Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2060 (17.4.1964)
- Date
- 1964-04-17
- Page
- [Seite 7] (sequence 7)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Vientes, 17 de Abril de 1904 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — No. 2060 — 7 Fazit dreier historischer Tage Der Beeuch von Papst Paul VI. in Israel ist als historisches Ereigiß von einmaliger Bedeutung, in sei. nen Folgen gegenwärtig noch nicht abziasehen, jedoch lassen sich bereife heute einige Feststellungen machen. die sozusagen die Sofortwirkung dießee Besuches betreffen. Wer die Presse des Landes während jener Tage verfolgt hat, der konnte feststellen, da£6 mehr Artikel über daß Verhältnis von Judentum und Christentum, über die Bedeutung der Heiligen Stätten der Christenheit. im Staatsgebiet Israel« erschienen, als dies sonst in Jahren der Fall war. Israel ißt zwar leider ein Land ohne Nachbarn, aber dennoch muss es eich ah jüdischer Staat in seiner Relation zur christlichen Tochterreligion sehen. Eine unbefangene Sicht auf dieses weltgeschichtlich und religionsgeschichtlich gegebene Gegenüber war bisher durch Tagesprobleme zu Gehr verbaut. Das leidige Problem der christlichen Missionen in Israel hat die Diskussion zu sehr okkupiert, sodass ee zu einer wirklichen Ausein. ander.setzung gar nicht gekommen ist. Erfreulicherweise hatten einige Zeitungen den Papstbeßuch zum Anlass genommen, um über das Tagesereignis hinaus an die Grundfragen zu rühren. Erstaunljcherwcise machten sogar Iinksradikaie Blätter wie „Al-Ham'ßehmar“, die sonst religiösen Fragen indifferent oder negativ gegenüberstehen, diesmal eine Ausnah me. So brachte das Blatt der Mapam eine ernsthafte Auseinandersetzung „Zwischen Zion und Nazareth“ von Jakob Rabi, in der versucht wurde, Grundgedanvon SCHALOM BEN CHORiN ken des Christentums mit denen des Judentums zu konfrontieren. — Geulah Cohen veranstaltete in ,,Ma. ariw“ eine Rundfrage über das Verhältnis von Judentum und Christentum, in welcher führende geißtige Persönlichkeiten beider Religionen in Israel zu Worte kamen. Martin Buber hatte im Rahmen dieser Rundfrage wohl am eindeutigsten den Unterschied in einem persönlichen Bekenntnis zu. sammengefaest: „Ich lehne es ab, zwischen Seele and Welt zu unterscheiden. Ich lehne es ab. seelisch erlöst zu sein inmitten einer uner- Icßten Welt“. Hier liegt der tiefgehende Unterschied klar zutage, aber während Buber dennoch in Leben und Werk zu einem wirklichen Dialog mit der Kirche oder doch mit vom Christentum geprägten Menschen kam, betont der Vertreter der Orthodoxie in dieser Rundfrage, Raw Shlomo Josef Sewin, Redakteur der Enzyclopädia Talmudi. ca: „Die mittePlterlichen Disputationen zwischen Christentum und Judentum sind überlebt, und selbst zu ihrer Zer traten wir nur gezwungenermassen in sie ein. Heute besteht keine Notwendigkeit einer Fortsetzung . Jeder möge in «einen Grenzen bleiben“. Sewin iiberßieht dabei völlig. dass die Zeit der dogmatischen Disputationen zwar tatsächlich vorüber ist. worauf der Direktor des Hebrew Uiion Colkge in Jerusalem Rabbi Jakob J Petuchowoki, erst jüngst in seinem Essay „The Cnristian- Jewish Dialogue: A Jewish View“ hingewiesen hat, dass aber anstelle des Sireitge- A. J. HOLLANDER ARGENTINA S. A. C I. F. Cangallo 466 Buenos Aires 1 HERZFELD & LEVY S. R. L. s e g u r o s Lavalle 462 T. E. 32-9431/3 31- 3370 320976 32- 1018 JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN 73-1148 BLANCO ENCALADA 1646 sprächs ein andern? zu treten hat, von dem Petu. chowski bemerkt „Dies kann sich aber nicht auf die Fragen beziehen, die uns trennen, sondern nur auf diejenigen, die uns einen “ Im Vordergrund deß Papst- Besuches stand natürlich di? Ueberbrückung des jahrhundertealten Schismaß z vi. sehen der römisc.h-kathclischen und griechisch-orthodoxen Kirche. Die Begegnung des Papsteß mit dem Patriarchen Athenagoraß wird sicher in die Kirchengeschichte eingehen. Diese Frage der Wiederherstellung einer weitergehenden Einheit der Christenheit kann für une natürlich nur peri. pher bleiben, aber der Papst hat es mehrmals selbst angedeutet. dass über diese innerchristliche Bemühung hinaus sein erklärter Wille auf eine verßtändnisvolle Beziehung zu den anderen Religionen gerichtet ist. Er hat Israel als „Volk des Bundes“ anerkannt, was von der Kirche co lange verschwiegen wurde, obwohl die Erwählung Ißraels nach dem Neuen Testament (Römer 11, 17 f.) unwandelbar bleibt. Angesichts der religiösen Bedeutung des Papctbesuches war und blieb es bedauerlich, dass Ob.rrabbiner Nissim an der Serie d?r Empfänge nicht teilgencm. mei. hat. Umso begrifeser.ßwerter war es, dass sein Kollege, der Oberrabbiner von Jerusalem, Eliajahu Pardeßs, an der Begrifesrng des Papstes bei der Einfahrt nach Jerusalem beteiligt war. Gerad? zwischen diesen beiden Wiirdenträ. gern besteht eine gewiß e Ranggleiehheit, da der Papst primär Bischof von Rom ist und Elijahu Pardes Oberrabbiner von Jerusalem. Während Oberrabbiner N'ß sim aber immerhin eine Begrüssungsbotschaft für den Papst publizierte, die würdig, angemessen und schön war, sah ßich d?ß RabbinatskoHegium der von der Naturei Karta beherrschten ultra-orthodoxen Austrittsgemeinde bemiissigt, gleich zwei negative Aufrufe zu;r. lassen. Eine „Warnung“: „Im Namen unserer heiligen Thora Ißt es jedermann verboten, teilzunehmen oder dieses Schauspiel zu besichtigen. “ Diese Verwarnung wurde vom Rabbinatskoile. gium der Naturei Karta den Rabbinern Epstein, Refemann und Jungreis unterschrieben, während ein anderer Aufruf die Regierung der Absicht bezichtigte, das ganze Volk zum Religions. Wechsel zu verführen, ebenso wie Ben Gurion dem „buddhistischen Goetzendierßt“ gehuldigt habe. Selbst die Idee des jungen Herzl. lange vor «einer zionistischen Zeit, das Judenproblem durch Massentaufen der Jugend zu lösen, wird hier nochmals angeführt. Wie wirkungßlos dies? völlig sinnlosen Aufrufe verhallt sind, erhellt a der Tatsache, dass sogar der Vertreter der ultra-orthodoxen Agudat Israel im Stadtrat, Vizebiirgermeister Po_ rußch, am Empfang für den Papst bei der Einfahr nach Jerusalem teilgenommen hat. Während die Presse Israels erfreulicherweise den Papstbesuch in Israel zum Anlass nahm, aufklärend inbezug auf des Christentum zu wiiken und das gegenseitige Verständnis zu vertiefen. nahm ihn die transjordanische Prasse zum Vorwand für eine zügellceel Hetze gegen Israe., Die in der Jerusalemer Altstadt in englischer Sprache erscheinende Tageszeitung „Jerusalem Times“ begann mit dem Abdruck einer Artikelserie „Der andere Exodus“, in welcher die Vertreibung der Araber aus Israel in blutrünstiger Weise geschildert wurde. In einem Huldigungsgedicht an Paul VI. wurde er vor den Juden gewarnt. Der Besuch des Pap. ßtes in Israel wurde als Besuch der Heiligen Stätten in der „okkupierten Zone Palästinas“ bezeichnet. Die transjordanische Presse unternahm eine systematische Veneumdungskampagne ge gen ferael und das Judentum, am die Anwesenheit so vieler Journalisten im antiisraelischen, ja im antijüdißchen Sinne zu missbrauchen. Es wird sich eret noch zeigen, ob diese Taktik nicht am Ende ein Bumerang ist, der auf den Werfenden selbst zu’-ückfällt. Die Tatsache, dass in Trarßjordanien, in der Jemsale- PELZE ZU Engros-Preisen STERNBACH S. A. Suipacha 927 T. E. 32-8960 32-8260 Grosse Auswahl von neuesten Modellen AUTO - REPARATUR . WERKSTATT „BEN 0r BEÑO HUTSCHNECKER Avda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Monroe) T. E. 51 - 2205 SERVICIO DE LUNCH CONFITERIA PA M PA 2447/ 51 T. E. 73 - 4025 SERVICIO PARA FIESTAS Gedenkfeier in New York New York. — Während einets Tages trug der Times Square wieder aen Namen: ..Platz des Ghstto von Warschau“ im Andenken an den Auf and der Juden, die vor 21 Jahren in diesem Ghetto wie in einer Falle eingeschlosßen waren. Tausende von Menschen wohnten der von der Zion istischen Organisation von Nordamerika veranstalteten Feier bei. Bürgermeister Robert Wagner hielt eine Ansprache, in der er den Heldenmut der Ghettokämpfer würdigte. (ITA) Produktion von Autos Haifa. — Vor einiger Zeit wurde in Tirat Hacarmel der Grundsten zu neuen Werkstätten der Firma „Autocars“ gelegt. In den neuen Fabrikanlagen sind 3 Millionen IL investiert Da,i neue Werk soll 20 Autos pro Tag erzeugen körren. mer Altstadt der Papstbesuch zu einer beispiellosen Unordnung geführt hat und der hohe Gast ßich nur mit Mühe vor der hysterischen Volksmenge retten konnte, während sich der Besuch in Israel in vorbildlicher Ordnung und Disziplin abwikkelte, wurde von einigen französischen Korreßpondenten dahin interpretiert, dass die Araber dem Papst einen überaus herzlichen Empfang bereiteten, wäh rend die Israelis kühl geblieben seien. Man kann offenbar auch das Positive negativ interprederen. Die Bevölkerung Israels hat in würdiger und reifer Weise auf diesen Besuch reagiert. Man war sich n ferael der hohen Bedeutung d«s Papstbcisuches bewusst und empfand die Wende, die dadurch in dem Verhältnis des Judentums zur katholischen Kirche eingeleitet werden kann. Eg ist unsere Hoffnung, dass dieser verheissungsvolle Anfang seine Krönung finden wird in Beschlüssen der kommenden Seßsion deß Oekumenischen Konzils im Vatikan, auf dessen Tagesordnung das noch unerledigte Schema über die Ecclesi? steht, welches auch d:ß Verhältnis zwischen Kirche und Synagoge einer Revision unterziehen soll. REISEN IM IN- UND AUSLAND BEDIENT SIE BESSER INTERTUR s r l. Tucimián 978 p. 4 — T. E. 35-2567 2779 Fábrica Ropa de Cuero Gamuzado Cabra y Napa Sacos 7/8 - Trajes K. Zimmerspitz JUNIN 322 T. E. 47-376Í ANEXO: Valijas - Bolsones Billeteras JUNIN 312 Sie wollen behaglich und modern wohnen? WIR ZEICHNEN. ENWTERFEN UND BAUEN MODERNE WOHNUNGSEINRICHTUNGEN. KLEIN- UND POLSTERMOEBEL. Moebel-Mirel CABILDO 774 LANAS, RAYONES y ALGODONES POR METRO Y EN RETAZOS ARTEXTIL HERMAN ARON CIUDAD DE LA PAZ 3572 T. 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