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Jüdische Wochenschau · 1963-08-16 · 2025 (16.8.1963) · p. [Seite 12]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2025 (16.8.1963)
Date
1963-08-16
Page
[Seite 12] (sequence 12)
Language
German, Spanish
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* V; ■ ■ 5 C M J i, u O c FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Conces'on 1629 ASO XXIV ISRAELITA BUENOS AIRES, VIERNES 16 DE AGOSTO DE 1963 No. 2025 EL EJEMPLAR Ifl en toda la República PUEYRREDON 2190 19 |zq. T. E. 83 2613 Buenos Aires Israels Aussenpolitik Jerusalem. — Die noch ausstehende Antwort des Ministerpräsidenten Levi Esnkol an den Präsidenten John F. Kennedy bildete den Gegenstand der Beratungen auf der Kabinettssitzung vom letzten Wochenende, bei der die drei israelischen Botschafter der grossen Haupt städte zugegen waren. Der Schriftwechsel mit Kennedy begann zu der Zeit, als David Ben Gurion noch Premierminister war und der USA-Präsident mit ihm korrespondierte. Wie man weiss, handelte es sich urii die israelische Position in der Frage der Landcssi cherheit. Die bei der Kabinettssitzung anwesenden Diplomaten waren der vor den UN in New York akkreditierte Michael Comay, Botschafter Avraham Harman aus Washington und Jaakow Herzog, der scheidende Israel-Botschafter in Kanada. Das Kabinett erklärte sich einstimmig mit dem In.nalt des Briefes einverstanden, den Eshkol an Ker.r.edy zu richten beabsichtigt. Der in 'Generalstabs der Organisation für die Ueberwachung der UN - Waffenstillstände General Odd Bull, dem er seine Ansicht über die wiederholten syrischen Attacken auseinandersetzte. Eshkol betonte im besonderen, dass Israel ernste Besorgn's über die weitere Gcfangenhaltung der drei entführten Israelis hege, und ersuchte General Bull, sofort zu intervenieren. um die Freilassung der israelischen Bürger durchzusetzen. Die Unterredung mit Buli, die gleich nach der Kabinettssitzung stattfand, geschah auf Verlangen des Ministerpräsidenten und im Beisein von hohen Offizieren des israelischen Generalstabs, des Botschaftern Michael Comay und hoher Beamter des Aussenmimsteriums. ERNSTE WARNUNG Tel Aviv. — Ministerpräsident Levi Eshkol warnte die syrischen urtd . ägyptischen Führer energisch, , es sich zweimal zu überlegen, bevor sie Drohungen, gegen Israel ausstossen“. -Diese Hilfe für andere Voelker diesem Schreiben eingenom- , Warnung w‘ar die zweite in mene Standpunkt stimmt: mit den von Ben Gurion vertretenen Ansichten zu der. 1 Problemen überein, die von Kennedy aufgeworfen wurden, doch niemals enthüllt worden sind. Nur der von Eshkol angeschlagene Ton ist ein anderer. Man nimmt zwar nicht an, dass der Text, selbst wenn er akzeptiert werden sollte. die endgültige Fassung darstellen dürfte, da die mit der israelischen Sicherheit verbundenen Fragen zu kompliziert sind. Generalstabschef Zwi Tsur erstattete einen Bericht über die Lage an der Grenze mit Syrien. Er wies darauf hin. dass sich die Situation stündlich verschlechtert, nachdem die Syrer am vergangenen Freitag einen israelischen Traktor in der entmilitarisierten Zone im Südosten des Tiberiro-Sees unter Beschuss nahmen. Dies war der dritte Angriff an drei aufeinander formenden Tagen und der achte Zwischenfall in den letzten zwanzig Tagen. Der Traktor pflügte der Kolcnie Haon gehörigen Boden. Das Feuer wurde von cen Id’-aelis nicht erwidert, und Opfer waren nicht zu beklagen. Während des zwei Stunden anhaltenden Feuers geriet ein trockenes Feld in IJrrr.d, doch wegen des herrschenden Westwindes griffen die Flammen nicht weiter. Es wurde sofort Beschwerde bei der israelischsyrischen Waffenstillstands- Kommission erhoben, die eine Untersuchung einzuleiten versprach. Aussenm.'nister Golda Meir informierte die Mitglieder oes Kabinetts über die Bemühungen. die Freilassung der drei im vergangenen Monat von den Syrern entfharter. Israelis zu erwirken. als jene ein Boot mit Aysflögiern auf dem Tiberias-See zum Stoppen zwangen. Das Kabinett wurde sich über die Massnahmen schlüssig, die ergriffen werden sollen, falls die Gefangenen nicht innerhalb der nächsten 24 Stunden befreit te wurde nichts verlautbart. Ministerpräsident Levi Eshkol empfing den Chef des 24 Stuiden, nachdem Nasser gedroht hatte, der, Augenblick sei gekommen, die den Aegyptern von den Israelis im Jahre 1948 zugefügte Niederlage ,.zu korri-1 gieren“. Eshkol sprach am „Tag der Fallschirmsprin ger“ zu den aktiven und Reserve-Offizieren dieser Formation. Er stellte klar, dass Israel wohl „ein Blutvergiessen verabscheue, aber unsere Nachbarn im Norden diirf:n nicht hoffen, dass wir ihre Aggressionen ruhig hinnehmen werden, nur weil Israel seine Reaktionen nicht überstürzt“. Er betonte, dass die Fallschirmspringer und andere Truppen an die Grenzen geschickt würden, „und unsere Feinde sollen nicht denken, dass sie ihren Provokationen ewig mit verschränkten Armen zuschen werden“. Seins erste Warnung rieh tete Eshkol direlri an Nasser, den er aufforderte. Vorsicht zu üben, da „Israel nicht etwa unvorbereitet“ sei. Auf einer Veranstaltung der Mapai in Beer Schewa führte E.shkol aus, Nasser zeige jetzt, da er Israel droht, sein wahres Gesicht, denn vordem-habe er stets über Frieden gesprochen. Er fügte hinzu, er beabsichtige nicht, „ein Wettreden mit Nasser zu veranstalten“ und unterstrich, dass „Israel vor der unverhüllten Gefahr aus Aegypten“ auf seine Stärkung bedacht sein müsse. EIN APPELL BEN GURIONS New York. — In einem in der Zeitschrift „Look“ erschienenen Artikel wendet sich Israels vormaliger Pre mier minister David Ben Gurion neuerlich an die USA und Sowjetrussland mit dem Ersuchen, gemeinsam die totale Abrüstung Israels und der Araberstaaten durchzusetzen. Wenn sich beide Mächte zu einem solchen Schritt entschliessen, so wäre dies „eine der grössten Taten, die jemals für den Frieden vollbracht wurden“ Er versicherte, dass Israel werden würden, doch üb*£j in diesem Falle bereit wäre, die Art der geplanten Schritt-reine* solchen Aufforderung __ r _ i.~~,.i-u~ vi- - in T-TnffnnniT „Hilfe für andere Völker“ ist nicht nur zu einem modernen Schlagwort der Politik geworden, sondern zu einer Parole, mit deren Hilfe verschiedene Staaten versuchen. ihre Einfluss-Sphäre zu erweitern. In erster Linie stellt aber diese Entwicklungshilfe den Versuch dar, auf friedlichem Wege denjenigen Nationen beim Aufbau ihrer staatlichen und wirtschaftlichen Unabhängigkeit behilflich zu sein, die selbst noch nicht über die erforderlichen Erfahrungen oder Mittel verfügen. Dass Israel manchen afrikanischen und asiatischen Ländern Entwicklungshilfe leistet, ist bekannt. Auch südamerikanische Länder, unter ihnen das grösste, nämlich Brasilien, haben im Rahmen des Entwicklungsprogramms Israel ersucht, ihnen Experten zu schicken, j Die Arten der von Israel ge leisteten Entwicklungshilfe sind sehr verschiedener Natur. In einigen afrikanischen Ländern haben" israelische Offiziere die dortigen nationalen Armeen aufgebaut, die Soldaten glschult sowie alle organisatorischen und militärischen Massnah-, 'Tfi'eri eingelpiteT7 die b'öi dem Aufbau ■feiner modernen Truppe erforderlich sind. Zu den Ländern, die Entwicklungshilfe leisten, gehört auch die Bundesrepublik. In verschiedenen afrikanischen Ländern sind inzwischen die israelischen Offiziere durch bundesdeutsche abgelöst worden. „Die westdeutschen Instrukteure treten in Afrika an die Stel le israelischer Offiziere, die dem diplomatischen Druck des ägyptischen Stabschefs weichen müssen“, schrieb jüngst eine einflussreiche Zeitung. Sie meint, dass „di Bundeswehr mit der Militärhilfe für afrikanische Länder fortsetzen würde, was deutsche Exerziermeir.ter seit Generationen in aller Welt mit gründlichem Fleiss“ besorgt haben. Es folgt eine lange,.Reihe solcher „Exerzietmeister“ ui ter ihnen: Hellmuth von Moltke und Feidmarschall Graf von der Goltz als Instrukteure des grosstürkischen Kaiserreiches; Major Meckel als Instrukteur der von B. B. SAMUEL japanischen Armee; Hauptmann Körner als Drillmeister der Chilenen; und Hauptmann Rohm, der spätere SA-Chef, als Lehrmeister der bolivianischen Soldaten, neben manchen anderen. — Was diese Militärhilfe kostet, ist nicht gesagt worden. Man rechnet mit mehr ist allerdings nicht gesagt. Sicherlich geht es niemanden etwas an, was die Bun desregierung mit ihrem Geld macht, und wo deutsche Unternehmen gegründet werden. Man wird aber unwillkürlich an die deutschen Experten in Aegypten erinpert, die dort Atomwaffen hers teilen, die für die Verdie Ve ¿3o nrrr J"Q W- NIGER IA ei . Karikatur aus einer deutschen Zeitung ’itf'folgen in der Hoffnung, - cfoss. „unsere Nachbarn ein Qle^ches tun“. Ben Gurlcu als 100 Millionen DM; der Betrag dürfte aber viel niedrig angesetzt sein. Im Vergleich zu den deutschen Aufrüstungskosten ist den Betrag gering. Die arme Bundesrepublik; wenn man die hohen Lasten für die Aufrüstung und die militärische Hilfe rechnet, wird man verstehen, dass die Novelle zum Entschädigungsgesetz so mager ausgefallen ist. Es kostet doch alles so viel Geld... Aber auch andere Länder als die afrikanischen Kleinstaaten erhalten aus Bonn Unterstützung. Da ist z. B. der Irak. Dort sollen Strassen, Häfen und Wasserreserven angelegt werden; das sind gewiss nützliche Vorhaben. Die Bundesrepublik gibt hierfür ein Darlehen in Höhe von 15 Millionen englischen Pfunden. Ausserdem ist geplant, Unternehmungen in Bagdad zu eröffnen, welche Unternehmen nichtung Israe’s bestimmt sind. Zwar hat di» deutsche Regierung in diesem Fall versprochen, gegen dieses Vorhaben einzuschreiten und die deutschen Experten zurückztirufen, sich aber zum Schluss auf formelle Fragen zurückgezogen und erklärt, es fehle an der notwendigen rechtlichen Handhabe. Diese sollte geschaffen werden. Bis heute ist sie aber nicht beschlossen. Auch der Irak gehört zu denjenigen arabischen, Ländern, die sich in ihren Hassgesängen gegen Israel nicht übersteigern können. Auch der Irak hat laufend feindselige Erklärungen gegen Israel veröffentlicht und bleibt in seinen Drohungen hinter den Ergüssen Nassers kaum zurück. Die Annäherung zwischen Syrien und Irak, die angeblich einen einzigen Staat — jedenfalls in der Praxis — zu bilden behaupten, erhöht die Bedrohung der israelischen Grenzen, wobei es .auffällt, dass in den letzten Wochen die Ueberfälle der Syrer zunehmen. Trotzdem hat die Bundesrepublik den Irakern grosse Kredite eingeräumt. Als der junge irakische König vor wenigen Jahren ermordet wurde, haben die Deutschen sich empört. Dass sich der Irak ostentativ auf die russische Seite geschlagen hat, ist keinesfalls vergessen. Jetzt wird auch von der Bundesrepublik ein Staat im Rahmen der Entwicklungshilfe gestärkt, der nach Revanche und Krieg gegen Israel schreit... Selbst wenn man die Politik als die Ausnutzung sich bietender Chancen verstehen wollte, bleibt ein peinlicher Eindruck, dass ausgerechnet die Bundesrepublik solchen Staaten Hilfe leistet, die in der vordersten Linie der anti-israelischen Front stehen. AUSWANDERUNG AUS MAROKKO erklärt, sein Nachfolger Levi Eshkol. hege den Willen, der politischen Linie seiner eigenen Regierung zu folgen und „mit Nasser oder irgendeinem anderen verantwortlichen arabischen Politiker an irgendeinem Ort und in irgendeinem Augenblick ohne vorher gestellte Bedingungen zusammer.zutreffen, um über irgendwelche Vorschläge zu verhandeln“. Ben Gurion erklärt sich davon überzeugt, dass „ein solches Gespräch in wenigen Stunden das Misstrauen und die Missverständnisse beseitigen würde, die sich im Lauf der Jahre angehäuft haben.“ Er weist auf den Friedenswillen hin, den Israel seit Gründung des Staates bekundet hat, während die Araber in ihrer Feindseligkeit verharren, und fügt hinzu, dass das Hauptziel der israelischen Aussenpolitik nicht nur der Frieden sondern „auch ein Bündnis zwischen Juden und Arabern“ gewesen ist, das zu einer politischen, ökonomischen und kulturellen Zusammenarbeit zum Wehle beider Teile führen könne. Er unterstreicht, dass solange Aegypten sich dem Frieden abgeneigt zeigt und von einer ausländischen Macht ausgiebig mit modernen Waffen ausgerüstet wird, „Israel stark genug bleiben muss, um mögliche Angreifer abzuschrecken“. Abschliessend stellt Ben Gurion fest, dass die afrikanischen Völker verstanden haben, von welcher Wichtigkeit die israelischen Erfahrungen und die Errungenschaften des Pionierwelkes sind, die auch Israels Nachbarn nützlich sein könnten. Israels Ziel müsse es sein, „unser grösstes Gut, den entscheidenden Faktor urseres Ueberlebens, die überlegene Qualität unserer Männer und Frauen zu bewahren.“ UTA) Es ist kein Geheimnis, dass die jüdische Auswanderung aus Marokko wieder in Gang gekommen ist. Hierzu mögen ¿nnerarabische Gründe mässgeDend sein. Die nationalistische Zeitung „Al Alam“ berichtet unter grosser Aufmachung, dass seit dem Jahre 1956, seit Marokko die Unabhängigkeit errungen hat, 50.000 Juden aifsgewandert sind. Die Regierung habe die Zustimmung zur massenweisen Auswanderung erteilt, und es seien jetzt wieder 2.000 Juden zur Abreise bereit. Die Zeitung „AI Alam“ gehört der oppositionellen Istiqlal-Partei an und hat die jüdische Frage aufgegriffen, um der Regierung Schwierigkeiten zu bereiten. Sie erklärt, dass den j Juden vor den Wahlen gesagt wurde, wenn sie fü«- die j Regierung stimmten, wür-1 den sie auswandern können. I Die Istiqlal-Partei war in; den letzten Jahren an der j Regierung; unter ihrem Re I gime ist die Auswanderung j der 50.000 erfolgt. Diese An- | gäbe der Partei dürfte zutreffen, da sie doch an der Macht war und da auch heute noch zahlreiche IsLqlal- Anhänger an wichtigen Posten sitzen. Die Zeitung behauptet, dass die Pässe durch die Zionistische Organisation verteilt worden seien, welche auch die Schiffe und Flugzeuge stellte. Der Leiter der neuen Partei, In-. r.enminister Guedira, habe' seine Wahlversammlungen zum Teil in den jüdischen Gemeinden durchgeführt, und er hab» angeordnet, dass die Rabbiner angchal ten werden, bei den Parlamentswahlen für die Regierungspartei zu werben. In Casablanca wurde ein» neue Synagoge durch Oberrabbiner Messas eingeweiht. Eine lokale Gruppe brachte die Mittel hierzu auf, und sie übernahm auch die Ausbildung von 100 Kindern als Choristen für die Gottesdienste. Zwischen der Alliance Israelite Universelle und der Regierung ist das Abkommen über die Weiterführung der jüdischen Schulen erneu ert worden. Diese Schulen wurden vor hundert Jahren gegründet. Grand Raobin Kaplan aus Paris war unlängst in Marokko, um sich über die jüdische Lage zu informieren. Jugendliche pflegen Friedhof Düsseldorf. — Di» Jungsozialisten von Höhrgrenzhausen wollen für immer die Pflege des jüdischen Friedhofes übernehmen. Scnon im Herbst vergangenen Jahres haten sie den Friedhof insUndgesetzt. (AWZ) Registro de la Propiedad Intelectual No. 735 104 Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 . ha»

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