Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2075 (31.7.1964)
- Date
- 1964-07-31
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Año XXV. FRANQUEO PAGADO i « A .3 Concesión 908 *•? " u & Z CUSÍ ÇJ *- a> < U! TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 BUENOS AIRES, VIERNES 31 DE JULIO DE 1964 No. 2075 EL EJEMPLAR en toda la República PUEYRKEDON 2190 1« t*q. T. E. 83 2613 Buenos Airea Israels Sicherheits-Probleme'Blick in die Welt Oie Problematik der israe. lisch en Sicherheit hat viele Aspekte die sich .je nach dem Geri. itspunk ., nach dem wir sie betrachten, in Kategorien einteilen lassen. Betrachten wir die drohen, den Geiähren vom Stand, punkt der feindlichen Machtkonzentration. so steht Aegypten unter Nassers Regime an ejster Steile. Betrachten wir sie vom strategischen Standpunkt, so erscheint uns bei Kriegführung mit konventionellen Waffen die Ostgreze am gefährlichsten. Gegenwärtig aber wurde durch die letzten Ereignisse, durch die provokative Aktivität der Syrer, die Nordgrenze zu einem akuten Problem. Wenden wir unseren Blick in die Zukunft, so bedroht Israel Nassers Aegypten mit seinem ständig wachsenden Potential an Raketen-Waffen und einem ferngelenkten „Druckknopfangriff'. Einen weiteren Aspekt der Unsicherheit würde im Falle des Anwachsens der Zahl der Araber im Lande das Minoritäts. Problem bilden, wie es Ministerpräsident Eshkol als Argument gegen eine Riicknah. me von Flüchtlingen un. längst betont hat. DIE KUESTUXGEN AEGYPTENS Wie die Dinge heute liegen, haben alle Versuche vervon MEIR FAERBER sagt, die Bonner Behörden zu praktischen Massnahmen zu bewegen, die deutschen Fachleute aus der ägyptischen Kriegsrüstung zurück, zuziehen. Monate und Jahre vergehen,- ohne dass auf diesem Gebiet ein Erfolg erzielt würde. Nun hat Eshkol de Gaulle ersucht, seinen Einfluss auf Bonn einzusetzen, aber nach den bisherigen Er. fahrungen dürfen wir uns keine zu grossen Hoffnungen machen, dass es von dieser Seite her gelingen werde, die formalistischen Einwände der westdeutschen Behörden zu zerstreuen. Inzwischen wächst das ägyptische Angriffspotential von Monat zu Monat. Nasser hat im Jahre 1963 64 nicht weniger als 250 Millionen LE und etwa 40 Prozent des ägyptischen Entwicklungsbudgets für Militärzwecke aufgewandt, wobei auch nicht vergessen werden darf, dass Aegypten vom Sowjetblock zu sehr niedrigen Preisen mit Waffen beliefert wird. Die Panzerwaffe wird ständig vergrössert, die Kriegsflotte besteht aus sieben Zerstörern, zwei Fregatten, sechs Minenwerfern und neun modernen Unterseeboo. ten. Die Luftwaffe verfügt über 250 Flugzeuge russi- Neue neonazistische Partei? Die ..Deutsche Nationalzeitung und Soldatenzeitung“ ist zweifellos, das am besten und geschicktesten aufgezogene Werbeblatt des deut. sehen Rechtsradikalismus. Die . Manager dieses Unternehmens lehnen den Nationalsozialismus Hitlers und auch seinen Judenhass ab, unterstützen jedoch alle Nah. und Fernziele des Neonazismus. Unter der Maske einer demokratischen Rechtsopposi. tion fechten sie untermüdlich für die Ziele der orthodoxen Nachfahren der Männer der NS.Diktatur.- Sie wenden sich gegen die Kriegsverbrecher - Prozesse, machen eine heftige Propaganda gegen den in Frankfurt * zur Zeit laufenden Auschwitz. Prozess, wehren sich gegen die These der alleinigen Kriegsschuld des Nazireiches, treiben eine heim tückische Propaganda gegen Israel und publizieren schon seit Monaten die Memoiren eines intimen Mitarbeiters von Goebbels, des NS-Prinzen zu Schaumburg.Lippe. Im Augenblick treibt die „Nationalzeitung“ eine lärmende Propaganda für den „Historiker“ Hoggan und seine Reinwaschungs.Kampagne für Hitler. Die Auflageziffer ist ständig angestiegen und beträgt zur Zeit rund 135.000 Exemplare. Das ist für das heuti. ge Deutschland eine immense Auflage, gemessen an der völligen Einflusslosigkeit der übrigen neonazistischen Blätter in der Bundesrepublik. Der Herausgeber Dr. Frey ist, altnazimässig, unbelastet. Ehwar in den tausend Jah. ren noch ein Kind Die Leser des Blattes indessen sind zu 75 Prozent ehemalige und : unverbesserliche Nazis. Nazis,! die indessen verstanden haben, dass man mit der Zeit | gehen muss und die zwischen! den Zeilen zu lesen verste. hen. Ermutigt durch den grossen Erfolg des Blattes beab. sichtigen die Kreise, die hin. ter ihm stehen, in die Politik im Bundesmasstab einzusteigen. Sie wollen zu den kommen, den Bundestagswahlen im j Herbst 1965 eine neue rechts- | radikale Partei aufziehen, ‘ die genügend Anziehungs- | kraft haben könnte, um die I zahllosen rechtsradikalen; Parteisplitter aufzusaugen und so eine ernst zu nehmende Sammelpartei der radikalen deutschen Rechten zu werden. Nicht der konservativen sondern der revolutionären Rechten, die sich indessen hüten würde, wenigstens in der ersten Zeit, die Slogans und die Methoden der Nationalsozialisten zu übernehmen. Dr. Frey hofft, im kommenden Bundestag mit 5—6 Gesinnungsfreunden einziehen zu können. Das wäre ein bescheidener Anfang, aber immerhin eine Grund, läge. Die letzten beiden Bun. destage zählten nicht einen rechtsradikalen Abgeordneten in ihren Reihen. Und schliesslich — Hitler hat ja auch sehr sehr klein und bescheiden angefangen. Der Name der neuen Par. tei wird im Augenblick noch im Freundeskreis der „Nationalzeitung“ diskutiert. Sehr bemerkenswert ist die finanzielle Solidität des rechtsradikalen Blattes. Sogar der Ausbau des Blattes zu einer Tageszeitung wird diskutiert. Kurt Kaiser-Blütli scher Provenienz, darunter; „MIG 21“, „MIG 19“ und I „MIG 17“, Kampfflugzeugen : mit Uebersohallgeschwindig- | keit, „Rjuschin 27“-Bombern und „Tupolpw 16 ‘-Transport, flugzeugen. Sowjetische und westdeutsche Kräfte arbeiten am Ausbau des Raketen-Potentiales in Aegypten zusam. men. es heisst, dass Nasser in etwa zwei Jahren bis zu tausend aktionsfähige Raketen zur Verfügung stehen werden. Für den Ernstfall müsste Israel die Kampfkraft der anderen arabischen Staaten mit in Betracht ziehen. Irak verfügt über zwei Panzerdivisio. nen und drei Infanteriedivisionen, die zu zwei -Dritteln mit sowjetischen Waffen aus. gerüstet sind, und über 250 Flugzeuge; Syrien hat sechs Infanterie-Brigaden, zwei me. chanisierte Infanterie-Briga. den, zwei Panzer.Brigaden und 200 Flugzeuge, ebenfalls sowjetischer Herkunft; Transjordanien besitzt vier Infanteriebrigaden, eine Pan. zerformation und 40 britische Flugzeuge. EIN SICHERHEITS. KOEFFIZIENT Den wichtigsten Sicnerheits-Koeffizienten in diesen Berechnungen bilden die ständigen Konflikte unter den arabischen Staaten. Trotz all seiner optimistischen Erklärungen gelingt es Nasser nicht, das „demokratische“ Regime im Jemen so weit zu festigen, dass er seine Truppen von dort zurückziehen könnte, die sich unter den schwierigen Bedingungen im Jemen nicht gerade als schlagkräftig und kampffä. hig erwiesen haben. Nassers Prestige hat im Jemen schwere Einbuss erlitten; dabei ist es noch nicht abzusehen, wann und wie er dieses Abenteuer beenden kann. Die Hoffnungen auf die umfassende arabische Front gegen Israel scheiterten bisher immer wieder an den Meinungsverschiedenheiten und Antagonismen unter den arabischen Führern und F*oliti. kern sowie an innerstaatlichen Problemen, denen sich die arabischen Herrscher in ihren Ländern gegenübersahen. Ben Bella ist zwar bereit, Zehntausende seiner Bürger auf dem palästinensischen Schlachtfeld zu opfern, aber sie selbst sind gewiss nicht dazu bereit, ihre Haut für die Ambitionen demagogischer Führer zu Markte zu tragen, und vorläufig hat er in seinem Lande noch genug mit seinen Widersachern zu kämpfen. Nichts weist darauf hin, dass es Nasser gelin. gen werde, die arabischen Staaten gleichzuschalten, und sei es auch nur zum Zweck der Vernichtung Israels. Diese Sachlage sichert, soweit man voraussehen kann, auch Israels Ostgrenze. PROVOKATIONEN Die letzte Welle der Grenzzwischenfälle hat Ausmasse erreicht, die nicht mehr mit der konventionellen Ruhe hingenommen werden können. Die Syrer haben unter grober Verletzung der Waf. fenstiilstands - Bedingungen schwere Waffen nicht nur an der Grenze postiert, sondern sie auch aktiv betätigt — und das unmittelbar nach einer Serie von Beschiessungen aus automatischen Waf. fen. Die Israelis konnten sich unter solchen Umständen nicht mehr allein damit begnügen, die Gemischte Waffenstilstands _ Kommission anzurufen, die den Angreifer bestenfalls rügt, und Aussen, minister Golda Meir lud daher den amtsführenden Chef des UN-Beobachterstabes Colonel Marsh und den politl. sehen Berater des Stabschefs, Henri Vigier, zu sich und warnte sie vor den Folgen solcher syrischer Angriffe. Gleichzeitig machte Israels Delegationsführer in den UN, Michael comay, den Generalsekretär U Thant auf den Ernst der Situation aufmerksam. Eine weitere Zuspitzung bekam die Lage durch den plötzlichen Mordangriff transjordanischer Legionäre, die am Ufer des Jarmuk zwischen Massada und Schaar Hagolan einen Rav-Samal der Grenzwache, den 26jäh_ rigen El ja hu Madmoni aus Jerusalem erschossen und den 20 jährigen Schimon Idrai verletzten. Nur drei Schüsse waren aus fünfzig Metern Entfernung von einer gedeckten Stellung am Ostufer des Jarmuk abgegeben worden, woraus sich klar ergibt, dass es sich um Scharfschützen handelte, die den Mord beabsichtigt hatten. Auch in diesem Falle, wie bei früheren Parallelfällen, behaupteten die Transjorda. nier, dass die Israelis als erste geschossen hätten, und so liegen der Waffenstillstands, kommision wiederum von beiden Seiten Beschwerde und Gegenbeschwerde vor. Die Waffenstillstands . Kommission müsste jedoch die Schul, digen feststellen und veranlassen, dass sich solche Mord- Überfälle nicht wiederholen. Bezüglich der syrischen Aktivität versucht man, sich in Jerusalem die Zwischen, fälle damit zu erklären, dass die Syrer die Ernte auf der israelischen Seite des Grenz, gebietes durch Beschuss mit Flammenwerfern vernichten wollen, wie sie dies auch voriges Jahr vor der Getreideernte taten. Möglicherweise ging die Aktion von den an der Grenze postierten Solda. ten aus und wurde dann von Damaskus gedeckt. DIE IRREDENTA GEFAHR Auf Vorschläge, dass Israels Regierung durch Rücknahme von etwa zehn Pro. zent der Flüchtlinge eine Ge. ste des guten Willer s zeigen solle, entgegnete Ministerprä-. sident Eshkol mit begrüssenswert eindeutiger Ablehnung. Er wies auf die Gefahr hin, dass angesichts der schnelle, ren natürlichen Bevölke. rungszunahme der Araber als der Juden in Israel die Rücknahme weiterer Flüchtlinge dazu führen würde, dass es in Israel in einigen Jahren eine grössere arabische Minorität gäbe, als die jetzige tiir. kische Minorität in Zypern mit ihren 18 Prozent ausmacht. Zwanzig Prozent Araber in Israel würden aber unter dem Druck der sehr ak. tiveu Propaganda aus den von HAROLD SGHWARCZ In Singapur ist es zu neuen Zusammenstössen gekotn. men, wobei viele Tote und Verwundete zu verzeichnen waren. —, Der russische Premierminister Krutschew ist von sei. ner Reis« aus Polen zurückgekehrt, um in Moskau neue Richtlinien für den Kampf gegen Rot-China um die He. gemonie in der kommunistischen Welt festzulegen. — Charles de Gaulle schlug die Abhaltung einer neuen Ostasienkonferenz vor, um die Probleme Vietnams und anderer asiatischer Länder auf der Grundlage internationaler Vereinbarungen zu klären. — Nach 27 Tagen wurde die italienische Regierungskrise gelöst und Aldo Moros neuestes Kabinett bestätigt. — Der republikanische Präsidentschaftskandidat, Barry Goldwater, wurde vom Präsidenten Lyndon B. Johnston empfangen. Im Rahmen der Besprechung wurde über die .Menschenrechte“ und den interamerikanischen Rassen, kampf verhandelt. — Der Oberbürgermeister New Yorks rief die Bevölkerung auf, die Zusammenstösse zwischen Schwarz und Weiss zu vermeiden und die Ordnung wiederherzustellen. — Die Afrikanische Konferenz in Kairo beschloss Sanktionen gegen Portugal und Südafrika; die afrikanischen Häfen werden für die Schiffe dieser beiden Länder geschlossen werden. — Das Interamerikanische Comité der Allianz für den Fortschritt, das in Mexiko tagte, beschloss den Entwurf eines Planes, der den alten Marshall.Plan zom Vorbild haben wird. — Die Konferenz der Aussenminister der amerikanischen Staaten trat in Washington zusammen, um einen Antrag Venezuelas gegen Kuba zu behandeln, mit dem die Verhängung des Boykotts über diesen Inselstaat verlangt wur de. Nur vier Länder (Mexiko, Chile. Bolivien und Uruguay! sprachen sich gegen die Anwendung von Sanktionen aus. — Die Aegypter behaupteten, einen israelischen Luftangriff abgeschlagen und einige israelische Flugzeuge abge. schossen zu haben. Dies sollte offensichtlich ein Geschenk Nassers für die afrikanische Konferenz sein, um Stimmung gegen Israel zu machen. Die Nachricht entbehrte jeder Grundlage. — Für die Durchführung des Vatikanischen Konzils werden neue Richtlinien erlassen, durch welche die Verhandlungen und Debatten beschleunigt werden sollen. — Das Mandat des Präsidenten Brasiliens, General Humberto Castello Branco, wurde „neu festgesetzt“ und wird nunmehr bis zum März 1967 dauern... — Für die chilenischen Präsidentschaftswahlen kandidieren definitiv drei Kandidaten, die Senatoren Salvador Allende, Julio Durän und Eduardo Frei. — Der Generalsekretär der UN, Dr. U Thant, hatte wichtige Besprechungen mit de Gaulle in Paris. — arabischen Nachbarstaaten i stenz.Möglichkeiten, mit dezu einer gefährlichen Irretjnen Israel leider nicht kondenta werden können. Dem J kurrieren kann. Die Juden kann sich Israel wegen des [ kamen als geflüchtete franvon den arabischen Politi- ' zösische Bürger in ihre Hei. kern ständig aufrechterhaltenen Kriegszustandes unter keinen Umständen aussetzen. In dieser Frage spielt auch das Problem der Einwande. rung eine wesentliche Rolle. Zwar hält sich die Einwandererzahl in den letzten Jahren auf ungefähr der gleichen Höhe, aber im Hinblick auf die Zukunft ist das eben doch völlig ungenügend. Esh.. kol nahm die Gelegenheit seines Frankreich - Besuches wahr, um mit Führern der aus Algerien nach Frankreich eingewanderten Judenheit zu sprechen und ihnen den Alija.Gedanken näherzubringen. Leider hat die zionistische Bewegung seinerzeit versäumt, die algerische Judenheit für den Zionismus zu gewinnen und darauf ist es zurückzuführen, dass nur etwa 12.000 Juden aus Alge, rien nach Israel kamen, wäh. rend ca. 130.000 ihre neue Heimat in Frankreich suchten. Vom materiellen Standpunkt betrachtet bietet ihnen Frankreich, wie auch den an. deren Franzosen aus Algerien, Emordnungs- und Eximat und bekommen ausser dem Gegenwert von 450 IL monatlich grosszügige Zuwendungen zur Rehabilitierung, zur Miete von Wohnun. gen, Geschäftsläden oder Werkstätten, unentgeltliche Berufsausbildung, Gesund, heits- und Sozial-Fürsorge, und Anleihen zu günstigen Bedind ungen. Allein vom FSimilienbeitrag können kinder. reiche Familien ärgstenfalls leben, wenn der Vater nicht arbeiten will. Die einzige Aussicht, einen Teil der algerischen Juden doch noch für die Alija zu gewinnen, läge vielleicht darin, wenn die französische Regierung dafür gewonnen wer. den könnte, die materielle Hilfe auch denen zu gewähren, die sich statt in Frankreich in Israel niederlassen wollen. Ob Eschkol einen Versuch in dieser Hinsicht unternommen hat und ob eine Aussicht darauf besteht, wurde nicht publiziert. Jedenfalls killte daraus die Lehre gezogen werden, dass die zionistische F*ropaganda in allen Ländern intensiviert werden müsste. Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 Registro de la Propiedad Intelectual No. 735 104