Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2076 (7.8.1964)
- Date
- 1964-08-07
- Page
- [Seite 1] (sequence 1)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/9616703-9614256-9614565--3443-9614566- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
PUEYRREDON 219« — l’ Izqfa Jkmxata JshjCddiia r. e. *32613 Aöo XXV. BUENOS AIRES, VIERNES 7 OE AGOSTO DE 1964 N“ 207G Neue arabise Die zweite arabische Spitzenkonferenz, die zuerst im August stattfinden sollte, soll nach Bekanntmachung der Arabischen Liga nun am 5. September in Alexandrien zusammentreten. Aber im Moment sind in der arabi. sehen Welt Ereignisse zu beobachten, die die Abhaltung der Konferenz zu diesem Termin trotz allem zweifelhaft erscheinen lassen. Auf der zweiten Spitzenkonferenz wollte die Arabische Liga den Mitgliedssstaaten über ihre Aktion gegen Israel und insbesondere gegen den israelischen Jordan- Plan Bericht erstatten. Darüber hinaus sollte die zweite Konferenz der Besserung der Atmosphäre und der Stärkung des Einheitsgedankens dienen. Hinsichtlich des Jordan- Planes hau die Arabische Liga den Staaten nicht all zu viel zu berichten. Auch wenn der Generalsekretär Einzelheiten über die Vorbereitungen zur Ableitung der Quellflüsse bekannt geben wird, so wird dieser Bericht keinen sehr grossen Eindruck ma chen. Die arabischen Politiker wissen, dass die Ableitung ein mühseliges und kostspieliges Unterfangen ist, das erst nach längerer Zeit seii ne Wirkungen haben wird. | Demgegenüber werden die j Delegierten der syrischen Baath - Regierung betonen, dass Israel ungestört seine Versuche mit dem Jordan unternehmen konnte, und dass die Araber trotz aller vorausgegangenen Propaganda nicht reagierten. Ein zweiter Bericht, den die Delegierten anzuhören haben, wird auch nicht sehr ermutigend sein. Es handelt sich um die Gründung der Befreiungs-Organisation der palästinensischen Araber unter Führung von Ahmed Shukairi. Der Kongress der arabi. sehen Flüchtlinge hat wohl stattgefunden, und die Teilvoii einem Israel-Korrespondenten solcher Einheiten rundweg abgelehnt. „Sehr freimütige“ Gesprä. che fanden in Beirut zwischen Shukairi und der Regierung des Libanon statt, und das Ergebnis war für den Führer der palästinensischen Araber sehr enttäu. sehend. Er muss jetzt in anderen Staaten sein Glück versuchen, er braucht Geld und Waffen und Besuche in Moskau und Peking stehen noch auf seinem Reise-Programm. Ueber das Resultat dieser Visiten kann heute nicht geurteilt werden, aber der Schwung, den Shukairi zur Durchführung seiner Plä. ne braucht, ist nicht vorhanden, und jeder Schritt benötigt sehr viel Zeit. Angesichts dieser Bilanzen möchte Nasser andere Pro- ■; bleme in der arabischen Welt erledigt sehen, um auf der zweiten Spitzen. Konferenz möglichst stark zu erschei- : nen. Die Unterzeichnung des Union-Abkommens Aegypten-; Irak war nach seiner Mei. \ nutig ein grosser Erfolg. An i diese Union möchte sich ei- ] ligst der Jemen angliedern, j der jedoch keine grosse Be- , deutung hat und eher ein I Passivum als ein Aktivum I darstellt.! Nasser interessiert sich im Moment um Herstellung gu- . ter Beziehungen zu Hussein, j um mittels eines Dreibundes Aegypten . Transjordanien- 1 Irak das ihm verhasste Sy- I rien noch mehr unter Druck nehmen zu können. Der Stellvertreter Nassers machen. Dennoch ist ein Nasser-Besuch in Amman für Hussein ein grosses Risiko, und sicher hat er seine Entscheidung noch nicht getrof. fen. Abgesehen von der Bildung dieser neuen Achse möchte Nasser endlich auch das Ka- | pitel Jemen erledigt sehen, j Die Aegypter mussten wieder j zugeben, dass schwere Kämpfe im Gange sind. Ihre Ak- : tionen gegen die südarabi. Kampf um Jemen eingreifen wollen. Der Ministerpräsident Feisal hat dem UN-General. Sekretär U Thant mitgeteilt, dass sein Land keine Beiträge mehr für die — völlig erj folglosen — UN.Beboachter i zahlen will. | „Nasser möchte noch bis i zur Spitzenkonferenz eine mi. j litärische Entscheidung im Jemen erreichen“, hatte die j Beiruter Zeitung ,A1 Hayat“ j geschrieben, aber die Ausj sichten für einen solchen; Sieg sind heute nicht grösser Kritik an einem Justizminister Toronto. — De Leitartikler der bedeutenden Tages, zeitung „Toronto Telegraph“ beschuldigte den kanadi. sehen Justizminister, nicht energisch gegen die antisemitischen Ruhestörer einzuschreiten. Die behördliche Reaktion auf die zum Rassenhass aufreizenden Pamphlete wirt. als „entmutigend“ bezeichnet. Navhdem Favreau zuerst versprochen hatte, aufgrund der von der kanadischen Polizei gelieferten Beweise, eine sofortige Aktion einzuleiten, behauptete er später, das vorliegende Material rechtfertige keine gerichtliche Verfolgung. Hierzu schreibt die Zeitung: „Jetzt erklärt Herr Favreau sogar, er habe überhaupt keine gültigen Unterlagen, und 30 stehen wir wieder da, wo wir gestanden haben. Seit über fünf Monaten hängt die Angelegenheit wie ein Damoklesschwert über unseren Köpfen, oder wie es in der Amtssprache heisst, ist ,die Untersuchung im Gange*. Wenn Herrn Favreau nichts Besseres einfällt, so sollte er wissen, dass seine wiederholten Versicherungen, dass ,die Untersuchung im Gange“ ist, für diejenigen keinen Trost bedeuten, welche unter den Naziverfolgungen gelitten ha. ben und sich heute der Hetze der Neonazis ausgesetzt sehen, die zu ihrer Tilgung vom Antlitz der Erde aufrufen.“ (ITA) BRITISCHE NS-OPFER Die deutsche Bundesregieglaube aber, dass die zugesagrung hat sich in einem Abj te Entschädigungssumme im kommen bereit erklärt, eine j Vergleich zu ähnlichen, zwi. Pauschalsumme von rund . sehen der Bundesregierung 11,2 Millionen Mark zur Ent. ' und anderen Ländern getrofsche Föderation haben kei- 1 als zu Jahresbeginn. Das Pro-; Schädigung britischer Statas- 1 fenen Abmachungen günstig nen Erfolg vielmehr scheinen i die Verhandlungen der südj arabischen Vertreter in London über Bildung eines mehr j selbständigen Föderations.; Staates — hinter welchem jej doch weiter England stehen \ würde — Fortschritte zu maj chen. Saudi-Arabien, das ebenso w'ie Syrien und der Libanon zur arabischen Opposition zählt, hat britische Raketen erhalten, und w'ird militä. risch gestärkt. In Kairo fürchtet man, dass die Saudier erneut aktiv in den blem Jemen beschäftigt Nas. ser weiter, die Ausgaben in diesem Lande zehren an der Kraft seines Staates und untergraben seine Stärke. Nicht zuletzt die Jemen-Fra. ge bringt Nasser zur Ueberle bürger zu zahlen, die Opfer von nationalsozialistischen Verfolgungsmassnahmen waren. Aussenminister Butler teilte vor dem Unterhaus mit, dass der Betrag an die britische Regierung gezahlt sei und die zu erwartenden Forderungen britischer Staatsbürger decken werde. Es seien in die Hauptsache Menschen, die in Konzentra. tionslagern waren, entweder in Deutschland oder in den gung, ob Anfang September | wercjen sop, die ihrerseits An-; während des Krieges besetz- •3a» fiir .... - _ ...... . n i . . der richtige Termin für die zweite Spitzenkonferenz sei; und wenn Nachrichten über eine weitere Verlegung kommen, sollte man sich nicht wundern, dass sich über die arabische Region politische und militärische Wolken zusammenziehen. träge der Geschädigten ent. gegennehmen und über sie ] entscheiden wird. i Der Minister unterstrich, dass „es zweifellos sehr lange gedauert hat, bis wir dieses Abkommen erreichten“. Die Verhandlungen seien sehr schwierig gewesen. Er WIE ICH ES SEHE Zeitenwende durch Krisen von JEHUDA GÖTTHEIMER Mit Recht wurde allgemein in diesen Tagen an den Ausbruch des Eisten Weltkrieges erinnert, der vor 50 Abdel Hakim* Amr" besuchte! Jahren Jen Beginn einer ' grossen Krise ankunugte, deren Ursachen und Folgen Amman, und nach neuen Ge. rüchten ist es möglich, dass ' Nasser im Anschluss an ei- : ne Visite in Bagdad auf dem Rückweg nach Kairo auch! nach Transjordanien kom. 1 men wird. Ob Hussein von dieser Idee sehr begeistert ist, kann bezweifelt werden. In Transjordanien gibt es ... , immer noch sehr starke pronehmer haben sich m wort. na™ri_h„ Strömungen bei reichen Resolutionen — ' h Strömungen, bei auch heute noch nicht vollends überwunden worden sind. Wir wissen genau, dass die gewaltigen Kräfte, die sich damals durch einen schrecklichen Kampf auf vie. len Schlachtfeldern lösten, bis jetzt weder geordnet noch gebunden werden konnten. nete, wie durch den Fort.! die Voraussetzung für die Ueschritt auf allen anderen Le- 1 berwindung der Kreise bildet. Palästinafrage nur auf dem Schlachtfelde gelöst werden könne. Shukairi wurde auch zum „Führer“ der Araber Palästinas gewählt, aber diese Führerstellung hat sich in der Politik des Mittleren Ostens noch nicht sehr ausgewirkt. Die Tagung in der Jerusa lemer Altstadt endete mit! dem Beschluss, .dass Shukai-! ri die Mitglieder des Befreiungsrates, der „Exilregierung“ der Araber Palästinas, selbst ernennen soll. Aber bis heute sind die Namen der Rats-Mitglieder nicht bekannt, vorläufig ist Shukairi ein einsamer Wanderer ohne Organisation, der von Land zu Land reist, um seine Ideen zu popularisieren und um vor allem militärische Einheiten der Araber Palästinas auf die Beine zu bringen. Er selbst wollte die Gründung einer zentral gelenkten Palästina Armee erreichen, was jedoch König Hussein und andere arabische Politiker ablehnten. Die Lösung hiess daraufhin: Schaffung einzelner Formationen in den verschiedenen Staaten. Aber bisher stehen die Formatio- . nen auf dem Papier, und ein Land, nämlich Libanon, hat die Hilfe bei der Schaffung dauert, ist bisher nicht überwunden. Mit einem Wort: die Krise, r„,an. . . „ denen ‘Bekenntnis “zum'Chef i °ie m‘n “hon 50 Jahre an- „daf I Aegyptens mit „Fortspülen -^. des reaktionären monarchischen Regimes“ gleichbedeu- Das Märchen von der gutend ist. Transjordanische I ten, alten Zeit wurde durch Zeitungen berichteten in die. | das Kriegsgeschrei jäh ver. sen Tagen, dass die in Aegypscheucht. Gewiss hat die Welt ten befindlichen transjorda-; in ihrem äusseren Gepräge nischen politischen Emigran- 1 den Wechsel ins 20. Jahr, ten sich mit König Hussein versöhnen wollen und in ihm wieder den Führer sehen möchten. So will man die pronasserischen Kreise in Transjordanien ungefährlich bensgebieten. Seitdem der | deutsch - französische Krieg beendet war. herschte Frie-! den, jedenfalls in Europa. ' Ein gewaltiger Lebenstaumel; hatte die Völker ergriffen, : die damals führend und ton. : angebend gewesen sind, die 1 „der Welt“ das Gepräge gaben und über den künftigen | Weg aller Nationen bestimmi ten oder bestimmen wollten. : Aber der furchtbare Krieg mit seinen vernichtenden Fol. gen, die sich auch jetzt noch Denn wenn es nicht gelingt, andere, neue und hoffentlich bessere Vorbedingungen für die Existenz der Menschen und ihrer staatlichen Lebens, formen zu schaffen, muss stets dieselbe Ursache wieder eine gleiche oder ähnliche Wirkung erzielen. Alle die Elemente des internationalen wie des gesellschaftlichen Lebens, die wir beim Ende des vergangenen Jahrhunderts vorfanden, sind auch noch in unserer Gegen. ten Gebieten. Unterhausabgeordnete bei der Parteien äusserten ihre Genugtuung darüber, dass die in der britischen Oeffentlichkeit schon seit langem geforderte Ent-schä digung von NS.Opfern oder ihren Angehörigen jetzt endlich vereinbart werden konnte. Ein konservativer Abgeordneter meinte allerdings, die Summe von einer Million Pfund sei zu gering. Aussenminister Butler lehnte es jedoch ab, eine Wiedereröffnung der Verhundlungen ln Aussicht zu stellen, falls sich die Ansprüche als zahlreicher er. weisen sollten, als man vermutet habe. Das Parlament würde gegebenenfalls über diese Frage entscheiden müssen, meinte er, aber zunächst gehe man davon aus, dass die erreichte Lösung ausrei. chend sei. hundert mit grossem Pomp lärmend gefeiert, denn es war eine Epoche, die sich durch einen ungeahnten technischen und wirtschaftlichen Aufschwung ebenso auszeich- Nazis in Frankreich verhafte! Paris. — Die französische Polizei entdeckte eine neonazistische Geheimorganisation, die im ganzen Lande über 100 aktive Mitglieder zählt. Neun Erwachsene und dreizehn Minderjährige wurden unter der Anklage der „Verschwörung gegen die Staatssicherheit“ inhaftiert. Auf Anweisung des staatlichen Sicherheitsdienstes führten Polizeioffiziere naussungen in den Filialen der Bewegung in Paris, Marseille, Lyon und anderen Städten durch. Hierbei wurden Propagandamaterial gegen Juden und Neger, Hitlerbilder, Naziabzeichen und Snrengstoffe beschlagnahmt. Die Polizeibehörden sind der Ansicht, dass die französische Organisation zu einem Weltverband von Nationalsozialisten gehört, an dessen Spitze der Führer der nordamerikanischen Nazipartei George Rockwell steht, und ferner engen Kon. takt mit den englischen Nazis des Colin Jordan unterhält. Mehrere in Frankreich lebende Ausländer, in ihrer Mehrzahl „angelsächischer Herkunft“ sind ln den Fall verwickelt und sollen baldigst aus Frankreich ausgewiesen werden. (ITA) bemerkbar machen, war kei. i wart zu beobachten. Die gro ne Ueberraschung, war kein 1 Blitz, der plötzlich hell auf-; leuchtete und eine ahnungs-; lose Menschheit aus ihren! Wachträumen riss. Der Be- \ ginn der grossen Krise und : damit der Zeitenwende, die I durch diese Krise hervorge. . rufen worden ist, muss viel früher angesetzt werden. Der Kriegsausbruch 1914 war nur ein weithin sichtbarer Meilenstein auf dem Weg ohne Ende, den Menschen und Völker von Krise zur Krise, von Krieg zu Krieg, von Enttäuschung zu Enttäuschung zurücklegen. Wenn man Vergleiche zwi. sse industrielle Umwälzung, mit der — wie man zu sagen pflegt —, ein neues Zeitalter eingeleitet wurde, hat noch keine adäquate Form gefunden, die zur Stabilisierung und Befriedung des gesellschaftlichen Lebens geführt haben würde. Denn noch leben die Menschen nicht un. ter einem gleichgearteten oder gleichartigen Gesetz, das allen in gleicher Weise die Möglichkeit gibt, an den geistigen und wissenschaftlichen, den technischen wie wirtschaftlichen Möglichkeiten und Gegebenheiten einer fortschreitenden Zeit mit alschen den beiden Weltkrie. 1 len ihren Auszahlungen auf gen und ihren Wurzeln zieht,! wird man Aehnlichkeiten und , Vergleichs - Möglichkeiten : feststellen, die ebenso er-1 schreckend wie deprimierend wirken, weil man erkennen! muss, dass sich die bewegensämtlichen Lebensgebieten teilzunehmen. Solange diese krasse Unausgeglichenheit be_! steht, kann sich die Lage nicht beruhigen. Neue Revolten werden zu neuen Revolu-! tionen führen, neue Krisen den Kräfte vielleicht verla. j zu neuen Kriegen, gert, nicht aber geändert ha- I Wenn man nach fünfzig ben Wer sich bemüht, ein Jahren, seit der Erste Weltwenig tiefer in die Probleme j krieg begann, Rückschau hineinublicken und nicht nur die äusseren Fakten zu be- ' greifen bemüht ist, der wird ' verstehen lernen, dass wir bisher den Zauberkreis des nationalen wie internationalen Lebens nicht durchbrechen konnten, obwohl dieser hält, wird man zugeben müs. sen, dass die gleichen Ursachen, die jene Katastrophe ausgelöst haben, noch heute vorhanden sind und demzufolge — vielleieiit in einem anderen Gewänne und mit anderen Methoden, — auch Durchbruch zu neuen Gedan-! zu den gleichen Folgen fiihken und Gesellschaftsformen ren müssen. Diese Erkenntnis ist gewiss deprimierend; aber nur dann, wenn man den Dingen und Fakten ins Auge zu schauen bereit ist und den Mut aufbringt, ihnen zu begegnen, werden wir zu Ergebnissen gelangen können, die aus diesem ständigen Krisenstand und der permanenten Kriegsgefahr in eine neue Gesellschaft hinüberleiten können. Die beunruhigende Parallele, die man zwischen allen Entwieklungsphasen im Laufe dieses Jahrhunderts zu ziehen gezwungen ist, sehliesst durchaus nicht aus, auf die Veränderungen hinzuweisen, die das Bild dieser Erde in der Zwischenzeit erfahren hat. Das grosse britische Imperium ist verschwunden. Was übrig blieb, ist ein ganz anderes England, sind Erinnerungen und Hoffnungen auf eine Neuformierung der staatlichen wie gesellschaftlichen Strukturen, die langsam an die neuen techni. sehen und .modernen“ Gegebenheiten angeglichen werden müssen. Durch welche Krisen dieses Land hindurch, schreitet, ist durch Randerscheinungen krasser ins Bewusstsein zu bringen, nachdem selbst in diesem „urkonservativen“ Lande moralische Dekadenzfälle nur den Re. flex eines unsicheren Sucliens nach neuen Vorstellungen darstellten und zu einer Erschütterung des öffentlichen Lebens beigetragen ha. ben. Wer hierin nur unbedeutsame Skandalaffären erblicken will, wird dem wirklichen Ernst dieses Umwäl. (Schluss auf Seite 2)