Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2073 (17.7.1964)
- Date
- 1964-07-17
- Page
- [Seite 6] (sequence 6)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/9616703-9614256-9614534--3417-9614540- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Ein Erlebnis am Tischa b’Aw von Rabbiner Was ich vor einigen Jahren am Tischa b’Aw erlebt habe hätte sich genau so gut an einem beliebigen anderen Ta ge des Jahres ereignen können. Dass es aber gerade am Tischa b’Aw geschah, scheint mir mehr als blosser Zufall. Es scheint mir symbolisch für «las Judenschicksal, das am Tischa b’Aw seinen deutlichsten Ausdruck findet. Es war an einem glühend heissen Augusttag. Meine Frau hatte bereits in den Bergen Jerusalems Zuflucht vor der feuchten Hitze von Tel Aviv gefunden. In wenigen Tagen wollte ich an die ersehnte Stätte der Erholung iahren und blieb nur noch am Trauertage des 9. Aw zu Hause. Am Vormittag war ich auf dem alten Friedhof in der Trumpeldorstrasse ge. gangen, wo ausser den älteren Einwohnern der Stadt Tel Aviv auch die Wegbereiter und Vorkämpfer des Judenstaates ruhen. Manche von ihnen haben die lieber Siedlung ins Land nicht mehr erlebt. Eine dankbare Nachwelt hat später ihre Gebeine aus Köln, aus Wien und anderen Zentren» jüdischen Lebens nach Israel gebracht. Ich war an den Gräbern von Nordau, von Chajes und von manchem anderen zionisti sehen Vorkämpfer, der klar erkannt hatte, dass der Aufenthalt in anderen Ländern immer ein Unsicherheitsfaktor ist und meist zu Wanderungen führt, dass wirkliche Buhe, ein natürliches und naturgegebenes Leben und das Aufblühen einer neuen Generation nur im eigenen Lande möglich ist. Bei der Rückkehr vom Friedhof war ich noch in die In Russland erfolgreich Die israelische Pianistin i^iina Salzmann spielte in Moskau vor einem begeisterten mitoliicum. in ihrem Programm waren Kompositionen äer israelischen Komponisten Avidom und Ben-Haim enthalten, die sehr günstig aufgenommen wurden. — Die Künstlerin sollte auch in Leningrad, in der Ukraine und in Aserbeidschan spielen. Genetik der Pflanzen Die geschlechtlichen Charakteristiken der Pflanzen sollen am Weizmann-Institut mit Hilfe einer dem Institut vom amerikanischen Landwirtschaftsministerium angewiesenen Summe von 200.000 IL untersucht werden. Man hofft, durch diese Kenntnis. *e produktivere Pflanzenvarietäten entwickeln zu können. Die Forschung wird unter Dr. Esra Galun, Leiter der Abteilung für Genetik der Pflanzen, durchgeführt. se Gedanken versunken. Aus gesundheitlichen Gründen konnte ich an einem so heissen Tage nur einen halben Tag fasten. Ich traf daher zu Hause die Vorbereitungen zum „Anbeissen“ und betete vorher Mincha. Ich war noch nicht ganz mit dem Gebet zu Ende und hatte noch Tallit und Tefillim angelegt, da klingelte es. Als ich öffnete, stand dort eine bescheidene, ärmlich gekleidete junge Frau von et. wa dreissig Jahren. Sie nann. te mir den Namen eines guten Bekannten aus einer nahe gelegenen ländlichen Sied, lung, der sie zu mir geschickt habe, und erzählte dann, warum sie eigentlich komme. Sie suche die jüdischen Angehörigen ihres verschollenen Vaters. Was sie mir erzählte, kann ich hier wieder, geben, jedoch mit Aenderung der Namen: sie war nach ihren Angaben in einer ganz kleinen Stadt geboren, die zu meinem früheren Gemeindebezirk gehörte. Ihr Mädchenname war Hintz, ihre Mutter war Christin, eine geborene Salz. An ihren Vater, der an. geblieh Hintz hiess, konnte sie sich nur dunkel erinnern. Er war in ihren frühesten Jahren nach einer anderen Stadt gezogen, und sie hatte später nichts mehr von ihm gehört. Als christliches Kind wuchs sie bei ihrer Mutter auf und hörte nie etwas von Juden, da an dem betreffenden Ort keine Juden wohnten. Zwar war sie bisweilen in die grössere Kreisstadt gekommen, aber war auch dort nie mit Juden in Berührung gekommen. Aus Gründen, die ihr angeblich nicht klar wa. ren, gab die Mutter sie im Alter von ungefähr 6 Jahren einer christlichen Frau in Pflege, die in einem Dorf, nur einen Kilometer von der grösseren Stadt, entfernt, wohnte, und sie besuchte nun einige Jahre hindurch die städtische Marienschule. Was nachher aus ihrer Mutter geworden war, wusste sie nicht. Die genauen topographischen Angaben über Strassen und Plätze der Stadt, die Linien der elketri. sehen Strassenbahnen usw., liessen gar keinen Zweifel an der Echtheit ihrer Darstellung aufkommen. In der Volksschule nahm—sie am normalen christlichen Religionsunterricht teil und wur. de nicht anders als andere Mädchen behandelt. Da plötzlich, im November 1938, musste sie die Schule verlassen. Gründe wurden ihr nicht angegeben. Erst allmählich erfuhr sie von der Pflegemutter, dass sie irgend- Dr. NEUFELD wie jüdischer Abstammung sei. Sie blieb bei dieser Pflegemutter, wuchs aber ohne Unterricht auf und hatte auch weiter keine Beziehung zu Juden, bis sie eines Tages, etwa im Jahre 1943, von der Gestapo abgeholt und in ein Lager in der Nähe gebracht wurde. Dort erst kam sie in Berührung mit Menschen, die ganz oder teilweise von Ju. den abstammten, und erfuhr erst jetzt einiges, weniges über Juden. Nachdem sie in mehreren Lagern gewesen war, landete sie schliesslich in Theresienstadt. In keinem der Lager wurde sie in irgendeiner Weise misshandelt, wahrscheinlich, weil sie als Halbjüdin in gewisser Hinsicht geschützt war. Nach der Befreiung 1945 wurde sie mit Hilfe der amerikanisch-jüdi. sehen Organisationen zusammen mit anderen jungen jüdischen Menschen zunächst in ein Erholungsheim und später in ein Ausbildungs. heim gebracht. Dort erhielt sie die versäumte Schulbildung teilweise nachträglich, und erst jetzt lernte sie systematisch einiges von jüdischen Werten Und jüdischem Leben. Nachdem sie längere Zeit von Heim zu Heim, von Auffanglager zu Wartelager geschickt worden war, kam sie endlich, endlich nach Gründung des Staates Israel ins Land. Hier' ordnete sie sich sehr schnell ein, heiratete einen jüdischen jungen Mann, der in einer Kolonie eine anscheinend recht bescheidene Existenz hat, und bekam in drei Jahren ihrer Ehe zwei Kinder. Jüdisches Leben war ihr aus ihrem Wohnort bekannt, sie kannte selbstver. ständlich den Tallit aus der Synagoge aber auch Tefillin hatte sie schon manchmal bei Nachbarn gesehen,. Warum kam sie zu mir? I>er erwähnte Bekannte aus Wiederum befinden wir uns innerhalb der „Drei Wochen“ zwischen dem Fasttag des 17. Tamus und dem 9. Aw, der bis auf den heutigen Tag als der grosse nationale Trauertag des jüdischen Volkes gilt, weil sie an ihm die grössten katastrophalen Ereignisse unserer Geschichte abgespielt haben. Sucht man in der Ge genwart nach einer Form, um das namenlose Unglück, das der Zweite Weltkrieg über unser Volk gebracht, den Ver. lust von sechs Millionen unserer Brüder und Schwestern, in die allgemeine Volkstrauer einzubeziehen, so dürfte es angebracht sein, dieses Gedenken in die Liturgie des Tischa beaw einzuordnen so wie man z. B. die Klagelieder um die im Mittelalter vernichteten frommen Gemeinden von Mainz, Worms und Speyer in die Morgenandacht des 9. Aw auf genommen hatte. Hinzu kommt noch, dass vor jetzt fünfzig Jahren, am 9. Aw, der damals auf Sonn, tag, den 2. August 1914 gefallen war, der Erste Weltkrieg seinen Anfang nahm und zum Ausgangspunkt für eine Kette beispielloser Leiden für das jüdische Volk auch in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen werden sollte. Es begann vor 50 Jahren, auf den Tag genau 2.500 Jahre nach der ersten Tempelzerstörung (586 vor), eine Epoche, an deren Ende der unter Schmerzen geborene neue, dritte, jüdische Staat stand. Medinat Jisrael war von der Vorsehung dem jüdischen Volk zurückgegeben worden: die Leidenszeit von Jahrtausenden dürfte ihren Tiefpunkt überschritten haben. Immer wieder taucht die der Kolonie hatte ihr gesagt, dass ich in der betreffenden Stadt gewohnt hatte und daher vielleicht über ihre An. gehörigen Bescheid wissen würde. Es war freilich nicht ganz leicht, etwas zu ermitteln. Wenn der Vater wirklich Hintz hiess, so war er vermutlich nicht Jude. Der Name Salz, angeblich der Mädchenname ihrer Mutter, kam bisweilen bei Juden vor. In meiner Gemeinde lebten zwei Frauen, deren Mädchenname Salz war, und einer ih. rer Brüder hatte ebenfalls kurze Zeit dort gelebt. Er war dann tatsächlich nach der genannten Kleinstadt gezogen und von dort nach kurzer Zeit in eine etwas ent. ferntere grössere Stadt. Ich vermutete also, dass dieser Salz ihr Vater war, und dass sie den Namen ihrer ledigen Mutter Hintz trug. Vielleicht hat dann die Mutter sie an andere Leute in Pflege gege. ben, um alle Spuren jüdischer Abstammung nach Möglichkeit zu verwischen, was ihr ja auch teilweise gelungen war. Natürlich sagte ich ihr meine Vermutung nicht, aber gab ihr die Adresse der noch lebenden Schwester des Salz in Südafrika. Ich will hoffen, dass es ihr gelungen ist, diese Frau als ihre Tante festzustellen. Leider hat sie mir nichts darüber mitge. teilt. Ein typisches Judenschicksal, letzten Endes durch die Zerstreuung der Juden am Tischa b’Aw ausgelöst, hat sich schliesslich noch zum Guten gewandt. Auch der entfernteste und versteckteste Sprössling des jüdischen Zweiges wurde in den Wirbel der grausamen Verfolgungen hineingerissen, aber mit gütiger Hilfe der Gesamt.Judenheit und durch die Gründung des Judenstaates auf den Boden Israel zurückgeführt, zu einem neuen jüdischen Le¬ Frage nach dem Sinn der nationalen Trauer am 9. Aw auf, nachdem Zion wiederhergestellt worden ist. Die Staatsgründung Israels. ist von höchsten religiösen Instanzen als „Anfang der Erlösung“ bezeichnet worden. Dennoch scheint ein besonde rer Tag berechtigt, an welchem der gesamten Trauer um all die vielen Opfer aus den Zeiten der Verfolgung Ausdruck gegeben und auch daran gedacht wird, dass uns Juden der Zugang zur Klagemauer, unserer „heiligen Stätte“, noch immer unmöglich gemacht wird. Wir Juden haben nicht einmal jene Erleichterung erreichen können, die den Christen zugestanden wird, wenn sie zu Ostern zur Grabeskirche in der Altstadt und zu Weihnachten zur Geburtskirche in Betlehem pilgern wollen. Trauer und Trost sind mit Tischa beaw auf das engste verbunden Enthalten die Warnungen und Mahnungen des Propheten, an den Sab. baten vor dem 9. Aw verlesen, schlimme Voraussagen, so folgen dem Trauertage sieben Wochen der Tröstungen. Nicht für Immer soll getrauert werden, und der Schmerz von einst soll sich in Freude wandeln. Die tiefe Demütigung klingt in absolute Zu. kunftsgewissheit, in Zuversicht und neue Hoffnung aus: „Deine Richter setze Ich wieder ein wie einst, Deine Räte wie ehedem. Dann wird man Dich nennen: Stadt des Rechtes, treue Burg. Zion wird erlöst dui;ch Gerechtigkeit und seine Heimkehrenden durch Frömmigkeit.“ Cnrt Wilk Kindler-T aschenbücher IN DEN LETZTEN WOCHEN SIND DIE FOLGENDEN BAENDE ERSCHIENEN: Nr. 36: HORST MOENNICH: Chronik einer weetpreussischen Familie Nr. 37: C WRIGHT MILLS: Politik und Verantworcung (Eine Analyse) Nr. 38: ROBERT WALSER: Jakob von Gunten, Roman Nr. 30/40: ALFRED KANTOROWICZ: Tagebuch, Band I Nr. 41: PAER LAGERKVIST: Gast bei der Wirkliehlichkeit (Roman) Nr. 42/43: HERMANN WEBER, Konflikte im Weltkommunismus (Eine Dokumentation zur Krise Moskau-Peking) Nr. 44/45: WILHELM v. SCHRAMM, Aufstand der Generale (Der 20. Juli in Paris) Nr. 46: MARQUIS DE SADE: Verbrechen der Liebe (Ausgewählte Erzählungen) Nr. 47: LEONHARD FRANK: Bruder und Schwester (Roman) Nr. 48: Nach dem Tauwetter, Neueste Russische Erzäh. lungen. Es kosten: Einfachband DM 2.50 Doppelband DM 3,80, Dreifachband DM 4,80. Bestellungen durch alle Buchhandlungen Kindler Verlag G.m.b.H., München ben, wo die neue Generation Jüdisch aufwächst. TRAUER UND TROST (ZUM 9. AW) LITERATUR« Eduard VII. mfo König Edward VII. von England, der erst in seinem sechzigsten Lebensjahr auf den Thron gelangte und nur neun Jahre (1901—1910) re gierte, hat sich aus vielen Gründen dem europäischen Gedächtnis besonders’ eingfprägt. Jahrzehnte war er der Prince of Wales, dieser jedem englischen Thronfolger zukommende Titel wurde geradezu mit ihm identifiziert, und auf seinen vielen Rei. sen. auf den europäischen Kontinent zeigte er eine Mischung von Würde und lebensfrohen Neigungen, die ihn sehr populär machten. Er liebte Rennpferde und schöne Frauen, und er war oft in Geldnot, da seine Mutter, Königin Viktoria, ihn ziemlich knapp hielt. Edwards Regierungsantritt am Anfang des 20. Jahrhunderts war sozusagen ein Markstein von symbolischem Rang, da er dem viktorianischen Zeit, alter bürgerlicher Respektabilität und — wenigstens nach aussen — Sittenstrenge ein Ende setzte. Auch politisch war diese Zeit von grösster Bedeutung, da unter Edwards aktiver Mitwirkung die Entente Oordiale mit Frankreich und die Annäherung an Russland zustande kam, was angesichts des herannahenden- Weltkrieges entscheidend wurde für die Geschichte Europas. Eine Biographie dieses eng. lischen Königs, wie sie soeben in London erschienen ist (Sir Philip Magnus: „King Edward The Seventh“. John Murrey, London 2964. 528 S„ Uius. Sh 50/—), hat also Anspruch auf grosse Beachtung, und sie hat in der Tat starkes Interesse gefunden. Es handelt sich um eine umfassende und gut dokumentierte Arbeit von hohem literarischem und wissenschaftlichem Rang, die, wie es dem Thema entspricht, Einblick gewährt nicht nur in die Vorgänge im englischen Königshaus und in die von ROBERT WELTSCH Verzweigungen der Innenpo. litik, sondern auch Ereignisse und Begegnungen von grösster weltpolitischer Tragweite darstellt, wie die verschiedenen Konferenzen von Monarchen und Edwards Beziehung gegenseitiger Antipathie zu seinem Neffen, dem deutschen Kaiser Wilhelm II. Die politische Rolle Edwards wird jedoch gewöhnlich überschätzt, besonders von deutschen Historikern, die ihm die Initiative zur „Einkreisung Deutschlands" zuschreiben. So weit ging schon damals der Einfluss des Königs nicht. Aber Ed. ward spielte die Rolle, die ihm zukam, mit grossem Geschick. Edwards Liberalismus drückte sich auch aus in seiner Beziehung zu den Juden. Unter seinen Freunden befanden sich vor allem mehrere jüdL sehe Finanziers, und Edward als Prinz von Wales machte sich einen Spass daraus, den Hof und den Hochadel zu ärgern, indem er diese Aristokraten zusammen mit Juden einlud. Während seiner zahlreichen Reisen nach Frank, reich knüpfte Edward dort enge Beziehungen mit. dem Hause Rothschild an. Noch auffallender aber war seine Freundschaftmit Baron Hirsch (dem Multimillionär, der später der Gründer der IOA wurde). Hirsch hatte vom österreichischen Kronprinzen Rudolf eine Einführung zu Edward bekommen, und die beiden trafen sich in Paris, wo Edward in Hirschs Haus frühstückte, und, sagt Sir Philip Magnus, „Hirsch wurde sofort der inoffizielle Finanzberater und Vertraute des Prinzen“. Als Besitzer eines der grössten Vermögen aller Zeiten, war Hirsch von einem geradezu krankhaften sozialen Ehrgeiz erfüllt, aber er erlebte oft Abweisungen und Demütigungen, und ins. besondere in Deutschland und auch iß 1 garn (wo *■ Philanthropie machte) stant sehende Aßt*5 gegen. D*4 * tion ganz na< von Edward, den hochnasi sehen Aristo) tion bi ®r^ mit einer A Freunde auf chisches Lan im. Im Jahre 1 naeh Londoi überall in de de« Prinreii g> Bdwards gß lehnte Königi ab. Hirsch zu im Königspal Edward war stjgt und empi miösche Vorn machte einen demonstrativ «scheinen un tonischen F gesheiten bi .Ms im Jahre sehe Kronpriz gleichen Jahr H. wurde) i) gab Edward f Seilschaft, be ton Hirsch an mit dem i über die Lag Juden m spi Basch mr i "* JtiKÄ v ssikmsplSn beschäftigt . "Eaässäre tu Kbictt. Die Nikolaus sch« ioiglos gewt! uus erzählt, witsch einen »n »ine 1 worin er seltsame ( »Pferdehäni anderen ei anwesend w Später a Edward Hiri NEUE BUECHER Albert Memmi: Retrato de un Judio,. Editorial Candela, bro, Buenos Aires 1964. — Dieses Buch, das in vielen westlichen Ländern eine lebhafte Diskussion hervorgerufen hat, ist weit mehr als das „Bild“ eines Juden. Mit Wucht und Mut entwirft der Autor das Schicksal des Juden in einer antisemitischen Welt. Er zeigt das Wesen des Judentums, er schildert einen tunesischen Juden, der nach Paris kommt und der nun mit einer Fülle von Fragen belastet wird, mit Pro. blemen, mit denen er sich auseinanderzusetzen hat. Ist es-ein Unglück, so fragt sich der junge Manq, ein Jude zu ¿«in? Dieses viel besprochene Buch hat auch in lateinamerikanischen Ländern ein reges Interesse hervorgerufen. —;o:— Enrique Sverdlik: Las tre. mendas Decisiones, Editorial Candelabro, Buenos Aires 1964. — Der bereits preisgekrönte junge Schriftsteller berichtet in sieben Erzählungen, die in Zusammenhang miteinander stehen, über menschliche Schicksale. Das 3uch wurde von Car)ös Alonso ausgezeichnet illustriert. — —:o:— Leonard Frank: Bruder und Schwester, Roman, erschienen bei Kindler, Taschen. buch-Ausgabe Nr. 47. — Die Wiederherausgabe dieses Romans, der seinerzeit grosses Aufsehen erregt hat, wird sicherlich von weitesten Kreisen begrüsst werden. Der Autor, der 1933 Hitler- Deutschland aus Gründen seiner Ueberzeugung verliess, ist bekanntlich 1961 verstorben. — Nach dem Tauwetter, Neue Russische Erzählungen, Kindler-Taschenbücher, München 1964. — Wir finden hier neueste Erzählungen aus der russischen Literatur, ausgesucht und übersetzt von Ingrid Tinzmann, die in Moskau geboren wurde und als Uebersetzerin bekannt ist. — Briefe aus der Weltliteratur, Russland im 19. Jahr, hundert, Buchreihe Kindler. Briefe sind häufig wichtigste Kultur-Dokumente. Briefe wirken durch ihre Unmittelbarkeit, durch die Wärme und Nähe des Persönlichen. Sie zeigen den Menschen in seiner Unmittelbarkeit. Deswegen allein war die Idee der Veröffentlichung von Briefen bedeutender Persönlichkeiten aus allen Epochen und Kulturen ein lobenswertes Vorhaben. In diesem Doppel, band lesen wir Briefe von Mal finden i tonale Fest' oto Drama üele m. ui gössen ' te “»ß Menu) . —«nzn oas britische «ifld nur $ Sie - Röders ir »krümst Raßisatoren: ^herigen i ^¿tionelie X?*iten fcflfld!*? den f ¡^br .israe «rleiht. Sr.*«« büren >>*ei ¡¡fJdefl»dtv