Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2067 (5.6.1964)
- Date
- 1964-06-05
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/9616703-9614256-9614471--3351-9614473- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
S — Viernes, 5 a« Junio de J964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — No. 2067 Ein denkwürdiges Datum I (Schluss von Seite 1) Rebellion sowie weitere 150 Terroristen nach der Wieöereroberung der Stadt durch Begierungstruppen den Tod Befunden haben. Sie seien umgekommen, nachdem sie sich geweigert hatten, aus ihren verschanzten Häusern herauszukommen. Unter ihnen befanden sich der Präsident der Nationalversammlung von Nordkatanga, der Ohef des Kabinetts von Jason Sendwe. der Provinzprä. sident und ein Minister. Leichname von etwa 30 Terroristen. so heisst es weiter, seien aus einem Fluss gezogen worden usw. Und dann wird von den Kommunisten Besprochen, als ob dadurch die Massaker gerechtfertigt werden könnten. Die ..Kämpfe ‘ oder, wie man wahr, scheinlich genauer sagen müsste, die Ausrottungen gehen weiter, denn jetzt rücken die Regierungstruppen gegen die Kommunisten vor, die sich in Stärke von 3.000 Mann nach Süden geflüchtet haben sollen, wie es zum (Schluss dieser Meldung heisst. Unbemerkt von dei .grossen' Welt spielen sich in Afrika die schwersten und grausamsten Kämpfe ab, die man dadurch vertuschen will, dass sie als Krieg gegen die Kommunisten bezeichnet werden. Zwar sind UN-Beobachter in Kongo und in Katanga, der Nachrichtendienst aber ist kontrol. liert, und deswegen sind die Berichte mit einer gewissen Zurückhaltung aufzunehmen. „Le Monde“ schrieb am 4. Februar 1964: „Ergänzend zu den Informationen, die wir •über die Massenmorde an der Watussi-Bevölkerung in Ruanda bereits veröffentlicht haben, erhalten wir ein langes Schreiben des Herrn Vuillemin, der von der UNES CO als Lehrkraft nach Buta. ra geschickt worden ist. Zeuge unzähliger Gewalttaten geworden, die das ehemalige belgische Protektorat mit Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 I' izq. nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. jerät Sie kostenlos und inverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 | Blut überschwemmten, sah er keinen anderen Ausweg, als sein Amt niederzulegen, wie dies auch ein anderer Experte der Vereinten Nationen getan hat. „Es ist mir nicht möglich, so schreibt Vuillemin, im Dienste einer Regie.; rung zu bleiben, die für den : Mord an einem ganzen Volks-; stamm verantwortlich oder \ an ihm beteiligt ist. Ich kann I die Gleichgültigkeit und Pas- I sivität der hiesigen Europä- , er. Vertreter bilateraler oder; multilateraler technischer; Hilfsdienste nicht tei’en. Ich j betrachte diese Gleichgültig.! keit objektiv als Mittäterschaft. | „Wie könnte ich im Rah- I men der UNEiSCO-Hilfe an | einer Schule lehren, deren i Schüler aus dem einzigen j Grund, dass sie Wutassi waren, ermordet worden sind? Wie könnte ich Schüler unterrichten, die man vielleicht in einigen Monaten oder Jahren aus den gleichen Gründen umbringen wird?“ — Dazu schreibt eine deut-! sehe katholische Zeitschrift: j „Die Regierung von Ruanda, die den belgischen Kolonialj Streitkräften und der Kirche! ihre Machtstellung verdankt, zeigt sich prowestlich und bigott, von einer Frömmelei, die sogar einige Geistliche irritierte.“ „Es gibt, so heisst es dort, keine andere Presse als die von der Regierung oder vom Erzbischöflichen Ordinariat herausgegebenen Monatsblät. ter. Der Rundfunk ist regierungseigen. Er hat niemals über diese Ereignisse berichtet. Keine einzige ausländische Zeitung hat dort einen regelmässigen Korrespondenten, woraus es sich erklärt, dass Ruanda praktisch ausserhalb der Welt lebt“. — Die ermoratren Watussi — ein Volksstamm, der im 15. Jahrhundert wahrscheinlich aus Aethiopien kam. werden nachträglich zu Terroristen und Kommunisten erklärt, die wahrscheinlich unter dem Einfluss Pekings standen. Soweit man ihrer habhaft wer. den konnte, wurden sie totgeschlagen. Niemand nahm hiervon Notiz..., zwanzig Jahre nach der berühmten Invasion, die im Zeichen der Freiheit erfolgte. Der Ungeist der besiegten Welt wirkt in der Welt der Sieger. IV. Gegen Nazi-Greuel Dem Vertreter eines jüdischen Comités gegenüber machte Papst Paul VI. Eh-, klärungen über seine Haltung gegenüber dem Antisemitismus. Allzu viele jüdische „Vertreter“ und Repräsentanten irgendwelcher Splittergruppen odei Vereinigungen haben in letzter Zeit den Papst aufgesucht und ihm Gelegenheit gegeben, in allgemeinen Worten die Nazi-Verbrechen zu verurteilen und den Antisemitismus abzulehnen. Jetzt sagte Papst Paul VT., JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecken - TaUiebeutel - Käppchen Maz zot-Taschen - Hand- und Maschinenstickerei von Bett- und Tischwäsche Dr. P. I. RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73-9155 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76-0286 73-1049 er würde die schrecklichen Leiden der Juden in unserem Zeitalter aufs tiefste bedauern. Die Menschenrechte der Juden müssten voll anerkannt werden. Es seien drei Aspekte, unter denen die Judenfrage verstanden werden müsse: der rassische, der politische und der religiöse. wobei der Papst hierbei besonders den Respekt der Kirche vor der jüdischen Tradition betonte, „mit der das Christentum so eng verbunden ist“. Aus diesem Respekt vor der jüdischen Tradition würde folgen, dass die Rassenfrage als solche für die Christenheit überhaupt nicht existent sein dürfte, da a!lle Menschen als Ebenbild Gottes nach unserer Lehre geschaffen worden sind. Kein Jude wird bezweifeln, dass die Haltung der Katholischen Kirche gegenüber den Juden sich durch die mutige Stellungnahme des Papstes Johannes XXIII. grundlegend zum Besseren gewandelt hat. Die von diesem . Papst eingeschlagene neue Linie wurde von seinem Nachfolger. dem jetzigen Papst, offiziell bewahrt, was durchaus nicht verkannt werden darf und soll. Dennoch dürfte es angebracht sein, einige Bemerkungen zu diesen wie anderen Erklä. rungen zu machen, die Papst Paul VI. in den letzten Monaten in der Judenfrage abgegeben hat. Bereits bei seinem Besuch der Heiligen Stätten in Israel musste auffallen, dass der Papst diese Gelegenheit wahrnahm, um sich zu den Anschuldigungen gegen die Kirche zu äussern, die von dem deutsch-evangelischen Dichter Rolf Hochhuth in sei. nem Drama „Der Stellver. treter“ vorgetragen wurden und die sich gegen Papst Pius XII. wandten. Diesem Papst wurde der Vorwurf gemacht, durch sein Schweigen über die nazistischen Massaker gegen die Juden sich mitschuldig gemacht zu haben. Hochhuth war nicht der er. ste, der diese Anklage gegen Pius XII. erhoben hat, wohl aber der wirkungsvollste. Unter denen, die sich in diesem Sinne gegen Pius XII geäussert haben, sind kaum Juden. Aus welchen Gründen Papst Paul VI. immer wieder Juden gegenüber Gelegenheit sucht, gegen dieses Drama zu sprechen, ist zwar verständlich, aber nicht klar ersichtlich. Es wäre wohl eher angebracht, wenn der Papst in einer offiziellen, an die ganze Welt gerichteten und sachlich begründeten Erklärung den gegen die Kirche und ihren höchsten damaligen Repräsentanten erhobenen Vorwurf Stellung nehmen wollte. Bei dieser Frage handelt es sich durchaus nicht um ein Gespräch zwischen der Kirche und dem jüdischen Volk. Hier geht es um den MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 T. E. 76-6784 n. 76-2312 JACOB LAPIDUS dipl. Mohel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2U37, 4» B. 46-1716 und 48-2124 Um die Fünf- Tage- Woche Israel hat den ersten Schritt auf dem Wege zur Fiinf-Ta. ge-Woche unternommen. Die Toten-Meer.Werke beschlossen unlängst, versuchsweise die Fünf.Tage-Woche einzuführen. Als Masstab, ob ) ein solcher Versuch als ge- ' Zungen angesehen werden kann, soll die erzielte Produktion dienen. Die Fünf - Tage . Woche kommt zunächst nur den in der Produktion selbst eingesetzten Arbeitskräften zugu-; te und da in der Versuchsperiode neue Arbeitskräfte nicht eingestellt werden sollen, wird ein Vergleich zwischen dem Ausstoss in der Zeit der unverkürzten Arbeitswoche und dem in der Fünf.Tage-Woche ein klares Bild ergeben, ob die Leistung | dank der verlängerten Arbeitsruhe steigt und die ausgefallenen Arbeitsstunden dadurch ersetzt werden oder nicht. Diese Verkürzung der Arbeitszeit erscheint gerade bei den Toten-Meer-Werken besonders angebracht, wo die Arbeiter unter den klimati. sehen Bedingungen, unter denen sie am Toten Meer — 400 i Meter unter dem Meeresspiegel — arbeiten müssen, sehr zu leiden haben. Es ist bezeichnend, dass sieh sofort die Arbeiter der Chemicals and Phosphates Ltd. meldeten und ebenfalls die Einführung der Fünf-Ta. ge-Woche verlangten. Ein Teil dieser Arbeiter ist ja ebenfalls im Negew in Oron und Arad beschäftigt. Arbeitsminister Jigal Alon erklärte bereits vor einigen Versuch. zu historischen Wahrheiten durchzudringen. Prima facie sprechen alle Tatsachen und Eindrücke dafür, dass eben nicht alles von Seiten der Kurie unternommen worden ist, um die bar. barischen Massenmorde der Nazis zu verhindern. Dass auch viele katholische Priester umkamen, ist kein Entschuldigungsgrund; hierdurch könnte die Hochhuth. sehe These nur bestärkt werden. Bisher ist auch keine offizielle Verurteilung ei nes hohen katholischen Geistlichen erfolgt, obwohl z. B. der Kardinal Innitzer -den ersten Triumph der Nazis be grösste. ,Heil Hitler1 rief und das Volk auf forderte sich auf die nazistische Seite zu stellen. Das hat nichts damit zu tun, dass sehr viele katholische Priester, besonders in Italien, ihr Leben aufs Spiel setzten, um Juden zu retten. Wir Juden haben dies stets und mitunter in überschwenglichen Worten voll anerkannt. Dass die Kirche gegen den Antisemitismus auftritt, ist eigentlich selbstverständlich Dies war es durchaus nicht immer. Denn Jahrhunderte hindurch war die Katholische Kirche die Trägerin des Antisemitismus. Heute ist sie es — wenigstens offiziell — nicht mehr. Aber mit Deklarationen ist wenig getan. Eis gibt grosse Kirchenprovinzen, vor allem auch in Lateinamerika, in denen der Einfluss der Kirche den Antisemitismus schürt. Dies zu verschweigen, wäre eine unverzeihliche Feigheit. Wäre es nicht richtig, wenn der Papst nicht nur seine Gegnerschaft gegen den Judenhass verkünden würde, sondern Schritte unternimmt, seinen Einfluss in diesem Sinne innerhalb der Kirche geltend zu machen? — Der Papst hat in seinen letzten, an einen jüdischen Repräsentanten gerichteten; Worten eine sehr umwundene Stellungnahme zum israelisch-arabischen Konflikt abgegeben. Es sei nicht seine Angelegenheit, vor allem nicht jetzt, zur politischen Frage, gemeint ist der Konflikt um Israel. Stellung zu nehmen, obwohl „wir immer gewünscht haben, dass gerechte und friedliche Lösungen für die Völker gefunden werden müssen, die schon so viel Trübsal und Leiden durchgemacht haben.“ Dies wäre auch für die Interessen der Katholischen und anderer christlicher Kirchen wichtig. Hier erhebt sicht das Problem, ob es nicht doch an der Zeit wäre, dass der Papst in einer ganz anderen Weise wie bisher zum Frieden — und nicht nur etwa wegen der eigenen christlichen Interessen — aufrufeo sollte. Sonst könnte wieder einmal die Zeit kommen, dass einem Papst der Vorwurf gemacht wird, er habe durch sein Schweigen eine grosse Schuld auf sich geladen.... U SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Pueyrredón 2190 F izq. T. E. 83-2613 Abono Preise; Argentinien: $ 100.— pro Quarta] Ausl. $ 600,— jährl. Monaten, dass die Einfiihrung der Fünf.Tage-Woche erwünscht sein müsse, vorausgesetzt, dass die Produktionsleistung nicht darunter leiden werde. Praktisch han. delt es sich natürlich nur um einen halben Tag, um den die Arbeitswoche verkürzt wird, da am Freitag sowieso die Fabriken bereits mittags schliessen. Das Hauptproblem aber wird letzten Endes die Frage sein, wie der Arbeiter die ge. wonnene Freizeit verbringen wird. Bei der heutigen Knappheit an Arbeitskräften werden gute Facharbeiter zweifellos, wenn sie nur wollen, reichliche Zusatzarbeit finden. Vermehrte Ausbildungskurse wären nötig und erwünscht. Aber wird der Arbeiter die Freizeit benützen, um sich im Café die Zeit mit Kartenspielen und ähnlichen, oder noch schlimmeren Dingen zu vertreiben, so würde eine solche Regelung statt Nutzen, nur Schaden bringen müssen. Letzten Endes hat sich die Lebensweisheit unserer alten Bibel noch immer als wahr und richtig erwiesen, und dort finden wir geschrieben: „Sechs Tage sollst Du arbei ten und am siebenten Tage ruhen und den Schabbat halten.“ Dr. Kurt Ottensooser . (Israel) Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Cardiología — Hospital Fernández Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogramme CUBA 2141 T. E. 73-8782 u. 73-6817 VERREIST VOM 10. JUNI BIS 7. JULI Vertreter: Dr. SANGUINETTI 76-2406 Dr. HERSZKOWICZ 70-4484 - 701 3223 Dr. J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN u. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirovano Mo., Mitt., Frei., 15—19 Uhr Samst. 14—16 Uhr. OLÄZABAL 2512 - 76-7980 Privat 52 7734 Dr. B. Schwär« ZAHNARZT ESTOMBA 2283 - 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE TELE F. VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 VARICES-ULCERAS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3H6 T. E. 87-1362 VON DER STUDIENREISE ZURUECK Sprechstunden nach teleL Vereinbarung Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden; Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERNANDEZ 2518. TJE. 76-8673 u. 73-0500 Dr. L. KLEIN - Medico Magen- und Darmkrankheiten Roentgen-Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u- Freitag von 15—19 Uhr Es wird gebeten, sich vorher telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44 9493 u. 44-1542 TS*