Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2048 (24.1.1964)
- Date
- 1964-01-24
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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_ J.I.... “--- * - — mmmnm © 02 oS o; tS -r £ c 2 FRANQUEO PAGADO Concesión 908 í «s W U 4) TARIFA REDUCIDA < O Coneeston 1629 Afl« XXV. BUENOS AIRES, VIERNES 24 DE ENERO DE 1964 No. 2048 EL EJEMPLAR en toda la República PUEYRREDON 219« 1? i**. T. E. 83 2613 Buenos Aires Nach dem Besuch des Papstes Die Optimistin, die dem Papstbesuch mit Freude entgegensahen. haben recht behalten. Kleine Gruppen von Fanatikern, religiöser oder nati<^»alist:._,cher Natur, mochten r.ich abseits halten. Es hat die Veranstaltung:!', in Israel nicht beeinflusst. Der Papst hat bei Meggido das israelische Staatsgebiet betreten, und nicht durch das ..Mandelbaumtor ". einfach um der inter. nationalen ..Debatte ’ über Jerusalem*; Status auszuweivoii l)r. CONRAD N. ROSENSTEIN che. dass er aus dem „Mandelbaumtor“ herausging, voll Dankbarkeit fiir diesen Staat, der ihm einen so grossartigen Empfang bereitete. Der religiöse Aspekt der Pilgerfahrt ist klar. Das Oekumenische Konzil wird in diesem Jahr wieder zusammentreten. Die Zeit sucht ..Annäherungen“. Kennedy hat diese Epoche fiir setzt die Linie seines greisen und fso bedeutsam revolutionären Vorgängers, fort. Im Mittelpunkt der Wallfahrt stand das Treffen mit dem Patriarchen, der das alte ..Byzanz“ symbolisiert. Der Anfang fiir eine Einigung, mindestens der katholischen Kirchen, ist gemacht. Warum diese ,,Annäherung"? Weil mm weist;, unabdingbar versteht, dass, Papst Paal VI. in einer Kirche am Tiberias-See. Neben ihm sitzend Erzbischof George Hakim. _ chm. falls es eine solche überhaupt noch gehen sollte. und nicht den Charakter seiner Wallfahrt zu missdeuten. der keine politische Bedeutung zukam, sondern eine rein religiöse ur.d menschliche. Datss der Papst nichts ..gegen“ das jüdische Jerusalem im Schilde fuhrt, erweist sich aus der Tatsaden Westen eingeleitet.' Erste Kontakte mit Sowjetrussland liess-cn sich anbahnen. Papst Johannes XXIII. tat im Grunde das gleiche. Er empfing den Schwiegersohn des russischen Premiers in Audienz. Der jetzige Präsident Johnsen sucht die begonnene Politik fortzusetzen. Auch Papst Paul VI. UN gegen Diskriminierung Vereinte Nationen. — Die Subkommission für die Verhütung von Diskriminierung und den Schutz der Minderheiten verhandelte über eine Resolution, in der auf die sowjetische Haltung zu den Juden verwiesen werden sollte. Die Debatte begann, als Morris B. Abram. Präsident der Exekutive des Nordamerika^ sehen Jüdischen Comités die Annahme einer Deklaration der Vereinten Nationen zur Ueberwindung der religiösen Unterschiede in ^er ganz.en Welt votsehlug. Die Diskriminierung gegen die Juden in Russland aus religiösen Gründen wurden in einem Entwurf hervorgehoben. den der indische Delegierte Arcot Krischnawami vorlegte. Gemäss den Statuten der Subkommission wurde in keinem der Vorschläge die Sowjetunion namentlich erwähnt. Die offizielle Debatte bewegte sich um die den UN zu unterbreitende Resolution, in der jegliche Form von rassischer und religiöser Intoleranz verurteilt werden solle. Zwei Mitglieder der Subkommis sion. von denen der eine der Vertreter Sowjetrusslands. der andere 3er Delegierte Polens ist. lenkten die Debatte in eine Bahn, so dass es zur Verurteilung rassischer Prinzipien kam, ohne dass der religiöse Aspekt berührt wurde. Die kommunistischen Proteste waren von dem Präsidenten der Subkommission Hernán Santa Cruz aus Chile unterstützt worden. Obwohl Israel nicht Mitglied dieser Kommission ist, nahmen Israels stän diger Delegierter vor den UN, Jcel Barromi, und der Präsident der Bne Brit, Label A. Katz. Gelegenheit, streng und öffentlich die Diskrminierung und Unter drückung der russichen Juden anzuprangern, ohne jedoch den Namen der Sowjetunion zu nennen, womit auch sie dem Brauch folgten, keine Regierung namentlich anzuklagen. (ITA) wenn die Welt nicht züeinanderfindet, sie dem Chaos anheimfallen wird! Der geographischen Ueberwindung des Raums, dem Wettlauf mit der Zeit, muss eine menschliche Annäherung folgen. Wollte sich die Kirche isolieren, so hätte sie ihre weltweite, ihre moralische Rolle ausgespielt. Der Weltkrieg Hitlers tat bereits ihr Dilemma kund. Ein neuer Weltkrieg könnte diese stolze Burg Gottes zertrümmern. Doch der Bet- und Bissgang Pauls VI. hatte noch einen anderen Aspekt, der gerade am Mandelbaumtor klar wurde. Der Pap;t verteidigte seinen Vorgänger, Pius XII., gegen all die erbitterten Angriffe, die heute gegen ihn und seine Politik der „Beschwichtigung“ des Dritten Reiches geführt werden. Er stellte der Untadligkeit des Charakters dieses Papstes ein' schönes Zeugnis aus. Diese Verteidigung auf ,,jüdischem Boden“ ist verständlich und auch edel, aber sie beweist auch etwas anderes: der Vatikan ist ungeheuer hellhörig geworden. Man spürt dort — stärker denn je — dass man moralische Zugeständnisse genauestens erwägen muss, wenn man nicht seilst in Satans Schlingen geraten will! Es ist nicht ganz einfach, Papst in dieser Zeit zu sein, das Zeugnis der Nächstenliebe , nicht nur zu predigen, sondern es in einer Welt brutaler Ichsucht und technischer Rationalisierung, zu beweisen. sagen wir es ruhig: bis zum ,,Märtyrertum“. Nur das kann das Christentum retten. Andernfalls wird die Kirche nur eine leere Hülse sein. Noch mehr erstaunte eine andere Geste. Im letzten Augenblick wurde eine bedeutsame Abänderung be- . schlossen: während der Papst auf dem Zionsbarg in einer der altehrwiirdigen Kirche seine Andacht verrichtete. hatte einer der drei i ihn begleitenden Kardinale, i sechs Jahrzeitskerzen für die secfci; Millicnen geopfer. ter Juden zu entzünden, in der Gedenkgruft auf dem Zionsberg, wenige Meter von der Bet und Bittstelle des Papstes entfernt. Die Geste wurde verstanden, und wir Juden wären die letzten, die nicht für diesen Gesinnungswandel oder Gesinnungsausdruck denkbar wären. Doch die Pilgerreise — zum mindesten durch den israelischen Teil — des Heiligen Landes, lehrte noch ein anderes: Papst Paul konnte vom Berge Megiddo, einer alten, salomonischen Festung, wo der Empfangsakt feierlich begangen wurde, auf die weiten fruchtbaren Fluren schauen, die jüdischer Fleiss den Sümpfen und Malaria- Gebieten des alten, des verwahrlosten „Heiligen Landes“, abgewonnen hat. Er durfte von jüdischer Aufbauarbeit einige Eindrücke mitnehmen, wenn auch vielleicht nur vom Fenster seiner Limousine ai:s. Diese Leistungen auf dem heiligen Boden zeugen von der Hingegebenheit jüdischen Pioniertums. Sie sind eine bedeutendere Beweisführung als alle Argumente von transjordanischer Seite! Mehr noch: der Papst sah, dass er, in Israel Religions. freiheit gibt, wie er sie keineswegs ja allen Ländern finden kann. Er konnte sehen. in welch prächtigem Zustand alle Bet- und Gedenkstätten des Christen, tums :n Israel gehalten werden! Vor allem aber: der Enthusiasmus, der ihm entgegengebracht wurde, die Schmückung der Strassen mit den Fahnen Israels und des Vatikans, die Fanfarenbläser. die seine Ankunft und seinen Ausgang ankündigten, die Darbietung von „Brot und Salz“ an den Pforten Jerusalems, durch einen jüd’schen Oberbür. germeister. die Ueberreichung einer Goldmedaille durch den Präsidenten Israels in Megiddo: sie beweisen dem Papst, dass niemand eil so brennendes Friedersbedürfnis fühlt wie der Jude dieser Zeit, dass seine eigenen inbrünstigen Gebete im Grunde unsere Gebete sind „für den Weltfrieden“, Gebete, Visionen, die unsere Propheten schon der Welt vor Jahrtausenden, von Jerusalem aus, verkündeten! Papst Paul VI. versprach, für die Gläubigen und auch die „Ungläubigen“ zu beten, für die frühere Päpste den Scheiterhaufen schüren liessen. (Welche Wandlungen in den Konzeptionen des Vatikans!) Der Doyen des israelischen, diplomatischen Korps, der Botschafter Sowjetrusslands, dürfte aufgehorcht haben... Der Papst betete also auch für ihn. be tete für die Welt aller Rassen, aller Religionen, aller sozialen Sisteme. Nur unter Der Papst besuchte Nazareth, das eine starke cJiristlich-arabische BevoeJkerung hat. Antisemit freigesprochen «■¿■i Augsburg. — Der 55 Jah re alte ehemalige DieuststeL lenleiter bei der Augsburger Landesversicherungsanstalt,! Otto Rösch, Vorsitzender j des CSU-Ortsvereins Ober- , hausen und aktives Mitglied! der christlichen Gewerk- 1 schaftsbewegung, wurde vor j kurzem vom Augsburger ■ Schöffengericht von der An-; klage der Volksverhetzung freigesprochen. Rösch war von Kollegen beschuldigt worden, grob antisemitische Aeusserungen getan und u. a. gesagt zu haben, dass I Hitler die Juden zu Recht! vernichtet habe. j Der Beschuldigte wurde Seiwyn Lloyd antwortet London. — Selwvn Lloyd, der Chef des Unterhauses, versprach im Namen seiner Regierung, dass das Kabinett nach den nächsten Wahlen Massnahmen gegen rassische Diskriminierung erwägen werde. Dies Versprechen gab er einer Delegation ab. die aus Vertretern al ler Parteien und religiö sen und rassischen Gruppen gebildet war und von dem Labour-Deputierten Fenner Brockway angeführt wurde, der dem Parlament kürzlich einen Antrag in diesem S:nne unterbreitet hatte. (ITA) diesem Gesichtspunkt gibt es heute menschliche Existenz! Das nächste Sitzungsprotokoll des weltweiten Konzils in Rom wird dartun, ob eine Koexistenz sicher ist oder nicht, ob das Judentum als ehrenwerter Partner, als „Volk des Bundes“ legitimiert wird. Ich zweifle nicht an den Beschlüssen... von der Landesversicherungsanstalt fristlos entlassen, und seine Klage vor 1 dem Arbeitsgericht wurde abgewiesen. Obwohl er jetzt vor Gericht von zwei Zeugen erheblich belastet wurde, erkannten die Richter auf Freispruch mangels ausreichenden Schuldnachweises. Der Staatsanwalt hatte vier Monate Gefängnis mit Be. . Währung gefordert. (AWZ) Belgiens Koenig besucht Israel Tel Aviv. — Wie jetzt bekannt gegeben wurde, werden Vorbereitungen fiir den zweitägigen Besuch des belgischen Königs Baudouin und seiner Gattin Königin Fabiola getroffen, die am vergangenen Wochen ende eine Orientreise angetreten haben. Obwohl hervorgehoben wurde, dass es sich um einen privaten Besuch handele, wird das Königspaar am 16. Februar am Mandelbaumtor von Präsident Shazar empfangen werden, der den Gästen zu Ehren in seinem Haus ein Essen geben wird. König Baudouin und seine Gemah. lin werden die Nacht in Haifa verbringen und am nächsten Morgen alle die heiligen Stätten besuchen, die Papst Paul VI. auf seiner Wallfahrt kürzlich aufsuchte. und dann von Ludd aus nach Brüssel zurückfliegen. Kurz vor ihrer Abreise empfingen der König tnd die Königin den israelischen Botschafter in Belgien, Amiel Nachar, mit dem sie sieh lange unterhielten. (ITA» Registro de la Propiedad Intelectual No. 735 104 Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831