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Jüdische Wochenschau · 1963-08-09 · 2024 (9.8.1963) · p. [Seite 9]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2024 (9.8.1963)
Date
1963-08-09
Page
[Seite 9] (sequence 9)
Language
German, Spanish
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Viernes, 9 de Agosto de 1963 LA SEMANA ISRAELITA Año XXIV. — No. 2024 — Ï hon für aufrvon lg ^3nadi, Nation .,Pro- Br<leu ist dass die >n Quali- 5Pfechen. wichtiger verderhlisport und itung die. dass ihre Europäi- Italien, als uneraoisatioa wen zu- «meinen diese riK vird. 77 sowie 2 ents stehsvollen Fügung. eines Saales, nungs a Winmhais, •eien ante mir Zeniraerkehr einen; einer eis an in leiten wir Ereig 1963/64 IfKtanzaliah. 1963: ndwirt in den ndern, j’naWowv ektoriutns irisflictw mationa- [aemato- Sitzung internader So- 163: 18. Junior '1963: ress. Kongress Verbankmakier IF.I.A.- tionaier bauwe- IV. tne für Hasim- Chor •nationampiogongi'^s Mikmcholym- Derinä ***** $ *i J-i ♦ «•! Theodor Herzl GeSellSdafr PUEYRREDON 2190 1 St. * * * T. E. 83-2613 Identifikation statt Philanthropie NACHRICHTEN AUS ISRAEL pi ■j Zum ersten Mal seit ihrem 66jährigen Bestehen hielt die Zionistische Organisation von Amerika ihre Jahreskonferenz in Israel ab. Dieses Treffen bedeutet einen allerdings überraschenden Wendepunkt, denn schon vor zehn Jahren hätte die Organisation in Israel stattfinden sollen, um den Israel« die Art des amerikanischen Zirnismus zu zeigen., Das diesjährige Treffen fand jedoch unter günstigen Umständen statt, die bei der Planung nicht vurausgesehen werden konnten. Die Konferenz wurde unmittelbar nach der Abdankung David Ben Gurio.ns als Ministerpräsident abgehalten. Ben Gurions Ansichten über den Zionismus in der Diaspora sind zu wohlbekannt, nnd bedürfen keiner Wiedererörterung. Die neue Regierung Israels wird wahr scheinlich bezüglich der Diaspora einen anderen Standpunkt einnehmen, der sicherlich zu ergiebiger Zusammenarbeit führen wird. Der neue Premier, Levi Eshkol, welcher bedauerlicherweise wichtiger Staatsgeschäfte wegen verhindert war, an der Eröffnungssitzung teilzunehmen, war lange Jahre hindurch das einzige Mitglieder der israeli sehen Regierung in der zionistischen Exekutive. Als Finanzminister und Direktor der Abteilung für landwirtschaftliche Besiedlung der Jewish Agency war er Verbindungsoffizier zwischen dem Staat und der zionistischen Bewegung. UNTERSCHIED ZWISCHEN ZIONISTEN UND NICHT-ZIONISTEN Was ist heutzutage der Unterschied zwischen Zionisten und Nichtzionisten in Amerika? Dr. Max Nussbaum gibt uns die folgende Antwort: Die Zionisten identifizieren sich mit Israel. Gestützt auf Herzls klassisch geworden« Definition „Wir sind ein Volk, e i n Volk“ fühlen sie sich eins mit dem jüdischen Volk sowohl in Israel als auch in Amerika. Sie stehen nicht abseits wie die Philanthropen, welche bereit cind, Beiträge vnd Hilfe anderer Art zu leisten, aber doch nicht unbedingt hinter Israel ste hen, wenn die politische Situation dies notwendig macht. Dr. Nussbaum stützte sich auf zwei Beispiele aus der jüngsten Geschichte. Während der Sinai Kampagne und zur Zeit der „Sob'en- Affäre“ waren die jüdischen Freunde Lsraels in Verlegenheit. Sie waren verwirrt und erschreckt durch das Schlagwort von der doppelten Loyalität. Allein die Zionisten stellten sich rückhaltlos auf dis Seite Israels. Zur Zeit der Soblen-Affäre veröffentlichte Rabbiner Dr. Nussbaum in seiner Eigenschaft als Präsident der ZOA eine Erklärung, in der er sich vollkommen mit der Haltung und Politik Israels einverstanden erklärte. Bezüglich der Frage der sogenannten doppelten Loyalität erwähnte Dr. Nussbaum den kürzlich erfolgten Besuch des Präsidenten Kennedy in Irland, wo er vom irischen Parlament als „Heimkehrer“ in eein Heimatland begriis-st wurde. Die Kennedys sind vor vier Generationen aus Irland ausgewandert, und J. F. Kenne¬ Von SCHALOM BEN-CHORIN dy ist heute Präsident der Vereinigten Staaten. Was für vier Generationen gilt, gilt auch für zwanzig und mehr Generationen. Israel blieb das Heimatland der Juden. Dies ist die zion:sti- Gehe Auffassung gegenüber derjenigen der jüdischen Philanthropen, für die Israel das Land der „heimatlosen“ Juden, der armen noch ihrer Hilfe bedürftigen Verwandten darstellt. Die Identifizierung mit Israel, mit dem ganzen jüdischen Volk ist darum kein blosses Schlagwort, sondern eine jüdische Philosophie, die noch der Erhärtung bedarf. Die Einwanderung nach Ir,rael ist zweifellos ihre endliche, logische Konsequenz. Dies war auch der Inhalt der Ansprache des Präsidenten Salman Shazar, der die amerikanischen Zionisten aufforderte, nach Israel zu kommen und die jungen Leute nach Israel zu senden. Die jüdische Position der ganzen Welt — wenigetens der westlichen Welt — zeichnet sich heutzutage durch die freie Wahl aus. Nun kann ein Jude aus freiem Willen in seine historische Heimat zurückkehren. Es ist nicht mehr der entwurzelte, gejagte, wandernde Typ des Juden. Israel gab ihm den Boden unter den Füssen zurück. In Israel schuf der Jude wiederum ein schöpferisches Werk. Heute bedeutet Zionismus Identifizierung des Juden mit Israel und dem ganzen jüdischen Volk. Für einen Zionisten ist Israel das Zentrum des jtidißchen Volkes, für einen Nicht Zionisten ist es nur ein Teil des jüdischen Volkes. HISTORISCHER UEBERBLICK Dr. Nussbaum gab einen Üeberblick über den amerikanischen Zionismus in Gegenwart und Zukunft. Dr. Abba Hillel Silver, der vor kurzem seinen 70. Geburtstag beging, gab eins histo rißche Uebersicht über die vom amerikanischen Zionismus zum Aufbau des Staates gelieferten Beiträge. Als es 1945, gegen Ende des zweiten Weltkrieges, klar wurde, dass Grossbritannien weder imstande noch bereit war, ,seine auf Grur.d der Balfour-Erklärung und des Mandats für Palästina übernommenen Versprechen zu erfüllen, ging der politische Schwerpunkt auf die Vereinigten Staaten über. Die amerikanischen Zionisten unternahmen es einerseits, das breite Publikum Amerikas von der Rechtmässigkeit der ziorißtischen Forderungen zu überzeugen, und andererseits die Hilfe des Weissen Hauses gegen das antizionistische State Department, wie auch der UN anzurufen. Dies alles war Aufgabe des „American Zionist Em-ergency Council“. „Das ganze jüdische Volk hat diesen Staat gesenaffen“, erklärte Dr. Silver, und meinte, dass die glorreichen Siege der israelischen Verteidigungs - Armee nicht hätten errungen werden können, wenn ihnen nicht der politische Erfolg vorangegangen wäre, der den amerikanischen Zionisten voll und ganz angerechnet werden kann. Tausende jüdischer Männer und Frauen in den Vereinigten Staaten hatten sich Gelbstlos in den Dienst der gemeinsamen Sache gestellt, Massenversammlungen und Demonstrationen organisiert und Kontakte mit der Presse, dem Rundfunk und Television. Kongressmännern und Kirchen aufgenommen. Die Ansprachen Dr. Nussbaums und Dr. Silvers tan den in Israel die ihnen gebührende Aufmerksamkeit. Die amerikanischen Zionisten lernten wertvolle Momente der israelischen Wirklichkeit kennen. Für viele dieser getreuen Diener Zions war dies der erste Besuch im Lande. Israel braucht die Juden der Diaopora; in den Zionisten besitzt es seinen wichtigen Vorposten in c’er Diaspora. Aber auch die Diaspora braucht Israel. Sie braucht eine klare ideologische Linie, die sie im geistigen, sozialen und politischen Sinne zu Israel führt. Heute ißt es der Zionismus, der diese ideologische Lini« besitzt, und dies wird noch lange so sein. INVESTITIONEN IN DER LANDWIRTSCHAFT DIE DRITTE MILLION Tel Aviv. — Wenn die! Dinge sieh wie bisher entwickeln, so werden wir am Ende dieses Jahrzehnts die Vereinigung aller jener Olim aus gewissen Ländern, in denen sie nicht frei als Juden leben dürfen, erreichen können, und dies be zieht sich nicht nur auf unsere Brüder in Russland, so erklärte Ministerpräsident Levi Eshkol auf der Schluss- Sitzung der 66. Jahreskonvention der Amerikanischen Zionistischen Organisation (ZOA). Zu dieser Zeit, so sagte Eshkol voraus, wird die Bevölkerung Israels durch die Einwanderung und natürliche Vermehrung drei Millionen betragen. Er be tonte, dass die zionistische Verantwortung nicht mit der Staatsgri'ndung ihr Ende gefunden habe, und fügte hinzu. sie werde auch nicht aufhören, wenn drei Millionen Juden auf dem Boden Israel leben werden. „Wir tragen die gemeinsame Ver antwortung für die Ansiedli»ig von Juden in Israel“, lührte er aus, „und wir müssen um die Bereicherung unseres kulturellen und geistigen Erbes bemüht sein, indem wir einen starken Einwandererstrom aue den westlichen Ländern in mser Land leiten. Von dort kommen die Menschen, die uns helfen können, unsere Reihen zu vergrössern. un sere Wirtschaft aufzubauen, unser kulturelles und intellektuelles Leben auf eine höhere Stufe zu heben u»,d eine Gesel'ßchaft in unserem Lande zu formen. Isra el kann ein Ziel sein für die jüdische JugtnJ, die die Verantwortung fühlt, den jüdischen Geist auf unserem eigenen Boden zu pflegen.“ Er schloss mit dem Hin weis, dass das zukünftige Aufhören der auß der orientalischen Einwanderung be stehenden Reserven die Notwendigkeit der Alija aus den Vereinigten Staaten bedinge und setzte hinzu: „Ich will mir nicht anmassen, Ratschläge zu erteilen, wie die se Alija angekurbelt werden kann, denn dies ist ein Problem, das Ihr Gelbst lösen müsst.“ Aussenminister Golda Meir beantwortete die Fragen verschiedener Delegierter und unterstrich, si« sei sicher, dass Israel keinen treueren Freund aiß das Volk und die Regierung Amerikas besitze. Allerdings bestünden Differenzen und Probleme, die zwischen beiden Ländern geklärt werden müss ten. Sie umriss die israelische Position zu der arabischen Aufrüstung mit rußsischer Hilfe und setzte hin zu, nicht das. was di« Ara ber wollen, sei für die Zukunft entscheidend, sondern was das jüdische Volk, Israel an erster Steile und dae Volk als ganzes, tun weide Die Politik Israels ziele heute darauf hin, nicht zuzulassen, dass der Augenblick kommt, in dem Nasser glaubt, stark genug zu sein, um Israel zu beeiegen, Frau Meir ä-usserle auch, dass die Sowjetunion trotz de* star ken Wunsches Israels keine Besserung der rusßisch-israelischen Beziehungen wünsche und der fortgesetztj Zufluss von russischen Waffen nach Aegynien nichts als einer der vielen Beweise hierfür eei. Sie st:llte fest, dass Israel keine irgendwie gearteten Handelsbeziehungen mit Russland besitzt. Auf eine andere Frage entgegnete Golda Meir, das State Department vnd Israel seien sich einig, dass sie über die amerikanißchc Politik in Mittelost nicht übereinstimmen. Eine aus sechs Punkten bestehende Erklärung, welche die moderne Philosophie des Zionismus beinhal tet, wurde einstimmig be schlossen. Die Konvention, zu der 1.000 Delegierte und Gäßte erschienen waren, nahm ferner eine Reihe wichtiger Resolutionen über politische, ökonomische und administrative Probleme, die jüdische Erziehung und Einwanderung in Israel an. Die für die Tätigkeit der ZOA richtunggebende Erklärung besagt: 1. „Der Zionismus basiert auf dem grundlegenden Leitatz des unsterblichen Theodor Herzl, dass die Juden ein Volk — ein Volk bilden. Di« bedeutet, dass die Juden ob sie nun in der Diaspora als loyale Bürger ihrer betref fenden Länder leben od^r in Israel, durch historische, religiöse und kulturelle Bande miteinander verbunden sind. Die zionistische Bewegung ist die Verwirklichung dieser Idee und de« Gefühls der Zusammengehörigkeit des jüdischen Vol kes.“ — 2. „Der Zionismus stützt sich auch auf die Vor aussetzung, dass dpß Ueberlcben und die historische Kontinuität des jüdisch n Volkes nur durch den Bestand und die Entwicklung des Staates Israel g .richert werden können, der nicht nur eine Zuflucht für die Die im landwirtschaftlichen Entwicklungsbudget aller Jahre seit der Gründung des Staates bis zum letzten Finanzjahr ausgesetzten Be trüge belaufen sich auf insgesamt 1.185 000.000 IL. Hier- | von wurde für die Erßchlie i ssung und die Entwicklung | von Wasservorkommen der ■ Betrag von 288 Millionen IL verwendet. WASSERFUND Im Jerusalem Korridor sties.s man auf gutes Süss- WEßser; nach zehn, von der Gesellscnaft „Mekorot“ vorgenommenen Bohrungen konnte man sechs Brunnen konstruieren, die im Jahr zusammen 6 Millionen Ku bikmeter Wasser ergeben. „Mekorot“ will im laufeni den Jahr weitere fünf Boh-! ringen in diesem Gebiet j durchführen. HEIM FUER AKADEMIKER Im Bau eines neuen Heimeß (Hotels) für Akademi- | ker in Beer Schewa wurde | 1 Million IL aus erem gei meinsamen Budget der Jcw. j ish Agency (Keren Hajessod) und des Wohnbaumini steriums investiert. Das Hotel enthält 163 Zimmer und ist vor allem für die im Süden des Landes arbeitenden neueingewanderten Akademiker beßtimmt. EINHEITSKAMPAGNE IN KANADA Woolf Perry, Versitzender Stellvertreter des Keren Hajessod, besuchte Kanada im Aufträge der Vereinigten Israel-Aktion. Es gelang ihm. in den dortigen Provinzstädten eine beträchtli che Erhöhung der Einnahmen der Aktion zu erzielen. LANDWIRTSCHAFTLICHE PRODUKTION Dank der Steigerung der Produktivität, der Vergrösserung der Anbauflächen und der Zunahme des Ertrages pro Flächeneinheit ist der Wert der landwirtschaftlichen Produktion in Staatenlosen und Unterdrückten darstellt sondern die feste Grundlage für die erneute Schaffung einer echten jüdischen Zivilisation. Israel ist der Pfeiler des jii dischen Schickßals.“ (ITA1 Israel von 45 Millionen IL bei Staatsgrünöung auf 925 Millionen IL im laufenden Jahr gestiegen. Die Anbaufläche beträgt gegenwärtig 4.110.000 Dunam gegenüber 650.000 Dunam damaiß; wobei auf bewässerte Bc d n 1.440.000 (gegenüber 300.000) Dunam entfallen. DER LANDWIRTSCHAFT¬ LICHE EXPORT In den sechs Monaten Oktober 1962 bis März 1963 war eine Einnahmesteigerung aus dem landwirtschaftlichen Export um 22 Prozent gegenüber der entsprechenden Zeit des Vorjahres zu verzeichnen, nämlich von 52 Millionen Dollar auf 64 Millionen Dollar. AUSFUHR VON ZITRUS UND BANANEN In der zu Ende gehenden Saison wurden bis jetzt 10.900.000 Küßten Zitrus ins Ausland zum Versand gebracht — verglichen mit 7.900.000 Kisten im Vorjahr. Man hofft, bis zum Abschluss der Saison auf 12.500.000 Kisten zu gelengen. In diesem Jahre konnte nicht nur eine grössere Menge Früchte exportiert, sondern auch viel beßsere Preise für israelischen Zitrus erzielt werden. Auch die sich jetzt :hrem Ende nähernde Bananensaison 1962 auf 1963 war sehr gut, denn die Ernte beläuft sich auf fast 50.000 Tonnen, von dei nen 15.000 für die Ausfuhr | und 35.000 für den Inlands i markt bestimmt eind. | In diesem Jahre wurden! Bananen zum ersten Mal | nach Frankreich exportiert I und dort zu günstigen Prei- | sen abgesetzt. I I ENTWICKLUNGSBUDGET! VON MEKOROT I Das für das Finanzjahr I 1963—64 aufgestellte Budget der Gesd’ßchaft Mekorot für die Entwicklung der Wasservorkommen im Staate. ist das grösste seit Be stehen der Gesellschaft und beläuft eich auf 125 Millionen IL, wovon 103 Millionen für die Vollendung des ersten Stadiums der Jordanleitung bestimmt sind; durch diese sollen bekanntlich 180 Millionen Kubikmeter Wasser vom Kinneret-See abgeleitet und dem Zentrum und Süden des Landes zugeführt werden. Theodor Herzl Gesellschaft Gottesdienst an den Hohen Feiertagen ERNEUERUNG DER PLAETZE DES VORJAHRES Sonntag.. . M. August, 10—12 Uhr Mittwoch ...... 14. August, 19—21 Uhr Sonntag ....... 18. August, IQ—12 Uhr im Salon Sarmiento 2523 Nach dem 18. August verfügen wir über die nicht erneuerten Plaetze.

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