Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2047 (17.1.1964)
- Date
- 1964-01-17
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Virrnfü. 17 de Ener» de lfH»4 LA SEMANA ISRAELITA Ano XXV. — No. 2047 — 5 Israels naturhistorisches Museum Papst Pauls Geschenk Jerusalem hat ein naturhisloUßehes Miweum. das wie das Veilchen im Verborgenen blüht. Selbst gute Kenner Jerusalems haben von der Existenz dieses Museums keine Ahnung, obwohl anderereeits in den dreizehn Jahren seines Bestehens bereits ca. 130.000 Schüler aus Jerusalem, dem Korridor und dem ganzen Lande das Museum besucht haben. Das Publikum aber kennt diese hochinteressante Sammlung noch kaum. Daran ist nicht zuletzt der Gründer und Leiter des Museums selbst schuld. Zwi Lev,, der bis 194S als Naturkundelehrer Im Bet Hakerem gewirkt hat. Zwi Lev ist ein Fevfektionist. Er möchte sozusagen von SCHALOM REN CHORIN | ne Tendenz zum Höheren haben, sah sich Direktor Lev! dazu genötigt, das unbekehrbare Raubgetier an andere I voikisbildende Institutionen I im Staate Israel weiterzu- I leiten. : Das Budget, das vom Er-! ziehungs- und Kulturm'nitsterium einerseits und von | der Stadtverwaltung andererseits bestritten wird, l muss den Direktor und acht Mitarbeiter, darunter drei | pädagogisch - wissenschaft- , liehe, ernähren; für die Raubtiere reichts nicht mehr. Bescheidener ist daß ausgestopfte Tier. Daher kön- Ein afrikanischer Löwe j mit Gemah'in halten sich noch in der Schweiz auf, nur l aus musealen Gründen, um I dort ausgestopft zu werden. Warte nur bald .. werden j wir auch über ein präpariertes Löwenpaar verfügen, | was eine schöne Stange Geld kostet, wie der Dlreki tor seufzend bemerkt. Während ich, der blutige | Laie, entzückt bin von den wilden und sanften Tieren! (vom Panther bis zur Gazelle), von den Vögeln, In-! sekten und Reptilien, die uns hier so reichlich, prä- I sentiert werden, hält Zwi I Lev diesen Teil der Samm- V m , r o «SP Praesident Shazar, der zwischen dem Papst und Minist er praesident Levi Eshkol steht, verliest seine Begruessungsrede in Meggido. die ganze Schöpfung in Präparaten dem Besucher servieren und solange er Gottes Menükarte nicht vollständig vorlegen kann, zieht er das Veilchendasein vor. Da die Schöpfung aber wie der Schöpfer unendlich ist, ist hier kein Ende abzusehen. Aber wo? In der Deutschen Kolonie, Mohilewerstrasse 6, findet sich (wenn man es findet) ein prachtvoller alter arabischer Bau, der renoviert wurde und nun musealen Zwecken dient. Der Bau des Museums liegt inmitten eines Pinienhaines, der sich langsam zum Botanischen Garten auswächst und bislang eine zoologische Ecke aufzuweisen hatte. Sie wird nun liquidiert .. aus Fleischmangel. Da sich die wilden Tieren noch immer flieht der Vision des Propheten Jesaja angoschlossen haben und der Löwe und seine Artgenossen keineswegs bereit sind, Stroh wie ein Rind zu fressen (Zeichen der Unerlöstheit unserer Welt) und die Fleischpreise, ähnlich der Kinokarten, einen diese prachtvollen Präparate das Schmuckstück des Museums genannt werden. Der wildeste Tiger ist ' in diesem Zustand mit et-! was Mottenpulver erfolgreich abzuspeisen. I Manches ausgestopfte Tier | reist angesichts der politi- ■ sehen Verhältnisse auf Umj wegen. Das Krokodil zum < Beispiel, hier mit Ehege- ■ spons vertreten, der Krokodilin, wenn ich so sagen I dürfte, reiste aus dem Nil über die Schweiz nach Jeru- I Salem. j Die Gründe für diesen I Umweg »sind sowohl politi- I scher wie wissenschaftlicher ' Art. Ein direkter Krokodil- | Import aus dem Reich Naß-; sers besteht vorerst nicht. | Das ist die politische Seite des Krokodils. | In der Schweiz gibt es ausgezeichnete Tierpräpara- 1 toren, daß ist die wissenschaftliche. museale Seite | d-cc Problems. Jetzt aber sieht es uns aus dem Glasj kästen lebendig und ganz ohne Krokodilstränen an, diej s«ß ausgestopfte Symbol Mizrajims. JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN 73-1148 BLANCO ENCALADA 1646 AUTO - REPARATUR . WERKSTATT „BEN 0” BEÑO HUTSCHNECKER Avda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Monroe) T. E. 51 - 2205 1 lung für einen „schönen Friedhof“. Der pädagogische! Wert solcher Präparate j ,,Pulchazim“ genannt, ist für ein Schulmuseum nur von zweitrangiger Bedeutung,! während die Modelle, die in j den Bau deß tierischen und j des menßchlichen Organismus Einblick gewähren, den wichtigsten Teil dieses sinn- ' voll aufgebauten Museums bilden. Der Mensch kann hier in sein Inneren blicken, wobei er oft festßtellen muss, dass poetische Begriffe wie das I Herz und die Nieren, auf die | man biblisch im morali- | sehen Sinne geprüft wird, einen verwirrenden Anblick bieten. Man kann die eigene | Lunge im Modell aufblasen, den Blutkreißlauf durch , Druck auf einen elektrischen Knopf in Wallung bringen. Der Durchscb.iitts- | mensch wird hier im Durchschnitt geboten, während I daß Uijgeborene in Spiritus jener Welt erhalten blieb, j deren Licht es nie erblickt : hat. Es ist unheimlich, ¿ich , selbst so genau kennen zu | lernen, aber es kommt noch 'besser. Das Museum erwartet für die Zukunft einen gläsernen Menschen, dessen Gesamtorganismus transparent sich dem Beschauer darbietet. Der Mensch ist nicht allein, er lebt inmitten der Schöpfung, die in Jahrmillionen-Schichten schon im Foyer in drehbar erleuchtetem Modell dargeboten wird. Die Beßehriftungen in diesem Museum sind vorwiegend hebräisch, bei den Tieren sind noch (um das Räteei für den Laien schwerer zu machen) die lateinischen Namen beigegeben. Man sieht hier, wie oft man sich geirrt hat. Ein „Schafan“ z. B. ist weit davon entfernt, ein Kaninchen oder H?ße zu sein. Letzterer figuriert ja in der Vitrine unter ..Arnevet“. Zwi Lev erklärt mir. dass Luther schuld ist an diesem weitverbreiteten Mistsverständnis. denn Schafan ist eher eine Art Wieseltier, wobei sich noch irgendeine zoologische Verwandtschaft mit dem Elefanten ergeben soll. Von Familienähnlichkeit ist aber keine Rede. Die Tier - Mischpochologie wird auch bei 34 Grad Sommerhitze etwas unklar. Woher welßs man, was wirklich ein „Jansehuw“ ist? In der Bibel flattert dieser Vogel nur als kulinarisch verboten umher. Ich z. B. habe auch nie einen Jar.ßchuw gegessen oder ein Gelüste danach verspürt. Ich stellt« mir eine Art Eule darunter vor, aber es Gehe'nt ein anderer Nachtvogel zu sein. Woher weiss man das? Zwi Lev erklärt mir, dass man hier alle Bibelstellen sorgfältig vergleichen muss, um so eventuell etwas über die Lebensweise des betreffenden Tieres zu erfahren. Der gelehrte Jäger muss dem Tier sodann durch Mischna und Gemara nachpirschen und ihm auf babylonisch-aßsyrischen Seitenwegen auflauern, um so zur fraglichen Identität animalischer Exi-stenz vorzustossen, die sich Jahrhunderte lang unter der Mimikri unverstandener Namen verbarg. Das gewissem!tßsen entlarvte Tier dient nun der Aufklärung der Schüler und der Lehrerfortbildung. Dieser dienen auch zwei Laboratorien für Chemie und Physik, sowie für Biologie. Eine beachtliche Bibliothek schlicßst sich an. Die diplomatischen Vertreter Israels aus allen Ländern schicken einschlägige Werke. Man kann hier z.B. Flora u;d Fauna Japans in prachtvollen Buntdruck mit japanischer Unterschrift bewundern. Das hat den Vorteil, dato man sich über die Ethymologie der unlesbar unverständlichen Namen keine Gedanken machen muss. Pflanze, Baum und Tier sind hier für uns wortlos schön. Der israelische Gesandte in Tokio spendete diesen Beitrag. Zur Bibliothek kommt eine Filmbibliothek, ergänzt durch Schallplatten, so der Audo-Visio-Methode dienend. Bilder, Lichtbilder und Dias fehlen nicht. In einem Schrank klappert merßchli- | cheß Gebein. .. zu pädagogischen Zwecken. | In einem sachlich schönen : Neubau im Stile der Kibbu- | zim ist ein Vortragssaal für , 200 Hörer untergebracht. I Museum, Laboratorien, Bibliothek, Archiv und Vor-! tragsßaal bilden eine Ein- , heit, di« sich ,-Pädagogi- | sches Institut für die Naturwifßenschaften“ nennt. Prij mär dient diese Einrichtung als Beratungsstelle für Nai turkundelehrer, aber auch jeder Bürger oder Tourißt, | der sich für die Natur des | Landes und darüber hinaus I für geologische, zoologische, anatomische und verwandte Fragen interessiert, wird Petersfische Jerusalem. — Die Vereini- ■ gung der Exporteure für Fi- I sehe Israels erhielt einen Auftrag des bekannten Hotels Waldorf-Astoria, New York, eine halbe Tonne ,,Petensfische“ zu liefern. Hierbei handelt es sich um eine spezielle Ffechart, die im | Tiberias See gezüchtet wird. Der Auftrag wurde erteilt, j nachdem ein Probeauftrag; bereits ausgeführt war. Auf j einem besonderen Bankett im Waldorf Astoria für Feini schmecker hatte der Fisch! grossen Beifall gefunden. — i (ITA) Besitzer einer Wohnung! Tel Aviv. — 54 Prozent . der Einwohner des Landes | sind Wohnungßeigentiimer. , Die oben gezeigten silbernen Kandelaber wurden dem Praesidenten Salman Shazar von Papst Paul VI. in Megiddo ueberreicht■ das Museum mit Genuas und Belehrung besuchen. Zum Abschied setzt Direk-! tor Lev für mich noch die Vogelflugkarte in Betrieb. I Der Fahrplan der Störche '■ ist nicht der der Schwalben. | Jede Gattung hat ihre eige-; ne Fluglinie. Das Wunder ' der Zugvogel-Flugroute ist I noch unerfoißcht, obwohl es I vielerlei Theorien gibt. Wie ist ee möglich, dass die Vögel Länder und Meere iiber- \ fliegen und die Orientierung ' nicht verlieren? Fest steht nur, dass sie aus der israelischen Sommerhitze nach I den gemäßsigten Zonen sich atßetzen und darin folgen ■ ihnen im Sommer die Is-; rael-Biirger, deren Fluggeheimnisse oft ebenso unent- : schleierbar sind wie die der Zugvögel. Der Vogel reist billiger als der Mensch, aber der reisende Mensch eoll die Na- 1 tur, deren Schönheiten er auf der Reise bewundert, zu Hause nicht vergessen. Das . Museum ist an Beiträgen in- | teressiert. Nicht nur in Geld, sondern vor allem auch in Präparaten aller Art. Soll-; ten Sie also einen unbenutzten Elefanten zu Hause haben, oder aber auch nur präparierte Schmetterlinge 'oder Heuschrecken... ins Museum damit, auf dass solche Exemplare seltener Gattungen gemeinnützig zu , wirken vermögen. HOTEL LAGO HP3 Inhaber: Leo Kahn RIO CEBALLOS — SIERRAS DE CORDOBA CASILLA CORREO 34 Auskunft in Buenos Aires: 70-2360 v. 8—10 Uhr ALFREDO STERN MALERARBEITEN ALLER ART Departamentos — Büros — Haeuser — Fabriken Unverbindliche Kostenvoranschliige für jede Arbeit T.E. 76-7281 y 76-9088 Virrey del Pino 2639 DEPOSITO: V. de Ea Plaza 1779 SCHWEIZER KONTEN Safes, Guthaben usw. von Personen, die durch Krieg oder Verfolgung ums Leben kamen, deren Kontonummer nicht bekannt und für die Bevollmaechtigte nicht vorhanden sind. Nach neuem schweizerischen Gesetz ist Sonder- Regelung vorgesehen. Erben oder sonstige (vermeintliche) Berechtigte können sich jetzt melden Information erteilt Büro Dr. Hardi Swarsensky (Dienstag, Mittwoch, Freitag von 16 bis 18 Uhr) PUEYRREDON 2190, 1. Stock links Telefonisch werden keine Auskünfte erteilt. Anrufe zwecklos.