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Jüdische Wochenschau · 1964-02-21 · 2052 (21.2.1964) · p. [Seite 4]

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LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — No. 2052 ' Kr— Víoruos, 2] t «Id* F*br«r« <0> 1<MM Ber Hutten unseres Jahrhunderts h-.Bttncs der wichtigsten und jHtiregendsten Bücher deut-;K-ber Sprache ist jetzt erschienen: der Weg des Arfeievwngosoklaten des Welt. fkiephs I. Carl von Ossientzy, »im Nobelpreisträger den Frieden; der Aufitieg des Hamburger Hilfsprichtseehreifoers zu einem grössten Männer der »tscheil Feder. Kurt Grcssann, Humanitarier und Dampion der Verfolgten ifed als Generalsekretär der )»hberen Deutschen Liga für Menschenrechte mit Cssietzj»jt kämpferisch und organi- MNorisch verbunden, hat j^ses einzigartige Werk ge. getrieben. Es reicht weit 9hex eine Biographie hin- A«s; eine eiste deutsche jfciedensgesehiehte, wichtials die vielai aufgeblasenen Kriegsgeschichten un. l#ier Generation. >ie Laufbahn und die Auftze des Patrioten bilden Faden für diese H.sto- Gerichtsschreiben — <retär der Deutschen Frie- •tensgesellschaft unter dem Nobelpreisträger von 1927. Üudwig Quidde — Redakteur ato der Berliner Volkszei. ,teig — am ,.Tagebuch“ von Stefan Grossmann und Leopold Sc-hwarzechild — Chefredakteur der ,,Weltbühne“ ♦seit 1926), schon vorher mit Ategfried Jacobsohn und #enn mit Kurt Tucholsky Mg verbunden. Es folgen die beschichte des Abschreklungsprozesses gegen den ^Friedenskämpfer vor einem »eiebswehrhörigen Reichs, gorichtßsenat mit einem Verbrecherischen Reichsanwalt und die Quälereien durch Hitler, Göring. Goebbels. Hevdrich," Eicke und Komplizen, durchgeführt in den KZ epn Sachsenhausen, Sennen bürg und Esterwege*, wo erst 1963 die Ge. vori Dr. ROBERT M. W. KEMPIN’ER ner slahlharten Feder. Schon ■ vor 35 Jahren kämpfte er! für die erst jetzt gewordene deutsch . französische ■ Verständigung und bessere deutsch-polnische Beziehungen. Der Ulrich von Hutten de$ XX. Jahrhunderte, wie ihn der von den Nazis ermordete Mitstreiter Berthold Jacob nannte, focht gegen die Dunkelmänner des 20. Jahrhunderts. Er spürte sie unter Ricl.ter.Roben. in den Hochschulen, in den antise- ' mitischen Organisationen auf. Grctssmann schildert uns spannend — sonst in der deutschen Literatur kaum dargestellt — Ossietzkys Hauptangriffsziele: die Friedensstörer und ihre Knechte. wie sie in den zwanziger Jahren sich breit machten: im Kapp.. Münchener- und Küstriner Putsch, die Fememörder, die Morde an friedliebenden Staatsmännern, wie Matthias Erzberger und Walter Rathenau, die Prozesse wegen angebli chen Landesverräte durch die Presse «Felix Fechenbach. Berthold Jacob, Walter Kreiser. Fritz Küster, Carl Mertens usw.l, die in Wahrheit justizieller Missbrauch der illegalen Frie. densstörung der Reichswehr war. Der Ossiet.zky-Prozess von 1931, mit dem das siebenjährige Martyrium begann, wird in dem Buch authentisch, geschildert. Eine Fiale sonst nicht erreichbaren Materialis findet sich, gut organisiert, in der Darstellung. Sie umfasst auch das historische Wirken anderer prominenter Friedensfreunde. wie der Professoren L. Quidde, F. W. Fönster, ~H. Wehberg, E. I. Gumbel. der Organisatoren und Schriftsteller O. Lehmann — Rua> bül<^t und solcher literarischer Mitfechter wie Georg Bernhard. Manfred George und Carl Misch. Kaum ein anderer, als der Mitkämpfer Kurt Grossmann. hatte diese Geschichte Ccsietzkyg und der deutschen Friedensbewegung hervorragender schreiben können, unterstützt u. a. durch persönliche Mitteilungen der Familienangehörigen des Nobelpreisträgern, von Hilde Walter Und dem Unterzeichneten. Der Kindler-Verlag hat sich mit der Herausgabe des Werkes — es enthält ein Verzeichnis von 600 Namen und viele unbekannte Dokumente — ein geschichtliches Verdienst erworben. Dies Buch ist $'n Muss für Schüler, Studenten, Lehrer. Behörden, Historiker. Politiker. Rechtsanwälte. Richter,; Journalisten. Jeder Wahrheitssucher wird es mit Spannung lesen. Sein veri dienter Erfolg könnte zu : mancher politischer Sinneswandlung führen, könnte : vielleicht den Volks-Brockhaus bewegen, in seiner Auswahlliste der Nobelpreisträger auch die grossen deutschen Namen von Ossietsky und Quidde aufzu-; nehmen, könnte manche Städte veranlassen, Schul- und Strassenbenennungen nach diesem Märtyrer Carl von Ossietzky vorzunehmen.! Mit diesem Buch, das den i Albert Schweitzer-Preis er- , hielt, ist ihm ein Mahnmal von Dauer gesetzt. Neue archaeologische Funde Jerusalem. — Ein Frag, dass über 90 Inschriften auf ment einer neuen biblischen Rolle, die Teile des Buchen : Genesis enthält, ist von den j Archäologen gefunden wor- ' den, die den Palast des Kö- . nigs Herodes über der Festung von Maesada an den Ufern (des Toten Meeres aus. graben, wie der Expeditionsleiter Prof. Jigal Jadin enthüllte. | In letzter Zeit wurden viele Gegenstände gefunden, die den jiidischn Zeloten gehörten, welche sich gegen die römischen Trappen verteidigten und die Festung im Jahre 70 u. Z. erstürmten. Prof. Jadin teilte mit, Tonscherben und unbeschädigten Geiässen entdeckt wurden, die oft über den In. halt der Krüge Auskunft geben. Eine Inschrift nennt den Namen Akawia, des Hohen Priesters, eine andere den Namen Jochanan neben dem griechischen Buchstaben Alpha. Nach Ansicht Prof. Jadirs dienten sie für die Verteilung von feinstem Oel oder Wein, so wie dies in der Mischna beschrieben wird. Unter den Funden be. finden sich über tausend Münzen. darunter Silberschekel aus der Zeit de»; ersten jüdischen Aufstandes. Literarische Notizen Zeichen kultureller Beziehungen von Dr. E. G. LOWENTHAL In der von der Deutsch- Israelischen Studiengruppe an der Frankfurter Universität veranstalteten Vortragsreihe „Antisemitismus und politische Bildung heute“ sprachen Professor Dr. Max Horkheimer. Frankfurt, über „Bürgerliche Gesellschaft und politisches Vor-! urteil“, Professor Dr. Iring Fetscher. Frankfurt, über! „Die Entstehung des politi- Pro. I iöetzky ein Denkmal errichfessor Dr. Wolfgang Hoch tete. ‘ heimer, Berlin, über „Psy- Dann lesen wir von dem j ehoanalyse und Antisemitislwtteren Ende im überwach- 1 muß“. Dr. Friedrich Minuten Kämmerchen des berli per Krankenhauses Nordend (1998), etwa ein Jahr nach der Verleihung des Friedensnobelpreises Ende 1936. Für diese Welt-Ehrung, die Hitler den Schaum vor den ¡Mund treten liess, hatten 1 Frankfurt, über fleh u. a. Albert Einstein, brecherprozesse homas Mann, Emil und Hans Oprecht. Felix Frankfurter, E. L. Gumbel und Willy Brandt eingesetzt, feech aufopfernder Vorberei. Iing durch Kurt Grossmann Wie gerechtfertigt und Aeftgemäss die Ehrung w-ar. Beweist der Verfasser — mit Jjjber 470 Zitaten — über ».-sietzhys Gefechte mit seisen, Frankfurt, über „Chancen politischer Bildung in der Gegenwart“ (Zur Ge sehiehte des antidemokratischen Denkens im 20. Jahrhundert) und Generalstaatsanwalt Dr. Fritz Bauer, .Kriegsver. und politisches Bewusstsein“. So kamen nacheinander je ein Soziologe. Politologe. Psychologe. Pädagoge und Jurist zur Erörterung eines komplizierten Problems zu Wort, das sowohl als geschichtliche Erscheinung als auch al« Tageefrage aktuell bleibt. * * * 36 deutsche Pädagogen JETZT AUCH Kindler-T aschenbücher Df DEN LETZTEN WOCHEN SIND DIE FOLGENDEN BAENDE ERSCHIENEN: N». 2f: RUEDIGER ALTMANN: Das Erbe Adenauers (Eine Bilanz) Mb. 28; GUSTAV VON BERGMANN: Rückschau auf mein Leben, Autobiographie Nto, 2»; KLAUS-PETER SCHULZ: Proletarier Klaseenkämpfer — Staatebürger — 100 Jahre deutsche Arbeiterbewegung Nor. 904l: ERNST GL^ESER: Der letzte Zivilist (Roman) N». 92: JOYCE CARY: Chester Nommo (Roman) Nr. 33: WASSILIJ AKSSIONOW: Apfelsinen aus Marokko (Roman) \ Es kosten; Einfachband DM 2.50 Doppelband DM 3,80, Dreifachband DM 4,80. Bestellungen durch alle Buchandlungen Kindler Verl^[ G.m.b.H., München \ und Theologen kehrten unlängst von einer vierzehntägigen Reise kreuz und quer durch Israel nach Frankfurt zurück. Sie waren vom Aufbau des Landes und von der Haltung seiner Menschen tief beeindruckt. Die Reisegruppe, die vierte, vom Ko ordinierungsrat der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusamenarbeit (Frank, furt a. M.) zusammengestellt. hatte den Papst in Israel gesehen und war von der Vorbereitung und Durchfüh ang seines Besuches sehr angetan. Vor ihrem Rückflug hatten die Teilnehmer ein Schreiben an Bundes.Aussenminister Dr. Gerhard Schröder gerichtet, in dem sie „mit grosser Besorgnis“ bemerkten. „dass die Ansätze menschlicher und kultureller Verb'udungen ernsthaft bedroht sind, wenn dem Wiedergutmachungsvertrag nicht d«e Aufnahme diplomatischer Bezie. hungen folgt“. * * * | In Aufnahmen von „Kol; Israel“ wurden im Kölner , Rundfunk drei Repräsentanten der zeitgenössischen Mu- , sik Israels vorgestellt. Alle drei Hessen eich zwischen 1933 und 1938 im damaligen Palästina nieder. Paul Ben-Haim, als Paul Frankenburger 1897 in München geboren, wirkte vor seiner Emigration als Diri. gent. Pianist und Komponist ' in Deutschland. Heute ist er Berater der Rubin Musikakademie in Jerusalem, Doj zent an der Musikakademie bandes wie der Gesellschaft für musikalische Aufführungsrechte. Seine auf Psalm 25 und 150 beruhende, vom WDR angekündigte Sopranmotette wurde während der Berliner Festwochen des Jahres 1961 uraufgefiihrt. Der 56jährige Oedeon Partes studierte in Budapest bei Kodaly Kompcsition und bei Hubay Bratsche. Er ist jetzt Direktor der Tel Aviver Mu. sikakademie. Seine konzertante Sinfonie, erst Anfang 1963 vollendet, ist, wie es der Komponist ausdrückt, als „Unterhaltung zwischen Soloinstrument und Orchester“ zu verstehen. Josef Tal, 1910 geboren, gebürtiger Pole, der in Berlin studiert hat und 1934 nach Palästina ging, war bis 1952 Direktor der Musikakademie in Jerusalem. Seit, i nach England' Preisgekroenter Marsch Ein neuer Marsch, kom- ■ poniert von Joaw Talmi, \ Hauptmann in der israeli- ’ sehen Armee, wird zukünftig die israelischen Truppenj paraden begleiten. 120 Märsche waren beim Wettbe- ' werb eingereicht; die drei ersten Preisträger sind Sol- , daten und Mitglieder des , Orchesters der Verteidigungskräfte Israels. , Bibliothek fÜT Beduinen Im Beduinenlager El Ugoi im Negew wurde die erste ■ Beduinenbibliothek der Welt eröffnet, mit zunächst hundert Büchern, einer Spende der arabischen Abteilung der Histadrut und des Arbei- : terrates von Beerschewa. Für Forschungszwecke j Professor Adler von der Abteilung für physikalische Medizin an der Hebräischen Universität erhielt für seine Forschungsarbeit d'e Summe von 62.000 IL vom Gesundheits - Ministerium der USA. Max Planck-Medaille | Die Max-Planck-Medaille; für 1963. die höchste Ehrung der Union der deutschen physikalischen Gesell-! schäften wurde Professor 1 Rudolf Ernst Peirls, Prcfes- 1 sor für Mathematik in Birmingham. verliehen. Profes- : sor Peirls wurde 1907 in : Deutschland geboren und kam 1933 als Flüchtling dem lehrt er an der Hebräischen Universität. Ausserdem wurde er kürzlich zum Leiter der „Instituts für elektronische Musik in Isra- I el“ ernannt. Seine 2. Sinfo :ne. ein kurzes, einsätziges! Werk, ist in der Zwölfton- , technik geschrieben. Frühere Preisträger sind: Jacobo Azubel und Frau Sara Albert Einstein, Max Born, Luise Meitner, Gustav Hertz und der sowjetische Wissenschaftler Dr. Lev Landau, Eine Ernennung 1 Zum Generaldirektor des Büros des Staatskontrolleurs wurde Dr. Arno A. Blum ernannt. Dr. Blum stammt aus Berlin. Zuletzt war er Leiter der Rechtsabteilung der Israel-Mission in Köln. Stipendien 20 “Stipendien wurden von der israelischen Regierung an Studenten aus Costa Rica vergeben für Studien auf den Gebieten der Versicherung-, des Genossenschaftswesens und der Betriebsführung. Neue Bücher The Hebrew Medical — Ha Rofe Ha-Iwri, New York 1984. Einzige ärztliche Zeit, schritt in Hebräisch und Englisch. Halbmonatsschrift zum 36jährigen Bestehen in Buchformat. Herausgeber Dr. Moses Einhorn. ,,Im Sturm“ von D. Zakalik. 169. Buch der Schriften, reihe des Verlages der polnischen Juden. Buenos Aires 1964. „Vernichtete Jüdische Gemeinden“ von H. Kantorowicz. 170. Buch des Verla, ges der polnischeu Juden, Buenos Aires. Enrique Braun und Frau Irma Eine ehrende Anerkennung Jerusalem. — Dr. Ernst Wertheimer, Protessor für Biochemie des Menschen an der Hebräischen Universität, erhielt von der nordamerikanischen Gesellschaft für Diabetis die Bantinggeben <He VERLOBUNG ihrer Kinder ALICIA ASUBEL HORACIO CARLOS WEIL auf diesem Wege bekannt. Avda. B. Marqués 561 San Isidro (FCNGBM) E-trada 3277 Olivos (FCNGBM) Buenos Aires, den 16. Februar 1964 Medaille, die den Namen in Tei Aviv und Ehrenpräsi-! des Entdeckers des Insulins clent des Komponistenver. trägt. (ITA) LUACH — (KALENDER) Freitag, den 21. Februar 8- Adar Parschat TEZAWE 2. B. M. XXVII 20 — XXX 10 Parschat SACHOR 5. B. M. XXV 17—19 Haftara I. Schmuei XV 2 — 34 Sonntag, den 24. Montag, den 24. Dienstag, den 25 Montag, den 2. Dienstag, den 3 Mittwoch, den 4 . Februar 10. Adar Februar 11. Adar i. Februar 12. Adar 6. Februar 13. Adar Fasten Ester i 27. Februar 14. Adar PURIM Februar 15. Adar Schuschan Purim 29. Februar 16. Adar ISSA 2. B. M. XXX 11 ira I Könige XVIII 1 - — XXXIV 35 - 39 März 37. Adar März 18. Adar . März 19. Adar . März 20. Adar ANLAESSLICH DES 150 JAHRESTAGES SEIT DEM JUDENEDIKT VOM 10. JUNI 1813. dem Beginn der Emanzipation des bayerischen Judentums, erschien soeben im Dr. Olzog-Verlag (vorm. Isar Verlag) München-und Wien das Werk von; STEFAN SCHWARZ: Judttt In Baytru Im Wandtl d*r Ziiten mit einem Vorwort des bayerischen Ministerpräsiden, ten ALFONS GOPPEL. Es ist ein Buch, welches die Geschichte der Juden in Bayern aufgrund bis jetzt unveröffentlichten Ak ter.materials schildert. Namhafte Professoren und Historiker schreiben nach Ueberprüfung des Manuskripts: „Schwarz kann Anspruch darauf erheben, die erste erschöpfende Gestaltung des Judenedikts geschaffen zu haben“. —„Das Buch verdient ein Standardwerk zur Geschichte der Juden in Bayern zu werden.“ „Das Werk ist nicht nur lesenswert, sondern auch zum Nachdenken anregend.“ „Das Werk verdient die weiteste Verbreitung.“

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