Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2075 (31.7.1964)
- Date
- 1964-07-31
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes. SI de Julio de JJM»< ■ LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — No. 2075 — 5 Erklaerung des Aussenminisleri Der argentinische Aussen ( minister Dr. Miguei Ange! Zavala Oritz stellte in einerr exklusiven Interview für die ITA in Abrede, dass es in Ar gentinien eine organisierte antisemitische Kampagne ge. be, die von Bedeutung sei Er bezeichnete die gegenwärti gen antisemitischen Vor kommnisse in Argentinier als Werk der proarabischen Propaganda. Dt. Zavala Ortiz, der in Washington an den Sitzungen der OSA teilnahm äu sserte, seiner Ansicht nach sei die Frage des Antisemitismus in Argentinien in ei ner Weise „au^gebauscht worden, die in keinem Ver. hältnis zu den Tatsachen steht. Er erklärte der ITA: „Ich gebe allen Juder sowie den Angehörigen anderer Bassen die Sicherheit, dass die argentinische Regierung keine Art von rassischer Diskriminierung dulden wird “ Er stellte fest, dass sich die arabische Propaganda gegen die Juden in Argentinien bemerkbar mache, fügte dem jedoch hinzu, dass auch die Juden gegen die Araber Propaganda treiben. Die arabi . sehen Botschafter hätten sich beim Aussenministerium beschwert, so teilte er mit, dass der Vizepräsident Israel Unj terstützung zugesag. habe j Die arabischen Diplomaten | hätten auch den neuen ar-; gentinischen Botschafter in Mexiko, Santander, „denun ziert“, weil er proisraelisch sei. „Die argentinische Regie rung“, versicherte er, „verfolgt die Politik, all ' — Araber und Juden — gleicher weise zu respektieren doch es steht ausser Zweifel, dass Araber und Juden einander nicht den gleichen Respekt bezeugen.“ Zu der Betätigung des Herrn Triki bemerkte der Aussenminister, dass Triki keinen diplomatischen Status besitze und ohne Erfolg ver sucht habe, in Argentinien als Diplomat anerkannt zu werden. Er betonte dass Tri ki mit einem zeitlich begrenz ten Visum in Argentinien ein gereist sei, sielt jedoch vermutlich mit einer Argentinie. rin verheiratet habe. Er wiederholte nochmals mit Entschiedenheit: „Es gibt keine antisemitische Hetze in Ar gentinien“, wobei er die Be. richte über die Geschehnisse der letzten Zeit übertrieben nannte und die Schuld hieran der vorhergehenden Regierung zur Last legte. Bevodie heutige Regierung ar, die Macht gekommen sei, so fuhi er fort, habe es gewisse Angriffe gegen die Juden gege ben, „aber diese hatten den gleichen Charakter wie typi sehe Strasenunruhen. die von Individuen, nicht aber von organisierten politischen Eie. menten angezettelt werden Die Tacuara sei bedeutungslos, unterstrich er, und für ihre antisemitische Haltung bekannt, aber die Regierung habe sie verfolgt und ihre il legalen Aktivitäten 'oestraft GLEICHHEIT ALLER BUERGER Zu Ndem Vorschlag des Deputierten Cornejo Linares bemerkte der Aussenminister, sein Land seine eine ireie De mokratie und alle Hbgeord neten besässen das Recht ih re persönlichen Ansichten zu äuSsern und die Gesetzesvorschläge zu unterbreiten, die sie für nötig erachten. Natürlich bestünden alle mögli chen Meinungen, doch de Standpunkt der Regierung laute unverrückbar: „Ach tung und wirksamer Schutz für alle Rassen and Glaubensbekenntnisse“. Anschliessend wies der Mi nister auf die Beteiligung des Oberrabbiners an staatlichen Veranstaltungen hin. z. B den Feiern des 9 de Julio als „Ehrengast der Regierung“ wie auch beim Tedaum in der Kathedrale und bei der Mili tärparade zusammen mit dem katholischen Kleru. und den protestantischen Geistlichen Dem fügte er hinzu: „Ich kann Ihnen versichern, wenn es Gegner von Vorurteilen ir. Argentinien gibt, so sind dies die Männer der jetzigen Re gierung“. Hier betonte er noch, er selbst habe sich Zeit' seines Lebens für den Schutz der Minoritäten eingesetzt und gebe sich Rechenschaft dass Argentinien das wiphtigste jüdische Zentrum ausserhalb der Vereinigter. Staaten und Israels sei. Er berichtete, dass er schon vor langen Zeit zu einem Be such Israels eingeladen wor den sei. dass in einem Park Tel Avivs Bäume aiu seinen Namen gepflanzt wurden uni die Regierung Israels ihn ei- Ereignisse der DEINE SPARKASSE DEIN HOBBY STAMPS CENTER Allenby Rd. TEL AVIV JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN 73-1148 BLANCO ENCALADA 1646 AUTO - REPARATUR . WERKSTATT „BENO” BEÑO HUTSCHNECKER Avda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Monroe) T. E. 51 - 2205 (Fortsetzung der Ereignisee von Seite 4) tungen über das -V’ederauf blühen feindlicher, antidemo kratischer Best-ret ungen ir Lateinamerika“ zu beobachten sind. Diese Version stent aber in einem kteren Wider, pruch zu den Behauptungen des Rab biners Marshall Meyer, der das Bestehen antisemitische- Tendenzen in Argentinier leugnete. Oder i'ülen;inh die jüdischen Nordamerika ner berufen, die la.-dnameri kanische Demokratie zu retten? Solche Naehr.chten müssen schädliche Wirkungen hervorrufen, so gut sie wahrscheinlich gemeint sem mögen. Wäre es nint wenigstens zu erwarten gewesen, dass eine solche D. legatio» vor derartigen Veröffertb chungen und Pub kationen mit den verantwortlichen Instanzen der Südamerika»! sehen Judenheit in Verbin düng treten würden, um sich über den Wert und die Ratsamkeit einer solchen Reise zu informieren? In allen Ländern die von den Reisenden besucht wer den, wird man ihnen die Versicherung geben, dass derar tige Befürchtungen unangebracht sind. Das kann man schon vor dem Erscheinen der Delegation mit Sicherheit Vorhersagen. Hat süh aber damit die Lage wi Mich geändert? Diese Art .Politik“, die man besser aL Schaum Schlägerei bezeichnet, ist nur schädlich. Brief an den Kammerpraesidenten Der frünere Nationaldepu tierte, Ing. Isaac B-.-vter, hat an den Präsident n der Deputiertenkammer i.i Argenti nien ein Schreiben gerichtet. Breyter erklärt dass ein Abgeordneter zwar rieht an geklagt und richterlich be fragt werden könne dass die se Berechtigungen ihn aber ner lobenden Erwähnung gewürdigt habe. Er ei wähnte Dr. Nachum Goldmann, den er „meinen lieben Freund“ nannte, mit welchem er aus. fiihrlich über die Lage der Juden in Argentinien gesprochen habe. Das dem Korrespondenten der ITA gewährte Interview trug privaten Cha akter und fand in dem Hotel statt, in dem der argentinische Aussenminister Wohnung genommen hatte. Aber auch auf der Tagung der OEA nahm Zavala Ortiz zu dieser. Fragen Stellung und erklär te folgendes: „Alle Rassen verdienen die Achtung und den Schutz nicht nur der Regierung Argentiniens sondern au;h des argentinischen Volkes. Einige vereinzelte Vorkommnisse von denen nur wenigen Bedeutung zukommt, die jedoch alle bedauerlich sind, werden mit einer uns nicht Dekann. ten Absicht übertrieben. Sie haben sich mit geringerer Häufigkeit und Organisation zugetragen als Fälle von Raub in den Strassen inner halb jedweder Gemeinschaft Sie sind eher Former, individuellen Verbrechertums als Ausdruck eines vorbedachten Extremismus.“ nicht dazu ermuntern diir fen, Beleidigungen auszusto ssen. Dies vorausgeschickt klagt Breyter den Nationaldeputierten Juan Carlos Cornejos Linares an, das Delikt der Beleidigung begangen zu haben, dadurch dass er dis Bildung einer Unteisuchungskommission verlangte, ur.i festzustellen, dass . ie zioni stischen Bestrebungen mti antiargentinischen Umtrieben gleichzusetzen seien — In seinen weiter Jn Ausfiih rungen begründet der frühe re Abgeordnete sei i Verlar. gen und betont, dass er se’t 1927 der UCRP angehört und j etwa gleichzeitig dar pedera! ciön Sionista Argentina bei i trat, ohne jemals eine N'Cht Vereinbarkeit seiner Zugthö _ rigkeit zu diesen Gruppie rungen zu fühlen. Ig. Breytre zitiert eine Avsserung Einsteins zu diesem Problem der 1926 schrieb: ,Der deutsche Jude, der für das jüdi sehe Volk und für aas jüdische Heim in Pa Tstina arbeitet, hört nicht auf, Deutscher zu sein, ebe isc wenig wie der getaufte Jude oder derjenige, der seinen Namen ändert, aufhört Jude rusein“. Einstein sagt dao.i weitet: „Die Gegeniiberst-llung lau tet nicht Jude oder Deutscher, sondern Ehrenhaiti0:, keit oder Charakterlosigkeit Wer die Treue zu seiner Abstammung, Rasse und Trad; tion hält, der ist auch treu dem Staat gegenüoer. dessen Staatsbürgerschaft er be sitzt.“ — Breyter zitiert dann später den Expräsidenten des Höch- Ehrung Franz Kafkas London. — In Prag wurde kürzlich zum Gedenken an den grossen jüdischen Schriftsteller Franz Kafka, der, 41. jährig, 1924 verstarb, eine Ausstellung von Dokumen. ten, Manuskripten, Fotografien und Briefen veranstaltet, die einen Ueberblick über Leben und Schaffen Kafkas gaben. Die Ausstellung wurde mit einer Gedenkfeier einge weiht, an der auch der langjährige Freund und Heraus geber der Werke Kafkas, Max Brod, teünahm. Der berühmte Schriftsteller und Publi. zist war eigens aus Tel Aviv gekommen, um seinem toten Freund und Kollegen eine Gedenkrede zu halten. Er stellte fest, dass Kafka „eine positive Einstellung zum Leben hatte“, wenn er auch einer der ersten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts war, der die geistige Verwirrung und seelische Vereinsamung des modernen Menschen erkannt und beschrieben hat. Nach ihm sprach Eduard Goldstücker, der erst kürz, lieh aus dem Gefängnis entlassen wurde, wo er als Anhänger des jüdischen Kommunistenführers Rudolf Slansky 1953 im Rahmen des infamen „Säuberungsprozesses Slansky“ nach dessen Hinrichtung eingekerkert wurde. Goldstiicker stellte fest, dass die kommunistische Regierung Kafka rehabilitiert habe, der bis 1963 als Repräsentant der „dekadenten Bourgoisie“ und des „Cosmo. politismus“ — lies: „Judentums“ — galt. (ITA) sten Gerichtshofes der USA, Luis Brandeis, und Hipölito Yrigoyen. Breyter bittet schliesslich darum, den ge nannten Deputierten entwe der zur Ordnung zu :ufer oder seines Amtes zu enthe ben, wobei er die eirschl-igigen Artikel zitiert — In diesem Schreiben Breyters kommt der persönliche Mut eines Mannes zum Aus. druck, der sich nicht vor. anderen vorschreiben zu lassen braucht, rach welcnen Maximen er zu lebe.', hat um dem Lande Argentinien zu dienen. Es wäre an der Zeit wenn sowohl die pailamentarischen wie militari (eben Be. hörden dem Unfug de In tervention Irregeführter steuern würden, die nur Werkzeuge in der Hand eewisse''- Interessenpolitiker sind. — Für die Juden aber gibt es nur eine Richtlinie . rrei Pc. sition in diesem Augenblick- Zusammenhalten, geschlossen hinter der DAIA steilen und bereit zu sein, si.m für d'e gemeinsamen Aufgaben einzusetzen. — Unter sol'-he>~ Voraussetzungen haue. w> nichts zu befürchten. — Abschied für einen Botschafter Anlässlich der be'er stehenden Abreise des argentinischen Botschafters in Israel. Dr. Adolfo Gass. ' eranstaL teten der Botschafter Israels in Argentinien und seine Gattin für Dr. Gass und Frau einen Empfang in der Israel Botschaft, zu dem Vertreter der argentinischen Behörden und Mitglieder de- Diplomatischen Korps geladen waren Literarische Notizen Anerkennung für Bar-Ilan.Universitaet Nach Erklärungen des Präsidenten der Bar-Ilan.Universität, Dr. Joseph H. Lockstein. hat die Stadt New York der Bar.Ilan-Universität das Recht verliehen, gewisse akademische Titel zu verleihen sowie den Doktor der Philosophie auf dem Gebiet der I Jüdischen Studien. I Subvention i Das Büro des italienischen | Ministei'präsidenten hat eine j besondere Subvention für die! Monatsrevue „Israel" bewilj ligt, die von Professor Dante ■ Lattes herausgegeben wird, i Solche Subventionen werden, j nur an Publikationen erteilt, I deren kultureller Wert aner. I kannt wird. 1 Neue Kennedy- | Gedaechtnisstaeit«! In der Hadassa.Klinik in I Jerusalem wird das Informai t-ions- und Touristenzentrum, | dessen Bau angekiindigt wird,! „John Kennedy Memorial! Building“ benannt werden.! Die Baukosten sollen etwa 500.000 Dollar betragen.; Neue Taubstummen. | Sprache Forscher am Haifaer Tech nion haben ein Uebermitt lungs-S.vstem entwickelt, das Taubstummen eine Unterhaltung ohne Lippensprache ermöglicht. Professor Hirsch! liess wissen, dass das System I von Radio.Uebertragung auf I Vibration beruht, wöbei der Empfänger die Signale mit! den Fingern an fünf Memi branen abtastet. Bei Ihren Reisen überall hin IST IHNEN BEHILFLICH BETTY DRESEL COS JL1CH PASAJES Y TURISMO SRL Avda. Cordoba S79 32-8461-65 Bitte um vorherige Anmeldung 54.3175 ALFRED0 STERN MALERARBEITEN ALLER ART Departamentos — Büros — Haeuser — Fabriken Unverbindliche Kosten Voranschläge für jede Arbeit T.E. 76-7281 y 76-9088 Virrey del Pino 2639 D E P O S I T O : V. de la Plaza 1779 Vorgestern entschlief nach sehr kurzem mein überous geliebter Nicrnn, unser treusorgender Vater, Bruder, Schwiegervater, Schwager, Onkel und guter Opa, Herr SIEGFRIED NATHAN im Alter von 57 lahren. Im Namen aller Hinterbliebenen IRMA*NATHAN geb. BAERMANN Die Beerdigung hat bereits stattgefunden. Kindler-T aschenbiicher IN DEN LETZTEN WOCHEN SIND DIE FOLGENDEN BAENDE ERSCHIENEN: Nr. 36: HORST MOENNICH: Chronik einer wetstpreussischen Familie Nr. 37: C. WRIGHT MILLS: Politik und Verantwortung (Eine Analyse) Nr. 38: ROBERT WAI.SER: Jakob von Gunter), Roman Nr. 30/40: ALFRED KANTOROWIOZ: Tagebuch Band I Nr. 41: PAER LAGERKVIST: Gast bei der Wirklichlichkeit (Roman) Nr. 42/43: HERMANN WEBER, Konflikte im Weltkommunismus (Eine Dokumentation zur Krise Moskau-Peking) Nr. 44/45: WILHELM v. SCHRAMM, Aufstand der Generale (Der 20. Juli in Paris) Nr. 46: MARQUIS DE SADE: Verbrechen der Liebe (Ausgewählte Erzählungen) Nr. 47: LEONHARD FRANK: Bruder und Schwester (Roman) Nr. 48: Nach dem Tauwetter, Neueste Russische Erzählungen. Es kosten: Einfachband DM 2.50 Doppelband DM 3 80 Dreifachband DM 4,80. Bestellungen durch alle Buchhandlungen Kindler Verlag G.m.b.H., München