Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2051 (14.2.1964)
- Date
- 1964-02-14
- Page
- [Seite 7] (sequence 7)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 14 de Febrero de 1964 FA SK MANA ISRAELITA Año XXV. — No. 2951 Arabischer Angriff - „ todsicher“? Das ..Intelligence Digest“ | des Engländer.', Kenneth de Courey ist ein Blatt, das sich , rühmt über vertrauliche | Quellen zu verfügen und deshalb besser informiert zu j sein, als die meisten ande reu Blätter. Diesen ..Inte'lij gence Digest“ brachte einen nachdenklich stimmenden Artikel über die wahrsehe n. j liehen Entwicklungen im j Nahen Osten, der so gehal- , ten war, dass d«s westdeut-1 sehe Naziblatt „Reichsurf“ j es in grosser Aufmachung nachdruckte. Wir bringen nachstehend diejenigen Teile des Artikeln, die der „Reichsj ruf“ veröffentlichte. ,.Was auch immer sich in Südost-Asien und in Latein, j amerika vorbereiten mag, | die weitaus grösste militarisehe Gefahr liegt im Mitt leren Osten! Langsam aber sicher bereitet sich dort ei ne Situation vor, die Israel vor die Gefahr eines konzentrierten Angriffe konventioneller Kräfte aus Richtung Irak. Syrien und wahrscheinlich" auch Transjorda nien stellt. Es ist unmöglich, einen (Zeitpunkt für den Eintritt dieser Gefahr zu geben, aber es ist möglich, dieses Er. eignis vorauszusagen. Die panarabischen Nationen sind entschlossen, Israel zu überfallen, und Russland hat sich entschloseen, dem Unternehmen mit Nachschubhilfe beizustehen. Wenn Israel nicht durch die Westmächte unterstützt wird oder über eigene Atom | waffen verfügt, kann es ei- | nen solchen Angriff nicht j überleben, der von den araj bischen Staaten mit Nach-; achubhilfe Russlands unter-1 nommen wird. Ohne ent-; scheidende militärische Hilfe des Westens ist Israel verloren. Diese Tatsache muss im Auge behalten werden! ... Im Falle eine« Krieges zwischen den Arabern und Israel wird der jüdische Einfluss in Amerika die Regierung in Washington zwingen, für Israel zu intervenieren. Es wird noch immer nicht erkannt, wie viele sehr mächtige Juden an führenden Stellen in den USA wirken. Demgemäss wird keine amerikanische Regierung es wagen, neutral zu bleiben, wenn Israel angegriffen wird. Da dieser Angriff aber sicher ist, ist es entscheidend. sich schon heute über die Konsequenzen klar zu werden. Auch in Bezug auf die englische Regierung scheint es mehr als zweifelhaft, ob sie eine neutrale Haltung einnehmen könnte. Ganz bestimmt würde die französische Regierung nicht neutral bleiben, dagegen könnten Westdeutschland, Italien und Spanien versu chen, eine neutrale Haltung einzunehmen. Unabhängig davon, wie man die Existenz Israel« oder die Wünschbarkeit des außerordentlich starken jüi d.schen'Einflusses auf die Regierungen Amerikas. Englands und Frankreichs beur teilt, er. wäre Flucht vor der Realität, diese Tatsache und ihre wahrscheinlichen Kon Sequenzen zu übeisehen. Alle drei Länder würden zur Verteidigung Israels anlre-; ten, während Rufeland sich gezwungen sehen würde, die Ar..lier zu unterstützen. Die Kardinalfrage ist dam, ob die Westmächte unter diesen Umständen den direkten Zusammenstoss mit; Russland vermeiden können. Russland wünscht auf jeden Fall, einen solchen direkten Zusammenstoss zu vermeiden. Nun kann darüber kein Zweifel bestehen dass nur r.ehr wenige Leute beute in Amerika, Frankreich und England den Wur.ech haben, bei Verteidigung" Israels in einen Weltkrieg verwickelt zu werden. Wrenn man dagegen er kennt. dass es nicht nur um die Verteidigt ng Israels geht, sondern darum. Russland an der Kontrolle über dm Oel des Mittleren Ostens zu hindern, dann würde die öffentliche Meinung voraus- ..:*.*•*-¿.i,,:- ■***<*. tf-r. /<*»■ , * m sichtlich anders reagieren. Um dieses Ergebnis herbeizuführen. wird das Judentum gezwungen sein, die allgemeine Aufmerksamkeit von Israel auf griVrere Punkte hnzulenken, das wird nach 40 Jahren prorussischer Propaganda kein leichtes Unternehmen sein. Das Judentum hat — als Ganzes gesehen — eine so prorussische Haltung eingenommen, dass es entscheidend dafür verantwortlich war, dass die Vorkriegepoli tik misslang, Deutschland und Russland gegeneinander zu hetzen mit dem Ziel, bei de Mächte zu Fall zu bringen. Diese Politik würde den Westmächten grosse Verluste erspart haben; sie wurde unmöglich gemacht durch die Haltung des Judentums das teils von dem latenten Wunsch getrieben wurde, Russland zu retten, teils dem ganzen Schema miss traute, weil esvon den Rech skreisen im Westlager vertreten wurde, dem die meisten einflussreichen Juden misstrauten. Wie immer das auch ge- Unser Bild zeigt das Projekt de« neuen kaiserlichen Pawesen sein mag, wir steherH festes iai Addis Abeba lAetbiopien). Dieser Entwurf stammt von einer Gruppe israelischer Architekten, denen auch die Ausführung des Bau» übertragen wurde. Neues modernes Verwaltungsgebäude eines der grössten israelischen Industrieunternehmen Chewrat Owdim. I heute vor der Tatsache, daß eine Invasion gegen Israel erfolgen wild und dass in diesem Fall ein ungeheurer Druck auf Amerika, England und Frankreich ausgeübt werden wird, zu gunsten Israels zu iuterve nieren. Die Frage wird dann sein, auf welchem Weg dies wirkungsvoll getan werden kann; denn getan werden muss es, und sei es nur, um das Oel zu sichern.“ Das skandinavische Judentum Ueber die Juden in Russland Washington. — Zum ersten Mal hat ein hoher sowjetischer Diplomat einer Konferenz amerikanischer Rabbiner Antworten auf Fragen über die Lage der Juden in der Sowjetunion erteilt. Es handelt «sich um Victor P. Karpow, den Ersten Sekretär der Sowjet-Botschaft in Washington, der vor 200 Reformrabbinern auf einer zwei Tage währenden Konferenz sprach, die im Gebäude des State Department etattfand. Nachdem Karpow seine vorbereitete Recte beendet hatte, stellten die Rabbiner verschiedene Fragen. Karpow zitierte die üblichen Statistiken, um zu beweisen, dass die Juden zwar nur ein Prozent der sowjetischen Bevölkerung ausmachen, je^ doch auf einigen Gebieten des öffentlichen Lebens in einem verhältnismässig grösseren, in anderen Sparten in einem geringeren Prozentsatz vertreten sind. Er betonte, dass 14 Prozent der rusißchen Aerzte und 8 Prozent der Anwälte Juden seien. Er behauptete ferner, dass „die Frag^ der freien Religionsausübung nur einen kleinen Teil der Juden interessiert“ und die Juden in ihren Synagogen uugestört WIE LIEGEN DIE FEIERTAGE IM JAHRE 5724 Faeten Ester Purim Schuschan Purim Schabbat Hagadol Erew Pessach 1. Tag Pessach 2. Tag Pessach 7. Tag Pessach 8. Tag Pessach Gedenken an den Aufstand im Warschauer Ghetto (27. Nissan) Ycm Haatzma’ut Lag BeOmer Erew Schawuot 1. Tag Schawuot Fasten Schiva assar beTamus Erew Tischa beAw Fasten Tischa beAw , Erew Rosch Haschana 5725 Mittwoch, den 26. Februar Donnerstag, den 27. Februar Freitag, den 28. Februar Sonnabend, den 21. März Freitag, den 27. März Sonnabend, den 28, März Sonntag, den 29. März Freitag, den 3. April Sonnabend, den 4. April Donnerstag, den 9. April Freitag, den 17. April Donnerstag, den 30. April Sonnabend, den J6. Mal Sonntag, den 17. Mai Sonntag, den 28. Juni Sonnabend, den 18. Juli Sonntag, den 19. Juli Sonntag, den 6. September beten dürften, sowie dass ec Zehntausende von in jiddischer Sprache gedruckten Büchern gäbe. Er fügte hinzu, zahlreiche Sowjetbürger jüdischen Ursprungs, „sind keine Juden“. , Auf die Frage über"die Erlaubnis de« Ersten Sekretäre der USA-Botsehaft in Moskau, sich mit Rabbinern in Sowjetrussland zu unterhalten, entgegnete Karpow, dass es dem Personal der amerikaniechen Botschaft „frei steht, die Rabbiner in Russland zu besuchen“, setzte jedoch hinzu, dies sei „Angelegenheit des Botschaftspersonale, nicht die meine“. TALMUDSTUDIE ERSCHIENEN London. — Die sowjetische Akademie der Wissenschaften hat ein Buch von Professor Mosche Belineki verlegt. Es handelt sich um eine historische Studie von Talmudextrakten aufgrund sozialer und politischer Unterlagen und die Analyse der Worte und Taten der talmudischen Gelehrten. Während der historische Teil der Arbeit als relativ objektiv anzusehen ist, enthält das Buch ein abschliessendes Kapitel, das den Ti- Dr. Alfred Wiener gestorben London. — Dr. AlfrecPKviener, der Gründer der Wie. ner Library, der grössten Materialsammlung über die Naziära, und seit 1939 Leiter des zentralen Jüdischen Informationsbüros, starb im Alter von 78 Jahren. Dr. Wiener wurde in Potsdam geboren. Er gründete seine berühmte Bibliothek im Jahre 1934 in Amsterdam, wohin er nach der Machtübernahme Hitlers geflüchtet war. 1939 liess « sich in England nieder. Dort leitete er seine Bibliothek und den Jüdischen Informationsdienst bis vor einigen Jahren, als er in den Ruhestand trat. (ITA) tel „Der Talmud und das heutige Judentum“ trägt, in dem der Verfasser seine persönlichen Gesichtspunkte darlegt und ein€ kritische Betrachtung des Talmud bietet, welche eich auf das gebotene Material gründet. „TAG DER RUSSISCHEN JUDEN“ Jerusalem. — Der Verband zur Hilfeleistung an die Juden Russlands in Israel sammelte 40.000 Unterschriften für eine Petition an die russische Regierung, die Auswanderung nach Israel zu gestatten. Es handelt eich um einen Verband, der keiner politischen Richtung an. gehört. Der Verband ist der Meinung, dass die Bemühungen um ein eigenejüdisches Kulturleben in Russland keine Probleme lesen würden. Das einzige Ziel sei die Erwirkung der freien Ausreise. Der Antrag geht auch an die Knesset, um die. se zu einem aktiveren Vorgehen in dieser Frage zu veranlassen, zum Beispiel in der Ansetzung eines „Tages für die russischen Juden“, Im Aufträge des israelischen Religionsministeriums und der Abteilung der Jew. ieh Agency, die sich mit Erj ziehungsfragen des Juden-; tums in der Gola befasst.! hat Armeerabbiner Oberst'; leutnant Mordechaij Piron . kürzlich die jüdischen Ge- I meinden in Schweden, Dänemark. Norwegen und Finn land besucht. Er hielt dort Vorträge und sammelte Daten für seinen ausführlichen Bericht, der nun vorliegt und leider mehr Schat ten als Liebt aufweist. Vor allem lebt die skandinavische Judenheit in völli. ger Absonderung vom Weltjudentum. Die Assimilation geht in ungeheurem Tempo j vor sich, und die Mischehen | erreichen durchschnittlich 70! Prozent. Ec gibt Orte, wo j die Mischehen noch zahlrei- : eher sind und die Zugehörigi keit zum Judentum nicht mehr als eine Eintragung in die Geburtsmatrikel bedeutet. I Der Bericht weist auf noch ■ einen sehr traurigen Zu-! stand hin, auf den völligen | Mangel an jüdischer Erzie | hung. Diese Tatsache be- . rührt umso schmerzhafter, als eich die skandinavische! Judenheit in einer ausgezeichneten materiellen Lage befindet und die jüdische Erziehung daher keine Geldfrage ist (wie in manchen anderen Ländern), sondern der Ausdruck der Apathie, der Uninteressiertheit, der Absicht, sich vom Judentum zu entfernen. Raw Piron stellt schon JUEDISCHE WOCHENSCHAU in Montevideo/Uruguay Einzelnummer 1.50 $ wrug. Jahresabono 65.— $ urug. LUFTPOST VERSAND DURCH „PLUNA" ANZEIGEN-ANNAHME Librería Neulaender RIO BRANCO 1231 T«l. Distribuidor: KIOSK TUREK CONSTITUYENTES 1757 T«L 42 640 einleitend fest, dass sich die skandinavische Judenheit m einer sehr schwierigen Lage befindet und von der Gefahr <jer völligen Assimilation akut bedroht wird. Den Grund hierfür erblickt er in folgenden Umständen; 1. Die jüdischen Gemeinden sind zahlenmässig sehr klein und bilden eine verschwindende Minorität in der nichtjüdischen Umgebung. 2. Die wirtschaftliche Lage der Juden ist eine ausgezeichnete. In ihrer Mehrzahl sind sie Kaufleute oder Angehörige freier Berufe. Sie denken daher nicht an eine „Alija“; demgegenüber lässt ihnen ihr „business“ keine Zeit, sich mit geistige« Dingen zu befassen. 3. Es gibt keinen Antisemitismus. Abgesehen von Schweden, wo sich in letzter Zeit eine Organisation faschistischer Art bemerkbar macht, hat die skandinavische Judenheit niemals unter rassischer Verfolgung zu leiden gehabt. In Dänemark, Finnland und in gewissem Masse in Norwegen hat die einheimische Bevölkerung den dortigen Juden im Zuge des zweiten Weltkrieges das Leben gerettet. 4. Die jüdische Erziehung ist gleich Null. Der Volksschüler erhält einen wo. ehentliehen Unterricht von 30—40 Stunden. Hierzu kommen für den jüdischen Schüler 1—2 Stunden Religionsunterricht. der auf einem so niedrigen Niveau steht, dass er überhaupt keinen Begriff vom Wesen des Judentums gibt. In Stockholm wirken an der jüdischen Schule 12 Lehrer, von denen 10 Nichtjuden sind.. / 5. Die nicht jüdische Bevölkerung ist areligiös. Die Kirche hat in den skandinavischen Staaten einen sehr geringen Einfluss, und die bestimmt in gewissem Masse auch das Verhalten der Juden. Die gesamte Judenheit der vier skandinavischen Länder weist weniger als 20.000 Seelen auf. In Dänemark (Kopenhagen) hat die jiidisehe Gemeind« 6.000 Mit glieder; in Schweden leben annähernd 10.000 Juden, die sieh auf Stockholm. Göteborg und Malmö verteilen. Finnland hat 1.700 und Norwegen 850 Juden. ln Dänemark fand Raw Pire«) eine kleine orthodoxe Gemeinde vor. die 70 Mitglieder zählt. An ihrer Spit zie steht Rabbi Cnakin.