Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2024 (9.8.1963)
- Date
- 1963-08-09
- Page
- [Seite 12] (sequence 12)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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„ I FRANQl’Et) PAGADO Concesión 908 “! £ »s e — ,c a tor W£<j TARIFA KEDCOUM I Conces on 1629 ¡EL EJEMPLAR I en toda la República 10.- AÑO XXIV BUENOS AIRES, VIERNES 9 DE AGOSTO DE 1963 PUEYRREDON 2190 1? izq. T. E 83 2613 Buenos Aires No. 2024 sraels Wir sind in den letzten Jahren Zeugen einoo nei spiellosen Aufschwungs der Kriegstechnik gewesen, einer Fr.twicklung, die im. Nahen Osten mit einiger ver spütung eingesetzt hat, aber nun auch in dieser Reg'on, auf dem Gebiet der Raketen, Uebersehallflugzeuge,: Elektronik und vielleieh/ auch Atomwaffen den Charakter einer eigentlichen Re' voiution angenommen hat. Selbst wenn die verschiede1 neu Länder im Nahen Osten veir fügen, noch nicht die verheerenden EinsatzmogJchkeiten und dis Zeintörungs kraft der Raketengeschosse, Kernwaffen und ferngelenkten Bomber tes Arsenals der Grcssmächte haben, so kann und darf nicht übersehen werden, dass auch die in den arabischen Staaten vornancienen Waffen Israel zwingen, Kampfverfahren und Organisation seiner Stieit krüfte gänzlich zu überprüfen bzw. zu ändern. So steht einwandfrei fest, dass der Einsatz der neuen Waffen zu einer viel grosseren Beweglichkeit in der Kampf-Führung zwingt. De Zentralisierung der Kräfte, um sich der gegnerischen Wirkung zu entziehen, und Konzentration zu ihrem Ein- Gegner im Gegenangriff zu ta een und die Voraussetzungen für die Wiederaufnahme einer beweglichen Of fer.sive zu schaffen, oie die Grundlage der Ka.npfdok trin Zahals bleibt. Organisatorisch gesehen bedeutet das eure Hcrabset-; zung d|r Grosse der ver- '•isphRSehen Einheiten (wobei .IZahal ¡sehen -seit Jahren F bahnbrechend tätig war) mir 4 «4rier parallel laufenden Stär kung d:r Feuerkraft und eits - Probleme im Ernstfall mit einigen mindestens 2.000 moderne Waffen, über die. dieFRewegTichkeit der Truppenkr. int Vokon ritt »-T< . verbände. DIE, BESONDERE LAGE ISRAELS Ein Kleinstaat wie Israel ist. zumindest vom re n militärischen Standpunkt au? betrachtet, mancher der Sorgen enthoben, die die Grossmächte plagen. Eine gross angelegte strategische Offensive kommt wahr-; scheinlich kaum in Frage. Es braucht daher keine! Langstreckenbomber, keine ii.tei kontinentalen Fernge 1 nehesse, keine Kernwaffen und keine vorgeschobenen i Basen. Diese Vorteile auf! militärischer Ebene werden; jedoch durch die politische! und geographische Lage wiei der zunichte gemacht. Und; anstelle der Sorg?n. drren , , „ . | das Land entheben ist treten satz an den Brennpunkten wesentlich ernstere Probleme welche die Kniffen und Ersatzmöglichkeiten in der Lage wäre, sich durchziiietzen. Was die Israelis 1948 zu leisten ver mochten, kann im kommenden Konflikt, wenn ein solcher nicht vermieden werden kann, nicht mehr gelten. Im .Druckknopf Krieg1 dem wir uns langsam nähern, wird die menschliche Ueberlegenheit der israelischen Streitkräfte vielleicht weiter ais Faktor in Rechnung zu ziehen sein, aper als ein Faktor von nur noch zweitrangiger Bedeutung. Eine Landesverteidigung, wie gut geschult und opfer mutig auch die Soldaten sein würden, ist heute nur möglich bei Gebrauch modernster Waffen. Verwendung der letzten Kampfmelhoden, maximaler Potenzierung von Feuerkraft und Beweglichkeit, mter Einsatz aller zur Verfügung stehenden Neue rungen der Technik. FOLGEN DER ARABI¬ SCHEN AUFRUESTUNG der Kampfführung, wech sein in rascher Folge, be sondern für eine Armee wie Zahal, deren Potential auf jeden Fall und noch mehr im Falle eines etwa'gen Zweinfronten-Krieges. zahlenmässig begrenzt ist. Taktische und operative Umfas sung des Gegners, Verschiebungen eigener Truppen y'.d Heranführung von Reseiven und Nachschub werden künf tig immer schneller, d. h. mit motorisierten Mitteln und besonders durch Flugzeuge. erfolgen müssen. In der Abwehr — citer im Zahal-Planungsstab uur als letzte Möglichkeit vorgesehenen Lösung — ist der .Wert einer statischen Ver teidigung in Stellungszcnen nicht nur ar.3 geographij sehen Gründen unmöglich! geworden. An ihre Stelle j tritt die bewegliche Veiteij digung, welche die vorderen i Stellungen nur sehr spar-1 lieh durch die gestärkten j Verbände der Hagara Merj chavit (Territorial-Verteidi-1 des jüdischen Staates seit seiner Gründung begleitet haben. Israel befindet sich seit jeher in der Sfua-ion einer belagerten Festung, doch haben die technischen Entwicklungen der Walfenindustrie, auf die hingewiej sen wurde, sowie die neuen politischen Konstellationen, die eich im Nahen Osten zusammengeballt haben, zu eij ner weiteren Verschärfung der Sicherheitslage geführt. Die relative Ruhe, die an I Israels Grenzen seit einigen 1 Jahren herrscht, hat in brei- , ten Kreisen der Bevöike- ] rung die tatsächlichen Gefahren, an denen sich nmhüs geändert hat, in Vergessen j heit geraten lassen. Es hat sich im Laufe der letzten , Jahre e'r.e gewisse Schwer- | fälligkeit eingeschlichen, die ' volle Tragweite der militärtechnischen Entwicklungen, j deren Zeugen wir sind, zu j begreifen. Diese Schwe. fälligkeit kann für die Landesj Sicherheit auf lange Sicht zu | gung) besetzt und den; einem Ge.'ahrcnfak^or er Kampf mit motorisierten j sten Ranges werden. Au- und gepanzerten, durch die I f,-erdem besteht immer noch i Luftwaffe und den Einsatz | der Irrglaube — und manch- 1 Eine der ersten Massnahmen, über die die Herrscher der Mitgliedstaaten des geplanten panarabisrhen Staa tsnbundöG — Aegypten, Syrien y d Trak, — Besprechungen führten, war di« Möglichkeit einer Koordinierung ihrer Armeen und Stä- SLherheit i be- Es so11 hi-r noch gePrüft | werden, inwieweit eine soli che Koordinierung möglich I und sinnvoll sein kann, aber über die Ziele, die sich ein etwaiges vereintes arabi | sches Militär - Kommando I stellen würde, kann kein i Zweifel bestehen. Wenn die I Vereinheitlichung der arabi- I sehen Heere verwirklicht werden wird, dann rur, um I di.ee gestärkte Militärkraft I so bald wie möglich gegen den ..Erzfeind“, gegen Israel, einzusetzen. Tanks, Hunderte von Kampf flugzeugen und wah echeinlich auch über ein Netz von Raketen und Ferngeschossen verfügen, d. h. über das Vielfache der Waffen ähnli chen Typs, die Zanal einsatzbereit hätte. EIN ALLARABISCHES HEER Die Möglichkeit, diese Kräfte tatsächlich rationell; zu verwinden, hat jedoch eii ne Reihe von Vorau<-setzunj gen, die bei weitem noch nicht gegeben sind. | Die grösste Schwierigkeit i für den gemeinsamen ope | rativen Einsatz der Heere ■ von Aegypten, Irak und Syj rien ist geographischer Na-; tur. Der Mangel einer Lrndbrücke zwischen Aegypten und seinen Verbündeten, mit anderen Worten die zumin de.st vorläufig noch bestehende Unabhängigkeit Trans jordaniens, erschwert die tatsächliche Zusammenarbeit und den etwaigen künftigen gemeir.ßamen Einsatz der drei Heere fast r>is zum Wachsamkeit und Bereitschaft Tel Aviv. — Ministerpräsident Levi Eshkol erklärte, die Antwort auf Nassers Ankündigung, er treffe „Vorbereitungen, um Palästina von den Zionisten zu befreien“, würden andere Vorbereitungen sein .Eshkol sprach im Klub der Presse im Sokolow-Hav.s Er äusserie, man mache ihm des öfteren d.n Vorwurf, dfrss er zuviel von Frieden spreche, doch dies schliesse den Zustand der Wachsamkeit und Bereitschaft nicht aus. Der Ministerpräsident, der das Abkommen in Moskau über das teilweise Verbot der Atomversuche begrüßte, erklärte, man müsse dieses als „ein Tor betrachten, das zu einer Verständigung zwischen den Länderblocks führen könne, doch es sei abzuwarten und zu sehen-, ob diese Uebereinkunft irgendeine Beziehung mit der Lage im Mittelostep habe.“ Eshkol fügte hinzu, Israel habe verschiedentlich versucht, zu emer Besserung der Beziehungen mit der Sowjetunion zu gelangen, doch „kein Gehör“ gefunden. Desgleichen betonte er, dass Israe_l wiederholt Rotchina gegenüber seinen guten Willen bekundet habe, „aber wir hiben auf eine positivere Haltung zu uns gewartet, und wir warten weiter.“ Auf eine an ihn gestellte Frage antwortete er: „Unsere Erfahrung und auch die jüngsten Unterhal'ungen in Moskau bilden einen Grund mehr für uns, dass wir für direkte Verhandlungen mit den Arabern ein treten.“ Auf eine rudere Frage entgegnete er, dies direkte Gespräche bessere Früchte zeitigen. „Ich Kenne keine bessere Lösung für das arabisch-israelische Problem als direkte Unterhandlungen“, «versicherte er. (ITA) von Fallschirmjägern untermal findet man ihn sogar in stutzten Reserven von der j führenden Kreisen der Sizweiten Linie aus führt, um ( cherheitsbehürden —, dass etwajge Lücken in der Front ■ man durch em besseres zu schhessen, eingedrunger.e , menschliches Potential und Antisemiten verhaftet London. — In der poinLehen Stadt Drzerdzeniw wurden mehrere Personen verhaftet, die öffentlich antisemitische Aeusserungen gemacht hatten. Der J/orfatl ereignete rieh in dem besuch'esten Café der Stadt, „Mekka“, in dem einige Polen beleidigende Angriffe gegen die Juden im allgemeinen richteten t*»d schliesslich einige an einem Nebentisch citzende Juden anpöbelten. Unter den Juden an diesem Tisch befand sich ein Herr Turbiner, der Geschäftsführer des Lokals, sowie ein Herr Goldberg, Mitglied der Koope rative, der di-cees Café gehört. Die antisemitischen Rowdies wurden von der polnischen Volksmiliz verhaftet. Der Staatsanwalt von Wroclaw hat ein Verfahren zur Untersuchung des Falles eingeieitet. (ITA) In Kairo wurden die ersten vorbereitenden Unterredungen über den oKoordinierung der Armeen der drei Staaten kürzlich eingeleitet. Es steht aber noch nicht fest, was von den drei Ländern unter diesem Begriff verstanden wird. Ist an einen gemeinsamen Stab und gemeinsame Einsatz - Möglichkeiten der Truppen im Notfälle gedacht? Will man von einem den drei Stäben übergeordneten Hauptquartier aic die Entwicklung der drei Armeen leiten, wobei auch gemeinsame Uebungen der drei Armeen erfolgen körnten? Oder hofft man sogar, eine einheitliche Armee, mit einem einzigen Stab, unter Standardisierung der Waffen und des Trainings, aufzustellen? 2wei felsohne bestehen in diesen Grundfragen noch ernste Meinungsverschiedenheiten zwischen den Partnern des geplanten Staatenbundes. Wie aber auch die Koor dinierung aussehen wird, feststeht auf jeden Fall, dass die drei Staaten über ein militärisches Potential ver fügen würden, dr.s der Zahal nicht nur zahlenmässig, Sendern auch in der Aufrüstung weit überlegen ist. Aegypten, Irak und Syiien zusammen würden ein stän diges Heer von 300.000 Mann haben, mit weiteren 150.000 Mann in der ersten Reserve. Dies?--.Armee würde über anderen strategischen und kungseffekt darstelkn zu operativen Prinzipien ba- , können, muss sozusagen die eiert. Auch im Trainingsni- -erste Verteidigungslinie Za- TT .. .. , . , , veau der drei Armeen beste-! hals bleiben. Israel mies Unmöglichen Aegypten hat | hm wesentliche Differenzen, ¡ sich aber zugleich bewusst bei dem Feldzug im Jemen j (Die ägyptische Armee ist 1 sein, dass selbst eine gl&ubbei weitem die fortgeschrit . würdige Abschreckungstenste, während die irakimacht nicht auf jeden Fall sehe Armee in Ausbildung* ausreichen wird, uivd dass und optimalem Einsatz der i die Entwicklungen im Mit- Waffen noch stark im Rück-! teiost-Raum und in unserem stand ist). '1 Zeitalter eine neue mililäri- Selbst im Falle ei;es tat-[sehe Auseinandersetzung mit der arabischen Wett wahrscheinlich, wenn nicht sogar bewiesm, dass es fähig ist, Verbände in Brigaden-Stär ke auf dem Luftweg und per Schiff auf Hunderte von Kilometern Entfernung in den Kampfsektor zu bringen und den Nachschub dieser Truppen zu sichern, aber im Falle eines Israel-Feidzugecwäre e'n solches Unternehmen zweifelsohne wesentlich schwieriger, wenn nicht gänzlich undurchführbar. Auch auf dem Gebiet der Organisation würden der ge panten Koordinierung oder Vereinheitlichung gewaltige Schwierigkeiten im Wege stehen. So ist der ägyptische Gcneralstab auf vier verschiedenen Abteilungen aufgebaut, während der irakische Stab seine Arbeit auf zwei Abteilungen aufteilt. Die Armeen der drei Länder sind zwar alle zum Grossteil mit sowjetischen Waffen ausgerüstet, aber während Aegypten und Syrien zur sowjetischen Kampf Doktrin ü'oergegangen sind, gilt Im irakischen Heer immer noch die traditionelle westliche Doktrin, die auf gänzlich Jüdische Auswanderer New York. — Vcn den 9.300 jüdischen Männern. Frauen und Kindern, die im Jahre 1962 vom United Hia«s Service unterstützt und wiederangesiedelt wurden, ka men 46 % nach den Vereinigten Staaten, wie James P. Rice, der Direktor der Exekutive des Hias erklärte. Die Zahl 9.300 stellt eine | 30prozentige Erhöhung ge- I genüber dem Vorjahr dar. | Die restlichen 54 Prozent j wurden vom Hias in Kanada, Brasilien und Australien angesiedelt. Rice wies darauf hin, dass der Lufttrans port von Juden ipd Nichtjucen aus Kuba während der kubanischen Krise im vergangenen Oktober praktisch unterbrochen wurde. Eine beträchtliche Zahl von Juden. die auswandern möchten, ist noch in Kuba ver blieben. Ihnen sei der Hias bereit zu helfen, wenn und inwieweit die Umstände dies gestatten würden .(ITA) sächlichen Uebereinkommens über die Koordinie rung der Streitkräfte der drei arabischen Staaten, muss aus den hier erwähnten technischen Gründen mit einer langen Zeitspanne gerechnet werden, bevor eine panarabisch-e Armee aufgestellt und einsatzbereit sein wird. Es kann jedoch nicht geleugnet werden, dass inzwischen «jede auch nur beschränkte militärische Zusapnmenarbeit zwischen den drei arabischen Staaten eine weitere Gefährdung der Sicherheit Israels bedeutet. Politische Tatsachen, geographische Lage und' die technischen Entwicklungen der letzten Jahre stellen die israeliscehn Streitkräfte heute und in den kommenden Jahren vor enorme Anforderungen, die die Aussichten auf eine wirksame Verteidigung wenn nicht problema tisch, so doch wesentlich schwieriger als bisher machen. Israel wird niemals in der Lage sein, die arabischen Staaten tatsächlich zu besiegen. Es darf im besten Falle nur damit rechnen, seine eigene Niederlage zu verhindern. Ein Erfolg über die arabischen Heere kann des halb nur ein provisorisches Zwischenspiel sein. Der Sinai-Feldzug hat bewiesen, dass die Israelis vielleicht einen Feldzug gewinnen, die Früchte dieses Feldzuges jedoch nicht gemessen köni nen. Deshalb muss die Si j cherheitspolitik auch in Zu-! kn.ft weitgehend auf die j Vermeidung eines neuen Konfliktes orientiert sein, j Der Aufbau einer Streit- | macht, stark genug, um einen ständigen Abschreklinvermeidlich machen. Deshalb müssen sich die Israelis auch in Uebergangsperioden der anscheinenden Entspannung der Tatsache bewusst bleiben, dass sie ihr gy.izes Sinnen und Trachten daran setzen müssen, einen etwaigen Angreifer (oder einen Feind, der einen Angriff plant) zu | schlagen, blutig und verj nichtend zu schlagm. Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn sie ihre Armee so organisieren und bewaffnen, dass sie nicht nur in der Lage ist, sich zäh und verbissen zu halten, sondern in erster Linie mit starken mobilen und feuerkräftigen Verbänden auch hart zuzuschlagen und auf feindlichem Gebiet eine positive , Entscheidung zu erzwine-cn. Bericht über Diskrimination Washington. — Obwohl die Möglichkeiten auf dem Stellungsmarkt für Juden in den letzten 25 Jahren in der Bundeshauptstadt sich erheblich gebessert haben, „existiert auch heute noch eine beträchtliche Diskrimination gegen die Juden bei Anstellungen für leitende Posten in Versieherungrs - Gesellschaften, Banken, Sekretariaten und Büros“. Diese Feststellungen sind in einem Bericht enthalten, den der Präsident des Nationalcomites für Diskrimination bei Anstellungen, Myer Freyman, der Beratenden Kommission des Distrik‘,3 von Columbia unterbreitete. (ITA) Registro de la Propiedad Intelectual No.' 735 104 Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831