Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2040 (29.11.1963)
- Date
- 1963-11-29
- Page
- [Seite 12] (sequence 12)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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FRANQUEO PAGADO Concesión 908 EL EJEMPLAR líl^ en toda la República PUETRREDON 2190 1? tzq. T. E. 83 2613 Buenos Aires ea o C Sí U< TARIFA REDUCIDA Conces'ón 1629 ANO XXIV BUENOS AIRES, VIERNES 29 DE NOVIEMBRE DE 1963 N? 2040 Trauer um John F. Kennedy Dî! WnnllA in An^nnilninn Un _3 . . 1 t Jerusalem. — Die Nachricht vom tragischen Tode des Präsidenten Kennedy traf die israelischen Radiohörer wie ein Blitzschlag. Die Israelis, die seit Freitag Abend und am Sonnabend ohne Zeitungen waren, eassen an ihren-Radioapparaten um so viele Einzelheiheiten wie möglich über die Sclireckensbotisc-haft zu erfahren die vom Staatsradio j Kol Israel mitgeteilt wurden. Präsident Shazar sandte; sofort im Namen des israe- | laschen Volkes und in sei-; nem eigenen Namen ein Kondolenzkabel oaclj Washj ington. Er übermittelte auch! unverzüglich dem USA-Bot-; schafter Walworth Barbour! die tiefe Anteilnahme Isra- , eis an der Trauer seines ' Landes.! Am Schabbat standen schon in den frühen Morgenstunden hunderte Menj sehen in Tel Aviv vor dem Gebäude der amerikani- | sehen; Botßchaft, um die . Nachrichten zu 'lesen. . die! am Portal angeschlagen Symbol der Freiheit Jerusalem. — In Anwesenheit des gesamten Kabinetts und deis USA Botschafters Walworth Barbour verlieh die Knesset in einer Sondersitzung ihrer Trauer um John Kennedy Ausdruck. Knesset-Präsident Kadisch Luz betonte in seiner Ansprache, dasß Kennedy sich nicht nur als Träger einer Mission für die Vereinigten Staaten sondern für die ganze Welt betrachtet habe. ,,Als er die Präsidentschaft vor drei Jahren antrat, setzten viele Menschen ihre Hoffnungen auf Kennedy. Heute weiss die Welt, dass er diese Erwartungen zum grossen Teil erfüllt hat, denn er hat sich in seinem hohen Amt als ein von kühnem Geist beseelter Staatsmann bewiesen.“ Luz würdigte „den Mut und die Geduld“ Kennedys. dessen Name für immer als Symbol für den Beginn der Verringerung der internationalen Spannungen leuchten werde, und zollte ihm Dank für seine Haltung zu Israel, denn „Kennedy zeigte Verständnis für die geistigen Beweggründe des Zionismus und den Traum Israels, ein unabhängiges Volk auf seiner Heimaterde zu sein.“ (ITA) leidskabel an den Präsiden-; war er ein treuer Freund ten Lyndon Johnson: j Israels. Ich bitte Sie, dae „Die Regierung und das 1 ß*e Mitgefühl^ der Regje- Volk von Israel und ich per A. M. Sonnabend, der Präsident des Amerikanischen jüdischen Kongresses, Rabbi Joachim Prinz, der Präsident der Bne Brit, Label Katz, u.v.a. In zahlreichen Synagogen fanden Trauergottesdienste statt, bei denen das Kaddisch gebetet wurde. Auch die einzelnen jüdischen Organisationen veranstaltete»* Trauerfeiern. Am Tage der Beisetzung Kennedys waren die Synagogen im ganzen Lande überfüllt mit Juden, die für die Die vielen Terrorakte, die in der vergangenen Woche in Argentinien begangen worden sind, sollten mit dem notwendigen Ernst untersucht und beurteilt werden. Natürlich sind sie im Angesicht des verbrecherischen Attentats gegen den amerikanaschen Präsidenten, John F. Kennedy, bedeutungslos. Aber derartige Begebenheiten werden nicht dadurch unwichtig, dass es noch grausameres Geschehen gibt. Die in der vergangenen Woche begangenen Anschläge gegen Denkmäler des früheren argentinischen Präsidenten Sarmiento, gegen ein Gebäude des Circulo Militär, gegen die Wohnung des früheren Präsidenten Dr. Frondizi und u. a. auch gegen die AMIA stehen ebenso wie die zahlreichen Demonstrationen, die sich „spontan“ bildeten, gewiss in einem Zusammenhang. Hier wurden demokratische Institutionen angegriffen und Versuche unternommen, die öffentliche Ordnung zu stören, um eine neue Unsicherheit ins öffentliche Leben hineinzutragen. Dass diese Aktionen auf einer sehr breiten Basis erfolgten,- soll die Lokalisierung der Täter und ihrer Anstifter er- Er morde teil und S<um die Gchweren- Um di« Verwirrung noch zu erhöhen, wandten jsrmoraeien una um aie k_o.- göttliche Führung der Gewurden. Sie bewahrten tie fes Schweigen, als in der Eintrittshalle ein grosses Bild Kerüedys" angebracht wurde, um dessen Rahmen das Sternenbanner mit schwärzen Bändern geschlungen war. KAEMPFER FUER DIE MENSCHHEIT Ministerpräsident Levi Eshkol sandte folgendes Beisönlich sind tief erschüttert von der tragischen und feii gen Ermordung des Präsi- ' deuten Kennedy. In der zu | kurzen Zeit seiner Präsi-! dentschaft hat er bewiesen, j dass er ein gretjägr und d.v-; namischer Präsident und ein tapferer Streiter für die Freiheit in der Welt war, der in den Herzen der ganzen Menschheit Hoffnungen erweckte. Während seiner Präsidentschaft und auch in seiner vorherigen Karriere rung und des Volkes von Is rael sowie meine eigene und; aufrichtige Anteilnahme an i dem unersetzlichen Verlust ] Frau Kennedy, ihren Kini dern und allen Familienmitgliedern des verstorbenen Präsidenten sowie der Regierung und dem Volk der Vereinigten Staaten zu übermitteln.“ DIE JUDEN TRAUERN Der Mord an Norwegens Juden Die Stadtverwaltung von R.mat Gan (Israel) hat in Zusammenarbeit mit dem Institut für Dokumentation für NS-Verbrechen in Haifa mit einem hundertseitigen Schrifluatz bei der Zentralstelle der Landesjustizverwaltungen in Ludwigsburg A-zeige gegen mehrere Personen gestellt, die an der Ermordung von 688 norwegischen Juden beteiligt gewesen sein sollen. Der Leiter des Dokumentations - Zenrumß in Haifa, Tuvia Friedmann, hatte in Norwegen zahlreiche Nachforschungen angestellt und belastendes Material gesammelt. Auch im ostberliner Innenministerium entdeckte Friedmann belastende Dokumente in den Akten der früheren Gestapo-Leitstelle Stettin. Dieses Dokumentationsmaterial wurde durch Zeugenaussagen im Eichmann-Prozess und verschiedene Unterlagen, insbesondere eidesstattliche Aussagen norwegi-, scher Ueberlebender, ergänzt. Auch eine vollständige Namensliste der aus Norwegen deportierten Juden liegt vor. Nach diesem Material hat die deutsche Kriegsmarine zum Abtransport norwegischer Juden ihre Schiffe zur Verfügung gestellt. Im No-! vember 1942 soll das Trans- ' portßchiff „Donau“ 302 Mänj ner und 320 Frauen und Kin- 1 der und im Februar 1943 | das Transportschiff „Gotenland“ 74 Männer und 84 I Frauen und Kinder von Oslo ' riech Stettin gebracht ha- ’ New York. — Verschiedene nordamerikanische jüdische Organisationen kündigten die Errichtung von Gedenkstätten für den ermordeten Präsidenten an. Die zionistische Frauen-Organisation Amerikas, Hadasßa, wird im Hadassa-Zentrum der Hebräische-n Universität | in Jerusalem ein „würdiges ... , schaffen. Der ^chen Commonwealth foralle Synagogen m Grossbritannien auf, am schicke des Landes beteten, die jetzt in Händen des Präsidenten Lyndon Johnson ruhen. IN JERUSALEM Jerusalem. — In der Jeshuru - Synagoge fand ein Gottesdienst zum Gedenken an den Präsidenten Kennedy statt, an dem eine unübersehbare Zahl von Betern teilnahm. Die Kerzen wurden von Kadisch Luz entzündet, und USA-Botschafter Walworth Barbour las den Psalm 64. In seiner P-redigt führte Oberrabbiner Ißaac Nißsim u. a. folgendes aus: „Wir ehren hier das noch frische Andenken eines Staatsmannes, der den Frieden lieb te und der enttä tuschten Menschheit neue Hoffnung einzuflössen verstand, dass es möglich sein könne, zur Eintracht zwischen den Menschen und Völkern zu gelangen. TRAUERANDACHTEN Der Oberrabbiner des briben. In Stettin erfolgte die Uebernahme der Inhaftierten durch die Gestapoleitstelle. Der Abtransport nach I Denkmal — — Auschwitz wurde von Eich-! nordamerikanische National- | mann selbst organisiert. Nur; fonds gab bekannt, dass im " Herzen des „Amerikanischen Freiheitswaldes“ in der Nähe von Jerusalem ein Kennedy-Wald gepflanzt werden soll, db? „den Namen unsereß ermordeten Präsi- ...... _ .. ... „ füllten Synagoge eine Trau- , w’assert hatten, um sie für sich nationalistische Gruppen bei einer Kundgebung in der Provinzhauptstadt La Plata gegen die „Trotzkisten der Tacuara“. Dieses Ablenkungsmonöver ist jedoch derartig überspitzt, dass man es nur als reichlich ungeschickt bezeichnen kann. Man soll nicht einfach sagen, es habe sich bei dem Attentat gegen das Gebäude der AMIA (und der DAIA) um keine antisemitische Aktion gehandelt, weil auch andere Gebäude mit Bomben in gleicher Weiße angegriffen worden seien. Daßs gerade unter den tausenden Häusern und öffentlichen Gebäuden das der AMIA mit eitler hochexplosiven Bombe bedacht worden ist, kann nicht als ein blindwütender Zufall angesehen werden. So sehr wir uns davor hüten »sollten, in jeder Aktion sofort eine antisemitische Maissnahme zu erblicken, so wenig sollten wir uns darin täuschen lassen, wenn eine antijüdische Angriffshandlung von anderen Terrorakten begleitet wird. Im übrigen wurden inzwischen weitere «Attentate gegen Synagogen gemeldet. Sarmiento Mt ein Symbol für demokratischen Geist, für argentinische Kultur, für Menschenrecht und Freiheit. Dass dieselben Kreise, die in Sarmiento die Demokratie und die Kultur angreifen, auch antisemitisch sind, ist weder etwas Ueberraschendeß noch etwas Neues. Es entspricht unserer geschichtlichen Erfahrung, dass selbst dann, wem die Juden zuerst attackiert werden, dietse Hassaktionen eich dann später gegen alle anderen Träger der Demokratie und der menschlichen Kultur richten. Deswegen sollten gerade die Juden gut verstehen, dass die Terrorakte der letzten Woche von uns, aber nicht von ur.ß allein sehr ernst genommen werden sollten. Die breite demokratische Front ißt angegriffen worden. Sie sollte auch einheitlich reagieren. — Energischer Protest Israels wenige der deportierten Juden sollen die Jahre im Lager überlebt haben. Nach verschiedenen Quellen waren eß nur zwölf oder 21. Nach Auskünften Friedmanns erntmeken sich die Anschuldigungen auf 15 bis 20 Personen, darunter die Kapitäne der beiden Schiffe und die Gestapoleute, die mit der Uebernahme und der Weiterleitung des Transportes nach Auschwitz befasßt waren. Die Hauptschuldigen sollen der ehemalige SS-Sturmbann-Führer Reinhardt, der die Aktion in Oßlo in Gang brachte und die Kriegsmarine zur Bereitstellung der Schiffe bewog, und der SS - Hauptsturmführer Wagner sein, der für den zweiten Transport verantwortlich zeichnete. Der SS- Untersturmführer Grossmann; der beide Transporte von Oslo nach Stettin leitete, wird ebenfallß erheblich belastet. Ob auch gegen den ehemaligen deutschen Diplomaten von Thadden Anzeige erßtattet wurde, ist bisher nicht bekannt. Von Thadden ist aber nach den sichergestellten Dokumenten als Referent für jüdische Angelegenheiten im Auswärtigen Amt belastet worden. Die vorgelegten Urkunden tragen fast alle die Unterschrift des Eichmam, - Vertreters Guenther. Von Thadden hat Schabbat, den 29. Novem ber, Trauergottesdienste für den verstorbenen Präsidenten John F. K&nnedy abzuhalten. Vereinte Nationen. — Die von den USA vorgeschlagene abgeänderte Resolution über das Problem der arabischen Flüchtlinge, die die In Rom fand in der über- I Nordamerikaner selbßt ver- Intelectual No. 735 104 Registro de la Propiedad Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 denten für immer mit dem Heiligen Land verknüpfen j wird.“ Dr. Nachum Goldmann, j der Präsident des Jüd ischen! Weltkongresses, sandte eine Botschaft der „unumschränk-; ten Unterstützung“ an Prä- | sident Johrßon. Auch andere jüdische Persönlichkeiten I versicherten Präsident John- ' son ihrer Sympathie, so der; Präsident des Amerikani- 1 sehen Jüdischen Comites, anscheinend nur diese Anweißungen weitergegeben. Die Schuldfrage der Kriegsmarine, die die Schiffe zur Verfügung Stellte, ist umstritten. Der in Oslo damals zuständige deutsche Admiral, dessen Name unerwähnt bleibt, soll — wie Friedmann betont — die Verantwortung abgelehnt und erklärt haben, das»s nur Grossadmiral Raeder selbst eine derartige Entscheidung hätte treffen können. Aus den Dokumenten geht auch hervor, dass bei Ausbruch des Krieges in Norwegen etwa 1700 Juden — davon 1200 in Oslo — lebten. Etwa 850 von ihnen wurden von der norwegischen Untergrundbewegung nach Schweden gebracht oaer in Norwegen verborge»! gehalten. erandacht statt, der alle führenden Persönlichkeiten der jüdischen Kollektivität sowie Repräsentanten der Botschaften von Amerika und Israel beiwohnten. In Paris und in ganz Frankreich wurden in allen Synagogen Trauerandachten veranstaltet und für den ermordeten Präsidenten Kenj nedy Kaddisch gesagt. An dem offiziellen Trauergoti teßdienst, den die USA-Bot- | schaft in Paris in der Sankt Josephs-Kathedrale veranstaltete und dem das Diplomatische Korps beiwohnte, nahmen auch viele Vertreter der jüdischen Gemeinschaft Frankreichs teil. die Araber annehmbarer und unannehmbar für Israel zu machen, wurde von der Politischen' Sonderkommisden USA in der Weise revidierte Klausel, d£ßs die arabische Auslegung dee Paragraphen 11 der Resolution vom Jahre 1948 über die Palästina-Frage angenommen' werden solle. Diese Interpretation legt das ganze Gewicht auf die „Repatriierung“ der arabischen Flüchtlinge oder ihre Entsion der UN mit 83 gegen 0 I Schädigung durch Israel und Koi 19 Cf»TV»mortficrrmriprt völlig Hix» Möglichhaltungen angenommen. Die einzige Neinstimme wurde von Israel abgegeben. Zwei weitere Anträge — der eine von drei mohammedanischen Staaten, der die Araber begünstigte,, und ein zweiter, in dem 19 afrikanische, europäische und lateinamerikanische Staaten arabischisraelitsche Verhandlungen vorschlugen —. wurden zurückgezogen. Der schwere Einwand Israels bezog sich auf die von Ein Augenzeuge berichtet London. — Repräsentanten aller grossen Religionen in der Sowjetunion mit Ausnahme eines Vertreters der Juden erhielten Ehrensitze bei dem Empfang im Kreml zur Feier das Jahrestages der Bolschewistischen Revolution am 7. November, wie aus dem Bericht eines glaubwürdigen Mannes hervorgeht, der Augenzeuge bei dießer Veranstaltung war. An der Seite Krutschews und des Präsidenten der USSR sah dieser Gewälirismann die Gesandten der Orthodoxen und Katholischen Kirche, des Islams und des Buddhismus Nicht ein einziger Rabbiner war anwesend und nicht einmal ein e'nziger religiöser Jude war zu diesem T^estakt eingeladen worden. (ITA) j keiten zur Wiederansiedlung! der Flüchtlinge oder ihrer Eingliederung in die mittelj östliche Wirtschaft. | REAKTION IN ISRAEL I Jerusalem. — MinisterurSsident Levi Eshkol prote^ I stierte energisch vor dem > USA-Botschafter Walworth Barbour dagegen, darß die j Amerikaner, ohne Israel zu befragen, eine Aenderung : des Resolutionuentwurfes! über die Frage der arabischen Flüchtlinge in Palä-; stina vorgenommen haben. I Aufgrund dieser Aenderung wird die Schlichtungs-Kommission für Paläßtina aufge- | fordert, Anstrengungen zu machen, damit die arabi- sehen Flüchtlinge repatriiert f oder von Israel entschädigt werden. i Eine tclaviver Zeitung be- 1 zeichnete das Verhalten der USA-Delegation als „heim- I tückischen Dolchstoss “,währeud eine andere israelische Zeitung ihren Bericht über die UN-Resolutiop „Wie man die Araber mit Israels Geld 1 beschwichtigt“ betitelte.