerikanern unterzeichnet, Gegensätze zu China mit! ideologischen Gründen zu verbrämen. Die Rotchinesen , wollen den Krieg, so hiess es, ' sie wollen Krutschews These von der friedlichen Koexii stenz der beiden sich feind- ' lieh gegenüberstehenden Wel. Uneinigkeit unter Arabern Alexandrien. — Bei Eröffnung der jetzt tagenden arabischen Gipfelkonferenz stand an erster Stelle die Frage zur Debatte, ob Israel sich gewaltsam gegen die Durchführung der arabischen Pläne zur Ableitung der Zuflüsse des Jordan wehren werde. Dieses Problem betrifft die Länder Transjordanien, Syrien und Libanon, die im Augenblick nicht über die militärische Stärke verfügen, um einen möglichen israelischen Angriff abzuschlagen, der in dem Falle eintreten könnte, wenn die Arbeiten begonnen werden sollten. Ausserdem ist keine dieser drei Regierungen gewillt, militärische Hilfe von der VAR zu akzeptieren. Der neue gewählte Präsident Libanons, Charles Helou, warnte ebenso wie der König Hussein von Transjordanien vor einer verfrühten Inangriffnahme des arabischen Projekts. Helou gab zu bedenken, dass im Falle eines Konflikts zwischen Israel und Aegypten, die genannten drei an Israel grenzenden Länder dem ersten israelischen Ansturm standzuhalten hätten, bevor die Aegypter noch die Möglichkeit haben würden, ,,den Feind zu vernichten". Er bat die Konferenz, seinem Land Zeit zu geben, um ein Heer aufzustellen. Die übrigen Länder unterstützten dies Ersuchen. Der ägyptische Marschall Ali Amer warnte in seiner Eigenschaft als Chef der Vereinten Streitkräfte vor einem Aufschub des arabischen Wasserprojekts, da die Israelis eine grossangelegte Attacke gegen Transjordanien und Syrien, wahrscheinlich auch gegen Libanon, unternehmen könnten. aber offensichtlich sein An-! griffsziel geändert und Pej king zur Zielscheibe seiner | Offensiven gemacht.! Zunächst halsen es die Russen mit ihrer weitver.! zweigten Propaganda verstanden, die auftretenden Meerwasser - Entsalzung in Israel Die drei amerikanischen Experten für Meerwasserentsalzung, die zusammen mit drei israelischen Fachleuten in den letzten zwei Wochen die technischen Möglichkeiten für die Erstellung eines Atommeilers in Israel untersuchten, sind nach den Vereinigten Staaten zurückgekehrt. Damit ist die erste Runde der Voruntersuchungen über die Möglichkeiten der Erzeugung von Elektrizität zur Entsalzung von Meerwasser mit Hilfe von Atomenergie abgeschlossen. Die Beratungen der Kommision konzentrieren sich auf den israelischen Bedarf an Wasser und Strom in den nach, sten zehn Jahren. Ausserdem wurde ein günstiger Platz für einen Atommeiler gesucht. Dieser soll nicht zu weit von den dicht bevölkerten Zentren entfernt sein, damit die Leitungswege für Strom nicht zu lang und damit zu kostspielig werden. Er darf jedoch aus Sicherheitsgründen auch nicht zu nahe an einer Stadt liegen. Da er an den Küste gelegen sein muss, versteht sich von selbst. Unter diesen Umständen erscheint ein Ort am Mittelmeer des nördlichen Negew angemessen. Während nach der Rückkehr Levi Eshkols aus den Vereinigten Staaten das Jahr 1969 bis Datum für die Fertigstellung des Atommeilers genannt wurde, scheint die Kommission sich als Ziel gesetzt zu haben, den Atommeiler im Jahre 1971 produktionsfertig zu haben. Er soll 150 bis 200 Megawat Strom und ein bis zwei Millionen Kubikmeter Stisswasser im Jahr erzeugen. Diese Zahlen erschei. nen jedoch vorläufig noch recht vage und können sich im Laufe der weiteren Untersuchungen noch stark ändern. Bisher ist völlig unklar, wie das für ein kleines Land Wie Israel gewaltige Projekt finanziert werden soll. Nach der Rückkehr Eshkols aus den Vereinigten Staaten liefen Gerüchte um, dass Washington bereit wäre, den Atommeiler zu fünfzig Prozent selbst zu finanzieren. Jetzt heisst es jedoch, dass Israel das Kapital für die Meerentsalzung selbst finden muss und dass die Vereinigten Staaten im besten Falle bereit wären, für den Bau eine langfristige Anleihe zu niedrigen Zinsen zu gewähren. Auch das wäre bereits wichtig. Es ist jedoch bisher noch völlig unklar, wie gross die Investitionen sind, die für die Erstellung des Werkes gebraucht werden. Die erforderlichen Summen müssen sich naturgemäss danach richten, wie gross das •Atomwerk geplant wird. Die Kommission hat sich mit der Finanzfrage nicht beschäftigt. Sie befasste sich mit rein technischen Fragen. Erst wenn über das Volumen der Produktion entschieden worden ist, werden die Sachver. . ständigen wissen, für welche Investitionen sie zu planen haben. (Neue Zürcher Zeitung) ten nicht anerkennen. Die Chinesen, so sagte man, würden selbst zum Atomkrieg schreiten, weil die Eindauseindersetzung um die Macht über die Erde nach der ,,rei. nen" kommunistischen Lehre und nach chinesischer Auffassung nur durch einen Krieg zwischen Kommunismus und Kapitalismus entschieden werden kann. Dage. gen vertrete er, Krutschew, die Meinung, dass der Endsieg des Kommunismus auch auf anderen Wegen als durch den alles vernichtenden Alomkrieg erreicht werden könne.! Hinter dieser Diskussion über kommunistische Theorien steht ein brutaler Macht, kampf, der zwischen den Russen und ihren ,,Schülern“ ausgetragen wird. In Wirklichkeit haben sich auch auf diesem Gebiet der internatio, nalen Politik die Bedingungen nicht grundlegend geändert. Auch hier walten noch die gleichen Normen, die schon für die zaristischen Expansionsversuche massgebend gewesen sind. Gerade an diesem Beispiel zeigt sich, dass die Russen trotz ihrer Betonung asiatischer Interessen eine europäische Macht waren und sind, die den gleichen Gesetzen gehorcht und folgt wie ihre „kapitalistischen“ Konkurrenten in Europa. Eine der vitalen Tenden. zen, die in den letzten nun schon fast 200 Jahren seit der Französischen Revolution den Rhythmus des internationalen Geschehens bestimmten, ist die Freiheitsbewegung, die mit der Befreiung des sogenannten Dritten Standes, des Bürgertums, ihren Anfang genommen hat, von dort aber alle Lebens. Sphären der bürgerlichen Gesellschaft (Emanzipation der Frauen z. B.), der Völker, der Länder, der Staaten, der Kontinente erfasste. Die letzten Rassen und Nationen, die in diesem Freiheitskampf die Fesseln abstreifen konnten, waren die Afrikaner und Asiaten. Ein derartiger Befreiungsprozess verläuft nie. mals reibungslos und ist nicht mit der Tatsache beendet, dass die Freiheit in Form nationaler Unabhängigkeit konzediert wird. Aber die Völker in ihrer Gesamtheit konnten lernen, dass Freiheit wie andere menschliche Ideale oder Zielvorstellungen unteilbar sind. Freiheit ist auch kein Privileg, sondern ein Recht, das niemals einem Menschen, einer Gruppe, einer Gesell, schaftsschicht, einem Volke allein zufallen kann sondern allen Menschen und Nationen, allen Gruppen und Rassen gleichermassen eigen ist. Die alten Kolonialherren, die gewiss ihre Untertanen* in den Kolonien ausgenutzt oder gar ausgeplündert haben, empfanden die Bestiebungen nach nationaler Unabhängigkeit dieser von ihnen zweifellos entwickelten Länder als Undankbarkeit. Für die Engländer bedeutete es einen langen Denkprozess, bis sie verstanden, dass die, Entwicklung zur Freiheit nicht aufzuhalten ist, seit Europa die Gedanken der Französischen Revolution adoptiert hatte. Reichlich spät ka. nalisierten sie den Freiheitsdrang ihrer einstigen Kolonien in den unter ihrer Kontrolle befindlichen Staatenbund des British Common, wealth. Wer heute frei wird und früher unter englischer Herrschaft stand, der erhält einen Freiplatz in dieser Völgemeinsehaft zugesichert. Die Franzosen sind nach blutigen Kolonialkriegen ähnliche Wege gegangen. Die Russen haben in Form der Kommunistischen Internationale einen schärfer organisierten eige. nen (kommunistischen) Völkerbund, der von den Russen geleitet und gelenkt wird. Die Jugoslawen waren die ersten, die sich gegen Stalin auflehnten und diesen kommunistischen Staaten- oder Völkerbund vevliessen, wenn sie auch niemals ihre Beziehungen nach dieser Seite vollends abbrachen. — In die. ser doppelgleisigen Politik ist Tito der grosse Lehrmeister anderer, vor allem Nassers, geworden. — Die Chinesen haben dann von sich aus im Kampf um die Vorherrschaft über die kommunistische Welt die von Moskau beherrschte Front verlassen, gefolgt von Kontroverse mit der FAZ H. Sw.i — Unser ständiger Mitarbeiter Kurt Kaiser Blüth, bekannter Journalist und Kämpfer für die Rechte der Verfolgten des Dritten Reiches, zu denen er auch zählt, macht uns auf eine Kontroverse aufmerksam, die er mit der einflussreichen Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) gehabt hat. Da der historische Hintergrund für diese Debatte nicht Privatsache eines Journalisten sein kann, und von keiner Seite als solche abgestempelt werden darf, wollen wir diese Angelegenheit aufgreifen, zumal es sich um einen Fragenkomplex von allgemeinen Interessen handelt. Der Sachverhatl ist kurz zusammengefasst folgender: Anlässlich des Todes von Friedrich Sieburg, eines bekannten Journalisten, Historikers, Autors verschiedener Werke. Politikers und zeitweisen Diplomaten, veröffentlich, ten auch bedeutende demokratische Zeitungen in Deutschland' unter ihnen die FAZ, Nachrufe, mit denen Kaiser- Blüüh nicht einverstanden war. Anlass hierfür war die simple Tatsache, dass die nach der Meinung Kaiser-Blüths dunklen Punkte der Vergangenheit von Sieburg selbst von Männern wie Benno Reifenberg, einem der Mitherausgeber der FAZ, bewusst übergangen oder schief dargestellt worden sind. Ohne dass wir uns an dieser Stelle zum Rieh, ter über Sieburg, Reifenberg oder Kaiser-Blüth aufwerfen wollen, sind einige Faktoren, die unbestritten blieben, doch so gravierend, dass Schweigen als Einverständnis aufgefasst werden könnte. Wenn Kaiser-Blüth dieses Schweigen durch einen .Artikel gebrochen hat, der von der FAZ nicht abgedruckt wurde, so hat er das durchaus nicht nur für sich getan, sondern für viele, zu denen wir uns auch rechnen. Die FAZ bringt zwar stets hochstehende, aber ebenso farblose Artikel, um nur nicht als parteiisches Blatt zu gelten und auf diesem Wege ihre Weltblattstellung zu ge. fährden. Schon die Zusammensetzung der Redaktion (Herausgeber) spiegelt ein buntes Konglomerat von Ehemaligen und Zünftigen wie Künftigen wider. Ueber die Tätigkeit Sieburgs. der durchaus ein bekehrter Ehemaliger gewesen sein mag, schreibt Reifenberg: „Bei Kriegsausbruch nahm das Auswärtige Amt Sieburg als den besonderen Kenner Frankreichs in Beschlag, und nur mit Mühe gelang es ihm, sich aus dieser Indienststellung zu lösen.". Jeder unbe. ___ . _ fangene Leser muss daraus; , , entnehmen, dass der arme v?r franzo81' Antinazi Sieburg von der! 8011011 Kollaboranten; damals Reichsregierung oder dem Auswärtigen Amt missbraucht worden sei, Sklaven- _ . .... . dienste in Paris für R.ibben- : Frankreich hat selbst me me trops Nazibotschafter Abetz Erdung zum Kampfer und zu leisten. Gegen diese Me.! Nationalsozialisten in die thode der „Ueberwindung Hand genommen**^. Am Tader nicht ü befundenen Ver- 86 n,achf dle^ *om' gangenheit“ durch eine nicht ■ ™en^ier^. ,LOeuvT?. Fl ie“ _v-s-v-i.- dnch Sieburgs Mahnung zum nationalsozialistischen Aufbruch Frankreichs"... _ Nicht genug damti, schrieb i Sieburg noch Juli 1942 im Pa- Albanien das zum allseitigen | riser „candide*, das sich seit Erstaunen, vom russischen; 1940 einem riiden Antisemi zum chinesischen Satelliten j tismus hingegeben hatte, hinüberwechselte. über Heim ich Heine: „Das Diese Entwicklung wäre j ist ein Jude, und weil er nicht sagte Sieburg: „Hier in die. ser douce FTance ist mein gerechtfertigte Geschieht« klitterei wendet sich Kaiserj Blüth. Er verweist auf eine i vollkommen unverständlich, wenn man unterstellen wollte, dass die kommunistischen Doktrinen richtig seien. Es gibt keine historischen Gesetze, die auf der materialistischen Geschieht« - Auffas. sung basieren, mit denen diese Konstellation erklärt werden könnte. Dagegen ist es; eindeutig, dass hier die alten! Grundsätze machtpolitischer 1 Auseinandersetzungen walverwurzelt ist, ist er übersetzbar." Dann folgt eine Kritik* üblichen Nazistils._ Kaiser-Blüth verlangte eine Korrektur des diese Vergangenheit beschönigenden Artikels Benno Reifenbergs, der in einem langen Brief Sieburg verteidigt, wo er von Kai ser.Blüth garnicht angegriffen wurde. Kaiser-Blüth wandte sich mit Recht gegen die Beschönigug des Verten: die den Russen konträre j taltens Sieburgs in der Nazi- Aenderung der Liturgie Kennoxville - (Canada). Die anglikanische Kommission für die Aenderung der Gebettexte soll auf gefordert werden, das Karfreitags-Gebet zu revidieren, in dem es heisst: „Erbarme Dich der Juden, befreie sie von der Unwissenheit, der Härte deS Herzens und der Missachtung Deiner Worte". Dieser Vorschlag wurde in der Exekutive der Anglikanischen Synode von dem Hilfsbischof von Toronto, Rev. Hunt, unterbreitet und von den 200 Delegierten zu dieser Tagung einstimmig angenommen, unter denen sich 33 Bischöfe aus 28 anglikanischen Diözesen Kanadas befinden. (ITA) Rivalität eines neu erstark, ten, sich neu formenden China entzieht diese gewaltige Einfluss-Sphäre der Sowjetunion, die erst vor kurzen geschichtlichen Augenblicken alle anderen westlichen Kon. kurrenten ausschalten und damit den alten Traum der Zaren erfüllen konnte. Russich-Europa will seinen Einfluss in Asien behalten. Aus welchen anderen Gründen haben die Sowjets gerade jetzt erklärt, sie werden die Unabhängigkeit der Mongolei gegen China verteidigen, aus welchen Gründen sonst schliessen die Russen einen Militärpakt mit dem sich von China bedroht fühlenden Indien? — Dass der Kampf um die Befreiung von Völkern und Ländern mitunter merkwürdige Fehlerscheinungen aufweist, zeigt die neueste Geschichte der Insel Cypern. Die kleine Insel im östlichen Mittelmeerraum war durch zeit. Wozu war das nötig? Aber die FAZ stellt sich vor die Fehler Sieburgs, weil sie ihm 10 Jahre hindurch ihr Vertrauen geschenkt habe. Eine wahrhaft .logische* Be. griindung sui generis. Reifenberg schliesst seine Elrwi. derung auf Kaiser-Blüth mit dem Bemerken, die FAZ habe keine Veranlassung, Sie. bürg nach seinem Tod „mit Vorwürfen über sein Verhalten in einer katastrophalen Situation zu überhäufen.“ Das mag sein. Auch wir wollen nicht Richter sein und urteilen, wo die FAZ lieber nichts gesagt haben sollte. Aber es bleibt ein gewaltiger Unterschied, ob man einen Menschen, der während einer bestimmten Zeit seiner Entwicklung ein .harter Nazi* war, als solchen kennzeichnet oder entschuldigt. Schliesslich war Sieburg niemals in seiner Eigenschaft als deut. scher Diplomat gezwungen, .. . , . , , . , - diese Reden zu halten, aus alie Jahrhunderte ein be- | denen wjr Kostproben veröfgehrtes Objekt aller Erobefpntiichten rer. Neben ihrer natürlichen i lenwi n- Schönheit und einem nicht Wenn man von KZ-Henunbedeutenden Reichtum bekern, Gestapo-Beamten und sitzt diese Insel vor allem eij Wachmannschaften verlangt nen grossen strategischen j das Unrechtmässige ihnen Wert, der heute zwar stark gegebener Befehle zu erken. vermindert ist, aber bis zum letzten Weltkrieg ihr Schicksal war. Nur die Engländer haben diese Insel kampflos erworben. Lord Beaconsfield machte sie seiner Königin, zum Geschenk, als er mit der türkischen Verwaltung einen j fischen Form der nazisti. j sehen Bewegung zur Verfii- (Schluss auf Seite 2) gung gestellt hätte. nen, dürfte man wohl mit einem ganz anderen Recht zu jeder Zeit und zu jeder Stunde von einem Friedrich Sieburg verlangen, dass er sich nicht, nirgends und niemals in einer so billigen und het-