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Jüdische Wochenschau · 1964-04-10 · 2059 (10.4.1964) · p. [Seite 4]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2059 (10.4.1964)
Date
1964-04-10
Page
[Seite 4] (sequence 4)
Language
German, Spanish
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•4 — Viera««. 10 tie Abril de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Affo XXV. — No. 2059 JbMttsewm Æ MëSctêtM^MÉS ** Musik in Buenos Aires Auf der hügeligen Strasse zwischen Krakau und Katiowitz weißt am Ende einer kleinen Ortschaft ein gelbes Verkehrsschild den Weg nach ■Oswiecim. Die Stadt zählt heute mehrere tausend Einwohner und beherbergt eines ■der grössten polnischen Kunßtstoffwerke. Ihr äusse- Tes Bild unterscheidet sich »n nichts von dem vergleich, barer anderer Städte in Polen. Doch als eine Warschauerin über die Ferienzeit ihres Sohnes berichtet, ,,er äst in Oswiecim“, fügte sie Impulsiv irritiert hinzu, „klingt komisch, nicht?“ Oswiecim ist Auschwitz, •oder sagt man, war Ausch- •witz? Gegenwart und Vergangenheit werden zusam. mengeführt von den Hinweisschildern, die an der Stadteinfahrt den Besuchern aus fast allen europäischen Ländern die Richtung zu den Konzentrationslagern Auschwitz und Birkenau weisen. Wer eich das Gelände tief •im Wald versteckt vorstellt, wird überrascht sein, schon an der Peripherie der Stadt, hinter den Bahngleisen, das Ziel zu erreichen. Ein Holztor im Maschenzaun markiert den Eingang, hinter dem in einer Holzbaracke Broschüren und Ansichtskarten des Lagere angeboten werden. Eine Schulklasse wartet in lebhafter Unterhaltung auf den Museumsführer, Erwachsene besprechen die zeitliche Regelung ihreß Pro. gramms. Hinter dem Kiosk, der die Mueeumsatmosphäre schafft, liegt eines der Krematorien, ein bunkerähnlicher Bau mit unterirdisch gelegenen Vergasunguräu. men. „WIR WAREN VIER MILLIONEN“ Als der ehemalige Reiciisfiihrer SS Himmler am 27. April 1940 den Befehl gab, auf dem Gelände der österreichischen Kaßerne bei Auschwitz ein Konzentrationslager einzurichten, war ■die ..Endlösung der Juden, frage“ noch nicht befohlen worden. Die Häftlinge dee Arbeitslagers sollten den neuentstehenden Rüßtungsbetrieben in diesem Gebiet als billige Arbeitskräfte dienen. Zunächst waren nur Polen in das Lager eingelieferc worden. Später trafen Häftlingstranspcrte aus der Tschechoslowakei, Jugoslawien. Deutschland und Oeeterreich im Lager ein, aus allen besetzten Ländern Europas, zusammen mit Zigeunern und sowjetruß rischen Kriegsgefangenen. ,,Wir waren vier Millionen“, lautet die Inschrift an der Wand des Zimmere in einem der ehemaligen Wohnblocks des Stammlagers, in dem die Fahnen faßt aller europäi. sehen Nationen hängen. „Arbeit macht frei“. Heute noch ßtehen diese in Block gehauenen deutschen Worte in wellenförmiger Anordnung über dem Lagertor. Rechts und linkß ziehen sich die neunfach straffgespann ten doppelten Starkstromleitungen zwischen den eingerammten Betonpfosten hin. Wie viele Menschen in ihrer Verzweiflung „in den Draht gingen“, sich im Anlauf über den verbotenen Kontolistreifen hinweg in die tödlichen Dornen warfen, wenn sie nicht «schon vorher von den Kugeln der Wäch. ter fielen, ist nicht bekannt. ZWISCHEN 130« UND 1700 KALORIEN Leer sind nun die Strohsäcke, auf denen die ersten Häftlinge zu je drei bis vier Personen schliefen, bis später dreistöckige Bettgestelte aufgestellt wurden, die fast den ganzen Saal eines Wohnblocks füllten. In jedem Stockwerk dieser rechtecki. gen Gebäude hausten sieben- bis achthundert Häftlinge. Schlechter noch als im Stammlager Auschwitz waren die Wohnverhältnisse im Vernichtungslager Bir. kenau, wo die Frauen oder Männer zu acht Personen in Boxen oder Kojen schliefen, die die Form von dreistöckigen. etrohbelegten Hühnerställen hatten. Der zweite Typ der Baracken in Birkenau war in der Konstruktion ursprünglich als Pferdestall gedacht. Im Museum kann der Flan besichtigt werden, wonach diese Holzbaracken als „für 52 Pferde oder 550 Häftlinge“ geeignet beschrieben wurden. Zwischen den ßettgestellen hängt an einem Spind ein zerschlissener gestreifter Häftlingßanzug mit aufgenähter Nummer. Auf einem Hocker steht ein Blechnapf. Der Wert der täglichen Kalorien lag zwischen 1300 und 1700. PEDANTERIE UND ORDNUNG Von diesen Häftlingen blieb eine Spur. Sie waren im Stammlager als Arbeitskraft registriert mit Hilfe einer Nummer, die auf den rechten Unterarm tätowiert wurde. Solange das Lager •bestand, wurden nach Angaben des Außchwitz.Comites insgesamt 405.000 männliche und weibliche Häftlinge, sowjetische Kriegsgefangene und Erziehungshäftlinge, Zigeuner und solche Häftlinge, die zur Disposition der Polizei, dee Standgerichts oder der Gestapo von Kattowitz im Block 11 festgehalten wurden, registriert. Von ihnen starben infolge der schweren Lagerbedingungen nach polnischen Quellen etwa 340.000. ln Block 11. den die Häftlinge den Todesblock nannten, liegen heute Blumen vor der aWnd, an der zwanzigtausend Menschen er_! schcßsen wurden. In der : Wachstube des Gebäudeß mit den Stehzellen im Keller, in; denen vier Häftlinge auf ei- , nem Raum von 90 x 90 Zen- timeter gepfercht wurden, : mit den Dunkelzellen und j dem Sitzungssaal des ,.Ge-! richte“ hängt das Bild Adolf Hitlers. In den Kellern dieses Blockß wurden im September 1941 sowjetische Krigsgefangene und kranke Häftlinge zum ersten Mal mit Zyklon B vergast: Die SS war auf der Suche nach einer Methode, in möglichst kurzem Zeitraum massenweiße Menschen umzubringen. Ueber dem Schreibtisch des diensttuenden Blockführers hängt noch eine schwarze Tafel, an der Kärtchen mit Nummern und Namen der im Bunker eingesperrten Häftlinge angebracht wurden: Pedanterie und Ordnung im Mordgeschäft. Gemessen an jener Zeit hatte derjenige Glück, der als Arbeitsfähiger in das Stammlager Auschwitz eingewieeen wurde. Ihm blieb eine kleine Chance des Ueberlebens. Die anderen, ] Frauen mit Kindern, Greise j und Krüppel, wurden von j der Rampe der Eisenbahni station direkt in die Gas. \ kämmen von Birkenau ge- ' führt; sie bekamen . keine j Nummer, wurden nicht fo-! tografiert. Ihre Spur äst ver- | gangen. j Einen grossen Teil des La. j gers Birkenau haben die i Nazis vor den anrückenden sowjetischen Truppen zerstört. Die Asche der Vergasten fiel nach den Auf. Zeichnungen dets Kommandanten Htßs ..während des ohne Unterbrechung fortgesetzten Verbrennens durch die Roste und wurde laufend entfernt und zerstampft. Das Aschenmehl wurde mittels Lastwagen nach der Weichsel gefahren und dort schaufei. weise in die Strömung geworfen, wo es sofort abtrieb und sich auflöste.“ (Aus FAZ) NEUE BUECHER COLON BEGINNT HERBSTSAISON Die „porteños“ hatten 1961 Gelegenheit, den polnischen Dirigenten Witold Rowicki als ausgezeichneten Orchesterleiter kennenzulernen. An der Spitze des Colön-Orchesters, dem man zuweilen noch die lange Sommerpause anmerkte, bewies Rowicki im Richard Strauss gewidmeten Eröffnungskonzert aufs neue seine überragenden Qualitäten. Umsichtig, partiturgetreu und autoritär dirigierte er den stets freudig aufgenommenen ..Till Eulenspiegel“ und die selten gehörte „Burleske“ für Klavier und Orchester. Der gute, anfangs reichlich nervöse und erstim Laufe des originellen Werkes in Schwung gera tende Solist war Manuel Regó, der. umsichtig von Rowicki begleitet, grossen Beifall errang. Ein Sonderlob dem Pauker Antonio Yepes dessen Instrumente nahezu einen Solopart zu bestreiten haben. Das interessante, fast nie aufgeführte Opus „Don Quijote“, dem der Komponist den Untertitel „Phantastische Variationen über ein Thema ritterlichen Charak- Marc Chagall Tel Aviv. — Marc Chagall war kurze Zeit in Israel, um mit seinen Entwürfen für die Ausschmückung des im Bau befindlichen Kneeset- Gebäudes zu beginnen. ters für grosses Orchester“ beigab. bildete den Höhepunkt des schönen Konzerts; die Solisten Josä Puglißi (Cello) und Balilla Luzi (Bratsche) zeigten sich auf der Höhe ihrer Kunst, und insbesondere der Violoncellist durfte sieh zusammen mit dem grossartig ausdeutenden Orchesterleiter in spontanen Applaus teilen, der auch dem Orchester zugute kam. Curt B. M. Weissstein TEATRO COLON Viernes 10, a las 21.30 hs. El Pesebre, Oratorio de Pablo Casals. Director: el compositor. Orqu. Sinfónica Nacional, coro de Rosario. Sábado 11. a Las 21.30 hs. El Lago de los Cisnes, ballet de Tschaikowsky. Dir.: Manfredi Argento. Orqu. Filarmónica de Bs. Aires. Domingo 12, a las 18 hs.: Concierto Sinfónico. Diree.: Witold Rowicki. Sol.: Guelfo Nalli. Obras de Prokofieff, Mozart y Beethoven. 250 Representaciones El Grupo del Sur festejará durante la próxima semana las 250 representaciones de “El décimo hombre“ de Paddy Chayefsky. Con tal motivo realizará tres funciones especíale« a precios populares los días mar. tes. miércoles y jueves 14, 15 y 16 del corriente. El precio de la entrada será de $ 50.—. DEINE SPARKASSE DEIN HOBBY STAMPS CENTER 94 Allenby Rd. TEL AVIV P. O B. 4444 N. Kantorowitsch: Verschwundene jüdische Gerneinden. Verlag „Daß polnische Judentum“. Buenos Aires. — Der Forscher Kantorowitsch gibt einen historischen Ueberbück über die Entstehung des russischen Judentums und über die bisher kaum erforschte Geschichte des jüdischen Chasarenreic-heß in Südrussland, und der uralten jüdischen Ge meinden, die schon zur Zeit des Zweiten Tempels dort bestanden haben müssen. Diese Kehillot setzten «ich aus persischen, babylonischen und griechischen Juden zusammen, welche sieh später mit den aus Westeuropa nach Russland strömenden Aschkenasim vermischt haben. Heute gibt es in Südrassland Juden, die weder Sefardim noch Aßchkenasim sind; und seit Jahrtausenden ein i reineß und unverfälschtes Aramäisch sprechen, wie es! zur Zeit des Zweiten Tem- I pels gesprochen wurde. Das I jüdische Chasarenreich und | die Gebiete in Südrusßland,! das von Griechen, Persern ] und Armeniern bevölkert i war. wurde später von Russland erobert, das jetzt sein elfhundert jährigeß Jubilä-; um begehen kann. Bei Di« sowjetische Regierung erforscht heute offiziell die Geschichte dieser Völker, und die Ergebnisse werden auch für die Juden interessant sein. Im zweiten Teil seines Werkes berichtet der Verfasser über die Geschichte jüdischer Gemeinden in Russland und Polen, wo früher viele Millionen voa Juden lebten, bevor sie von den Deutschen vernichtet wurden. Was in Wirklichkeit übriggeblieben ist, weiss man nicht, da die heutige sowjetische Politik ein Aufblühen deß jüdischen Lebens verhindert. Die Geschichte beweist jedoch, dass die Juden uralte Bewohner Russlands sind und in einzelnen Gebieten weit früher ale die Rusisen lebten. 71 " 2 Die glückliche Geburt unseres Sohnes SIMON ANDRÉS zeigen hocherfreut an GUIDO BARBOSCH und Frau RUTH geb. SINGER Ramón Freire 1049 Literarische Notizen Konferenz in Wien Prof. A. D. Bergmann, der Vorsitzende des iraeli. sehen Ausschusses für Atomenergie, und eein Stellvertreter, N. Schimron, nahmen an der internationalen UN- , Atomenergie - Konferenz in Ausgrabungen wurden Häu- > Wien teil. menend Grabshüne aSTvir- ' Sefardischer Rabbiner christlicher Zeit gefunden. | Rabbi Simon Silas hat ale ein Beweis, dass Juden vor erster sefardischer Rabbiner den Russen am Schwarzen j in Australien seine Tätigkeit Die BAR CvfIZWA unseres Sohnes MARCELO ALEJANDR0 findet s.G.w. am 11. April 1964 um 9 Uhr in der Synagoge Larrazabal 1254 (Mataderos) statt. NORBERT HERZ und Frau TERESA geb. SCHUKMAN Empfang; von 18—20 Uhr in Larrazabal 1254. Unsere liebe Oma, Frau SELMA GOTTSCHALK begeht am 15. April s.G.w. ihren 80. GEBURTSTAG Empfang im Heim Larrazabal 1258 am Sonntag, den 19. April, von 17—20 Uhr. HERBERT GOTTSCHÄLK und Familie Pizarro 7182 Meer und im Kaukasus ansässig waren. FESTEJANDO LAS 250 REPRESENTACIONES DEL EXITO 1962-1963 J EL DECIMO HOMBRE j de PADDY CHAYEFSKY Dirección: OSCAR FESSLER | 3 funciones populares - Platea $ 50. - Martes 14, Miérc. 15 y Jueves 16 TEATRO SAN TELM0 I CHACABUCO 966 — T-E*: 33 2804 y 30 7648 % Todos los días a las 22 hs. (excepto Lunes). Sábados, Domingos y feriados a las 18 hs. y 22 hs. Localidad, en venta con 5 días de anticipación. ULTIMAS 2 SEMANAS aufgenommen. Er hofft, alle Sefarden auf diesem Kontinent in einer Körperschaft zu einen. Rabbiner Silas stammt aus Kalkutta, wur. de in Israel und Manchester ausgebildet und arbeitete als Assistent dee Chacham und an der Sefardisehen Gemeinde von Goldere Green. So w j etenzy klopädie Die Sowjet-Theaterenzyklopädie, die jetzt in Mos kau herauskam. enthält ein ausführliches Kapitel zur Gcßchiehte des jiddischen Theaters, geschrieben von Alexander Schneider. Es beginnt mit den Purim Clowns und endet beim jidr dischen Theater in der Sowjetunion. Auch das Theater in Israel wird kurz behandelt. LUACH — (KALEN DfR) Freitag den 10. April 28. Nissan 13. Tag im Omer Sonnabend, den 11. April 29. Nissan Parscha. SCHEMINI 3. B. M. IX 1 — XI 47 Haftara I Schmuei XX 18 — 42 Neumondankündigung IYAR 14 Tag im Omer Sonntag, den 12. April 30. Nissan 1. Tag Rcßch Chodesch IYAR 15. Tag im Omer Montag, den 13. April 1. Iyar 2. Tag Rosch Chodesch IYAR 16. Tag im Omer Dienstag den 14. April 2. Iyar 17. Tag im Omer Mittwoch, den 15. April 3. Iyar 18. Tag im Omer Donnerstag, den 16. April 4. Iyar 19. Tag im Omer Freitag, den 17. April 5. Iyar YOM HA ATZMA’UT 20. Tag im Omer Sonnalbend den 18. April 6. Iyar Parschat TASRIÄ-METZORA 3. B.M. XII 1 — XV 33 Haftara 11 Könige VII 3 — 20 21. Tag im Omer

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