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Jüdische Wochenschau · 1964-08-14 · 2077 (14.8.1964) · p. [Seite 1]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2077 (14.8.1964)
Date
1964-08-14
Page
[Seite 1] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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PUEÏRREDON 2190 — 1? izq. /a Jènuuta Jsh&jzüia T. E. 83-2613 Año XXV. BUENOS AIRES, VIERNES 14 DK AGOSTO DE 1964 N“ 2077 WIE ICH ES SEHE KEIN STEIN AUF DEM ANDEREN von JEHUDA GOTTHEIMER Im Leben des jüdischen Volkes sind in den letzten Jahren so grundlegende Ver. änderung-en vor sich gegangen, dass man ruhig davon sprechen kann, es sei kein Stein auf dem anc jren geblieben. Gewiss ist es schwer, ein geschlossenes Bild der Situation zu zeichnen, in welcher sich damals die Judenheiten der verschiedenen Länder befunden haben. Die geschichtliche Entwicklung ist durchaus nicht einheitlich verlaufen. Die Lage der Juden war entscheidend von derjenigen ihrer Umgebung abhängig. Weitgehende Unterschiede bestanden zwischen den östlichen und westlichen Staaten Europas, die sowohl ihre Ausstrahlungen auf die allgemeine gesellschaftliche Struktur dieser Länder wie auf die Stellung und damit das Leben der jüdischen Minderheiten hatten. Man braucht nur in den Memoiren einer der strahlendsten Erscheinungen des jüdischen Lebens wäh rend der ersten fünfzig Jahre unseres Jahrhunderts, des ersten Präsidenten Israels und langjährigen Vorsitzenden der Zionistischen Weltorganisation Prof. Chaim Weizmann, nachzulesen, um sich eine Vorstellung vom Le. ben der jüdischen Massen in Russland zu machen. Die Entwicklung im europäischen Westen war weiter vorangeschritten. Die Gleich, berechtigung der Juden hatte sich trotz der ungeheuren Schwierigkeiten, der vielen Enttäuschungen und Demütigungen endlich durchgesetzt. Aber selbst in dieser .gemütlichen, guten, alten“ Zeit, die weder gemütlich, noch gut, noch alt gewesen ist, hatten die Juden nicht aufgehört, jüdisches Schicksal zu erdul. den. Gewiss waren die Pogrome oder die Beschimpfungen keine alltäglichen Erscheinungen. Gewiss gab es zahlreiche jüdische Arzte und Wissenschaftler, Lehrer, Richter, Anwälte und königliche Kaufleute, deren Wort Ansehen genoss und deren Leistungen geschätzt wurden. Aber selbst in der Hochblüte der Gleichberechtigung und der versuchten Integrierung blieben viele Wünsche unerfüllt. Denn letzten Endes war und blieb eine Trennungsmauer immer erhalten, so stark sich auch die Juden bemühten, gegen diese Wand der Vorurteile anzustiirmen. Wenn man heute rückschauend einen Blick über die Entwicklung der Juden in - i der neueren Zeit wirft, wird man immer von den Tagen der Grossen Revolution ausgehen, in der die Postulate der Freiheit, Gleichheit und Brüi derlichkeit verkündet wurden. Schon die grossen Künder der Freiheit haben da. mals Wochen, Monate und Jahre heftig darüber diskutiert, ob auch den Juden die Freiheit zugestanden werden müsse, die man den übrigen Bürgern des Staates erkämpft hatte. Damals traten Juden auf, die sich für Staatsbürger hielten, wobei sie sich Aegyptische Waffen für Fernosf auf alte Wohnrechte berie. j fen, in erster Linie die Fiih-; rer der alten sefardischen Gej meinden in Westfrankreich, während sie selbst durchaus j i nicht davon überzeugt waren, j : dass man den elsässischen ' , Juden, den Ostjuden Frank-;; reichs, die meist das waren,; ' was wir später als deutsche . Juden zu bezeichnen pflegten, j! nun auch diese wunderbaren Rechte der Gleichbereehti. j I gung zugestehen müsse. j In diesen Debatten der Fran. \ \ zösischen Revolution spie- 1 i geln sich die späteren Aus- : einandersetzungen bereits wi. > | der und heben sich in schwa-! chen, aber erkennbaren Kom- : turen hervor, die das 19. i i Jahrhundert beherrschen soll. , ten und zur Grundlage der | Kämpfe unserer Zeit gewor- \ den sind. Mit jedem Schritt, j , mit dem sich die Juden eman- ' 1 zipierten, wuchs der Wider, j , stand der sie umgebenden; i nichtjüdischen Welt. Die jüdischen Freiheiten wurden |; von Bestrebungen beschattet, I die in wachsendem Masse die; Versklavung oder Degradie-! | rung der Juden zum Ziele; hatte. Damals, in der guten, I j alten Zeit formte sich die ge. j gen die Emanzipation und ' I Gleichberechtigung der Ju- •, i den gerichtete Bewegung, die; man mit dem Sammelbegriff! des Antisemitismus zu be- , zeichnen pflegt. | | Das Wort selbst stammt aus dem letzten Jahrzehnt j des vergangenen Jahrhunderts. Die Bewgeung des An. liseniitismus ist also bezeich- | nenderweise in einem Augen-! blick der Hochblüte der bür. ' gerlichen Entwicklung, in ei. | ner Zeit des Friedens, des ' Wohlstandes, des technischen | Fortschritts entstanden. Die! zahlreichen Vorläufer antisei mitischer Publikationen und Zypern appellierte Jerusalem. — Das israe. lisehe Aussenministerium prüfte die Position Israels angesichts zweier Appelle, die der syrische Präsident an den Präsidenten Shazar und zugleich an andere Staatsmänner mit der Bitte gerichtet hatte, ihren ganzen Einfluss einzusetzen; um einem Zu. Stand ein Ende zu bereiten, den Makarios als „Akte türkischer Aggression und daher ein Verbrechen gegen die Mensch, lichkeit und eine ernste Bedrohung des Weltfriedens“ be zeichnete. In Anbetracht der Spannung in Zypern entschied sich Präsident Shazar, ei. ne Ferienfahrt, die er auf dem Mittelmeer zu unternehmen plante, vorläufig aufzuschieben. (ITA) Washington. — Hier vermutet man, dass Nordvietnam möglicherweise von Aegypten die Torpedoboote geliefert be- .— -;——-.«.wütig inucmauiei. , kam, die den nordamerikanischen Zerstörer „Maddox“* im; Angriff0 nahmen in den Jah- : dend gewesen. Es bestand al. i Siedlungen ein ganz anderes, haben sich — meist von Not,; Elend und Gefahr getrieben — auf diese Weise vor der kommenden europäischen Katastrophe der Hitler-Jahre gerettet und konnten nach einer wundersamen Entwick. ] lung, die aus den Entrechte- I ten die freiesten Bürger der . Welt gemacht hatte, den j Rest des in Europa zertrüm, 1 merten Volkes vor dem Uni tergang bewahren. | Im Schicksalsjahr 1914 wa. ' ren die europäischen Juden noch viel weniger auf einen Krieg gefasst als alle anderen. Wenn auch die iiberwie-! gende Mehrheit der zentraleuropäischen, vor allem der , deutschen Juden sich als Na. I tionaldeutsche betrachteten und mit der gleichen Unbedingtheit vom Kriegstaumel erfasst worden waren wie alle anderen, so haben sie doch ihren jüdischen Brüdern im Osten in den vorhergehenden Jahren mustergültig ge. holfen. Die Leistungen des Jüdischen Hilfsvereins in Deutschland für die Auswanderer aus dem Osten war für deren Rettung mitentschei. Vom Fieber geschüttelt von SEM FRANKENSTEIN ESnige erregende Tage erlebten die aus ihrem Schlaf erweckten Völker, die an die Mondreise einer Rakete, an grosse Entdeckungen der Wissenschaft, an den Fortschritt der Technik, an die Olympiade und andere unterhaltsame Ereignisse eher als an den Krieg dachten, der plötzlich in greifbare Nähe gerückt war. Es hing wieder einmal, wie so oft an einem Faden. Auf einem so unsicheren Boden steht heute die Existenz der Menschheit, wobei man das Wort .Existenz“ in seiner eigentlichen und wörtlichen Bedeutung nehmen soll. An allen Ecken und Enden brodelt es unter der Oberfläche. Vielerorts haben die Flammen bereits hochgeschlagen, nicht nur in den beiden Vietnams. Dieses geteilte Land ist selbst nur ein Produkt der Spannungen, die durch den Kalten Krieg entstanden sind und zur Teilung des Landes führten. Lange Jahre tobt dort ein blutiger Krieg. Die Amerikaner verteidigen jeden Zoll breit südvietnamesi. sehen Bodens gegen die kommunistischen Angreifer, die nur noch diese Landzunge zu besetzen brauchen, um einen rie. sigen Kontinent in der Hand zu haben. Es ist schwer vorauszusagen, ob Südvietnam sich gegen die natürlichen Ge. gebenheiten zu helfen vermag; aber die Amerikaner kön. nen mit Recht auf Südkorea hin-weisen, das unter den gleichen Bedingungen geschaffen wurde und besteht. Stammeskriege, Kämpfe in Dschungeln und Urwäldern, in Maiasien, Borneo, Java und anderen Kriegsschauplätzen Asiens, in Kongo und manchen anderen afrikanischen Republiken, Guerilla-Krieger iu siidamirakischen Staaten wie Bolivien und Brasilien, oder gar die kubanischen Feinde Castros in Nordamerika, Rebellionen und Revolutionen, all das und manche anderen Krankheitserscheinungen wie wirtschaftliche Krisen und Epidemien kennzeichnen unsere vom Fieber geschüttelte Zeit. In der augenblicklichen, von Unruhe und Verzweiflung bestimmten Situation wird es schwer sein, den Weg zur Normalisierung zu finden. Möglicherweise wird nach den nordamerikanischen Präsidentschaftswahlen eine Beruhigung eintreten. Wir können es nur hoffen. Keine NS-Organisation Es bestünden keine Anhaltspunkte für das Vorhan. densein einer rechtsradikalen Organisation, die dem aus l dem Gefängnis entflohenen ehemaligen SS-Fiihrer Zech- | Nenntwieh die Flucht er- ' möglicht habe. Diese Erklä.! rung gab Generalbundesan-1 walt Ludwig Martin auf eti den sich feindlich gegenüber, tretenden Heeren zu kämpfen. Die Sinnlosibkeit jeden Krieges, der Menschen zwingt, auf andere zu schie. I ssen, mit denen sie niemals , in einem Konflikt standen,! trat besonders augenfällig an diesem Beispiel hervor. Die , deutschen Juden, die als deut- ' sehe Soldaten in den europäi.; sehen Osten vorgedrungen ' waren, hatten das eindrucksvollste Erlebnis, in den Län. 1 dern der jüdischen Massen- | Golf von Tonkin angegriffen haben. Es konnte festgestellt 1 ren ^er Stöcker und Genos sen festere Formen an. Die Dreyfus-Affäre war nur ein Ausdruck dieser allgemeinen, für die Juden trotz des goldnen Zeitalters so unsicheren und unruhigen Lage, die deshalb nicht besser wurde, weil es Juden waren, die sich kon. stant sträubten, die Realitä. ten zu sehen. Eine Reihe Ritualmordprozesse, die mittelalterliche Beschuldigungen wiederholten, hielten die jüdische, aber auch die allgemeine Oeffentlichkeit in Spannung und Erregung. Dennoch war nicht zu verkennen, dass sich eine gewaltige Wandlung im vergangenen Jahrhundert vollzogen hatte. Die Fieberanfälle des werden, dass Aegypten russisches Kriegsmaterial, darunter sowjetische Torpedoboote, an Rotchina verkauft hat, seit, dem Moskau wegen der bestehenden ideologischen Differenzen der Regierung in Peking keine Waffen mehr schickt. Die in Washington vorliegenden Informationen besagen, dass Aegypten unlängst mit moderneren russischen Schiffen beliefert worden ist wie z. B. vom Typ „Komar“, die ferngelenkte Geschosse abfeuern können, so dass die früheren russischen Torpedoboote überflüssig geworden sind. Es ist ferner bekannt, dass die Rotchina und Nordvietnam befreundete ägyptische Regierung verschiedene Waffenar. ten aus ihren Ueberschüssen im Fernen Osten verkauft hat. Nach der hier vorherrschenden Auffassung betreibt Nasser heute das Spiel „Peking gegen Moskau“, um von beiden Regierungen Vorteile herauszuschlagen, ebenso wie er vordem erfolgreich den Osten gegen den Westen aus. spielte. Es ist kein Geheimnis, dass hohe Militärs aus Rotchiua in Kairo zu Besuch weilten. Nasser hat Nordvietnam anerkannt. Er pries die nordvietnamesischen „Kämpfer für die Freiheit“ und sang ein Loblied auf Ho Chi Min. Obzwar Aegypten Uh seine fortgesetzte Intervention im Jemen Waffen braucht, so weiss man andererseits, dass j Antisemitismus konnten den Nasser nicht nur .überschüssiges Kriegsmaterial sondern gewaltigen Fortschritt ün ino auch Waffen seiner eigenen Produktion verkauft hat, die er | dernen jüdischen Leben nicht mithilfe von den in der äyptischen Waffenindustrie bei ungeschehen machen Der schäftigten deutschen Technikern herstellen lässt. Aegyp. .moderne Jude“ — wie man zu ten fabriziert heute u. a. Militärflugzeuge, Torpedoboote, j sagen pflegte, war eine neue Tanks, automatische Waffen, Mörser, Maschinenpistolen i Wirklichkeit im jüdischen Le- und Gewehre. j ben geworden, der zwar we- Da nun Kairo bemüht ist, die Waffengeschäfte mit | sentliche jüdische Lebensge- Ländern, die Moskau nicht genehm sind, geheim zu halbiete aufgegeben oder ent. ten, so wird hier die Möglichkeit erwogen, dass sowohl dem j scheidend abgewandelt hattet nordamerikanischen wie dem sowjetischen Spionagedienst! «k»" ~i~- die ägyptischen Waffenlieferungen an Rotchina in ihrem vollen Umfang entgangen sein könnten. Die Torpedoboote könnten z. B. mit ihren eigenen Motoren unter Beglei- I tung eines Tankers, der sie mit Brennstoff versorgte, von Suez nach dem Fernen Osten gefahren sein. j Die Torpedoboote, von denen man annimmt, dass sie - Aegypten an Rotchina oder Nordvietnam verkauft hat, ge. hören wahrscheinlich zu den Schiffen, die Russland den i Aegyptern im Jahre 1950 zu billigen Preisen und erleichter.! ten Zahlungsbedingungen verkauft hat. als Moskau seiner- , zeit versuchte, auf die arabuwt» Welt Einfluss au gewin- ' atsn: uta) I so trotz Emanzipation und Assimilation ein Gefühl der Verbundenheit mit den Juden aus allen Ländern, das aus der Vergangenheit stammte. Die jüdischen Deutschen leugneten also nicht, eine Verantwortung gegenüber den nichtdeutschen Juden zu haben. Der Krieg hatte alle Juden durch ihre Emanzipation und j die gleichen Rechte, die sie sich so mühsam errungen hatten, vor die Notwendigkeit gestellt, nunmehr in den beL i für sie neues, aber sehr lebendiges Judentum kennen zu lernen. Wie diese Begegnungen auf verschiedene her. vorragende Persönlichkeiten des deutschen Judentums gewirkt haben, dürfte als bekannt vorausgesetzt werden. Sammy Gronemana hat dieses Erlebnis in der ihm eige. nen Weise beschrieben. Durch die deutsche Nieder, läge und vor allem durch die russischen Revolutionen (Schluss auf Seite 2) der aber doch ein ganz anderes Leben zu führen imstande war als alle anderen Juden, die noch in steter Un. freiheit zu existieren gezwungen blieben. Hier lagen auch die Ursachen der grossen Wanderung« - Bewegung, die bereits vor nunmehr bald ein. hundert Jahren die jüdischen Massen aus dem europäi. sehen Osten nach Amerika führte. Diese Auswanderer Araber verleumden Johnson Washington. — Die arabischen Staaten entfesselten eine wütende Kampagne gegen das Programm zur Entsalzung von Meerwasser, das kürzlich in Israel in An. griff genommen wurde, nachdem seine Durchführung in den Unterhaltungen des Präsidenten Johnson mit Ministerpräsident Eshkol beschlossen wurde. In den letzten Tagen haben die Araber in ihren Rundfunksendungen Johnson beschuldigt, die „zionistische Aggression zu fördern“. Radio Damaskus ging so weit zu behaupten, dass das amerikanisch-israelische Abkommen über die Entsalzung von Meerwasser nur ein Vorwand sei, um eine gegen die arabischen Lebensinteressen gerichtete weitergehende Zusammenarbeit zu tarnen“. Die arabische Presse berichtet in grosser Aufmachung über den „Johnson-Plan“, der zu einer Zeit gefasst wurde, da Israel zur Ableitung des Jordanwassers schreitet. Dies könne nur eine Bestätigung für die Unterstützung sein, die Amerika den Zionisten und ihrer Expansionsgelüste in Palästina zu leisten gewillt sei. Trotz der Beschwerden arabischer Diplomaten, die im gleichen Ton gehalten waren, hat das Wei-se Haus angeordnet, dass das Projekt zur Entsalzung von Meerwasser angesichts seiner Wichtigkeit für alle Länder beschleunigt durchgeführt werden soll. (ITA) ner Pressekonferenz in Karlsruhe ab. Martin betonte, die Bundesanwaltschaft habe bei ihren umfangreichen Ermittlungen keine Hinweise auf rechtsradikale Zusammenhänge in diesem Falle entdecken können. Martin räumte ein, dass sich zweifellos alte Nazis in der Bundesrepublik gesinnungsmässig verbunden fühl, ten. In diesem Falle lägen jedoch keine Straftatbestände vor. Die anderen Vorwürfe. die im Zusammenhang mit der Gefangenenbefreiung im Falle Zech.Nenntwich erhoben wurden, müssten von den zuständigen Stellen in Braunschweig geklärt werden. Die Bunöesauwalfeschaft werde aber auch weiterhin eventuelle rechtsradikale Zusammenkünfte ebenso aufmerksam beobachten wie die Unksradikalen Organisationen. Der niedersächsische Justizminister von Nottbeck hat nachträglich die Fragen beantwortet, die ein SPD-Abge. ordneter im Zusammenhang mit der Flucht Zech-Nenntwichs in der Fragestunde des Bundestages gestellt hatte. In einem Schreiben an die Fraktions . Vorsitzenden im Bundespariament, das bereits früher verfasst aber erst jetzt der Presse übergeben wurde, schildert der Justizminister nochmals die Vorgänge bei der Flucht des ehemaligen SS-Offizicrs. Von Nottbeck, der in diesem Schreiben auch auf Zu. satzfragen eingeht, versichert, dass sich keine Anhaltspunkte für eine Flucht hilfe durch eine NS.Organisation ergeben hätten. Weiter versichert er, es seien Massnahmen ergriffen -worden, die künftig einen derartigen Missbrauch von Gefängnisschlüsseln verhindern sollen. Der Minister stellt jedoch gleichzeitig mit Nachdruck fest, dass sich die Sicherheitsmassnahmen in jeder Gefängnisverwaltung gegen die Gefangenen und nicht gegen die langjährig erprobten Aufsichtsbeamten richte ten. Die Erörterung der Flucht Zech-Nenntwiehs in einer Justizminister - Konferenz hält von Nottbeck nicht für notwendig, weil die Straivollzugsabteilungen der Länder ihre Erfahrungen ohnedies regelmässig austauschen.

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