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Jüdische Wochenschau · 1964-03-13 · 2055 (13.3.1964) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2055 (13.3.1964)
Date
1964-03-13
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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oas o 5 _ 4J tS M« fa2 <ü FRANQUEO PAGADO Concesión 948 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 ISRAELITA Ano XXV. BUENOS AIRES, VIERNES 13 DE MARZO DE 1964 No. 2055 EL EJEMPLAR 1(1 _ en toda la República PUEVRREDON 2190 1? Izq. T. E. 83 2613 Buenos Aires Streiflichter aus einem Prozess (IV): Nur Verstocktheit und Lügen Der Auschwitz - Prozess zeigt mit erschreckender Deutlichkeit die Verlogenheit des Nazi-Regimes und seiner treuen Diener, von denen einige wenige heute vor ihren Richtern stehen. Viele Fra. gen drängen eich dem Zuschauer dieses Schauspiels auf. mag er es nun von nahe oder aus der Ferne ver. folgen, Fragen, die schwer, garnicht oder nur mit Vermutungen zu beantworten sind. Was ist der Rechtstaat doch für eine vornehme Institution. welchen Luxus entfaltet er, um einige Verbrecher ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Dass diese früheren Repräsentanten der Herren-Rasse alles versuchen. ihr makabres Fell zu verteidigen, kann man verstehen, denn das sind meist Feiglinge, die einfach alles leugnen. Viel kann ihnen nicht passieren. In der Bundesrepublik gibt es keine Todesstrafe, obwohl diese Leute tausendfach ihren Kopf verwirkt haben.! Erstaunlich aber ist, was die Verteidigung anstellen kann, um den Prozess verlauf zu boykottieren. Hier liegt ein gefährliches System vor, den Beweis dafür zu führen, es sei doch alles nicht so schlimm gewesen, wie man allgemein behauptet. Diese Dreistigkeit zur Erstellung historischer Wahrheiten wird prozessrechtlich geschützt. Einmal mehr bringt der Rechtstaat gewaltige Opfer an seiner Sicherheit und seinem Pre. stige. indem er rechtstaatli- , che Prinzipien auch zur Anwendung bringt, wo dies mit der Gefahr der Selbstver-; liichtung verbunden ist. Das Gespenst der Selbstaufgabe steht wieder auf. das vor wenigen Jahrzehnten den Untergang der Weimarer Republik herbeigeführt hat, sehenden Auges, obwohl alle diese demokratischen Schwächen kannten und kri. tisierten. Der Angeklagte Höcker wetas nichts oder täuscht vor nichts zu wessen. Der Vorsitzende fragt ihn weiter: ,,Was hatten sie ausser der Bearbeitung der Personalien und des Schriftwechsels noch zu tun? Was geschah in Lager I?“ .,Ieh weiss nicht, was Sie wissen wollen.“ Aber dann ahnt Höcker es doch. Also: die Häftlinge rückten morgens aus! Oberaufsicht hatte der Kommandant, die technische Abwickvon JAKOB KATZ-ROGASEN lung oblag dem Schutzhaftlagerführer. Hier scheint für das Gericht auch kein Weg durch den Dschungel von Auschwitz, der, wenn den Angeklagten gefolgt werden darf, eher eine gehegte Schonung lichter Birken war. ..Haben Sie ein Geheimtagebuch geführt?“ habe von den Verbrechen keine Kenntnis geha'bt. Jedenfalls nicht offiziell. Hin und wieder habe er ja mal in eine Mappe .reingesehen, die vorlag beim Kommandanten ... ,,So“, meint der Vorsitzende, ,,das haben Sie immerhin gemacht.“ ,,Ueber Leben und Tod ei- Hierzu bemerkte der Angeklagte: Die Politische Abteilung habe direkt dem Reichssicherheitshauptamt unter, standen, natürlich aber auch dem Kommandanten Baer. Die Vollzugsmeldung über Massentötungen seien wohl auf direktem Weg nach Oranienburg gegangen, jedenfalls nicht über ihn. Er habe nichts davon gewusst, dass Ja. er hat. Aber er hat nes Schutzhäftlings entacheij und Kinder grunddet grundsätzlich der Führer, so hiess es“, sagt Hök. ker und: „Alle Anweisungen zur Exekution oder zur Bestrafung kamen grundsätzlich geheim an. Ich habe sie nie gelesen. Ich habe lediglich den Vollzug ins Geheime Tagebuch eingetragen.“ „Hatten Sie nie Zweifel an der Rechtmässigkeit solcher Befehle?“ „Es gab für das Lager an der Frage der Rechtmässigkeit dieser Befehle keine Zweifel. Was vom Reichssieherheitehauptamt kam, war ein rechtmässiger Befehl.“ Der Vorsitzende kann fragen, was er will, der Angeklagte war nirgends dabei und weiss nichts. Die Avisierung der Mennichts von „Sonderbehandlung“ gelesen, dem Decknamen für Mord. Er hat überhaupt keine Fernschreiben gesehen und andere Schreiben mit Geheiman- Weisungen, glaubt an die Entgegennahme mündlicher , Weisungen in Oranienburg, er war nicht in Birkenau ' und nicht im Sc-hutzhaftla. 1 ger Auschwitz I.; „.Das Schutzhaftlager durf.! te von keinem anderen Lagermitglied ausser von Angehörigen der Schutzhafttruppe betreten werden?“! „Konnte denn der Kommandant sein eigenes Lager; betreten?“ Ja, er durfte. Er konnte aber nicht, wie Höcker aussagt, eine generelle Anwei- 1 sung erteilen, die zum Betreten des Lagers berechtigt hätte. Es hätte von Fall zu Fall geschehen müssen; ) „aber ich habe nie darum ersucht.“ „Wissen Sie etwas von der .schwarzen Wand-?“ ■, „Nein.“ i „Wissen Sie etwas von der Kiesgrube? “ „Nein.“ „Wissen Sie etwas vom Block 11?“ j „Nein.“ „Vom Arrestblock?“ j „Die inneren Zustände des Lagers waren mir nicht bekannt. Ich habe mich nicht i darum gekümmert.“ j „Wussten Sie etwas von! den Gaskammern?“ j „Nein. Es ist erst im Lau. ' fe der Zeit durchgesickert.“ , „Hat man es auch gerochen?“ ..Jawohl.“ Die Feuersäulen hat Hökker nachts nicht gesehen, sagt er. Er weiss nicht, wie , T , viele Transporte angekom. Präsident Lyndon Johnson men sind: „Die Zuständig- ■ W1 lc*,.?C^°nÄu?ln.-^eio keit des Lagers II gehörte sätzlich getötet worden seien, habe nie Kinder gesehen. Im Gegenteil, er habe angenommen, „dass die Häftlinge in Auschwitz ' grundsätzlich nicht getötet worden sind.“ ,,Was glaubten Sie denn, warum diese bedauernswerten Leute dorthin kamen?“! „Ja. ich glaube, wegen! Gefährdung der Oeffentlichj keit.“ I „Können Sie sich vorstel- len, dass unschuldige Kinder; umgebracht wurden, um die j Oeffentlichkeit vor ihren Ge.! waltakten zu schützen.“ | „Ja, das waren die Jui den“, sagt Höcker zögernd. I „Das waren doch auch ( Menschen?“ | „Ja, das war wohl eine; Israels brennendste Probleme London. — Aussenminister Golda Meir gab erneut Israels steter Besorgnis um das Schicksal der russischen Juden Ausdruck und erklärte: „Wir hoffen, dass der Tag kommen möge, an dem die Juden, die heute nicht zu uns sprechen können, uns hören werden. Wir müssen vorbereitet sein, um sie aufzunehmen, wenn sie nach Israel kommen wollen.“ Des weiteren äusserte sie auf dem Bankett -lei Vereinigten Israel-Kampagne, dass die israelische Gesellschaft noch nicht zu einem einzigen Volk zusammengeschmiedet sei, obwohl dieser Prozess „beschleunigt fortgeführt“ werde. Sie wie« darauf hin, dass es sich „um den Zusammenstoss von Jahrhunderten zwischen den Elementen der israelischen Volksgemeinschaft“ handele, die vorläufig nur durch ein gemein, sames Erbe und die Religion miteinander verbunden ist. An anderer Stelle hob Golda Meir hervor, dass „Menßchen aus allen Teilen der Welt nach Israel gekommen sind, und in Gegenden, die bisher als unbewohnbar galten, wie z. B. im Negew Wunder vollbracht haben“. Doch „noch viel bleibt zu tun übrig“, so versicherte sie. und bezeichnete als Israels brennendste Probleme die Frage des Wohnhaus und der Erziehung, nämlich kostenlose Erziehung im gesam ten Unterrichts wegen und einen höheren Wohnstandard für alle Bewohner des Landes. Frau Meir unterstrich, dass die Last der Verteidigung, die auf Israel ruht, die Aufbringung neuer Fonds erheischt. Auf dem Bankett wurden 2.400.000 Dollar gesammelt. (ITA) Die aegyptische Bedrohung schentransporte, die Anfori politische Einstellung der derung von Zyklon B, die Fahrbefehle für die Lastwagen nach Dessau, die Benachrichtigungen des Standortarztes? Der Angeklagte Höcker hat nichts damit zu tun. Er war nie auf der Rampe bei Selektionen zugegen: „Herr Vorsitzender, die Sache war so schändlich, die uns zu Ohren gekommen ist, dass man sieh nicht vorgedrängt hat, so etwa« zu sehen.“ Der Vorsitzende fragt dann den Angeklagten, der immerhin der Adjutant des Lagerkommandeurs geweßen ist, was er von den Juden gewusst habe, die man nach Auschwitz gebracht hat. Führung, von Hitler. Aber allen SS-Leuten war wohl der Gedanke gekommen, dass dies nicht der richtige Weg war. Aber da war keine Macht, das zu ändern.“ Und so geht das weiter. Jeder im Saal weise, hier wird schwer gelogen. Dies wird an der Stelle klar, als der Staatsanwalt ihn über das Lager Auschwitz II befragt, in dem er niemals gewesen sein will. Aber dann (sagt er doch später: „Ja, einige Male“. Aber er war nur in der Kommandantur, von den Krematorien hat er nichts gewusst... (Fortsetzunf folgt) London. — Aegypten dürfte zwischen 500 und 800 Raketen besitzen, deren Köpfe mit „hochexplosiven Stoffen“ versehen sind und in Bereitschaft gehalten werden, um in den nächsten drei oder vier Jahren gegen Israel abgefeuert zu werden, wie der militärische Berichterstatter des ..Sunday Telegraph“ mitteiit. Nach Angaben des Sachverständigen dieser londoner Zeitung hat der ägyptische Präsident Nasser den deutschen Wissenschaftlern, die er für die Realisierung seines Raketenprogramms beschäftigt, Anweisung erteilt, ihre Arbeit „ohne Rücksicht auf die Kosten“ weiterzuführen. Verschiedene deutsche Wissenschaftler, die in Nas. sers Diensten «tanden, sind vor kurzem nach Deutschland zurückgekehrt, weil sie sich davon überzeugt hatten dass da« ägyptische Pro¬ Bitte um Intervention nicht zu meinem Aufgabengebiet. Ich habe mit Abscheu von diesen Dingen Kenntnis genommen.“ Immer wieder wird der Schutzhaft - Lagerführer erwähnt als der Mann mit dem direkten Draht zum Kommandanten; der Adjutant von einer Anzahl ven Senatoren, zu denen «owohl Demokraten ata auch Republikaner gehören, eindring, liehst ersucht, einen energivon BORIS SM0LAR seit langem das Dokument unterfertigt haben. Es ist Tatsache, dass die Konvention über den Völkermord die grösste Zahl von sehen persönlichen Appell an | Unterschriften aller im Rahden Senat zu richten, damit | men des UN-Charter bedieser das internationale Abi schiossenen Uebereinkomkommen über Völkermord men trägt. Es erhebt sich die 1 beweeen' Mac. — _ °_ , ttoa! “ewegen. enden würde. Besonders bemühen sich die Senatoren Ernest Gruening, Jacob K. Javits, Maurice B. Neuberger. Eugene McCarthy, William Proxmire, Edward V. Long, alles Demokraten, und die republikanischen Senatoren Hugh Scott ud J. Glenn Beall, den Präsidenten zu einer Intervention zu gramm, an dem «ie arbeiteten, nicht für zivile sonder« für militärische Zwecke be. stimmt ist. Einige dieser Männer, die jetzt wieder in Deutschland leben, berichbeten dies dem militärischen Experten in Bonn. Wie die erteilten Informationen besagen, wird in dem in der Nähe Kairos gelegenen Heliopoli« von den Deut, sehen, die in Aegypten verblieben sind, an der Verbesserung der vorhandenen Raketen gearbeitet. Die Raka. ten, die in den nächste« Jahren fertiggestellt werde« «ollen, können nicht mit Präzision auf ein in Israel gelegenes Ziel abgeechosse« werden, sondern sie dürfteu unterschiedslos auf militärische oder zivile Objekte fallen. Die Gewährsleute berichteten ferner, dass Aegypte« heute einige neue Flugplätze in der Sinaiwüßte besitzt. Der Chef des Laboratoriums, in dem die Deutsche« in Heliopolis arbeiten, ist Prof. Wolfgang Pilz, der Mann, welcher vor zwanzig Jahren im letzten Weltkrieg für Hitler die Vl-Geschossa baute. (ITA) Angst vor der Wissenschaft London. — Die Rede de« Präsidenten Johnson vom vergangenen Monat, in der dieser mitteilte, dass die USA und Israel gemeinsam Erperimente zur Entsal. zung von Meerwaßser durch Anwendung von Atomenergie durchzuführen planen, wird von dem syrischen Mintaterpräsidenten Amin Hafez als ..Angriffshandlung“ betrachtet. Dies geht aus einer Meldung hervor, die hier aus Damasku« eintraf. Syriens Premierminister gab diese Erklärung in einer Ansprache ab, welche er auf der Feier zum er. «tn Jahrestag der Revolution der Baath-Partei hielt, die ihn an die Macht gebracht hat. Hafez beschuldigte nicht nur den Präsidenten Johnson einer aggressii ven Handlung sondern er behauptete auch, dass Eng | land und die USA „den israelischen Exparsionsplänen i auf Kosten der Araber Hilfe le.taten“. (ITA) | annimmt, welches die Mas sentötuftg von Mer.ßchen, «o wie sie ven den Nazis an den Juden begangen wurde, als ausserhalb des Gesetzes «tehend erklärt. Eß wird darauf hingewiesen, dass es dem Ruf der Vereinigten Staaten als Demokratie abträglich ist, ihren Anschluss an diese Konvention noch nicht vollzogen zu haben, die im Jahre 1948 von den Vereinten Nationen verkündet wurde. Die Senatoren, die «ich an Präsident Johnson gewandt haben, erachten es als unumgänglich, dass der Senat die Konvention ratifiziert, was er trotz der Tatsache bisher nicht getan hat. Frage, warum der USA-Senat sich so hartnäckig weij gert, diese« Dokument zu j unterschreiben, das so ungei heuer wichtig für die Menschheit ist. Einige Sena- Das internationale Abkommen sieht die Bestrafung des Völkermord« vor, mag dieser nun in Kriegszeiten oder während des Friedens geschehen. E« heisst darin, haltungen, angenommen, eine Tatsache, welche di» Haltung des USA-Senata noch auffallender «scheinen lässt. Die Konvention über de« Völkermord beinhaltet nicht den „kulturellen Völker^ mord“, der auf Initiativ» der Delegation der Sowjetunion vor den Vereinten Nationen ausgeschlossen wunde. Die Mehrzahl der UN- Delegierten stimmten überein, dass Verbrechen wie toren empfinden Scham, I dass diejenigen, die sich diedie Zerstörung von Synagodass eine Majorität im Sej i.iat «ich der Ratifizierung \ eines Paktes widersetzt, des. | sen Bestimmungen die Ausrottung nationaler, rassischer, religiöser oder ethnischer Gruppen ata gesetzes. widrig brandmarken. Aus diesem Grunde erbaten sie die Hilfe des Präsidenten! Job «on in der Hoffnung, j dass eine von ihm an den , Senat gerichtete Auiforde- ■ rung dazu diene« könne, ei- | ses Delikts schuldig machen, bestraft werden sollen, „«eien es verfaseungmässig verantwortliche Staatmänner, Beamte des Staates oder private Einzelpeisonen“. Die Konvention wurde von der Generalversammlung der Vereinten Nationen mit 55 zu 0 Stimmen, ohne Stimnventgen, die Schliessung von. Schulen und andere Massnahmen zur kulturellen Unterdrückung, wie sie heut« in Russland gegen die Juden praktiziert werden, wohl als grausam anzisehen sind, doch dass der Schutz dieser Rechte in das Geibiet der Menschenrechte gehöre. Registro de la Propiedad Intelectual No. T35 104 d:«s viele andere Regierun- : n Debatte hea?beizuf«hren, , " . ' , ipj.iti niv*d«v-'a gen. seihst die Sowjetunion, I jjfe „iit einer Abstimmung Impreao en 18 i»*PtenU POLIuLOlA - IUvad«v,a 831

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