Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2064 (15.5.1964)
- Date
- 1964-05-15
- Page
- [Seite 1] (sequence 1)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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PUEYRREDON 2190 — 1? izq. H 3 E. 2 6 13 Año XXV, BUENOS AIRES, VIERNES 15 DE MAYO DE 1964 No. 2C61 X Krutschew hei Nasser Kairo. — Anlässlich des Eanketts, das Nasser iu Ehren des Staatsbesuchs von Nikita Krutschew im Palast von Abdin gab, erklärte er unter anderem: „Das arabische Volk weiss, dass eine imperialistische Basis, nämlich Is.a.l, ais Keil in sein Gebiet getrieben wurde und die arabische Einheit bedroht. „Es ist bedauerlich, dass in unserer Zeit ein Staat auf Rassenhass aufgebaut wird und die Irrtümer, die von den Nazis den Juden gegenüber begangen wurden, wiederholt, indem es nun seinerseits einen nazistischen Zionismus begründet. Der Imperialismus ist bemüht, diese Basis zu stärken, indem er die Einwanderung der Juden nach Israel begünstigt, den Staat subventioniert und ihm solcherart hilft, Projekte, wie die Ableitung des Jordanwassers zu verwirklichen. Deshalb muss unser Volk stets bereit sein, zu den Waffen zu greifen.“ Die von den Arabern unter Führung Nassers insze. nierte Hass- und Hetzkampagne gegen Israel hat in den letzten Tagen neue Höhepunkte erreicht. Dabei zeigt sich immer deutlicher, dass unter der alten Parole des Kampfes gegen Israel der Versuch gemacht wird, die ganze westliche Welt zu tref. fen. Alle Beteiligten wissen, dass die von ihnen aufgestellten Behauptungen auf leeren Kombinationen und Verleumdungen beruhen. In den letzu ten Tagen hagelte es sozusagen Wortbomben gegen Is. rael, die Imperialisten und die Unterdrücker der Kolonialvölker, wobei vor allem der ägyptische Staatschef versucht, die öffentliche Meinung von den eigenen Problemen abzulenken, indem er sich in unmotivierte und in solcher Ausdrucksweise auch bei ihm ungewohnte Attak. ken verliert. Krutschews Besuch in Kairo bot einen willkommenen Ablass, die wankende Position Nassers in der arabischen Welt zu stützen und seinem russischen Herrn wohlzugefallen, indem er nicht nur Israel beschimpft, sondern auch gegen Engländer und Amerikaner loszieht, als würde er nicht in freundschaftlichen Beziehungen zu den angelsächsischen Bändern stehen',—von denen er gern jede Hilfeleistung, in welcher Form auch immer, entgegennimmt. Nasser erklärte u. a., das ägyptische Volk sei sich dessen bewusst, dass mitten in seinem Gebiet ein imperialistischer Stützpunkt mit Gewalt errichtet wurde, der die territoriale Integrität Arabiens bedroht. Er meinte Israel. Dass der israelische Boden seit Jahrhunderten nicht zum ägyptischen Territorium gehörte, verschwieg Nasser. Er spricht von einem Arabien, das vielleicht in seinen Träumen bestehen mag, als ein geschlosener politischer Raum aber niemals vorhan. den war, wenn man von der türkischen Fremdherrschaft über dieses Gebiet einmal absieht. Er bezeichnet Israel als einen imperialistischen Stützpunkt, obwohl er weiss, dass dieses Land im Kampf gegen die Imperialisten geschaffen wurde, in einem Kampf, der für viele unterdrückte Völker beispielhaft gewesen ist. Wie weit Nasser sich in seinem Hassfeldzug gegen Israel treiben lässt, zeigt seine Formulierung vom Nazi-Zionismus, obwohl er es doch ist, der die ehemaligen Na. zis in Aegypten aufnimmt und sie für die Vorbereitung seines Revanchekrieges gegen Israel einsetzt. Dass er mit solchen Reden die ganze demokratische Welt provoziert, hat man wahrscheinlich in London und Washington noch nicht genügend zur Kenntnis genommen, da die grossen Demokratien erst dann auf solche Attacken zu reagieren pflegen, wenn sie unmittelbar hiervon betrof. fen sind. Die Engländer sind die ersten, 'die den Druck zu spüren haben, der von Nasser und seinen Helfershelfern ausgeht. Sie haben heute mit den Aufständischen und Auf. gehetzten im Yemen und Aden zu kämpfen und sie werden die Konsequenzen der aufrührerischen Politik Nassers noch weiter zu tragen haben. Aber irgendeine ernste Reaktion auf diese Angriffe ist bisher nirgends zu bemerken. von B. B. SAMUEL obwohl Nasser in allen seinen Reden, die er in rei< hli. eher Zahl während der letzten Wochen und Tage gehalten hat, stets offen zum Krieg aufforderte und mit dem Feuer spielte, das er in dem Augenblick zu entfachen gedenkt, der ihm oppor. tun zu sein scheint. Krutschew hat sich in seiner ersten Kairoer Rede dar. auf beschränkt, einmal mehr das Rote China zu brandmarken, den Verbündeten von gestern, seinen Feind von heute. Von Kairo aus und am Beginn seiner arfikanischen Reise hat er versucht, den wachsenden Einfluss der Chi nesen auf dem schwarzen Kontinent zu eliminieren, wobei er sich der Unterstützung Aegyptens und Algeriens gewiss sein kann. Wie weit diese Bemühungen von Erfolg gekrönt sein werden, mag dahingestellt bleiben, obwohl für Israel diese Frage auch von grosser Bedeu. tung werden könnte. Dann ging Krutschew zum ' direkten Angriff gegen Israel : über, als er vor dem ägyptii sehen „Parlament“ sprach, I dessen Aufgabe darin be-! steht, die rechte Tribüne für; Nasser abzugeben. Es hat diej i selben Funktionen zu erfüllen, wie einst der hitleristi-! sehe Reichstag und wie das Einpartei-Parlament in der : Sowjet-Union noch heute. Das Jordan.Projekt verletze I nach Krutschew die Rechte ■ der Araber; er gab sich nicht; die Mühe, diese Behauptung : zu begründen. Und dann ging j Krutschew zum Totalangriff : gegen den Westen und seinen Imperialismus vor, wetterte gegen die britischen Stützpunkte in Aden, Libyen und Cypern und leistete mit seinen Worten einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zum Wiederaufflackern des Nervenkrieges, den man langsam zu überwinden hoffte. Ja, so rief Krutschew, Russ. land werde den .freien arabischen Völkern' weiterhin Waffen liefern, damit sie gegen den Imperialismus Front i machen könnten. Man sollte diese Vorgänge nicht mit der Bemerkung abtun, all diese Reden seien nur ein Ausdruck sowjetischer Demagogie. Gewiss wäre es ebenso verfehlt, davon zu sprechen, dass die letzten Entscheidungen gefallen seien. Aber nichts ist gefährlicher in dieser aufgewühlten mittelöstlichen Welt, als die ungezügelten Leidenschaften zu entfachen. WfE ICH ES SEHE IT UND KRAFT ZUM GLAI von JEHUDA GOTTHEMER In vielen Kreisen wird die Frage diskutiert, ob wir die Erinnerung an die schreckliche Vergangenheit schüren oder erlöschen lassen sollten, die Erinnerung an jene Tage, die wir selbst durchlebt und durchlitten haben. Die Debatte ist wieder aufgenommen worden, weil die Fristen für die Verfolgung der grausamen Verbrechen abzulaufen drohen, die vom entmenschten Menschen an Unschuldigen begangen worden sind. Ist es wirklich mög licht, dass Mörder nur deshalb ungestraft bleiben sollen, weil es ihnen gelang, sich bisher ihrer Verantwortung und ihren Richtern zu entziehen?, so fragen die einen. Sollen Straftaten noch im mer gesühnt, untersucht und abgeurteilt werden, die schon so lange zurückliegen?, so argumentieren die anderen. Vereinzelt hört man sogar Stimmen der Verfolgten, die gegen den Ablauf der Verjährung keine Einwendungen erheben wollen, weil ‘einmal Schluss sein muss*, weil ver- ■ hütet werden soll, dass durch zu billige Strafen das Andenj ken der Opfer beleidigt und der Schmerz der Ueberleben. i den erneuert wird. | Man hat über den Sinn der Kriegsverbrecherprozesse und , der Verfahren gegen die na S tionalsozialistischen Massen- : mörder bereits viele Meinun- ' gen gehört; es wurde über , dieses Thema von allen Sei. | ten und Kreisen geschrieben und gesprochen; es gehört auf die Tagesordnung der i Verfolgten - Verbände sowie! derjenigen Menschen in ei \ nem demokratischen Deutsch-; land, die sich ehrlich um die , Ueberwindung einer nicht oder noch „nicht bewältigten ■ Vergangenheit“ bemühen.; Für uns geht es darum, wenn! wir einmal von den Argu.; menten der anderen absehen, | das geschändete Recht wie-! herherzustellen und den Ve ••- ' such zu machen, durch Schaf. 1 fung eines in sich gefestigten! Rechtsbewusstseins die Wie. 1 derholung derartigen Unrechts unmöglich zu machen. ' Wir sind von persönlicher Wasser für den Negew Jerusalem. — Kürzlich gab die Regierung bekannt, dass bei dem ersten Versuch, das gigantische Bewässerungssystem auszuprobieren, mehrere Tage lang Wasser aus dem Tiberias-See nach dein Negew floss. Die Experimente mit dem komplizierten System, das aus Pumpen, Kanälen und Zuführungen besteht, werden noch mehrere Wochen fort, gesetzt. Wenn sich keine Abänderungen, Verbesserungen oder Zubauten als nötig erweisen sollten, wird das System bereits in diesem Sommer betriebsfähig sein. Die ersten Wassermengen wurden durch einen offenen Kanal entlang der gebirgigen Seite des Tiberias.Sees gelenkt, um das künstliche „Flussbett“ auszuprobieren. Die „Mekorot“-Gesellschaft, die mit der Durchführung des Projektes betraut ist, gab bekannt, dass man die Pression der Pumpen und die Kanäle entlang der 110 km betragenden Strecke ausprobiert, die vom See bis zur zentralen Verteilungsstelle in der Nähe von Petach Tikwa führt. Die erste Probe bewies ein gutes Funktionieren der gigantischen Pumpen und Roh re bis zum besagten Punkt. Es sollen zwischen 30 bis 40.000 Millionen Fässer Wasser im Jahr dem See entnommen werden und gegen Ende dieses Jahrzehntes soll die Wassermenge bereits 75 000 Millionen Fässer betragen. Vorläufig will man das zu bebauende Gebiet nicht ausdehnen, weil 60 Prozent des Wassers dazu verwendet wer den müssen, an der Miltelmeerküste die Quellen, in die das Salzwasser des Meeres eingedrungen ist, neu aufzufüllen oder zu ersetzen. Der Rest des Wassers ist einstweilen für jene Kolonien bestimmt, die an Wassermangel leiden Israel gab den USA die Versicherung, dass die Wasserentnahme in keinem Fall das im Johnston-Plan festgelegte, israelische Gebiet überschreite. (ITA) 6 Rache weit entfernt, da jede Möglichkeit einer Beziehung zwischen den Mördern und uns ausgeschlossen ist, &-<- dass wir weder Hass noch Racheempfindungen gegen di -, se Unmenschen hegen kön nen. Wir wissen auch sehr gut, dass es ausgeschlossen ist, das ungeheuerliche Verbrechen, das von einem Volk an uns begangen worden ist, durch Strafen, wie sie ein Gericht verhängen könnte, wirklich zu sühnen. Dazu ist die Schuld zu gross, die V erbrechen sind zu abscheulich und die Gesinnung der Tätei j zu niedrig, als dass selbst ihr | Tod ein Ausdruck ausglei-! ehender Gerechtigkeit sein könnte. Aber nichts zu tun, durch Verjährungsfristen die weitere Verfolgung der Kriegsverbrechen auszuschliessen, würde diejenigen prämiieren, die sich durch Flucht und Verwandlungskünste der Justiz zu entziehen vermochten. Man darf auch nicht übersehen, dass gerade in den letzten Jahren und Mo naten immer wieder Menschen als Mitschuldige am Leid und Eiend unschuldiger Opfer der Verfolgungen aus allen Völkern, — es handelt sich keineswegs nur um jüdische Opfer, — durch neugefundene Dokumente entlarvt worden sind, denen es gelun. gen war, bis in die höchsten Stellen der Bundesrepublik aufzusteigen, sogar bis in die Regierung iu Bonn. Für solche Schandtaten kann es weder Verjährung noch Straffreiheit geben, w.; beies gleichgültig ist, ob es sich um die materiellen Täter oder ihre intellektuellen Antreiber gehandelt hat; denn Gehilfen und Anstifter sind den Tätern gleichzusetzen, wenn man sie nicht noch schärfer verdammen will. Das Stigma des Mordes kann durch keine Verjährung ge. löscht werden, zumal die Opfer der Verfolgungen, die überlebten, die tragischen Folgen ihrer Peinigungen an Leib und Seele zu tragen haben. Was vor heute etwa zwanzig Jahren geschah, ist so aussergewöhniieh gewesen, dass es nicht mit normalen (Schluss auf Seite 2) j KRITIKEN AN KRUTSCHEW Tel Aviv. — „Da ar“, für gewöhnlich das Sprachrohr der israelischen Regierung, kommentierte die Haltung Krutschews in der Frage der Ableitung des Jordans folgendermasseu: „Krutschew muss sich darüber im Klaren sein, dass er eine Zevstörungspolitik unterstützt und dass seine Stellungnahme schwere Konsequenzen für den Frie den des Gebiets haben kann.“ „Haboker“, Organ der liberalen Partei, stellt fest: „Für Krutschew dürfen die sowjetisenen Waffen nur für den Kampf gegen den Imperialismus eingesetzt werden und nicht zu Angriffszwecken. Aber gleichzeitig qualifiziert er Israel und seine Projekte zur Verwendung des Jorria"Wassers a’.s .imperialistsch“. Muss das die Araber nicht zu gewagten Abenteuern reizen?...“ „Yedioth Aharonoth“ schliesslich erklärt, dass den ein. zigen Trcst in dieser Situation der Besuch Levy Eshkois beim nordamerikanischen Präsidenten Lyndon Johnson darstellt. Der Herausgeber der Zeitung meint, dass es Eshkol vielleicht gelingen wird, Johnson davon zii überzeugen, dass die Vereinigten Staaten intensiver bemüht sein müssen, den Frieden zwischen Israel und den arabischen Staa. ten zu sichern. ARABISCHE KOMMENTARE Jerusalem. — Da der komplette Text der Rede Krutschews noch nicht zur Verfügung stand, enthielten sich die offiziellen arabischen Kreise eines klaren Kommentars, Nur so viel wurde angedeutet, dass der Beweis für Krutschews Versprechen, die Araber in ihrem Kampf ge. gen das israelische Jordan-Projekt zu unterstützen, erst durch die Art und Weise seiner Hilfe erbracht werden würde. Da der Zweck der Aegyptenreise Krutschews die Ein. Schränkung des chinesischen Einflusses auf die afro-asiatisehen Völker war, sieht nttrn es ais logisch an, dass Krut. scliew eine anti-israelische Formel braucht, um die ägyptisch-sowjetischen Freundschaftsbande enger zu knüpfen. Wenn man hier auch nicht annimmt, dass der russische Premier dem Präsidenten Nasser Kernwaffen zukommen lässt, — daran hindert ihn das Abkommen mit den USA — so rechnet man doch sicher mit einer verstärkten rriiitiiri. sehen und wirtschaftlichen Unterstützung seitens Russlands. (ITA) Katholiken und Juden Rom. — Kardinal Augustin Bea Präsident des vatikanischen Sekretariats für ein geeintes Christentum und Ver. fasser des geplanten Dekrets zur Verbesserung der katholisch-j üdischen Beziehungen, machte kürzlich nähere Angaben über den revidierten Text dieses Dekrets, das dem Konzil im. seiner nächsten Versammlung iin September vorgeiegt werden soll. Kar di. nal Bea erklärte, dass Papst Johannes XXIII. selbst noch t die prinzipiellen Grundlagen : des Dekrets gutgeheissen ha. : be. Der Text des vorgesehe- ' nen Dekrete -wurde in der j bedeutenden Jesuiten . Zeitschrift „Clvita Cattolica“ ver- I öffentlicht. | Darin werden die „falschen! Beschuldigungen, die immer wieder gegen das jüdische . Volk im Zusammenhang mit! der Kreuzigung Christi erhoben werden“, zurückgewie- ■ sen. Der Kardinal erklärt. | „Es ist nicht gerecht, das jü. | dische Volk als von Gott ver- '• dämmt anzusehen; in Wahr- 1 heit hat selbst zu Zeiten Chri. i stus' nicht das ganze Volk Schuld an seiner Verurtei- I lung getragen. Umso weniger ist es angezeigt, heute alle Menschen jüdischen Glaubens dafür verantwortlich zu machen.“ Weiter führt der Prälat aus: „Das Dokument | warnt im allgemeinen davor i im Religionsunterricht, bei . Predigten, im Katechismus j und insbesondere bei Auslegung des Lebens und der Leii. den Christi verächtlich oder , gehässig von den Juden zu! sprechen.“ | Im zweiten Teil des vorgesehenen Dekrete soll alles an Gutem aufgezählt weiden, was die katholische Kirche i durch Vermittlung“'der Ju-! den von Gott erhalten hat und es soll auch alles Erwähnung finden, was die beiden Religionen gemeinsam haben. Die Kirche kennt dankbar an, dass ihre These der Vorbestimmung in der These der jüdischen Patriarchen und Propheten wurzelt und in der göttlichen Offenbarung, die ihnen zuteil wurde. Die Kir. che ist nur eine Fortsetzung jenes auserwählten Volkes, mit dem Gott ein altes Bündnis schloss und aus dessen Reihen Christus, die Jungfrau Maria und die Apostel hervorgingen. Nach Aufzählung all dieser Tatsachen wird den Ka. tholiken empfohlen, mit Menschen jüdischen Glaubens Umgang zu pflegen, um die gegenseitige Achtung und ■Wertschätzung zu erhöhen und vorwiegend durch theologische Studien und brüder- | liehe Aussprachen ihre Mei. i nung zu revidieren, i „Das Konzil, das jedes Unrecht verdammt, verdammt auch den Hass und die Verfolgung der Juden, sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart.“ j „Um den Wert eines solchen Dokuments richtig zu erfassen, muss man nur an die tragischen Folgen jenes Antisemitismus denken, die wir vor zwei Jahrzehnten mit Schrecken erlebten“, erklär, te der Kardinal, „Wenn damit auch nicht gesagt sein soll, dass gerade diese antisemitischen Ausschreitungen von christlichen Kreisen aus. gingen. Jedermann weiss, dass soziale, rassische, pc htische und wirtschaftliche Gründe Vorlagen. Dennoch müssen wir uns fragen, ob die Christen ihrem Glauben entsprechend, wirklich genug getan haben, um den Antise. mitismus zu bekämpfen? — Die unglücklichen Beziehungen zwischen Christen und Juden hatten, schon ir den ersten Zeiten der Existenz, der Kiche begonnen. Und darum ist und bleibt es ein grosses Verdienst des Papstes Johannes, dass er die beleidigenden Ausdrücke gegen die Juden aus der Liturgie entfernen liess. (ITA)