Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2066 (29.5.1964)
- Date
- 1964-05-29
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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6 ViefiN“'. 29 de Mayo de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — No. 2666 Uni e Ereignisse der Woche (Fortsetzung der Ereignisse von Seite 4) Frage der deutschen Wissenschaftler in Kairo, die an der Herstellung von Raketenwafien gegen Israel beteiligt sind. Nachdem der Redner auf diese Frage eingegangen war, meinte er abschliessend, dass wir es bei den deutschen Experten in Aegypten und der Haltung der Bonner Regierung in diesem Punkt ganz offensichtlich mit einem Akt der deutschen Wiederschlechtmachung za tun haben. .. Leon Cayani s. A. Nach einem schweren Leij den verstarb in Buenos Aij res Herr ±jeon cayani, der ¡ Jahrzehnte hindurch in vie- ¡ len grossen jüdischen Insti- | tutionen an führender Stelle; mitgearbeitet hat. Cayani, ein; Freund Dr. Hellmanns, war! Mitglied der Exekutive des hiesigen Büros des Jüdischen ] Weltkongresses, Mitarbeiter der DAIA, Präsident des Jüdischen Krankenhauses, Prä. sident una später Vizepräsident der Vereinigten Israel- Kampagne, der er sich bis in seine letzten gesunden Tage mit besonderer Ergebenheit widmete. Cayanis Tod ist ein Verlust für die gesamte jüdische Gemeinschaft in Ar. gentinien; sein Andenken wird stets in Ehren gehalten werden. — Der Zauberer kommt zu Besuch j i - Der frühere Reichsfinanz-; minister Hitlers, Dr. Hjalmar Schacht, ist vor Tagen nach Argentinien gekommen, einer Einladung folgend, wie es hiess. Uns erschien dieser t Besuch kein Anlass, hierüber j zu sprechen oder zu schrei- ¡ ben. in der Abendzeitung „La j Razón“ wurde „ein Brief“ des bekannten Orthopäden Dr. Erich von der Walde veröffentlicht, in welchem Dr. v. d. Walde dem grossen Publikum einige wesentliche Fakten aus der verhängnisvollen Tätigkeit des Dr. Schacht i Erinnerung ruft, der die Geister der Inflation nach völliger Aushungerung und Pauperisierung gebannt hat und seither — zu Unrecht — als der grosse Finanzmagier gefeiert wird. Dass Schacht einer der Totengräber der Weimarer Republik gewesen ist, dürfte von ernster Geschichtsforschung nicht bestritten werden. Es ist bekannt, dass seit langem der Versuch gemacht wird die Begebenheiten umzubiegen und die Geschichte zu korrigieren. In diese Linie gehört das Erinnerungsbuch Schachts .,76 Jahre meines Lebens“, eine reichlich unge. schickte Verteidigungsschrift, deren klare Absichten nach wenigen Seiten Lektüre hervortreten. Dass Menschen, die auf so hohem Posten wie dem eines Reichsbankpräsidenten oder Reichsfinanzministers Hitler gedient haben, eine weit grössere Schuld auf sich geladen haben als die Henkersknechte von Auschwitz, ist unsere Ueberzeugung. — Tourismus nach Israel Der Generaldirektor des israelischen Instituts für Tourismus, Herr Israel Zuriel, bereist gegenwärtig die lateinamerikanischen Länder, um für den Touristenverkehr nach Israel zu werben. In einer Pressekonferenz, die vom Direktor des israelischen Touristenbüros in Argentinien, Baruch Tennenbaum, für den interessanten Gast veranstaltet wurde, umriss dieser den Zweck seiner Rei. se. Heute ist der Tourismus eine der wichtigsten Einnahmequellen Israels. Deshalb wird alles getan, um den Reiseverkehr zu fördern. Nach der Staatsgründung Israels bestand noch kein of_ fizielles Reisebüro. Es gab nur wenige, gut befahrbare Strassen, keine modernen Hotels und keine Reiseführer. 1 Heute besitzt Israel ein gro.; sses Netz guter Strassen die! das Land von Galil nach i Elat verbinden, eine Reihe! von Luxushotels und auch; solche bescheidener Preiska- | tegorien und eine Flotte von; modernen Autobussen und; Privatautos mit Fremdenführern. Israel gehört der Touri. sten-Organisation „Iuto“ an, die von der UNESCO gegrün- DEINE SPARKASSE DEIN HOBBY STAMPS CENTER 94 Ailenby Rd. TEL AVIV P. O B. 4444 det wurde und der hundert Länder angeschlossen sind. Heute steht Israel als Touristenland im Vordergrund des Interesses, das seit dem Papstbesuch nur noch zuge. nommen hat. In den kommenden Monaten werden mehrere internationale Kongresse abgehalten. die eine Reise nach Israel noch lohnender gestalten. So findet im Juni in Tel Aviv eine Weltausstellung statt, an der sich auch Argentinien beteiligt sowie in Jerusalem ein internationaler Kongress für Stadtplanung und Häuserbau. Im Juli findet ein Sän-! ger-Weltkongress statt, auf! dem sich sechzig Chöre ein i Treffen geben und gleichzei. i tig auch das Festspiel für Musik und Drama, das be-! deutendste Theater-Ereignis j in Israel. Im August wird , ein internationaler Kongress | für „Siedlung und Karawa- ' nen“ abgehalten, sowie der i von der Hadassa einberufene Kongress der „Gesellschaft für Hematologie in Asien und Pazifik“. Die Hebräische Uni. versität in Jerusalem veranstaltet einen internationalen Philosophie- und Wissenschaftskongress'. Im Oktober findet in Tel Aviv das Inter, nationale Treffen für Aeronautik statt und im November die 16. Schach-Welt. Olympiade. Neben all diesen interessanten Veranstaltungen hat Israel sehr viele landschaftliche Schönheiten zu bieten, einen herrlichen Strand am Mittelmeer und das Erlebnis der Kibbuzim und der Mo. schawot, deren kollektives Leben ein interessantes Studienobjekt ist. Argentinische Bürger benötigen keine Einreiseerlaubnis und den Reisenden stehen spanisch sprechende Führer zur Verfügung. 20 Jahre Lamroth Hakol C. W. — Für den Vormittag des argentinischen Nationalfeiertages hatte die Gemeinde Lamroth Hakol zu einem Festgottesdienst ein. geladen, der stark besucht war. Die Gemeinden und Organisationen unseres Sprachsektors waren fast ausnahmslos vertreten. Mit dem „Ma Tauwoh“, von Kantor und Chor gesun. gen, begann die Feier. Die einleitende Ansprache hielt der Gemeindepräsident Julius Eichberg, der sichtlich bewegt zunächst den Dank an die Vorsehung richtete, die erlaubt habe, im neuen Lande fortzusetzen, was durch die Verfolgungen in | Europa hatte abgebrochen | werden müssen. Nach herz-; liehen Worten für den Gemeinderabbiner, Herrn Paul Hirsch, der an diesem denk, i würdigen Tage, da die Ge-! meinde zwanzig Jahre bei stünde, sein lOjähriges Amts- I jubiläum in ihr beginge, für I den verehrten Lehrer und be_ : sonders treuen Mitgestalter! Herrn Fein sowie für alle Mitarbeiter sowie für den Vi- I zepräsidenten der Ceutia, j Hans Leschnitzer (Monte.i- | deo), dankte der Redner die- I sem gastlichen Lande Ar. I gentinien und seinem Volke.! Hier wachse unsere Jugend I zu stolzen Juden und loya- I len Bürgern heran, j Nachdem dann psalme re- [ zitiert worden waren, er- | griff Rabb. Schlesinger das i Wort. Er erinnerte zunächst an unsere früheren Gemein.; den und warnte davor, die! nahezu drei Millionen Juden : in Russland zu vergessen, die | der Gefahr eines „geistigen \ Erstickungstodes“ ausgesetzt j seien. Nach einem alten Mi-! diasch wären die Kinder un- | seres Volkes die Garanten i für die Zukunft. Israel bilde! das grosse Glück in Gegenj wart und Zukunft und nicht 1 ein „billiger Patriotismus“, | sondern eine echte Anteil. | nähme am Wohl des Landes sei notwendig. „Assimilation“, so bemerkte der Redner i mit Nachdruck, „ist der Ver- . such, vergessen zu machen,; dass man Jude ist.“ Unsere : Jugend müsse die Situation in Lateinamerika mit allen : Gefahren erkennen, die bestünden. Mit treffenden Worten über den niemals abreisenden Prozess jüdischer Gegenwärtige schichte und Tradition schloss Dr. Schlesinger seine Ausführungen. Im weiteren Ablauf des Festaktes wurden die Thora, rollen feierlich ausgehoben, der am Montag übliche Abschnitt der kommenden Woche verlesen und anschliessend die Gebete für Israel und Argentinien gesprochen. Oberkantor Walter Bluhm sprach eindrucksvolle Worte über die Bedeutung der jüdischen Gemeinde, über ihre Aufgaben in unserer Zeit und überreichte der Schw'esterngemeinde ein schönes Geschenk der NOI, einen Kidduschbecher, Sinnbüd leben, diger Tradition. Hierauf sprach für die Jugend Roberto Oelsner. Seine Worte Umrissen in treffender Weise die Bedeutung der Synagoge als Lehrstätte, als Ort, wo jüdische Brüderlichkeit gesucht und gefunden werde, wo das Gefühl für die har. monische Verbundenheit unter allen Teilen des jüdischen Volkes entstünde. In der nun folgenden Festrede ging Rabb. Paul Hirsch von persönlichen Erinnerun. gen an die brennende Neue Synagoge in Breslau aus, um JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN 73-1148 BLANCO ENCALADA 1646 AUTO - REPARATUR . WERKSTATT „BEÑO” BEÑO HUTSCHNECKER Avda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Monroe) T. E. 51 - 2205 Kindler-T aschenbücher IN DEN LETZTEN WOCHEN SIND DIE FOLGENDEN BAENDE ERSCHIENEN: Nr. 33: WASSILIJ AKSSIONOW: Apfelsinen aus Marokko (Roman) Nr. 34: CHARLES MORGAN: Das leere Zimmer (Roman) Nr. 35: WILLIAM FAULKNER: Schall und Wahn (Roman) Nr. 36: HORST MOENNICH: Chronik einer wastpreussischen Familie Nr. 37: C. WRIGHT MILLS: Politik und Verantwortung (Eine Analyse) Nr. 38: ROBERT WALSER: Jakob von Gunten, Roman Nr. 30/40: ALFRED KANTOROWICZ: Tagebuch, Band I Nr. 41: PA ER LAGERKVIST: Gast bei der Wirklichlichkeit (Roman) Es kosten: Einfachband DM 2,50 Doppelband DM 3,80, Dreifachband DM 4,80. Bestellungen durch alle Buchhandlungen Kindler Verlag G.m.b.H., München ' Zeugenaussage Joel Brands I Frankfurt. — Joel Brand, der während der Nazi-Beset. : zung Ungarns eine führende Rolle innerhalb der dortigen! jüdischen Gemeinschaft gespielt hat und in dieser Eigen- Schaft häufig mit Eichmann verhandeln musste, wurde als I Zeuge im „kleinen“ Auschwitz-Prozess vernommen, der jetzt | in Frankfurt verhandelt wird. Joel Brand lebt seit einiger Zeit in Israel. Er sagte u. a. aus, dass das Angebot Adolf Eichmanns, : eine Million Juden freizugeben, wenn aafür zehntausend Lastwagen geliefert werden würden, nur aus dem Grunde gemacht worden sei, um die Allianz' zwischen dem Westen und Russland zu zerstören. Eichmann hatte Joel Brand nach Konstantinopel geschickt, um bei den Alliierten diese Offerte durchzusetzen.; Er berichtete nunmehr als Zeuge über die Details dieses Planes im Prozess gegen Hermann Krumey und Otto : Punsche, den beiden engsten Mitarbeitern Eichmanns bei der Ermordung der ungarischen Juden im Jahre 1944. Der P:an stamme nach der Meinung von Brand vom Cnef der : Gestapo Heinrich Himmler. Er, Brand, betrachtete es als einen schrecklichen Irrtum seinerseits, diesen Plan den Engi ländern unterbreitet zu haben. Erst später habe er ver-! standen, dass Eichmann diesen Plan Himmlers weitergege. ben habe, um die Alliierten zu entzweien. Krumey wurde von Brand als der Mann nach Eichmann bezeichnet. In den Wochen vor seiner Reise nach; der Türkei im Mai 1944 sei Krumey stärker in Erscheinung getreten, sodass er als der hauptsächliche Organisator der i antijüdischen Massnahmen in Ungarn von ihm, Brand, an-! gesehen werde. Eichmann sei der Vorgesetzte gewesen, aber; in Ungarn jedenfalls habe Krumey die Verantwortung für I die Deportation hunderttausender Juden in die Todesiager j mitgetragen. (ITA)! UNEF bleibt in Gaza Schwarze Museimanen j Washington. — Zweiter Staatssekretär Harlan Cleve. I land .gab in einer Sitzung des Comités für äussere Angelegenheiten der Kammer der Hoffnung Ausdruck, dass die UNEF ihre Truppen auch im Jahre 1965 in Gaza lasse. Cleveland erklärte, dass die Schutztruppen der UN, die UNEF. allein in der Lage wären, das Gebiet vor ernsten Zwischenfällen zu bewahren und die freie Schiffahrt im Golf von Akaba zu sichern. Die UNEF hätte die Fähigkeit bewiesen, den Waffen. Stillstand aufrechtzuerhalten und habe dadurch den Beweis dafür erbracht, dass sie unentbehrlich sei, solange die Völker an beiden Seiten der fraglichen Zone ihre Beziehungen zueinander nicht so weit verbessern, dass man keinen Stossdämpfer mehr braucht, um bewaffnete Konflikte zu vermeiden. (ITA) Fond für Schulen New' York. — Vertreter von 300 jüdischen Schulen in den USA und in Kanada beschlossen die Durchführung einer Kampagne, die unter dem Namen „Torah“ einen Nationalfond von 10 Millionen Dollar auf bringen soll. Das Geld soll dazu dienen, das Jahresdefizit der Schulen zu decken und nötig gewordene Neubauten zu errichten. XITA) dann von dem Wunder zu sprechen, diesem Geschichtswunder, welches unsere neuen Gotteshäuser und Gemein, den darstellen würden. Dieses, unser jüdisches Volk ist wirklich unzerstörbar. Sclilussgesänge beendeten die Feierstunde, zu welcher der ausgezeichnete Chor unter Leitung von Wolfgang Levy sowie der neue Kantor der Gemeinde. Ernst Vogel, wesentlich beitrugen. New York. — Der nationale Fuhref der schwarzen Mu. teimanen, Malcolm X erklärte in einer Pressekon; - renz, dass die 20 Millionen Neger, die gegenwärtig in den USA : um ihre Gleich berecotigung kämpfen, sich an den Juden ein Beispiel nehmen müssten. „Die nordamerikanischen Juden“, sagte Malcolm, ..haben es ihrer grosen historischen Tradition zu verdanken, wenn es ihnen gelang, ihre Lebensstellung zu verbessern. Das müsste den nordamerikanischen Negern beispielgebend sein, denn sie haben keinen Sinn für historische oder kulturelle Iden, tität: sie wissen nicht, wer sie sind und W'ohin sie gehören.“ Den Antisemitismus ln Harlem erklärte Malcolm damit, dass die meisten Neger nur mit den Haus- und Grundbesitzern Kontakt hätten, die häufig Juden sind und von den Negern in Hartem als Ausbeuter angesehen und als ,.Kolonialisten" bezeichnet werden. Er gab auch zu, dass die Neger die Juden um ihren meist höheren Lebensstandard beneiden. (ITA) „Touristen- Unterseeboot“ Bonn. — In einer deutschen Schiffswerft wurde ein sogenanntes „Unterseeboot für Touristen“ hergestellt und an — die RAU verkauft. Den Beschreibungen nach handelt es sich dabei um das allererste Unterseeboot, das lediglich friedlichen Zwekken und zwar dem Tourt, stenverkehr dienen soll. Das interessante Fahrzeug bietet 50 Passagieren Platz und kann gegenwärtig in der Schweizer National-Ausstellung in Lausanne besichtigt werden. < ITA) Bei ihren Reisen überall hin IST IHNEN BEHILFLICH BETTY DRESEL COS 7LICH PASAJES Y TUR1SMO SRL Avda. Cordoba 379 32-8461-65 Bitte um vorherige Anmeldung 54.3175 ALFREDO STERN MALERARBEITEN ALLER ART Departamentos — Büros — Haeuser — Fabriken Unverbindliche Kostenvoranschläge für jede Arbeit T.E. 76-7281 y 76-9088 Virrey del Pino 2639 DEPOSITO: V. de la Plaza 1779