Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2071 (3.7.1964)
- Date
- 1964-07-03
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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2 — Viernes. 3 de Julio de 1964 JL A SEMANA ISRAELITA l,4$âX ''~M$ÊéL Año XXV. — No. 2071 Weltweite Diskussion (Schluss von Seite 1) j bisher wenig erörterte Frage,; aus welchen Gründen nicht i toereiis vor dem Inkrafttreten j des Planes .Endlösung' von; jenen Kräften gegen das nai zistische Unrecht opponiert i ■worden ist? Warum musste! man solange warten, bis es; zu spät war? Warum hat . man nicht eingegriffen, als j die Möglichkeiten hierzu un. I strittig vorhanden gewesen; sind?! Gewiss hat man die Frage ■ des deutschen Konkordats; bereits debattiert, durch wel- , ches nie nazistische Regie, j rung nicht nur ihren ersten ' leichten politischen Triumph j leiern konnte, sondern eine i ganze Reihe anderer, schwä- I, ■cherer politischer Faktoren j als die Kirche auszuschalten j imstande war. Mit Recht hat man darauf verwiesen, dass durch dieses Konkordat die deutschen Katholiken, die sich Hitler energisch und aussichtsreich widersetzten, beinahe völlig ausgeschaltet worden sind. Aber das Koni kordat war doch nicht der j einzige — wenn auch ein sehr i entscheidender — Dienst, der j von der Katholischen Kirche dem Hitler-Regime geleistet j worden ist. | Man könnte vielleicht ein. j wenden, dass man zu diesem J Zeitpunkt noch nicht überblicken konnte, was die Welt von diesem NS-System zu erwarten hatte. Möglicherwei. se spekulierte man damit, durch den Nationalsozialismus die kommunistische Gefahr in Europa abzuwenden. Aber wie lange konnte man diese Spekulation aufrecht erhalten? Das Schweigen des Papstes, das heute von weiten Kreisen als schwere Schuld emp. funden oder erkannt worden ist. setzte doch nicht erst ein, als die Gasöfen in den KZ- Lagern brannten. In der Stellungnahme zu diesem Problem liegt die Ant- Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1? izq. nachm. 16—19 Ifhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 wort, die von einer ..ehrli. > chen Geistesgesehicate“ zu geben ist. I IV. Die Zeitschrift „Osservafo. re öella Domenica“ veröffent. lichte kürzlich eine Sonderj nummer, welche der Tätig- 1 keit der Päpste im Dienste : des Friedens gewidmet ist.! Im wesentlichen beschäftigt; sie sich aber mit der Haltung! des Papstes Pius XII. wäh- I rend des Krieges und weist ' die Vorwürfe Hochhuths zu. | rück. Der Jesuitenpater Re-! verend Paolo Dezza spricht j von päpstlichen Aeusserun- ' gen, die darauf hindeuten, dass ihn die Frage seines Schweigens oder Sprechens über die Judenverfolgungen ausserordentlich stark beschäftigt habe. Hier finden ■wir auch die Auffassung, dass der Papst befürchtet ha. be, durch sein Wort mehr Schaden als Nutzen den Verfolgten zu bringen. In dem Artikel des Paters Dezza wird dann eine Meinung des Papstes wiedergegeben, dass die Nazis in die. sem Augenblick gefährlicher als die Kommunisten seien. Man fragt sich nur, welche Konsequenz aus dieser Ansicht des Papstes gezogen worden ist. Niemand wird die Bedrohung leugnen, die der Kommunismus für die freie Menschheit bedeutet. Aber in dem Augenblick, in welchem der Papst dieser Auffassung Ausdruck verliehen haben soll, stand diese Frage überhaupt nicht auf der Tagesordnung. Denn die freien Länder der Erde waren mit der Sowjetunion verbündet, um das Dritte Reich zu zer. stören. Dass die geschulten und erfahrenen kirchlichen Politiker in Rom den geringsten Zweifel an diesem Sachverhalt gehabt haben würden, wird niemand ernsthaft behaupten wollen, zumal die antikirchliche und antikleri. kale Einstellung der nazistischen Führung selbstverständlich, und vor allem im Vatikan, bekannt gewesen ist Aus diesem Grunde kann das Argument, der Papst habe die Nazis damals für ge. fährlicher als die Kommunisten gehalten, ausser Betracht bleiben. Diese Alternative gab es in den Jahren zwischen 1942 und 1945 nicht mehr. In einem weiteren, in der genannten Zeitschrift veröffentlichten Artikel erklärt Professor Oesidio Lolli, Subdirektor der Vatikan-Zeitung „Osservatore Romano“, der Papst habe wegen seiner antinazistischen Haltung mit seiner Verhaftung rechnen müssen. Dass er nicht verbaf. tet worden ist, steht fest. Es ist durchaus möglich, dass die Nazis diesen Fehler nicht begingen, um die katholische Welt nicht gegen sich »ufzubringen. Aber aupropiedades FRANKENBERG s. r. l. >erät Sie kostenlos und inverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 JUDITH SCHENKOLEWSK! KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecken - TalJiebeutel - Käppchen Maz zot-Taschen - Hand und Maschtaenstickerei von Bett- und Tischwäsche Dr. P. I. RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73-9155 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría . SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76-0286 73-1049 sserdem besteht auch die Möglichkeit, dass sie den Papst nicht verhafteten, -weil sie keine Veranlassung hierzu erblickten. Offensichtlich wussten sie, dass ein verhaf. teter Papst unter gewissen Umständen viel gefährlicher ist. Die historischen Tatsachen sprechen dafür, dass der Papst sich selbst durch sein Schweigen zur Machtlosigkeit verurteilt hat. Obwohl er dies wissen musste, schwieg er dennoch. Dass der Papst Angst vor den Nazis gehabt haben würde, wird niemand behaupten. Diese Ueberlegungen verdichten das Rätsel um die Haltung, die damals vom Papst eingenommen worden ist. V. In einer der letzten Ausgaben des Monatsblattes „La Parrocchia“ berichtet ein anderer römischer Geistlicher, Pirro Scavizzi, von der Hai. tung des Papstes im Kriege. Dieser Priester begleitete Lazarettzüge zwischen Italien und der Ostfront und hatte so die Möglichkeit, „aus der Nähe die furchtbaren Grausamkeiten der Hitler-Organisationen, besonders der SS, mitzuerleben und den Heiligen Vater darüber zu informieren“. Aus diesem Bericht geht hervor, dass der Papst über den Umfang der Morde genau unterrichtet gewesen ist, denn Scavizzi nannte die Zahl von sechs Millionen er. mordeter Juden, die ihm von einem hohen SS-Fiihrer mitgeteilt worden ist. Der Papst habe bei dieser Information geweint und dem Priester Geld gegeben, das er an die Bischöfe in Polen aushändigen solle, um die Lage der Juden zu erleichtern. Der Papst habe bei diesem Gespräch, so berichtet der Geistliche, erklärt, dass er „den Nazismus mit dem Bannstrahl der Exkommunikation belegen wollte, um vor der Welt die Brutalität der Judenausrottung anzuprangern“. Aber, so soll der Papst weiter gesagt haben, er befürchte nur noch Schlimmeres für die Juden, obwohl ihn die zivilisierte Welt wahr, scheinlich dafür gelobt hätte. Dann habe der Papst gebetet und gesagt: „Ich liebe die Juden. Wollte nicht gerade aus ihnen, dem auser. wählten Volk, der Erlöser geboren werden? Und gehörten nicht diesem Volk die Jungfrau Maria an, die Apostel und die ersten Söhne der Kirche?“ — VI. Warum also schwieg der Papst? Wird diese Frage nicht immer unklarer, wenn man diese Ausführungen liest, die zur Verteidigung oder doch mindestens zur Erläuterung des päpstlichen Verhaltens veröffentlicht wurden? Können sich die Verteidi. Bedeutende Entdeckung Genf. — Im ersten europäischen Symposium für Pflanzenwuchsförderung erregte eine Vorlesung des Chemikers Dr. Abraham Halevy vom Wedzmann-Institut grosses Aufsehen Das Symposium wurde zusammengerufen, um Methoden zu studieren, die das Gedeihen von Pflanzen in Gebieten fördern, deren Trockenheit und Dürre ihr Wachstum behindert. Dr. Halevy verlas vor Wissenschaftlern aus USA, England, Frankreich, Italien, Westdeutschland, Oesterreich, Holland und Israel eine Arbeit, in der er seine Experimente mit Cycoeel (Etiletrimetilamonio.Chlor) beschreibt. Dieses cnemische Mittel fördert das Wachstum von Blumen, aber auch von Hülsenfriichten, Tomaten und Zitronen. Halevy stellte fest, dass die Pflanzen, die mit diesem Produkt genährt werden, dreimal so lange ohne Wasser leben, als unter normalen Bedingungen, und dass die Produktion mit Cycocel um 30 Prozent erhöht werden kann. Besonders bei Zitronenkulturen sei das Produkt interessant, weil solcherart die relativ kurze, wasserreiche Winterperiode wesentlich verlängert werden kann. Die American Cynamide Co. übernahm die Herstellung des Produkts, das gegenwärtig im Stadium der Experimentalanwendung steht und vorläufig noch nicht offiziell zur Verwendung für Lebensmittel zugelassen ist. (ITA) ger der Kirche darauf berufen, sie hätten den wahren Sachverhalt nicht gekannt? ' Das ist wohl nach diesen . Bekanntmachungen schwer ■ möglich. Also warum schwieg der Papst? j vn. j Für alle diejenigen, die nicht an das Dogma der Unj fehlbarkeit glauben, bleibt ■ die Möglichkeit offen, der Papst habe sich in einem schweren Irrtum befunden. Vielleicht glaubte er wirk, lieh daran, man würde durch AN UNSERE LESER Durch die Verhältnisse sehen wir uns gezwungen, den Abonnementspreis von 200— für zwei Quartale auf 250 — Pesos (resp. von 400.— por Jahr auf 500.— Pesos) heraufzusetzen. — Wir bitten unser Leser um Verständnis für diese Massnahme. M0HEL N. PLAKSIN Superi 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2312 JACOB LAP1DUS dipl. Mohel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037 4’ B. 46-1716 und 48-2124 Frankfurter Prozess Frankfurt. — Im Prozess gegen die Verbrecher von Auschwitz sagte ein Zeuge aus, dass einer der 21 Angeklagten, der Lagerarzt Dr. Viktor Capesius, 15 Koffer aus den Gaskammern brachte, die mit Goldzähnen ge. füllt waren, die man den Opfern ausgerissen hatte. Der Zeuge, der Jan Sikorski heisst, 47 Jahre alt ist und vier Jahre seines Lebens in Auschwitz verbracht hatte, berichtete, dass Dr. capesius einem seiner Leidensgenossen den Auftrag gab, diese Zähne zu reinigen und zu klassifizieren. Anschliessend nahm er das Gold an sich, das sol. cherart nicht nach Berlin gesandt wurde. (ITA) Schweigen Schlimmeres verhüten, obwohl er doch wissen musste, dass es schon nichts Furchtbareres als die Massen . Ausrottung geben konnte... Ob durch einen solchen Fehler oder Irrtum die päpstliche Verantwortung oder Schuld geringer werden, mögen andere beurteilen. An sich bedeutet allein die Tatsache, diese Frage zu stellen, sie zu verneinen. Aber was folgt daraus? Kann man nicht aus diesen Fehlem für die Zukunft 1er. nen? Heute weiss man doch, wohin Windwütiger Hass führen muss. Genügt es unter solchen Umständen, für den Frieden zu beten oder für die Verfolgten zu weinen? Dass der Antisemitismus gerade in den katholischen Ländern in einem bedrohlichen Ausmass wächst, ist unbestritten Wo bleibt das kla. re Wort, das diesen Gefahren steuert? U SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes, Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Pueyrredón 2190 1» izq. T. E. 83-2613 Abono-Preise: Argentinien: $ 500.— pro Jahr Ausl. $ 800.— jährl. Nasser London. — Präsident Nasser wies die anglo-amerika. nische Aufforderung, die militärische Potenz Aegyptens nicht weiter zu verstärken, mit der Erklärung zurück: „Wir haben die Katastrophe von 1948, als Israel gegründet wurde, nicht vergessen. Israel ist ein Brückenkopf in der arabischen Welt und wird von Grossbritannien, Frankreich und den Vereinig, teai Staaten bewaffnet.“ — (ITA) Nee-Nazi ins Irrenhaus Washington. — Wäh-. rend einer Debatte im Senat erschien plötzlich ein Unbekannter auf der Ga. lerie. der eine Hakenkreuzfahne schwang und schrie: „Jetzt kann uns nur noch Rockwell retten'“ Während er von der Wache überwältigt wurde, rief er: „Ehe weisse Mehrheit wird verraten!“ und' liess Hitler hochleben. Er wurde als Jerry Lester Oochran, Mitglied der nazistischen Rockwell.Par. tei identifiziert und in die psychiatrische Klinik eingeliefert. (ITA) Dr. J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN u. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirovano Mo., Mitt., Frei., 15—19 Uhr Samst. 14—16 Uhr. OLÄZABAL 2512 - 76-7980 Privat 52-7734 Dr. B. Schwanz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 - 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Cardieiagia — Hospital Fernandez Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogramme CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 VERREIST VOM 10. JUNI BIS 7. IUU Vertreter: Dr. BRONSTEIN — 83-6167 Dr. HERSZKOWICZ — 70-4484 VARICES-ULCERÄS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY Sarmiente 3116 T. E. 87-1362 VON DER STUDIENREISE ZURUECK Sprechstunden nach telei. Vereinbarung Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERNANDEZ 2518. TJL 76-8673 u. 73-0500 KLEIN Magen- und Darmkrankheiten Roetitgen-Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u- Freitag von 15—19 Uhr Es wird gebeten, sich vorher telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44 9433 tu 44-1542 sÄ ■ml