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Jüdische Wochenschau · 1963-11-22 · 2039 (22.11.1963) · p. [Seite 1]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2039 (22.11.1963)
Date
1963-11-22
Page
[Seite 1] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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PUEY RREDON 2190 — 1? tzq. JûxJetoUütûJsA&elLUt T C 83-2613 ASTO XXIV BUENOS AIRES, VIERNES 22 DE NOVIEMBRE DE 1963 No. 2039 Gleiches Recht für Israel Vereinte Nationen. — Auysenminister Golda Meir erklärte vor der Politischen Sonderkommission der UN im Namen Israels, dass keile Regierung dasltunlwürde, was die Araber von ihrem Land verlangen, nämlich Leuten die Tore zu öffnen, die mit der offen ausgesprochenen Absicht kommen, den Staat von innen zu zerstören. wobei sie mit der Unterstützung der Armeen feindlicher Länder rings um die Grenzen rechnen dürfen. Der arabische Leitsatz, so führte sie aus, bleibt immer der gleiche md verfolgt einzig das Ziel. Israel seine Lebensberechtigung abzusprechen und es zu vernichten. „Wenn die arabischen Flüchtlinge repatriiert werden“, fuhr Frau Meir fort, „so werden sie keine loyalen Bürger sein sondern da nach trachten, Israel im Innern zu zerstören“. Mit dem Hinweis, dass die arabische Forderung darauf hinausläuft. Israel zur Aufnahme der arabischen Flüchtlinge zu bewegen, fragte sie die Delegierten: „Könnten Sie von Israel erwarten, dass es etwas tun solle, von dem Sie nicht wünschen würden, dass es Ihre eigene Regierung täte?“ Sie fügte hinzu, die Resolution über die arabischen Flüchtlinge aus dem Jahre 1948 „könne keinesfalls die Souveränität Israels anfechten und auch nicht eine Bedrohung der Staatssicherheit bedeuten“. Dagegen hätten die arabischen Sprecher einen einzelnen Satz aus dem Zusammenhang der alten Resolution gerissen und alles andere, das ihnen an diesem Beschluss nicht zusagt, fallen gelassen und dem von ihnen entstellten Paragraphen einen Sinn unterschoben, den dieser niemals besass, und „nunmehr beschweren sie sich, dass Israel ihre Version nicht akzeptieren will.“ KEINE FORMELLE ANTWORT Vereinte Nationen. — Die Vereinigten Staaten beschuldigten Achmed Shukairy, den Sprecher der sogen. „Arabischen Palästina Delegation“ offen, „viele falsche Erklärungen abzugeben“. Schon früher hatten Israel und andere Delegationen Shukairy der Entstellung der Tatsachen bezichtigt. Shukairy nahm die Zeit der Politischen Sonderkommission der UN, in der seit zwei Wochen über d?s Problem der arabischen Flüchtlinge Debatten geführt werden. einen ganzen Vormittag lang mit seinen weitschweifigen Ausführungen in Anspruch. Bei dieser Gelegenheit richtete er seine Kritiken fast ausschliesslich gegen die USA, wobei er Israel nur indirekte Seitenhiebe vernetzt«. Er griff den Exprüiüdenten Harry Tru man an, die Botschafter Henry Cabot Lodge und Adlai Stevenson. Er bezeiehnete die Politik der Vereinigten Staaten in der Frage Israels und der arabischen Flüchtlinge als „unehrlich“ und verlangte von der USA Regierung, sie solle die Schlichturgs Kommission für Palästina ahschaffen. Nachdem Shukairy zweieinhalb Stunden lang sein Gift verspritzt hatte, erhob sich der USA-Delegierte in dieser Kommission, Mereer Cook, der sich auf 30 Sekunden Redezeit beschränkte und erklärte, er würde sich nicht dazu herablassen, Shukairy einer formellen Antwort zu würdigen, denn „der Redner habe viele falsche Erklärungen abgegeben md eich das Vergnügen gemacht, persönliche Beleidigungen auszusprec' en“. die im übrigen „auch für die Kommission und ihre Mitglieder beleidigend“ gewesen seien. APPELL GOLDA MEIRS New York. — Israels Aussenminister Golda Meir hat einen Appell an die Vereinten Nationen gerichtet, im! Sinne ihrer Charter zu handeln und dafür zu sorgen, d:>t> Kriege vermieden und Kriegsdrohungen ausgrschaldet werden. Sie verlangte, dass alle Streitigkeiten zwischen Völkern vielmehr auf friedlichem Wege und durch direkte Verhandlungen beigelegt wrerden müssen. Sie sprach zu einem zahlreichen Publikum in der Jeschiwa - Universität über „Verschiedene Aspekte der Israelischen Aussenpolitik“. Frau Meir führte aus, die UN müssten den moralischen Mut aufbringen, nicht nur mit Reden für den Frieden einzutreten, sondern dies durch Resolutionen und friedliche Vermittlung zu tun. Sie fügte hinzu, dass Israel die gleichen Rechte und Pflichten wie jede andere Nation habe und trotzdem das einzige Land in der Welt sei, das von seinen Nachbarn offen mit Vernichtung bedroht werde die diese Drohungen sogar in Erklärungen vor den UN zum Ausdruck bringen dürften. Diese Drohungen, so betonte sie, sind das erklärte Ziel und der eingestandene Zweck der arabischen Regierungen. An dieser Stelle unteistrich Frau Meir. dass die Politik ihres Landes in ihrem Wesen auf den Frieden mit allen Nationen gerichtet sei und jeder wisse, dass er einen Krieg nicht gewinnen könne, denn die Sicherheit Israels basiert auf seiner Fähigkeit, einen Krieg zu verhüten anstatt ihn zu gewinnen. Aus diesem Grunde muss Israel stark sein, damit seine Nachbarn nicht in die Versuchung geraten, es anzugreifen. Golda Meir lenkte die Aufmerksamkeit ihrer Zuhörer auf die arabische Politik. die darauf hinzielt, Israel durch Boykott und Blockade, durch eine Mauer des Hasses und der Feindseligkeit abzusondern, die Israel „überspringen“ müsse, um Freunde zu finden. Israel dagegen glaube an die Koexistenz und liahe niemals einen anderen Staat dazu aufgefordert, gegen die Araber Stellung zu nehmen. Sie setzte hinzu, da:s das jüdische Volk in der Welt Israels Freuden und Sorgen teilt und das höchste Gut des Volkes innerhalb der Landeskrenzen die Einigkeit in der Verfolgung seiner Ziele sei. Daher müsse irgendein Ereignis, das Uneinigkeit zu säen bezweckt, innerhalb wie ausserhalb des Landes auf Widerstand stossen. DAS RUSSISCHE REZEPT Vereinte Nationen. — Die Sowjetunion erklärte vor der Politischen Sonderkommirtiion der UN, die „einzige richtige Lösung“ des Proseine Forderung der Repatriierung oder Entschädigung als einzige Lösung, die von allen arabischen Völkern einschliesslich der arabischen Flüchtlinge verlangt werde. Obwohl die UN-Resolution auch von der Alternative d-r Wiederansiedlung der FliichtbIems*der'arabischenFlüchtj i“?e linge bestehe in der „Repaj triierung“ aller Flüchtlinge. j die nach Israel zuriiekzukehj ren winschen, und der Entschädigung derjenigen, die nicht zurückkehren wollen. Botschafter Michael Menschikow betonte im Namen der USSR, dass das „Recht“ der Flüchtlinge auf ihr „Vaterland“ nicht bezweifelt oder ignoriert wei ' m dürfe. Er berief sich auf den kiirzlichen Bericht der UNRWA und die Erklärungen Achmed Shukairys in seiner Eigenschaft als Repräsentant der „Arabischen Palästina- Delegation“ als Beweis für kow über diesen Punkt hinweg und hielt sich an die von den arabischen Delega- I tionen verfolgte Linie. Er j benutzte auch die delegenj heit, um die Westmächte anzugreifen. indem er sagte, „Israel könnte ohne die Unterstützung durch gewisse westliche Regierungen nicht die Weltmeinung herausfordern“. Eine inzwischen von den USA vorgeschlagene Aenc’erung der Resolution über das Problem der palästinensischen Flüchtlinge wurde von Israel energisch abgelebit. SYNAGOGEN - VERBRENNUNG-. Angeregt durch unsere Veroeffentlichungen zum 25. Jahrestag der ,Kristall-Nacht‘ erhielten, wir aus Leserkreisen diese Aufnahme der brennenden Symigoge in Wiesbaden. WIE ICH ES SEHE: Zwischen Ueberfluss und Not von JEHUDA GOTTHEIMER Paradoxe In der Wocheuzeitung „Das „Parlament“ wurde kürzlich ein Artikel des Prof. Dr. Dr. h. c. Fritz Baade, MdB (Mitglied des Bundestages), vermenschlichen Qualitäten daran zu erproben und zu beweisen, dass er angeblich Lungernden Völkern hilft. Tatsache ist aber, dass es tatsächlich Länder mit gewaltigen Getreide- und anderen Lebensmittel - Ueberöffentlicht, der eine alar- ■ schössen gibt, während Milmierende Ueberschrift trug: „Keine Angst vor Getreideüberschüssen!“ In diesem Artikel findet man u. a. folgenden Absatz: „Während der Verfasser aber noch in der ersten Auflage seines Buches solche Ueberschüsse, die man nirgends in der Welt verkaufen, sondern nur verschenken kann, für unerwünscht gehalten hat. ist er jetzt aufgrund jahrelanger intensiver Beschäftigung mit dem Ernährungsproblem der Entwicklungsländer zu folgendem Ergebnis gelangt: . . . “ Eine der wesentlichen Erkenntnisse ist die, dass die Getreideiiberschrirse Europas — gemeinsam mit denen Nordamerikas — dazu beitragen könnten, dass „der Wettkampf gegen den Hunger gewonnen wird“. \ Was bedeutet dieser Hinj weis auf einen Wettkampf | mit dem Hunger? Für Men- I sehen, die im Ueberfluss le-! ben, die zumindestens nicht j das Problem .HUNGER' am eigenen Leibe oder in ihrer unmittelbaren Umgebung kennen, ist diese Frage weltfremd. Ist das Problem .Hunger“, so fragen diese Menschen, nicht nur ein Schlagwort politischer Propaganda des Ostens und des Westens? Während der Osten mit diesem Problem eine politische Propaganda treiben will, so meinen die einen. um gegen d'e Satten und Gleichgültigen zu polemisieren und die Massen auf seine Seite zu ziehen, versucht der Westen, so glauben die anderen, seine Werthaftigkeit und seine lionen Massen von verarmten Bevölkerungen in des Wortes eigentlicher Bedeutung hungern. Die Verteilung der Güter, der Produktion und i .rer Erträgnisse auf der Erd« hat zu so scharfen Kontrasten und so traurigen Paradoxen geführt. dass man auf der ei- : en Seite Länder hat, denen man zurufen muss, sie sollen keine Angst vor Getreide - Ueberschüssen haben, während auf der anderen Seite Völker stehen, die nich. genug zu essen haben und dem Hunger preisgegeben sind. II. Hunger Bombenattentat gegen AMIA (Siehe Seite 5) Ist es wirklich wahr, dass täglich 10.000 Menschen auf unserem Planeten verhungern? — Es ist wahr. — 10.000 Menschen sterben täglich an Unterernährung. Mehr als fünfzig Prozent der fast drei Milliarden Erdbewohner leben in ständigem Hunger. Allein in Indien werden in den nächsten zehn Jahren 50 Millionen Kinder den Hungertod erleiden müssen. wie die Gelehrten und die Statistiker ausgerechnet haben. Wie kann man dieses Weltproblem bekämpfen? Es gibt sehr verschiedene Auffassungen: Wie eine offizielle Bekanntgabe der FAO (Ernährungs¬ und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) lautet, muss die Welt im Jahre 2000 nicht weniger als 6 Milliarden Menschen ernähren. Wenn wir bedenken, dass bereits heute 15 Prozent der Weltbevölkerung an akuter Nahrungsknappheit leidet, so können wir I nur auf die technische Ent- I Wicklung der Landwirtschaft einerseits und auf die Fortschritte der chemischen Industrie andererseits hoffen, dass sich die Lage nach einer Menschengeneration bessern wird. In der zweiten Junihälfte tagte in Washington der Weltkongress der FAO, in dessen Rahmen Soziologen, Politiker, Ernährungsfachleute, Theologen, Philosophen und Ethnologen gegen den grössten „Feind der Menschheit“ — den Hunger — ankämpfen wollten. Was ist der Hunger eigentlich? Viele glauben darin lediglich ein Kalorieeder Eiweissproblem zu erblicken und deshalb schien für sie die einzige Lesung ein erweitertes Entwicklungsprogramm, bzw. der Abstransport landwirtschaftlicher Ueberschussgüter zu sein. Wie falsch und unrichtig diese Auffassung ist, zeigte bereits der Washingtoner Weltkongress. Der ständige Vertreter des Vatikars bei der FAO, Monsignore Ligutti, sagte unter anderem: „Das Ausmass des biologischen Hungers in der Welt wird in volkstümlichen Zeitschriften und Reden stark übertrieben. Es besteht zwar kein Zweifel, dass es Hunger gibt. Aber Hunger kann im westlichen und im östlichen Sinn durchaus zweierlei sein.“ Seit geraumer Zeit versuchen ethnologisch geschulte Fachkräfte auf die sogenannten „ausserkalorienmässigen Aspekte“ der Hungerbekämpfung hinzuweisen. Es genügt weder die gute Absicht, noch ein ausreichen- Brandltgung Mexico City. — Unbekannte Täter legten nächt lieh Feuer an die hiesige Israel-Botschaft. Der Botschafter befand sich nicht im Gebäude. Die Attentäter zerschlugen ein« Scheibe des Eingangsportals und schleuderten Brandfackeln in das Innere des Hauses. Vorübergehende, die die Flammen bemerkten, rie fen die Feuerwehr. Die Polizei fahndet nach den Brandstiftern. (ITA) 'der Nahrungsmittelvorrat all lein, um gegen di» .. 10.000; Toten pro Tag“ anzukämp ' fen. Die nähere Betrachtung und das Studium der soge-! nennten „unterentwickelten Länder“ hilft oft mehr als; einige tausend Tonnen Wei- ' zen oder Reis. Es soll da- ' bei nicht so sehr von einer j nichtssagenden .moralischen I Aufrüstung' die Rede sein,! sondern von der Erschliessung landeseigener Gege- | benheiten. Oft müssen zui erst veraltete religöise; Schranken (das indische Ka- | stenwesen z. B.) und soziale i Tabus niederger.'ssen werden, bevor eine technische md technokratisierte generelle Hilfe ermöglicht werden kann. Wenn wir bedenken, dass allein die Vereinigten Staaten in den vergangenen zehn Jahren Nahm .gsmittel im Werte von fast 12 Milliarden Dollar nach Afrika und vor allem nach Asien geliefert haben, und dies selbst nur ein Tropfen auf dem heissen Stein war, so müssen die eigentlichen Ursachen des Hungers und seine Bekämpfung auf anderen Gebieten liegen. Die neuen Asoekte der (Schluss auf Seite 2> UN verurteilen Diskriminierung Vereinte Nationen. — Die Generalversammlung nahm mit überwältigender Mehrheit eine Resolution an, die die Regierungen auffordert, jede Art von rassischer Diskriminierung abzuschaffen. Die für ihre Rascenpolitik getadelte Südafrikanische Union nahm an der Abstimmung nicht teil. Die Generalversammlung der 11 Mitgliedstaa'en unterstützte das Prinzip der allgemeinen Erklärung durch Akklamation und stimmte mit 111 gegen 0 Stimmen für einen Appell an die Regierungen, die Deklaration zu veröffentlichen und in die Tat umzusetzen.

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