Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2048 (24.1.1964)
- Date
- 1964-01-24
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 24 de Enero de 1*64 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — No. 2048 — 5 Dem greisen Lehrt er zum Gruss Ereignisse der Woche von Rsbbi Dr. MEIR ROSENBERG Aus Israel erreicht uns die Nachricht, dass Prof. H. S. Bergmann seinen 80. Geburtstag in Jerusalem im Kreise seiner Schüler und Mitarbeiter feierte. Seit Jahrzehnten schon war für unis der alte, wohlabwägende Professor, der nie ein vorschnelles Urteil fällend sich in einer Auseinandersetzung mit seinen Freunden oder Diskussionspartnern übereilte, der aber andererseits stets weltoffen sich das ewig junge Gewissen eines Suchers und Prüfers bewahrte. Ein Mensch, mit all seinen Fasern der Arbeit des Aufbaus von Israel ergeben, war er doch der universale Denker, der sich bemühte, den Juden in Zion die Gedanken der grossen Welt zu vermitteln. H. S. Bergmann hat nie ein eigenes, originelles System des philosophischen Denkens schaffen wollen, wie dem schlichten, brüderlichen Manne jede Ichsucht, jeder Ehrgeiz Zeit seines Lebens abging. Sein Streben war, die Menschen — im sokratischen Sinn — zum Denken und zum Erkennen des Weges zu bringen. So begann er seine Laufbahn an der Hebräischen Universität, wo er moderne Philosophie lehrte, führte in den zwanziger Jahren die jungen Studenten an die Lektüre von Immanuel Kant heran, dessen Werke von seinen besten und vertrautesten Schülern damals erst ins Hebräische übersetzt wurden, lehrte Logik des Denkens < ihm verdanken wir das grundlegende hebräinche Buch über Logik), kurzum er trainierte die jungen Geister in der Universität auf dem Skopusberg und in seinem Haus im a'bessynischen Viertel Jerusalems (nach der die Umgebung charakterisierenden Kuppel der abeesynischen Kirche so genannt), :'n dem er vor einem Vierteljahrhundert lebte. Dieses Vierteljahrhundert seines Wirkens war ein ständiges Neu-Ueberprüfen der geistigen Grundlagen des Zionismus und seiner Arbeiter-Bewegung, war ein Immer . Wieder - Neu - Aufreissen der Fernster in die grosse Welt des westlichen und östlichen (indischen) Denkens. um die geistige Abkapselung der zionistischen sozialistischen Gedankenwelt zu verhüten. Auch die nationalen Forderungen des jüdischen Volkes mass H. S. Bergmann stets an dem absoluten Werlmas.s-Streben der Ethik, die ebenso hn politischen wie im privaten Leben führen sollte. Daher bemühte er sich auch, in der Auseinandersetzung mit den Arabern, vom Beginn seiner Verwurzelung in Erez Israel (1920), deren Standpunkt und Bedürfnisse mit in Betracht zu ziehen. Schon unter den ersten Befürworrern einer jüdiuch - arabischen Verständigungspolitik finden wir den phflosopnischen Kopf von Hugo Bergmann, ohne dass es ihm jedoch gegönnt war, Friiehte seiner unermüdlichen Bemühungen zu sehen. Dieser lebensnahe Professor der Hebräischen Universität lehrte aus Verbundenheit mit dem Leben, wagte sich aber auch dem Strom des Lebens entgegenzustellen, was eich nicht nur in der jüdisch-arabischen Frage sondern vor allem bei religiösen Auseinandersetzungen bewies. In der Atmosphäre Israels waren biii vor nicht allzu langer Zeit nur die zwei Gegenpole Orthodoxie und Freigeisterei bekannt. Hugo Schmuei Bergmann ist bis zum heutigen Tage darum bemüht, das Verständnis für differierende religiöse Auffassungen zu schaffen und das Verstehen ihrer verschiedenen Lehrmeinungen so zu interpretie. ren, dass sie dem suchenden Menschen unserer Tage als Antwort oder zumindest als wegweisend dienen können. Diese Aktivität Bergmanns hat für das jüdische Volk auch ausserhalb Zions die weittragendste Bedeutmg, weil die religiösen Probleme Israels unmittelbarer die Juden der Galut berühren, denn sie sind doch überall die gleichen. In diesem Zusammenhang gebührt es sich, darauf hinzuweisen, das,3 der bonaerenser Pai. dos-Verlag vor kurzem eine Sammlung von 'Aufsätzen Bergmar.i o unter dem Titel ,,Fé y Razón“ (Glaube und Vernunft) veröffentlicht hat, die das religiöse moderne Gespräch widerspiegelt. In kritischer Weise werden in diesem Büchlein die Ideen ven Herrmann Cohen, Franz Rosenzweig, Martin Buber, A. D. Gordon, Raw Kook, J. L. Magnes dargestellt und so da,3 ganze, wei te Panorama zeitgenössi. sehen jüdischen Denkens von der klassischen Philosophie über Arbeitoreligion und Chassidismus zur Orthodoxie und Reform vor dem Leser ausgebreitet. So wie dies Büchlein geschrieben ist: instruierend und erklärend, läuternd und einführend, ist die geisamte Lehrtätigkeit Bergmanns gewesen, der immer zur Hilfe bereit, niemals aufdringlich, niemals propagandistisch wirkte. Die Bedeutung Prof. Bergmanns erschöpfte sieh nichi nur in seinem Lehren und Führen sondern er war ein visionsbegabter Organisator, was seine Tätigkeit als Direktor und Aufbauer der Hebräischen National - Bibliothek beweist. Aus allen Teilen der Welt sammelte er Bücher, den kulturellen Opfersinn der Gola anrufend,, und so wurde auf dem Har ( hatzofim die grösste jüdische Büchersammlung eile ( sen. Der Bibliotheks-Direktor Bergmann, dessen hieto- ( ritsche Tätigkeit von 1920 bis 1935 von weitestgehender Be deutung war, wurde dem;; jüdischen Volk auf sonder- , bare W7eise geschenkt. Der | jung« Philosophiedozent sah * vor sich die Möglichkeit einer Professur verschlossen 1 und trat als wi.Änschaftlicher Arbeiter in den Dienst; I der Prager Universitäts-Bi bliothek. Dort sammelte er i , die Fachkenntnjsse für sein späterem segensreiches Wirken. Noch viel wäre über . jene Prager Jugendepoche f zu erzählen, in der starke : geistige Impulse vor 50 Jahren aus dem reinen Herzen und klaren Verstand Hugo ■ Schmuei Bergmanns ausgin. gen. Der greise Professor nun ein Achtzigjähriger, ist ( schon seit einem Jahrzehnt ■ emeritiert; er liest zwar nicht mehr an der Universi; tät. aber er lebt unentwegt lehrend und suchend unter den Menschen Israels. Bis 120 Jahre bewahre Gott ihm seine geistige Wachsamkeit ( und körperliche Regsamkeit | zu seinem und unser aller Segen! Heve wrachä! Claims Conference AuLder bevorstehenden Sitzung der Claims Conference, die in der nächsten Woche in New York stattfindet, wird die ar gentinische Judenheit im Aufträge der DA1A von Dr. Ilardi Swaruensky vertreten werden. Die DAIA ist bekanntlich die einzige zentrale Organisation in Lateinamenka. die der Claims Conference mit Sitz und Stimme angehört. DAIA und Papstfcesuch in Israel Der Inhalt zweier Schreiben der DAIA. die von ihrem Präsidenten Dr. Ieaac Goldenberg und dem Sekretär der Dachorganisation jüdischer Verbände in Argentinien. Herzl Gesang, unterfertigt sind, wurde gleichzeitig zur Kenntnis der Oeffentlichkeit gebracht. Das erste Schreiben ist an Papst Paul. VI. gerichtet und dem Apostolischen Nuntiur,. Monsignore Mozzoni zur Weiterleitung überreicht worden, während d?ü andere an den argentinischen Kardinal Antonio Caggiano gerichtet ist. In beiden Schreiben bezieht sich die DAIA auf den kürz- „Jerusalem in der Malerei'‘ Mit grosser Feierlichkeit wurde vor kurzem die Ausstellung „Jerusalem in der Malerei“ in den Räumen des ' grossen internationalen Jugendzentrums von Jerusalem gezeigt. Dies war die erste grosse und umfassende Ausstellung von Kunstwerken, die die Stadt Jerusalem zum Thema haben — über 120 Bilder von israelischen Malern, die je nach ihrer Art die ,,hochgebaute Stadt“ sehen und ihr Erlebnis künstlerisch ausdriikken; manche abstrakt, man- - che symbolisch, andere wieder figurativ oder als j schlichten Bericht oder Illustration. Neben den grossen Namen unter den Künstlern wie Mordechai Ardon, I. Aschheim, Jacob Steinhardt, j erschienen viele neue Namen, teils junger, aufsteii | gender Künstler, teils von | Neuankömml'ngen im Lan- ] de, die hier zum ersten Mal , ihre Werke vorführten. Die Stadt Jerusalem hat viele; Gesichter, viele Stimmun-; gen und viele Bedeutungen, I und diese Vielfältigkeit und I der Reichtum an Gedanken und Auffa.wngen prägten I sich durchaus in dieser Schau aus.! Diese Ausstellung leitete den „Tag des Malens: ein, I der von jetzt ab jährlich ■ stattfinden soll und wobei Maler de,3 ganzen Landes 1 und auch aus dem Auslande e ngeladen werden, nach Jerusalem zu kommen und die Stadt in ihrem Sinne zu malen. Der Künstler will keine Dokumentarisierung bringen. sagte der Vertreter der Kn ,3tlervereinigung Davidowitsch in seiner Begrüssung, ßondern seine freien und persönlichen Eindrücke dem Beschauer vermitteln. Mit seiner Arbeit will er eine Brücke bauen zwischen der Kmst und der breiten Masse. Der Direktor des ..Bezalel“-Museurro, Dr. K. Katz, gab einen historischen Ueberbliek über die Darstellungen Jerusalem« in der Kunst und sagte, dass wir seit dem Mittelalter nur Skizzen und Ulvotrationen von nicht allzu hohem Kunstwert kennen. Erst in den zwanziger Jahren begannen die Künstler diese Stadt a>3 Sujet für ihre Arbeiten zu wählen — darunter Marc Chagall — und sie in vielfacher Auffassung darzustellen. Der : ellvertretende Ministerpräsident, Abba Eban, sprach über die Wahrheit in der Kunst, die über jeglichen Begriff der Schönheit geht und zu der der Küi stier durch inneren Aufruhr des Gemütes kommen muss. Er machte auf die vielen Kunstschätze aufmerksam, die in den letzten Jahren mit Hilfe der Archäologen im Lande Israel zum Vorschein kamen und die uns von dem tiefen Kunstgefühl des jüdischen Volkes der früheren Jahrhunderte unlichen Besuch Pauls V] im . Heiligen Land und verleiht ■ ihrer Befriedigung über die- ' ses historische Ereignis Aus druck. In ihrem Schreiben an j Kardinal Caggiano erklärt die DAIA ihren Anschlr,-s an; die Erklärungen, die kürz. : lieh von der Presse veröf- , fentlicht wurden und in dei nen der Kardinal „auf die Bedeutung des päpstlichen I Besuchs im Heiligen Land 1 und seine Wichtigkeit für ' den offensichtlichen Prozess der Erneuerung hinweist, der von Papot Johannes XXIII. eingeleitet und von seinem Nachfolger fest entschlossen fortgesetzt wird“. Die DAIA hebt dec weiteren hervor, dass die ..argentinische Kirche dem Wort ihres Oberhauptes folgend Wege we:,3t. die jenen parallel laufen welche der edle Geist des Papstes der Menschheit eröffnet hat.“ Technische ORT-Schuie i Die Weltorganisation ORT, die ihren Sitz in Genf hat : und in 25 Ländern der Welt Schulen unterhält, in denen kostenlos Techniker für die verschiedensten Berufe aus. gebildet werden, leitet in ih-; rer Technischen ORT Schule in Buenos Aires eine 1 Kampagne unter dem Motto ,.1.000 neue Schüler“ ein. : Der Besuch der Kurse für angewandte Elektronik) (Radio md Television) ist : gebührenfrei. Diese ORT-Schule wurde SPALTUNG DER TACUARA New York. — Die „New Yrork Times“ veröffentlichte eine Meldung ihres bonaerenser Be. richterstatters, der mitteilte. da,« die Tacuara sich in zwei Flügel gespalten hat. von denen der eine ein kommiv.istisches Programm ver folgt, während der andere den Antisemitismus als sein Hauptziel betrachtet. <JTA) zählige Beweise geben. Er wies auf die grosse symbolische Bedeutung hin. die der Name Jerusalem für die Menschen z!f allen Zeiten gehabt hat. HANNAH F JE TOR jetzt unter dem Namen ES¬ CUELA TECNICA ORT (Instituto incorporado) dem öffentlichen Lehrplan angeschlossen. so das« die bei Beendigung der Kurse ausgehändigten Diplome staatlich anerkannt worden. Die Schule bietet Jugendlichen und Erwachsenen in Nachmittags- und Abend klaren die Möglichkeit der beruflichen Ausbildung in dem erwähnten Fach. Auskünfte erteilt das Sekretariat, Y'atav 240 in Buenos Aires, y.’0 jetzt auch Anmeldungen angenommen werden. Natania wird ausgebaut Tel Aviv. — Natania beabsichtigt, seinen Strand zu einer ..Riviera“ auszubauen, die mit den Touristenzentren in Europa konkurrieren kein. Der Strand wird verbreitert werden, die ■Zufahrt sstrassen bi« zum Meer verstärkt, das bereits bestehende Amphitheater verbessert, insbesondere im Hinblicauf die Aknstik. Ein Wellenbrecher wird weit ins Meer hinaus gebaut werden um Ruder- und anderen Wassersport zu erleichtern. Zurzeit wird ein zehnstöckiges Luxushotel mit 110 Zimmern erstellt. Pension Familiar FLAMM CHASCOMÜS — I. E. 2S!ß — Córdoba 38 unter Aufsicht s. Ehrw., Rabb, Dr. J. Oppenheimer Teief. Auskünfte in Bs. Aires: 76-2312 u. 70-5805 ROTEL „EL PRATER" de MARTIN FINK Villa Genera! Beigrano — Sierras de Córdoba empfiehlt sein nun RENOVIERTES Hotel fiir die für die bevorstehende Temporada. Alle Zimmer mit Privatbad — Internationale Küche. Teesalcn — aufmerksame Bedienung — grosser «chattiger Park — Sehwimmpileta 100 Meter vom Hotel. Telefonische Anfragen: 202-1377 (Bernal) oder direkt in Y'illa General Beigrano — Sierras de Córdoba. JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN 73-1148 BLANCO ENCALADA 1646 AUTO - REPARATUR - WERKSTATT „BENO” i BEÑO HUTSCHNECKER Avda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Monroe) T. 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