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Jüdische Wochenschau · 1964-01-10 · 2046 (10.1.1964) · p. [Seite 12]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2046 (10.1.1964)
Date
1964-01-10
Page
[Seite 12] (sequence 12)
Language
German, Spanish
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4g$ V 'vi^a b*- o S y « ■= îs 2 FRANQUEO PAGADO Concesión 908 5 M O < O TARIFA REDUCIDA Conees’ón 1629 ISRAELITA Afio XXV. BUENOS AIRES, VIERNES 10 DE ENERO DE 1964 No. 204« EL EJEMPLAR en toda la República PUElfRREDON 2190 1? ix«. T. E. S3 2613 Buenos Aires / Paul VI. dankt IsraelMit Israels Feinden 'Schluss von Seite 3) ständn.s für merschliche Leiden, seinen Geist und Hei zensadel.'" „Es ist bekannt “, fuhr der Papst fort, - dass nach dem Kriege viele Menschen zu ihm kamen, um ihm mit Tränen in den Augen dafür zu danket, dass er ihr Leben gerettet habe. In Wirklichkeit gilt die Sorge der Päpste, die 4em Beispiel desjenigen folgen, dessen Vertreter sie hier auf Erden sind, nichts anderem als dem Wohlergehen aller Menschen." Diese Ausführungen des Papstes waren die Entgegnung auf die Worte, mit denen Staate-präsident Salman Shazar den Papst am I Mandelbaumtor in Jerusa- I lern verabschiedete. Paul i VI. versicherte im weiteren,! dass er für seinen Besuch in Israel dankbar sei und auch für das ihm gebotene Willkommen und die israeli : sehe Gastfreundschaft danke. Er hob hervor, dass er in Vertretung dessen gekommen eei, der den Menschen die «Botschaft des ' Friedens brachte, und versicherte: „In unserem Heri zen wohnen einzig Gefühle 1 des guten Willens für alle! Menschen und alle Völker, ' und die Kirche liebt alle | Ä/ensdhen in gleichem Masse." Shazar betonte in seiner I Rede, die er an den scheidenden Papst in hebräischer Sprache richtete: „Wir entbieten unsere Hand in einer Geste des Friedei s allen unseren Nachbarn. Wir erheben unsere Augen auf der Suche nach dem wahren Frieden in der Welt, einem 1 Frieden, der sich fest auf das Vertrauen und die Achtmg zwischen den Völkern gründet." WORTE DES FRIEDENS j Jerusalem. — Minister- Präsident Levi Eshkol er-; klärte: „Das Volk von Israel war zutiefst beeindruckt von der hehren Persönlichkeit den Papstes und seiner eindringlichen Mahnung zu Frieden, Versöhnung und Freundschaft. Wir wissen, dass die Worte des Oberhauptes der Katholischen! Kirche in der ganzen Welt gehört wurden, und ich hoffe, dass sie dazu dienen werden, den Frieden in unserer Region und überall auf 'der Erde zu stärken.“ gung den verstorbenen Papstes Pius XII. geäussert, dem der Vorwurf gemacht wird, seine Stimme nicht laut genug gegen den an den europäischen Juden von den Nazis begangenen Völkermord erhoben zu haben. „Haaretz“ schrieb, dieser Besuch habe Israel drei Aufgaben gestellt, nämlich auf dem Gebiet der Organisation, der Politik und der Geschichte. Die erste hiervon sei „mit vollstem Erfolg“ gelöst worden. Politisch gesprochen bedeute der Besuch eines Landes, das der Vatikan nicht anerkennt, ein Erfolg von grosser Wichtigkeit, während der histori-; sehe Aspekt schwieriger ab- ' zuschätzen wäre. Wag die ■ Weigerung von Oberräbbiner Nissim angeht, an den Feierlichkeiten zur Begriissung des hohen Gastes teil-! zunehmen, bezweifelt, die Zeitung, dass der Oberrab- ' biner ein Recht hatte, sieb jeder staatlichen Funktion | zu entziehen. Vielleicht jedoch, so fügt der Kommentator hinzu, habe Rabbiner ISRAELISCHE PRESSESTIMMEN Die israelische Presse war sich einig, dass der Besuch des Papstes in Israel von grosser Bedeutung für das Land war, doch wurden Zweifel an seiner Verteidiren ringsum entgegrnschallen“, und fügte hinzu: „Alle:n der Umstand, dass der Papst mit israelischen Staatsbeamten zusammengetroffen ist, stellt eine de facto-Anerkennung Israels dar.“ STREIFLICHTER Wie es heisst, lehnte Oberrabinner N!ssim die päpstliche Einladung ab, Kardinal - Eugene Tisserant, den Dekan der Kardinal-Kongregation zu begleiten, als dieser ' dem Andenken der sechs j Millionen von den Nazis erj mordeten Juden seinen Trij but zollte. Aus glaubwürdi-! gen Quellen verlautete, dass; Rabbiner Nissim sich zu die- I ser Haltung entschloss, als er erfuhr, dass nicht der 1 Papst sondern der Kardinal das Mahnmal besuchen wer- 1 de. Auf seiner Fahrt durch Galiläa sandte der Papst eij ne Botschaft an die israelischen Behörden und teilte I diesen mit, dass er Kardinal , Tisserant beauftragt habe, j das Märtyrergewölbe auf dem Zionsberg zu besuchen, | Nissim klug gehandeU denn i und d£Gs er hSife, der Oberder Glauben Israe.sprechtrabbiner Israels werde den fertige das Verlangen >e:nes jeder christlichen Religion Blick in die Welt von HAROLD SCHWARCZ Der Berliner Bürgermeister Willy Brandt, der im Range des Ministerpräsidenten des „Landes Berlin“ steht, versucht, ein Abkommen mit dem kommunistischen Teil Deutschlands herbeizuführen, wofür er von seinen bundesdeutschen Landsleuten und den westlichen Grossmächten kritisiert worden ist. — Die Spannungen zwischen Griechenland und der Türkei haben eirlen solchen Umfang angenommen, dess in Griechenland der Ausnahmezustand proklamiert worden ist. — Im Zuge des internationalen Reiseprogramms der grossen Staatsmänner wird Präsident Charles de Gaulle in Mexiko einen Staatsbesuch machen. — Der chinesische Ministerpräsident Chou En-Lai besuchte Albanien, das einzige europäische Land, das als Satellit der roten Chinesen gilt und in offener Gegnerschaft zur Sowjetunion steht. — Zur Konsolidierung der sozialistischen Wirtschaft Kubas wird, wie es in einem offiziellen Dokument heisst, die Sowjetunion ihrem lateinamerikanischen Satelliten einen umfangreichen Kredit gewähren. — Der deutsche Bundeskanzler Professor Erhard erklärte einigen Journalisten gegenüber seinen Pessimismus über die Möglichkeiten einer Verbesserung der Beziehungen zwischen Ost und West. Gemeinsam mit dem : amerikanischen Präsidenten sprach er über die Entschlossenheit des Westens, die Grundrechte und die vitalen Interessen der freien Völker zu verteidign. — An den Gestaden des Schwarzen Meeres wurde eine Venus-Statue entdeckt, die an Schönheit der berühmten Vem.it von Milo nicht nachstehen soll. Die Statue wurde nach Moskau gebracht, wo sie zur Ausstellung gelangen wird. — n Die jugoslawische Regierung hat den italienischen Min'merpräsidenten Aldo Moro und seinen Aussenminister Giuseppe Saragat zum Besuch in Belgrad eingeladen, worin ein Zeichen der Versöhnung zu erblicken sein dürfte. — König Hassan II. von Marokko versprach dem Chinesen Chou En-Lai, engere Beziehungen zum Roten China, vor allem auf wirtschaftlichem Gebiet aufnehmen ' zu wollen. — 1 Frankreich weigerte sich, dem Ersuchen der Bundesrepuoiik auf Auflieferung des französischen Terroristen Oberst Argoud nachzukommen, der au«3 einem Hotel in München entführt worden ist. — In Wien wurde der Gestapo-Beamte verhaftet, der Ani.e Frank und die anderen mit ihr versteckten Juden verhaftet und der Deportation ausgeliefert hat. Er nannte den Namen des Denunzianten, der das Versteck dieser jüdischen Familie in Amsterdam verrate,« hatte — gleichwertig^ Status. Zu der von Paul VI. unterijommenen Verteidigung Fl^s XII. hiess os: ■Jlje An Pauls VI. ist dasUrfeü eines nur sterblichen Men- 1 sehen und wird die histori- | sehe Forschung nicht aufhalten. '“ „Hatzofe“, das Sprachrohr der religiösen Partei, fragte, | ob Papst Pius XII. wirklich allen getan habe, was ein i religiöses Oberhaupt selbst auf die Gefahr hin, seine . Stellung zu gefährden, unter-! nehmen müsse. Der Artikelschreiber fügte hinzu, das jüdische Volk beeile sieh nicht, allzu optimistische! Schlüsse aus diesem Besuch zu ziehen, dessen Wert durch zwei praktische Beweise belegt werden könne. Der erste sei die aktive Bekämpfung des Antisemitismus durch die Kirche in du katholischen Ländern und der zweite die Anerkennung Israels durch den Vatikan. „Lam^rjaw“ unterstrich, dass dbr Papst sowohl auf i Zustimmung Hebräisch wie auf Englisch glaubt, dass mehrmals auf seiner Reise das Wort „Schalom“ aussprach. Er nannte dies den klaren Ausdruck der Gnade und Weisheit, der „die Stimmen der Feindschaft übertönte, die uns seit Jah- Kardinal auf diesem Wege begleiten. Diese^J^ipigaung des Papstes Ojjgrr a bbi hef**OTrt h |^R$i- 'ori^auajster Wahrhaftig i Es wurde un^eistrichen, : dass das Kabel, in dem Papst Paul VI. seinen Dunk j für das ihm von Israel be- ' reifete Willkommen ausj spricht, die folgende An-! schritt hatte: „An S. E. den Präsidenten von Israel, Zali man Shazar, Tel Aviv“. Wie man annimmt, ist die Adres- | se „Tel Aviv“ ein Ausdruck für die Unterstützung, die i der Vatikan der UN-Resolution vom Jahre 1948 leiht, welche die Internationalist- 1 rung Jerusalems aussprach. Wie jetzt enthüllt wurde, I wurden die Autcs des päpst- : liehen Kcnvoys während der : 12stiindigen Reise Pauls VI. durch Israel von transjordaj nischen Chauffeuren gelenkt. Ein hoher katholij scher Geistlicher äusserte, dass die israelischen Behörj i den zu dieser bisher nie dagewesenen Regelung gaben. Man transjordanische Chauffeure zugelassen wurden,.weil die Autos wieder nach Trarsjordanien zurückkehren mussten und die Araber fürchteten, dass Zeitbomben in die Wagen gelegt werden könnten. B. B. S.: — Das Bild zeigt den ägyptischen Staatschef Nasser mit dem Regierenden Bürgermeister Berlins, Williy Brandt, der gerade einen Orden als Zeichen der Freundschaft von Nasser entgegennimmt. Das Foto wurde der Wochenzeitung „Das Parlament““ entnommen, die in Bonn erscheint. In der Nummer vom 2. Januar dieses Jahres wurden zwei Seiten mit insgesamt 15 Bildern unter dem Titel „Weltgeschehen in 12 Monaten“ veröffentlicht. Eines der 15 Bilder ist das obtnstehende. Dazu heisst es: „Die Beziehungen der westlichen Industrienationen zu den Staaten anderer Kontinente entwickeln sich erfreulich. Viele Politiker machte Studien- und Freundschaftsbesuche in Asien, Afrika und Lateinamerika. Hier der Regierende Bürgermeister...“ Willy Brandt, eV.er der grossen Führer der SPD, schliesst Freundschaft mit Israels grösstem Gegner. Es stört Herrn Brandt nicht, dass Nasser ständig Drohungen gegen Israel ausstccst. Ihn stört auch nicht, da:« die Frage der deutschen Atom-Experten n Kairo immer noch nicht geklärt wurde, obwohl gerade die SPD scharf gegen diese Giftmischer Stellung genommen hatte. Die „Beziehungen der westlichen Indu:,trie-Nationen sind offensichtlich wichtiger als ein.s klare und zielbewusste Politik. Ob allerdings Brandts Freundschaft zu Nasser ihre | irgendjemandem Nutzen bringen wird, bleibe dahingestellt... sistan usw. angesiedelt, aber nicht lange ging es, b“s zahlreiche von ihnen unter verschiedenen Beschuldigungen verhattet und wieder nach Sibirien transportiert wurden. JUDEN IN SIBIRIEN Bei Kriegsbeginn sind Krieg erklärte, war Stalin zahlreiche jüdische Familii gezwungen, mit dem polnien aus Polen nach Russland sehen General Sikorski ein geflüchtet. In den Jahren ' Abkommen abzvschliessen. von 1939 bis 1950 wurden Die Polen und Juden wursie jedoch interniert, wenn j den 1941 amnestiert aber bei sie nicht bereit waren, die 1 weitem nicht alle. Juden in russische Staatsangehörig- ■ Sibirien erhielten vom Abkeit anzunehmen und in die \ kommen Kenntnis. sod<_ss Rote Armee einzutreten. Im ’ sie auch weiterh'u in den Lagern blieben. Der Krieg ist schon seit 20 Jahren vorbei und Stalin lebt auch schon seit zehn Jahren nicht mehr, aber noch immer weilen Tausende von polnischen Juden in Sibirien. Nach der Amnestie vorn Jahre 1941 wurden die Juden in Usbekistan. Kirgi- Die Flucht aus Algerien Marseille. — Unter den aus Algerien in Marseille eintreffenden Flüchtlingen sind auch jetzt noch etwa fünf Prozent Juden die in Frankreich bleiben, entweder in Marseille oder in Pa- Nach dem Kriege hätten der jn JvlarseIlle 0aer in nadie polnischen Juden nach J rjs_ ]\jach Toulouse kamen Polen zuruckkehren sollen, aber nur einem Teil wurde Jahre 1940, als Stalin und I Hitler noch „Freunde“ waren, wurden die polnischen j Juden nach Sibirien ge- ] bracht, weil dies einen „Si- . cherheitsfaktor“ darstellte,! Sie wurden in Wäldern und | Gruben zur Arbeit eingei setzt. Als Hitler Russland den i diese Möglichkeit gegeben. Von einigen weiss man, wo sie sind, aber viele andere haben keine Angehörigen, die sieh für sie einsetzen können. Im Jahre 1959 erreichte der polnische Ministerpräsident Gomulka-ein Abkommen, wonach eine Viertelmillion Polen aus Russland zurückkehren konnte. Juden waren darunter i;ur «ehr wenige. Gomulka haiie sich in den letzten Monaten etwa 17.000 Juden. Von den Flüchtlingen sind 15 Prozent über 60 Jahre alt. Sie sollen in Altersheimen untergebracht werden. In Paris glaubt man, das* bald keine Juden mehr in Algerien sein werden. Die Ankündigung der algerischen Regierung auf Konfiskation der landwirtschaftlichen Betriebe und des Landes, die französischen Eigentümern gehören, berührt die jüdische Bevölkerung nur schwach, da die Zahl für die Polen verwendet, wer aber setzt sich für die i der jüdischen Landeigentii- Juden ein? I mer immer sehr gering war. Registro de la Propiedad Intelectual No. 735 104 Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 J

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