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Jüdische Wochenschau · 1964-08-14 · 2077 (14.8.1964) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2077 (14.8.1964)
Date
1964-08-14
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Viern**,. 14 de A (toste* de 1964 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXV. — S* 2077 KEIN DEM (Schluss von Seite 3) wurden diejenigen Veränderungen hervorgeruien, die nicht nur Europa, sondern vor allem die jüdische Demo, graphie von Grund auf verändern sollte. Die Deutschen hatten grosse Teile Oberschlesiens und vor allem die Provinzen Westpreussen und Posen verloren, in denen seit Jahrhunderten blühende jüdische Gemeinden bestanden, ln ihrer überwiegenden Mehr, heit optierten diese Juden für Deutschland. Die Folge war, dass sie ihre Heimat verlassen mussten und nach Deutschland übersiedelten. Ein weiteres CharakteristL kum für die jüdische Binnenwanderung war der Zug in die mittleren und Grossgemeinden. nach Berlin vor allen Dingen, aber auch nach Leipzig, Frankfurt am Main und andere. Mit der Weimarer Repu. blik begann die Epoche der völligen Gleichberechtigung für die Juden in Deutschland. in der es keine Reservate mehr gab. Die Fähigkeit und die Tüchtigkeit ei. nes Menschen sollten die einzigen Wertmesser für seine Qualifikation zu jedem Amt und zu jeder Würde sein. Wie so häufig in der Geschichte, auch in der jüdischen, setzte sofort eine Gegenbewegung ein. Die Woge, die alle jüdischen Bürger auf den Gipfel der Freiheit gehoben hatte, brandete allmählich wieder zurück. Niemand ahnte, dass sie bei dieser Rückwärtsbewegung den grössten Teil der jüdischen Bevölkerung Euro, pas zerschmettern sollte. Die Reaktion setzte sofort ein. Besiegte Generale und andere Militärs, die ihre Niederlage durch die Predigt des Revanche-Gedankens wettzumachen suchten, streuten ei. ne kräftige Portion Judenhass in ihre Propaganda. Die Freischärler, Entwurzelten, zur Untätigkeit verdammten Dr. FREY ABOGADO PUEVRREDON 2390 1? izq. nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 Eliemaligen waren mit der wachsenden Pauperisierung der Massen die Träger der ■ Unzufriedenheit über die Lö- I sung oder Nichtüberwindung 1 von Problemen, die von diesen Gruppen geschaffen wor. I den waren, von der Republik aber nicht gemeistert werden konnten. Die alliierten Mach- 1 te verstanden es damals — im Gegensatz zur Zeit nach! dem Zweiten Weltkrieg — nicht, diejenigen zu fördern j und ihnen tatkräftig zu helfen, die für die schreckliche Situation nicht verantworti lieh waren und sich bemüh, ten, die Krise zu beseitigen, i Unter solchen Umständen | wurde das Volk bald das Opj fer einer hemmungslosen, verlogenen und geschickten | Propaganda, die alle Tatsa- I chen ins Gegenteil kehrte. So wurde die Republik zur Ju-!! denrepublik deklariert und I ein Hetzer wie Goebbels i konnte in alle Welt hinaus. I posaunen: „Die Juden sind unser Unglück!“. — | Die Regierenden konnten sich nicht vorstellen, dass die . radikalen Parolen in ihrer j unvorstellbaren Primitivität das Volk der Dichter und i j Denker überrumpeln könnte. I Man hoffte immer noch auf , einen Umschwung, und bei- | nahe sollte diese Abkehr in der zwölften Stunde vor sich 1 j gehen, als die Reaktion mit einem Kabinett der Generäle t ■ des Adels und der Schlotba- I rone die Macht an die Nazis j , auslieferte, die selbst diese j Wandlung der politischen , Konstellation nicht mehr fer. 1 wartet hatten. ' Dass auch die Juden nicht! . begreifen konnten oder woll. , i ten, welcher Gefahr sie ge-! genüberstanden, ist bekannt. Sie Wollten nicht wahrhaben, ' was nicht sein kann und I doch sehr schnell zur grausa- | men Wirklichkeit wurde. Das : stolze deutsche Judentum, I das im Krieg wie im Frie- , den mit einer bedingungslo. I sen Treue diesem Deutschland gedient hatte, wurde von I der höchsten Stufe der Gleichberechtigung in Skla- I verei und Tod gestürzt. Ju- I den waren wieder vogelfrei geworden. Die von den Nazis ersonnene Endlösung war der j Massenmord an allen Juden,; deren man habhaft werden ■ konnte. Am Ende dieses j schrecklichen und in der Ge. i schichte bisher unbekannten : Blutbades standen sechs Mili lionen ermordete Juden. Der I jetzt in Frankfurt abrollen- I de Auschwitz-Prozess vermit. i telt einen Einblick in dieses i ungeheuerliche Geschehen. | Die beiden Weltkriege hat-; ten dem jüdischen Volk nur die schwersten Verluste, j Sclimerzen und ungestillte; Tränen gebracht. Das starke ' russische Judentum ächzte ] unter den Zaren, es stöhnte nicht weniger unter der bluj tigen und harten Geissei Sta. ' üns, es leidet auch heute! noch unter der angeblich gelockerten Herrschaft des jetzigen roten Zaren, Nikita Krutschew. Vom polnischen Judentum, das bei Kriegsbeginn etwa drei Millionen Seelen zählte und eine Quelle jüdischen Schaffens war, ist nicht viel übrig geblieben. Das gleiche“ Schicksal haben die überle. benden Juden der Hitler-Katastrophe in den anderen Ländern des europäischen Ostens gefunden. „Deutsche Juden" gibt es praktisch nicht mehr, obwohl noch im. mer einige Tausend Juden in Deutschland leben. Die Geretteten der Verfolgungen haben in neuen Ländern neue Gemeinschaften erstehen las. sen, deren politische Situation durch die neuen Komplikationenbedingt, keines, falls als gesichert angesehen werden kann. Es gibt kaum eine jüdische Familie in Europa, die heute noch am gleichen Platz, in derselben Stadt oder im gleichen Land wohnhaft ist, wo sie beim Beginn des Ersten Krieges 1914 gelebt hat. Kein Stein ist auf dem anderen geblieben... Lebenswille und Lebenskraft eines alten Volkes, das Jahrhunderte hindurch um sein Lebenswerk gerungen hat, führte zum Aufbau einer neuen jüdischen Welt. Hier muss in erster Linie die schon zahlenmässig bedeutsamste Judenheit in den Vereinigten Staaten von Nordamerika ge nannt werden. Aber auch die Ueberlebenden des ehemaligen deutschen Judentums haben dort, wohin sie sich ret. ten konnten, neue Gemeinden errichtet und damit ein Fundament gelegt, auf dem neue Generationen aufzubauen in der Lage sein werden. Die heilige Flamme jüdischen Bewusstseins, die Grö. I sse und Kraft der Tradition und des Glaubens haben aus 1 Trümmern die Grundlagen ' neuen jüdischen Lebens über- , all in der Welt gezimmert. I ohne diese Leistungen zu verkleinern, bleibt das ent- I scheidende Ereignis im jüdischen Leben der letzten 50 i Jahre und wahrscheinlich : noch für sehr viel längere Zeit der Aufbau des alten jü. I dischen Landes, der seinen Höhepunkt in der Proklamie- ■ rung des Staates Israel gefunden hat und die Verwirklichung des Traumes von! der Wiedererrichtung Zions brachte. Immer wieder sei es ■ wiederholt: in der Zeit der 1 grössten Erniedrigung und der furchtbarsten Leiden, die über unser Volk gekommen waren, erlebten wir nicht nur I die grösste Tragödie unserer Geschichte, sondern wurden : auch Zeugen der Wiederge.! burt unseres Volkes und Landes. i Damit stehen wir am Anfang einer Entwicklung, die; _wie wir hoffen — nach all ■ den Erlebnissen der Vergan- Zusammenstoss in Athen Piräus, — Zwölf Personen wurden bei einem Zu. sammenstoss zwischen Israelis und Aegyptern im Hafen von Piräus verletzt. Dort lag das ägyptische Schiff „Algazayer“ neben der israelischen „Zion“ vor Anker. Ägyptische Studenten, die an Bord der „Algazayer“ reisten, begannen, die Gattin des zweiten Kommandanten des israelischen Schiffes zu beleidigen worauf einige israelische Matrosen den ägyptischen Flegeln mit Beschimpfungen in arabischer Sprache antworteten. Hier, auf gingen die Aegypter dazu über, die Passagiere und d.e Mannschaft der „Zion“ mit Messern anzugreifen und Flaschen und Steine zu werfen. Ueber hundert griechische Polizisten versuchten vergeblich, dem Kampf Einhalt zu gebieten, der von ägyptischen patriotischen Liedern aus dem Lautsprecher der „Algazayer“ begleitet entbrannte. Die Polizei verhaftete fünf ägyptische Studenten und stellte Wachen vor der „Zion“ auf, bis diese die Anker lichtete, um den Hafen zu verlassen, bevor die Aegypter ihren Versuch, das israelische Schiff in Brand zu stecken, in die Tat umset. zen konnten. In ihren Berichten über den Zwischenfall bezeichnete die griechische Presse die Aegypter als Schuldige und nannte sie „Wild^ und Unruhestifter“. (ITA) U SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Pueyrredón 2190 1* ízq. T. E. 83-2613 Abono Preise: Argentinien: $ 500.— pro Jahr Ausl. $ 800,— jährl. Vollzug der Todesurteile Weitere syrische Angriffe Tel Aviv. — Zwei Tage hin. durch standen die israelischen Traktoren, die auf den Feldern in der Nähe der Sied- . lung Naon am Ufer des Tiberias.Sees arbeiteten, unter dem Beschuss der syrischen; Artillerie. Ein Sprecher der Israel-Armee gab bekannt, ( dass die Syrer vier Angrif- ' fe unternahmen, bei denen keine Opfer auf israelischer Seite zu beklagen waren. Er . erklärte, dass Israel das Feu- | er nicht erwidert habe. Israel erhob erneut Be. schwerde vor der Gemischten syrisch-israelischen Waffenstillstandskommission. Vereinte Nationen. — Die syrische Klage, dass Israel in der vergangenen Woche eiten „vorbedachten Angriff“ auf Syrien durchgeführt habe, ist „offensichtlich absurd“, wie Israel dem Sicherheitsrat mitteilte. Syrien hat. te Israel in einer an den Si- I cherheitsrat gerichteten Beschwerde beschuldigt, dass eine „mit automatischen Waf. fen ausgerüstete israelische genheit doch zu einer Normaj lisierung der jüdischen Situation führen wird. Für diese | Aufgabe zu leben und alle : Kräfte einzusetzen, ist die gej schichtliche Mission, die unj serer Generation gestellt worden ist. Kein Stein ist seit i 1914 im jüdischen Leben auf dem anderen geblieben. Jetzt i gilt es Stein für Stein ein j neues Gebäude aufzubauen, i das dem verfolgten Volk des I Ewigen Wanderers durch : Welten und Zeiten endlich | seine Heimat, seinen Boden und seinen Staat sichern , wird. — Truppeneinheit“ am 6. August syrische Positionen angegriffen habe. Israels ständiger Vizedelegierter vor den 1 UN, Dr. Joel Barromi, stellte vor dem Sicherheitsrat die Tatsachen klar. Er berichte, te, dass es sich um eine aus nur sechs Mann bestehende nichts als kleine Waffen zu ihrem persönlichen Schulz bei sich trug, gehandelt habe, die versehentlich auf syrisches Gebiet geraten war. Er wies auf den Umstand hin, dass die Grenze an die. sem Punkt nicht so markiert ist, wie es sein sollte, weil sich die Syrer dem Aufstellen von Grenzpfählen widersetzt haben. Ausserdem habe Israel aus diesem unbeabsichtigten Grenzübertritt nicht etwa ein Geheimnis ge. macht sondern den Vorfall öffentlich durch den Rundfunk bekannt gegeben. (ITA) London. — Jetzt wurde durch die russische Presse mitgeteilt, dass nunmehr neun Todesurteile vollzogen worden sind. Es handelte sich um die Anklagen wegen wirtschaftlicher Verbrechen. Alle Verurteilten trugen jüdische Namen, darunter befinden sich Roifman und Shakerman. Auch Arkadi Grünberg wurde zum Tode verurteilt, während die Mitglieder seines Ringes mit 1 bis 15 Jahren Zuchthaus davonkamen. Von zahlreichen jüdischen und nichtjüdischen Kreisen wurde versucht, eine Begna. digung der Verurteilten zu erwirken. Alle diese Bestrebungen blieben erfolglos. ATENCION! ¿Ud. quiere reformar o arreglar su caaa o negó, cío? — Llame a VALENTIN POLISCHUK T. E. 59-9062 Hace todo trabajo de Albañilería, Plomería, pintura, Refacciones en Ge. neral. — Trabajo garantido — personal europeo — Precios oficiales — guarde este aviso — será útil. Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Cardiología — Hospital Fernández ELECTRORADIOGRAMME CUBA 2(41 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Uhr Sonnabend: 14—16 Uhr PB0PIEDADES FRANKENBERG S. R. L. jerät Sie kostenlos und inverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREV DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKE RE IE N Schabbosdecken - TalJißbeutel - Käppchen ■ Maz zot-Taschen - Hand- und Maschinenstickerei von Bett- und Tischwäsche Dr. P. I. RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. 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