Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2033 (11.8.1963)
- Date
- 1963-08-11
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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1 M i ¿-te j 0 LEO BAECK INSTITUTE NEW YOEE «CM U 4t u < FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Conceson 1629 ISRAELITA ASO XXIV BUENOS AIRES, VIERNES 11 DE OCTUBRE DE 1963 No. 2033 EL EJEMPLAR Ift _ en; toda la República PUEYRREDON 2190 19 izq. T. E. 83 2613 Buenos Aires GESCHAEFTE MIT NASSER Blick in die Welt Die israelische Regierung betonte kürzlich in einem Beschluss, dass die Aktion gegen die Beschäftigung deutscher Wissenschaftler im Dienste der ägj^füitien Kriegsvorbereitungen weiter gehen müsse. Inzwischen hat sich e'n deutscher CDU- Abgeordneter, Martin, gefunden, der in einem Int^f-; view mit dem ..Al Aharaij^“ j für die ..Beschäftigungofi»-| heit-“ dieser Wisse ns chaftrer ■ eintrat. | In Deutschland sind je-! doch viele anderer Meinung als Herr Martin, und sie; empfinden die Gefahren, die sich aus der Beteiligung; Del«.;eher an der Kriegsmaschine Nassers . ergeben. Der Reporter der „Frankfurter Rundschau^1. Peter Miska. hat in einer Artikelserie den ganzen Waffen-Ge Schiffsverbindungen deutscher Firmen uad Wissenschaftler nachgespürt, und wir geben einige Auszüge aus seinen Berichten wieder. *; Am 16. Januar 1961 fand in Heiuan bei Kairo ein?; Sitzung statt, bei der es um cie Produktion von Kriegs , waffen ging. Hier wurde darüber gesprochen. wie; man gewisse technische Schwierigkeiten, die die Fer- . tigstelk i g der betreffenden | Krieg.swarfen verzögerten, . beheben könne.; An dieser von dem ägypi tischen Luftmarschall Mohammsd Sidky geleiteten ' Besprechung nahmen auch c?utsche Staatsbürger teil.! Ihr prominentester Vertre- : ter war und ist der am 26. Juni die:es Jahres 65 Jahre alt geworden? Flugzeugkonstrukteur Proiessor Willy Messerschmitt. ' Juli), sagte Nasser auf Zu- ■ rufe, in denen die „Befrei- I ung Palästinas“ gefordert wurde: ..Das kann nicht | durch Worte erreicht werden sondern nur durch ent- ' sprechende Vorbereitungen •und Taten.“ In einer frühe-; ren Rede versprüh er-sei* ripn 7nliiirArrr /Päct i und wubde von einem Mann J eingefädelt, der seit über zehn Jahren in der Schweiz j sitzt: dem ägyptischen Dii plomingenieur und Waffenhändler Hassan Sayed Kami!. - Hassan Say<$ Jfcima „44 Tjahr-e alt, astein- Kairo “ boren. Sein Vafter gypter, seine Mutter Sclw^eP; zerin.' Vatçr Kamil, ein-|we; wird kommen, an dam Wie #cfie Wüste mit dem Blut dir •Klden tränken werden.“ DtqJ kannter »Rechtsanwalt und Menge johlte. So reiht sich sehr anpassungsfähiger Geeine Kriegsdrohung Nas- \ schäftsmaun. unterhielt — sers an die andere. 1 zu Faruks und zu Nassers Das alles stört den Pro- Zeiten — gute Beziehungen fersor Messerschmitt, seine Mitarbeiter und die Ingenieure, die für Nasser Raketen bauen, nicht. Im Gegenteil: Die Herren tun alles. damit der Diktator am Nil möglichst bald die Vernichtungswaffen bekommt, die er für sein Kriegsziel braucht. So erklärte Professor Messerschmitt, nach dessen Konstruktionen Düsenjäger für die ägyptische Luftwaffe gebaut werden, gleich zu Begirn der Besprechung mit Marschall Sidky — laut Sit zungsprotokoll —, dass seinerseits ..keine Probleme mehr vorhanden“ seien. Ingenieur Ferdinand Brandner, Hauptverantwortlicher für den Motorenbau, betonte, dass „das Triebwerk gegenüber seinen ursprünglichen Schubdaten gesteigert; werden muss.“ Messerschmitts Mitarbeiter, Inge- . nieur Schellhorn, versicher- ' te. dass „mindestens ein ncuentwickeltes Triebwerk in ca. sechs Monaten zur , Verfügung“ stehe. \ GESCHAFFT LEBER j ALLES i Allein — so beflissen die; deutschen Konstrukteure und zu ägyptischen Regierungskreisen. Sein Sohn Hassan Sayed wandte sich nach Beendigung der Schulzeit zunächst dem technischen Fach zu: Er ging in das Heimatland seiner Mutter, studierte an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich Maschinen bau und machte sein Staatsexamen als Ingenieur. Einmal in der Schweiz, zog Diplomingenieur Kamil aus der Tatsache, dass er Sohn eines einflussreichen Aegypters und einer Schweizerin war, die richtige Nutzanwendung: Er arbeitete als Aegypten - Experte für die schweizer Waffebfabrik Oerlikon. Konzeraehef Emil! Biihrle konnte sich keinen passenderen' 3»arn für diesen PosVeni^dinschen AHein: läS?*??®*? die schweizer Bundesregierung ein Waffenausfuhrverbot für die Länder des Nahen Ostens. Di? laufenden Verträge wurden noch erfüllt, ab 1957 aber war drs legale Waffengeschäft mit Aegypten und anderen nahöstlichen Ländern für die schweizer Firmen vorüber. Hassan Sayed Kamil^ .ist nicht der Typ des Gs^fbfcrtsmanns, der wegin eines fliegen —, in Entwicklung war; — dass Bau und Entwicklung der Düsenjäger nur schleppend vorangingen; — dass deshalb der deutsche Konstrukteur und Lizenzgeber unzufrieden war: #denn je.tiighi'gsr gebaut wurr 'jelartgsafrner Entg#U. desto» $$trlicher flössen •ein« B$^ige. Professor 'Messerschmitt und auch die Hispano Aviacion wünschten sich nichts sehnlicher als einen finanzkräftigen Interessenten für ihre Düsenjäger. Hassan Sayed Kamil wusste, wo es einen solchen Interessenten gab: in Kairo. Nach dort übermittelte er die durch Freund Mailet gewonnenen Kenntnisse. Von dort kamen am 19. Novem ber 1959 Oberst Azzam el diirMaehmud Chalil, damals MltgltaC'i des Nachrichtendienstes r1, der ägyptischen Luftwaffe^ heute leitender Ars dem unter dem Ver- Ingenieure gegenüber ihrem t Waffenausfuhrverbjts-gleych - -1— -x. .. gezeichnete ■hohen merk ..Vertraulich" n gefertigten Silzungsprotokoll geht hervor, da s sie sich massgeblich an der H?rstellung! von Kriegswatfen beteiligen,! di? durch geeignet sind, „das friedliche Zusammen- , leben der Völker zu stören“.; Dies um so mehr, als die j Deutschen für einen Mann . arbeiten, dessen erklärtes Ziel es ist, e'n anderes Volk : — Israel — auszurotten: für! den ägyptischen Staatschef; Gamal Abd el Nasser. Kein verantwortlicher Staatsmann! — nicht einmal Mao Tsetun. nicht Walter Ulbricht; — hat in den letzten Jahren so deutlich ausgesprochen, wozu und gegen wen er seine Waffen einsetzen will. Vor einigen Monaten, während einer Massenkundge-; bung zum Jahrestag d?r, ägyptischen Revolution (23.; neuen Auftraggeber auch sind —, sie hätten bis zum heutigen Tag kein einziges Flugzeug, keine Rakete für Aegypten bauen können, gäbe es nicht in anderen Ländern Firmen, die ihnen die erforderlichen Rohstoffe Einzelteile und Werkzeugmaschinen lieferten. Unter i schwindigkeit fliegt -V diesen Firmen marschieren zurüsten. . ’ die Flinte uv: Er hatte a' Verbindungen zu ägyptischen Militärs. Von ihnen hörte er: Nasser drängt darauf, die ägyptische Luftwaffe mit Düsenjägern — möglichst mit einem, der Ueberschallgeausdie Deutschen an erster Stelle. Ihren Exportdirektoren geht es wie den Konstrukteuren und Ingenieuren in Heiuan: Sie denken nicht daran, dass sie die Deutscher. in den Geruch bringen, zum zweiten Male die Riistungs - Absichten eines Diktators, der die Juden ausrotten will, zu unterstützen. Das Geschäft mit Herrn Nasser geht diesen Deutschen über alles. Es begann im Jahre 1959 Die Grenzzwischenfaelle Tel Aviv. — Generalleutnant Odd Bull Generaletabs-hef der Kontrollkommission für die UN-Waffenstillstände in Palästina, und seine Adjutanten folgten der E'nJadung des Generalstabschefs der Israel-Arraee. Brisjacteg^neral Zwi Tsur, zu einem Bankett^ im Dan-Hotel, bei dem auch hoh? israelische Offiziere anwesend waren. . , Ein offizielles Communique besagt, dass sich d.e Unterhaltung bei diesem Essen um „Routinefragen bewegte. Wie man weiss kamen verschiedene mit den Zwischenfällen an den Grenzen Zusammenhängen de Probleme zur Sprache. Auch das Thema der Erfüllung der Klauseln der Waffenstillstände vom Jahre 1949 zwischen den arabischen Staaten und Israel de berührt, im besonderen mit Bezug auf das erbot der Anwesenheit von Panzere uheiten an den Grenzen. (ITA) Die Schwierigkeiten, ein solches Kampfflugzeug zu bekommen, sind auch für einem Mann wie Nesser grösser als man gemeinhin annehmen sollte. Mit Geld al lein ist das nicht zu machen. Die USA beispielsweise, die einen Düsenjäger mit doppelter Schallgeschwindigkeit, den Starfighter, herstellen, lassen dieses Flugzeug nur in und für NATO-Staaten nachbauen. Andere NAT.O-Länder, die Ueberschalljäger herstellen. verfahren ähnlich. Die Sowjets verkaufen Düsenjäger, aber es sind Ladenhüter. Auf der Suche nach dem .Gewusst — wo“ erinnerte sich Kamil an einen alter Bekannten namens Mailet, der in Mad. . lebt und von dort als freier Agent zeit weise auch für Oerlikon tätig war. Von ihm erfuhr der Aegypter, — dass bei der Flugzeugfabrik ..Hispano Aviacion“ in Sevilla nach den Kon struktienen des deutschen Professors Messerschmitt ein Düsenjäger, der HA 209 gebaut wurde und ein anderer, der HA 300 — er sollt? Ueberschall Geschwindigkeit Mari\für^,besondere militärischeTProjekte“ im ägyptischen GeneraLstab. und Kemal Abu el Fadl Rechtsberater der ägyptischen Regierung, nach Zürich. Zusammen mit Hassan Sayed Kamil fuhren sie nach München. von HABOLD SCHWARCZ Nach kurzer Amtszeit wurde Bosch gewählter Präsident von San Domingo, wieder abgesetzt und deportiert. — Die Bestrebungen, den siidamerikanischen Kontinent von allen Atomversuchen zu verschonen und auszusehliessen, beantragte der chilenische Delegierte vor den UN. ■ Aus den USA wird die Geburt des Staatsbürgers Nr. 19$ OW>rOOO*ge%jeIdet. — Der Rücktritt d^s deutschen Bundeskanzlers Adenauer ist für den 15. Oktober auf 12 Uhr mittags mit preussischer Präzision festgesetzt worden. Die Amtszeit Adenauers dauerte 14 Ja^re. — k Die zweite Hälfte des Oekumenischen Konzils vMrde vom Papst Paul cAT. mit grossen Feierlichkeiten eröffnet. Eine ausserordentliche Anzahl von Geistlichen nimmt an den Betatungen teil. Die Rebellion gegen den algerischen Diktator Ben Bella erregte erhebliches Aufsehen, zumal er den König von Marokko beschuldigte, für den Kabylenaufstand mitverantwortlich zu sein. — Der amerikanische Präsident Kennedy erklärte, dass der Dollar verteidigt werden würde. — Auf einer Tagung über Weltraumforschung sprach der russische Kosmonaut Yuri Gagarin über die sowjetischen Pläne. 34 Nationen waren auf dieser Konferenz vertreten. — Die bisher einzige Frau, die in den Weltraum geflogen ist, die Russin Valentina Tereshkova, besuchte Kuba, wo sie von Fidel Castro bereits auf dem Flughafen empfangen wurde. — Dar britische Aussenminister Lord Home erklärte nach einer längeren Rücksprache mit Kennedy die Russen seien am Abschluss weiterer Verträge mit dem Westen interessiert. — Die nordamerikanische Regierung hat ihre Hilfeleistungen für Honduras und die Dominikanische Republik eingestellt, nachdem es in diesen beiden zentralamerikanischen Ländern zu Umstürzen gekommen ist. — Verfolgung der russischen Juden Rom. — Der bekannte ita-. lienis^he Schriftstlsller und; Journalist ^ldo Guaresci er-! laärte, die^Aktivität der russischen Sicherheitspolizei i j-icHÖ sich bei der Bekämpi lung der sogen. ..Wirtschaftsverbrechen“ bei weitem | mehr gegen die Juden als | ’’gegen irgendeinen anderen j ■ ■¿Sektor der Bevölkerung der; ^Sowjetunion. Er sprach auf der 2. Konferenz, die hier j Aon bekannten Persönlich-! keiten Italiens über die La-; ge der Juden in Russland j abgehalten wurde. Er be- \ richtete, dass von 149 To- \ desstrafen, die über als; „Wirrschaftsverbrecher“ anj geklagt? Personen verhängt : wurden, 60 Przent auf Juden entfielen. | APPELL | London. — Oberrabbiner , Dr. Israel Brodie setzte sich! entschieden für eine Koordi-; nierung der politischen Bej miihungen der verschiede- , nen jüdischen Organisatio- ' nen ein. Dr. Brodie appeli lierte an die Teilnehmer an der Jahresversammlung; der Aiiglo-Jewish Associa-1 tion. Er begründete seine; Forderung mit der Notwen- ’ digkeit. besonders im Kampf j für die Rechte dar russi- \ sehen Juden, eine Zweigleisigkeit der Arbeit und ein- I ander widersprechend? Aktionen zu vermeiden. \ EINE HILFSAKTION j New York. — Delegierte der grössten jüdischen Or i ganisationen berieten über die Lage der russischen Ju- , den und planm dringliche j Massnahmen, um ihr Los zu erleichtern. Unter den teil- . nehmenden Organisationen i sind die Bne Brit. das American Jewish Committee, der Verband jüdischer. Kriegsveteranen, das Jüdi-j sehe Arbeitercomite. die Ha- , dassa und der Nationalrat j jüdischer Frauen. Präsid?nt i der Tagung ist Rabbi Theo ‘ dore Adams im Namen des Synagogenrates. KONFERENZ DER INTELLEKTUELLEN New York. — Wie angekündigt wurde, wird eine Konferenz stattfinden, auf der 80 bis 100 bekannte Intellektuelle Amerikas, zumeist Nichtjuden, über die Lage der Juden in Sowjetrussland beraten werden. Die Versammlung wird im! Auditorium der Carnegie- Stiftung für den Weltfriej den, die gegenüber dem Sitz der Vereinten Nationen! liegt, stattfinden und ist von; einem Comité einberufen! worden, dem folgende Per-; sönlichkeiten angehören: | William O. Douglas, Richter! am Obersten Gerichtshof;; Dr. Martin Luther King, | Führer der gewaltlosen Negerbewegung für die Inte-1 gration; Walther Reuther,! Präsident der Vereinigten I Arbeiterschaft der amerika- \ nischen Autofabriken und Vizepräsident der Gewerkj schäften CIO und AFL; Bischof James A. Pike und der Sozialistenführer Norman Thomas; Herbert Lehman, Exsenator und Exgouvenieur des Staates New York, und der bekannte : amerikanisch? Dichter und Romarschriftsteller Robert Pcirn Warren. Diese sieben Männer haben ausserdem ein jeder! für sich eine Reihe von Verj tretern wichtiger Sektoren im Lande eingeladen, der . Konferenz b?izuwohnen, um; die Berichte über die Lage : der russischen Juden anzu- ■ hören und an den Beratungen über die Schritt? teilzu- : nehmen, durch die die von den Sowjetbehörden genähr- , ten antijüdischen Praktiken gemässigt werden kiunten, j Die Veranstalter der Konferenz hoffen, dass auf dieser Tagung ein Aktionsprogramm zur Annahme gelangt. Bischof Pike wird das Präsidium führen. Auf der Rednerliste stehen folgende Namen: Dr. Horace M. Rallen, Professor Emeritus für Philosophie an der Neuen Schule für Sozialforsehung; Mcshe Docter, Leiter der Untersuchungen über jüdische Minderheiten; Professor Max Hayward vom St. Anthony's College; Professor Lewis Feuer. Professor für Philosophie an der Universität von Kalifornien, der kürzlich die Sowjetunion besucht hat; der bekannte amerikanische Dramatiker Arthur Miller, der Schriftsteller Saul Bellow. der Journalist Maurice Hindus und Prof. M?yer Schapiro, Professor für Kunstgeschichte an der Columbia Universität. Hakenkreuze Durban. — Grosse schwarze Hakenkreuze und antisemitische Losungen wurden kürzlich an die Gebäude der Universität von Durban gemalt. Ee ist die zweite grössere antisemitische Aktion. die in dieser südafrikanischen Universität innerhalb von zwei Wochen festgestellt wurde. (AWZ) Lebenslaengiich Wien. — Ein Grazer Gerichtshof verurteilte Stefan Rojkp, den einstigen Adjutanten des KZ- Kommandanten von Therrsienstadt. zu lebens länglichem Zuchthaus. Die Jury befand Rojko für schuldig, mit eigener Hand 26 Juden im Lager ermordet zu haben. — (ITA) Registro de la Propiedad intelectual No. 735 104 Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 *5 --