Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2030 (17.9.1963)
- Date
- 1963-09-17
- Page
- [Seite 23] (sequence 23)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Martes, 17 de Septiembre de 1963 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXIV. — No. 2030 — 23 Charakter-Skizzen aus Israel J IG AL ALOK Von weiten Kreisen der j Jugend, auch der inzwischen herangewachsenen, als Pal- 1 mach Held verehrt, ist der jetzt 45jährige Jigal Alon eij ne der legendären Gestalten des israelischen Freiheitsj kampfes. . _ | Aus Klar Tabor in Galiläa stammend absolvierte er die j Kadoori - Landwirtschafts | schule und arbeitete in der Wirtschaft seines Vaters, als gana folgend, einer Kom- I er sich, dem Rufe der Ha- : mandotruppe von Wingate j anschloss. Durch Intellekt, | Einsatzbereitschaft, Fähig-; keiten und Mut stieg er im j Laufe der Jahre bis zum; Aluf (Brig.-General) im Zahal auf. An den Kämpfen des Freiheitskrieges nahm j er vom höchsten Norden bis j zum äussevsten Süden teil, darunter an einer Infiltration nach Syrien und Libanon, an! der 3-efreiung Galiläas und des Negew bis Elat. j Als einer der führenden Persönlichkeiten der Ach dut Awoda Poale Zion muss- TV-Zyklus der AMIA Grcßsen Anklang findet beim Publikum die unter den Auspizien der AMIA gei botene Sendung, die jeden Sonntag um 12 Uhr 30 in der Television (Kanal 7) als; „Ciclo Cultural 1963“ übertragen wird. In diesem Pro- . gramm halten bekannte Per-! sönlichkeitcn des jüdischen Geisteslebens in Argentinien Vortrag« über jüdische Geschichte und Tradition, der künstlerische Teil wird von erstklassigen Künstlern und Ensembles bestritten, wobei j besonders die Wiedergabe; von Konzerte« des Kammer-! Orchesters von Israel eri wälmenwert ist, die eigens | zu diesem Zweck auf Ton- . band aufgenommen wurden, i Ferner wird eine Wochen- | schau gezeigt, die über die soziale und kulturelle Tätigkeit der AMIA berichtet. Die Leitung des Programms, das von der Agentur Poch- Frankord zusammengestellt wird, liegt in Händen von Ignacio de Sorda. Nachrichten aus Israel! ]VIusIk in Buenos Aires te er sich auch mit Parteipolitik befassen, was ihm manchmal gegen die charakterliche Veranlagung ging. Da fand er die ersehnte Ablenkung im Studium und bildete sich an der He bräischen Universität Jerusalem und am St. Antony’s College der Universität Oxford weiter. Er zeichnet «sich durch einen weiten Horizont aus und ist durchaus imstande, über den engen Parteirahmen hinaus zu denken. In seinen Studien wollte er sich eine Zeitlang besonders mit Indien befassen, nach dem er eine siebzig Minuten lange Unterredung mit Nehru gehabt hatte, wählte aber schliesslich als sein Hauptgebiet die Entwicklung des afro - asiatischen Staaten- Blocks. über die er ein Buch zu schreiben begann, das er aber wegen seiner Berufung in die Regierung nicht fort setzen konnte. Er war u. a. einer der Befürworter der Ueberführung der Gebeine Jabotinskys in Anerkennung von dessen Verdiensten um das Volk, obwohl er als ein Palmach - Kommandant a'les eher war und ist als ein Freund des Irgun Zwi Leumi. Zum Unterschied von anderen „Jungen“ ist er ein Mann, der Autorität anzuer-; kennen bereit ist, wie er ’ auch in seiner historischen Jugendzeit seinem politischen und militäriscRen Führer. Jizchak Sade, gegenüber stets Treue und Disziplin wahrte. Seine Berufung zum Minister, die ihn vor zwei Jahren in Oxford erreichte, kam ihm überraschend, aber er fand sich bald in seine neue Aufgabe und tritt in seiner Eigenschaft alo Arbeitsminister mitunter sogar auffallend selbstbewusst auf. Kürzlich machte er von sich reden, als die Achdut Awoda in ihren Fusionsverhandlungen mit der Mapai für Jigal Alon die Stelle des Sicherheitsministers in der nacfcßten Regierung verlangte. M. F. NEUES VIERTEL IN ARAD j Die Gesellschaft „Solei Bone“ ist zum Bau von 400 Wohneinheiten geschritten j ven den insgesamt 800 Einheiten, die für das betreffeni de Stadtviertel von Arad1 vorgesehen sind. Ihr Bau dürtte ein Jahr dauern. Die Leitung des Distriktes von Arad wird bald an die Konstruktion von Strassen- und Zugangswegen zu dem Wohnbezirk und zu dem Industriej viertel von Arad h?rangehen und dafür 750.000 1L ausgeben. Die Zahl der in ' Arad Ansässigen beträgt bei reits 170 Familien. Jetzt wird von dem B-eilinson- 1 Krankenhauß und der Zentrale der Allgemeinen Kran-! kenkasse versuchsweise ein 1 Erholungsheim für Asthma- ■ kranke eröffnet. MAGBIT IN AUSTRALIEN Die kürziiehe Eröffnung der Kampagne in Sydney brachte dieses Jahr 50.000 australianische Pfunde ge genüber 37.000 im Jahre 1962 ein. Dieser Erfolg ist i in hohem Masse der Arbeit von Dr. Morten M. Berman, dem Direktor der Abteilung für die englischßprschcnden Länder im Hauptbüro des Keren Hajessod in Jerusa lern, zu verdanken, dem es gelang, in der Magbit-Arbeit in Australien ein? Wendung herbeizuführen, und zu erreichen, dass die Israel-Aktion den ihr gebührenden Platz in dieser vorwiegend zionistisch gesinnten Judenheit einnimmt. Nach Abechluss seiner Arbeit in Australien wollte Dr. Berman nach Neuseeland reisen. NEUER KKL-FILM Dem vor kurzem vom Ke ren Hajessod in Jerusalem herguste Ilten Film „Eine Stadt namens Elat“ wurde wegen seines Gegenstandes und seiner Ausführung internationale Anerkennung zuteil. Für diese Vorzüge wurde ihm in New York vom Amerikanischen Jüdischen Beirat für Filme der erste Preis verliehen. Der Film wurde auch durch eine der grossen Ferrcehstaticnen von New York gesendet. Es ist ein 16 mm-Farbenfilm, dessen Vorführung 26 M.nuten dauert Er ist in fünf Fassungen: Hebräisch. Englisch, Deutsch, Französisch und Spanisch erschienen und für die Keren Hajessod-Comités in den verschiedenen Ländern bestimmt. K£R£îl Küy£m£T PP COMITE CENTROEUROPEO Corrientes 2294 — VI. Stock — T. E. 48 3695, 48-5683 AN DER JAHRESWENDE ZUM AUFBEWAHREN WIE LIEGEN DIE FEIERTAGE IM JAHRE S724 Erew Rosch Haschara Mittwoch, den 18. September 1. Tag Rosch Haschana Donnerstag, den 19. Sept. 2. Tag Rosch Haschana Freitag, den 20. September Zorn Gedaljia Kol Nidre Jom Hakipurim Erew Sukot 1. Tag Sukot 2. Tag Sukot lloschana Rabba Schern ini Azeret Simchat Tora Schabbat Bereschit Erew Chanukka 1. Tag Chanukka 8. Tag Chanukka Fasta.i Assara beTewet Chamischa Assar biSchwat Neujahr der Bäume Faßten Ester Purim Schuschan Purim Schabbat Hagadol Erew Pessach 1. Tag Pessach 2. Tag Pessach 7. Tag Pessach 8. Tag Pessach Gedenken an den Aufstand im Warschauer Ghetto (27. Nissan) Ytm Haatzma'ut Lag BeOmer Erew Schawuot 1. Tag Schawuot Fasten Schiva assar beTamus Erew Tiseha beAw Fasten Tiseha beAw Erew Rosch Haschana 5725 Sonntag, den 22. September Freitag, den 27. September Sonnabend, d. 28. September Mittwoch, den 2. Oktober Donnerstag, den 3. Oktober Freitag, den 4. Oktober Mittwoch, den 9. Oktober Donnerstag, den 10. Oktober Freitag, den 11. Oktober Sonnabend, den 12. Oktober Dienstag, den 10. Dezember Mittwoch, den 11. Dezember Mittwoch, den 18. Dezember Donnerstag, d. 26. Dezember Mittwoch, d. 29. Januar 1964 Mittwoch, den 26. Februar Donnenstag, den 27. Februar Freitag, den 28. Februar Sonnabend, den 21. März Freitag, den 27. März Sonnabend, den 28. März Sonntag, den 29. März Freitag, den 3. April Sonnabend, den 4. April Donnerstag, den 9. April Freitag, den 17. April Donnerstag, den 30. April Sonnabend, den 16. Mai Sonntag, den 17. Mai Sonntag, den 28. Juni Sonnabend, den 18. Juli Sonntag, den 19. Juli Sonntag, den 6. September Der Beginn des neuen Jahrfß sieht den Keren Ka jemeth vor zahlreichen Aufgaben, deren Grösse und Bedeutung den Rahmen der traditionellen Aufbringungsmittel längst gesprengt hat. Die gigantischen Entwicklungsprojekte längs den Grenzen, die Schaffung vieler Strassen ven strategischer und verkehrstechnischer Bedeutung (u. a. befindet eich im westlichen Negew, entlang der Sinaigrenze, eine neue Fahrtstrasse im Bau, die weite Flächen von Wanderdünen zu durchqueren hat), der Be waldungspkn für das Jerusalemer Bergland, um nur einige der wichtigsten Ziele zu umreissen, dies alles erfordert ungeheure finanziel le Anstrengungen, die gemeinsam von der Regierung Israele mit dem KKL gelöst werden müssen. Hierbei ist besonders zu beachten, dass es auch viele der Neueinwanderer sind, die direkt oder mittelbar durch den Keren Kajemeth in den Arbeitsprozess eingeordnet werden. So stehen alle Freunde de« KKL, alle, die immer nach Kräften seine grossartigen Bestrebungen unterstützten, vor der Frage, inwieweit es möglich sein könnte und müsste, die Leistungen auch bei uns zu vergrössern, neue Einnahmequellen zu erochliessen. Hier ergibt sich die Schwierigkeit, mit der wir seit Jahr und Tag zu kämpfen haben: Eine ganz kleine Zahl unserer Menschen ist sich der Bedeutung dieser Arbeit be wusst; unsere Gemeinden und Organisationen, Träger der gesamten jüdischen Arbeit in der Diaspora, distanzieren sich, von rühmlichen Ausnahmen abgesehen, von dieser ihrer nationalen Verpflichtung und begnügen sich damit, durch die Entsendung eines Vorstandsmitglieds in unser Comité sym bolisch ihre Anerkennung zum Außdruck gebracht zu haben. An jedem Rosch haschana erheben wir aufs neue die Forderung, lebendigen Anteil an der Sache des KKL zu nehmen, die jeden einzelnen Juden verpflichtet und, darüber hinaus, unsere Vereinigungen ohne Ausnahme, die sich nicht auf ihre spezifischen Aufgaben beschränken dürften, sondern einsehen müfßten, dass es Dinge gibt, deren sich kein Jude entziehen darf. An der Schwelle des Neuen Jahres grüjßen wir alle unsere Mitarbeiter und Freunde und hoffen, mit ihnen gemeinsam und allen anderen, die uns künftighin noch zur Seite stehen werden, zum Segen Israels arbeiten und dazu beitragen zu können, dass sich der KKL den Einwanderern des kommenden Jahres als ein sehr glücklicher Faktor bei ihrer Einordnung im Lande erweisen wird. Tischri - Aktien 5724 An den vergangenen zwei Sonntag.« haben unsere Jugendgruppen sehon einen Grossteil unserer Freunde aufgesucht und die Tischri- Aktion durchgeführt. Wir danken auf diesem Wege allen, die diese Jungens freundlich in ihrem Hause aufgenommen haben. Am kommenden Sonntag, den 22., wird die Tißchri Aktion beendet werden. Wir bitten daher alle unsere Freunde, die diesmal aufgesucht werden, um ihnen den Gruss und den Glückwunsch des KKL für das kommende Jahr zu überbringen, die Jugendlichen bei der Erfüllung ihrer Aufgabe zu unterstützen. El Festival Infantil da Simjat Tora Niños! Ya habéis tomado nota de la fecha: DOMIN¬ GO, 20 de OCTUBRE Pimt. en el Colegie Pestalozzi. Freire 1948. EL FESTIVAL INFANTIL DE SIMJAT TORA Este año con programa renovado! — Grandes sorpresas! Juegos nuevos! — Rifa! Películas! — Concurso de DIBUJO — COMPOSICION y PREGUNTAS Y RESPU- „DON GIOVANNI“ IM COLON Die unsterbliche und stilistisch wohl vollendetste Mozartopir „Don Juan“, oder: „Der Steinerne G^ßt“ erleb- : te unter dem Taktstock des hier debutier?nden hambur; ger Generalmusikdirektors ' Hans Schmidt-Isserstedt, ge- | wiegten Mozartianers, eine gediegen« Aufführung. Das , nach Angaben des Dirigen- I ten ungewohnt, aber zweck- 1 massig umgruppierte Colcn- Orchester klang außgezeichi net. Hans Hartleb, ebenfalls! idealer Mozart-Deuter, führ- ( te eine sinnvolle, unauf- ¡ dringliche Regie, welche mit einem Zwischenvorhang bei-, de Akte in sich geschlossen und ohne Unterbrechung ab-; laufen liess. Ein Gewann für ¡ die Szenographie unseres Musentempeiß bedeutete das Entrée der international bej kannten Bühnenbildnerin Ka , Maximowna, deren angenehm beeindruckende und j epochegemäss?n, gobelinhaf-¡ ten „Panneaux“ und reizvollen Kostüme aufmerken lie- \ ssen.; Eberhardt Wächter war ¡ der vollendete Verführer in ' der Titelrolle des Libretti- : sien Lorenzo Da Ponte und ’ sang exzellent. Gleich ihr» spielte und sang Geraint Evans einen geradezu idealen Leporello. Ebenbürtiger Masetto: Ricardo Catena. Seine Partnerin Jeanette Seovotti gab eine reizende, zierlich - temperamentvolle, durch und durch mozartisebe Zerlina. Eß debütierten die Sopranistinnen Elisabeth Grümmer und Wilma Lipp. Die erstere verkörperte eine grossangelegte Donna Anna (gleich der Troubadour- Leonore eine schwere, undankbare und gefürchtete Partie), und Frau Lipp war eine gute, vokalistisch und darstellerisch gelöste Elvira. Die kurzen Chorpartien waren von Tullio Boni wundervoll einstudiert. Es gab herzlichen Beifall. DURCH DIE KONZERTSAELE In den letzten Wochen haben eich die musikalischen Ereignisse in unserer Metropole — eines der wichtigsten Musikzentren der Welt — derart überstürzt, dass sich diesmal der Kritiker zum gewöhnlichen, lediglich registrierenden Chronisten verwandelt, um sie zumindest erwähnen zu können. Paul Kletzki absolvierte einen Zyklus sämtlicher Beethoven-Symphoiien mit dem Nationalen Symphonie-Or ehester. Seine grossangelegten Konzepte jeder einzelnen dieser Werke gipfelten in einer herrlich gebotenen .Neunten*, in deren Schlusschor die Vokalvereinigung der „Asociación Wagneriana“ wirkte. Auf demselben Podium bot Kletzki eine wundervolle „Vierte“ von Brahms und „Fünfte“ von Tcchaikowsky. In „Amigos de la Música“ dirigierte Paul Kletzki mit dem Orchester der Gesellschaft einen Abend, dessen in Programm ausser dem Mendelssohnschen Oktett opus 20 und der Mozart-Symphonie KV 543 es dur als Hauptpunkt daß Doppelkonzert von Johannes Brahms a- ESTAS con la intercalación de un intervalo humorístico bajo el lema: VISTASE CA¬ DA CUAL COMO PUEDA! UN CONJUNTO MUSICAL DEL COLLEGIUM MUSI CUM! Se sorteará una Beca por valor de $ 5.000.— del Collegium Musieum para el año 1964! Ya habéis l-eído las condiciones detalladas cobre la participación en los concursos, fijadas en nuestros volantes distribuidos en todos los colegios? La lecha para la entrega de los trabajos vence el 30 de Septiembre. | molí, opus 102 stand. Ais : hervorragende Solisten smelj ten Ljerko Spiller (Viohne) und Adolfo Odnoposoff (Vie- ¡ loncello). Dieser Cellist trat,; ebenfalls als Solist, in der ' „Wagneriana“ auf und spiei- , te unter Leitung von Ißaac i Weinstein und dem Wagne-! riana-Orchester das Hadyn- I Konzert souverän und in der diesen Künstler stets auszeichnenden Musikalität. | Viel zu selten auf den Po-; dien, aber stets dankbar be- : grüsst, absolvierten Tila j und John Montes zwei sehr : applaudierte Rezitale im I Teatro San Martin, deren Í Programme Durchschnitte der Literatur für zwei Klai viere von den Klassikern bis zur Moderne darstellten. 1 Von den vielen guten Darj bietungen seien als besonders geglückt das „Pathetische Konzert“ ven Lißzt, I Werke der Bach Söhne Wilheim Friedemann und Jo- : hann Christian, sowie die j „Tres Danzas Hebraicas“ 1 opus 64 von Jacobe Ficher genannt, der sie dem bedeu- * tenden Pianisten - Ehepaar widmete. Unter den Auspizien des „British Council“ befindet sich das Londoner Philnarmonia Orcheßter auf einer Südamerika - „good will“- Tournee. Unter Leitung des berühmten Dirigenten Sir John Barbirolli bot diese zur Zeit als eines der best?n Orchester in aller Welt gewertete Vereinigung drei Konzerte die leider keine Klassiker brachten, dagegen in Wohlklang getauchte, in Perfektion frappierende Versionen von Werken Rossinis, Delius (der genausowenig a?ß Engländer fehlen durfte wie Vaughan Williams), Debusßy, Brahms, Dvorak, Richard Strauss, Strawinsky und Sibelius. Der donnernde Beifall veranlasste Barbirolli jedesmal zu Zugaben, wie „Meistersinger - Vorspiel“ und Verdiß „Macht des Schicksals“-Ouvertüre. — Das italienische Chigiano Quintett weilt wieder unter uns und beschert den bonaerenser Musikfreunden Stunden ungetrübten Genusses. Im „Mozarteum Argentino'', im Teatro Colón und in der wundervollen Einrichtung der „Conciertos de Medio- | dia“ schwelgten die immer : überfüllten Auditorien >«! Musik, vollendeter Kunßt,! die jene fünf Italiener aus | einem nie versiegenden Füll-! horn spenden. Die argentini-; sehe Erstaufführung des I Quintetts für Streicher und Klavier ven Alberto Ginastera verdient als besonderes Ereignis vermerkt zu werden; im letzten April hatten es dkßelben Künstler bei den Festspielen in Venedig dort uraufgeführt. ,,Last not least“: Juan José Castro verabschiedete sich von Buenos Aires in zwei Konzerten mit dem Nationalen Symphonie-Orchester, um seine Tätigkeit in Puerto Rico wieder aufzunehmen. „El Retablo del Maese Pedro“ (Vokal-Solißten Matliello, Cossutta und Niño Carlos Slviskin) und die zweite Suite von Maurice Ravels „Daphnis et Chloe“ sowie der Stranskysche ,,Sacre“ waren unvergessliche Wiedergaben. Castro dirigierte bei dieser Gelegenheit das ö-dur Klavier- Konzert von Johann Sebastian Bach mit Rosalyn Turek am Flügel. Diese erstklassige Pianistin liess uns ihre Vokation für Bach bereits mehrmals spüren: Im „Mozarteum“ anlässlich der auswendig gespielten Goldberg-Variationen und in der „Wagneriana“ in einem voll dem unsterblichen Thomas- Kantor gewidmeten Programm. Rosalyn Turek ist eine stilistisch unübertreffliche und technisch unfehlbare Bach-Interpretin, die stets vor vollen Häusern spielte und mit Applaus Sab yen belohnt wurde. Curt B, M. Weissstein