Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2023 (2.8.1963)
- Date
- 1963-08-02
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 ISRAELITA ASfO XXIV BUENOS AIRES, VIERNES 2 DE AGOSTO DE 1963 No. 2023 EL EJEjIPLAK IJ] b en toda la República PITE VEREDON 2190 19 fcq. T. E. 83 2613 Buenos Aires Welt-Konferenz der jüdischen Jugend ^Itste^luis; ^es ^ac^verlialtes ’ Die zweite Weltkonferenz der jüdischen Jugend, de ren Abhaltung an einem Welttreffen jüdischer Jugendorganisationen im Oktober vorigen Jahres :n London beschlossen wurde, wird vom 4. bis 9. August 1963 in Jerusalem stattfinden. Diese Konferenz wird einen ganz besonderen Charakter haben. Die Delegierten sollten bereits zwei Wochen vor der offiziellen Eröffnung in Israel eintreffen. um hier Vorbesprechungen und Bei ratungen abzuhalten, und j auch um eine Reise durchs I Land zu machen. j Die Weltkonferenz wird j von verhältnismässig kürzer Dauer sein und nur drei Vollsitzungen haben. Auf der einen wird David Ben Gurion über das folgende ziemlich problematische Thema: Die Verantwortung der Diaspora Jugend gegenüber Israel und die der israelischen Jugend gegenüber der Jugend in der Zerstreuung, sprechen. Dr. Nachum Goldmann, Präsident der Zionistischen Weltorganisation, wird die Situation der Weltjudenheit analysieren. Die dritte Vollsitzung wird dem Thema „Erziehung zu jüdi sehen Werten“ gewidmet sein; es werden Dr. Abraj ham Sacher, Präsident der j Universität Brandeis. und ' Rabb. Dr. Emanuel Rack-; man, Vizepräsident der Jeschiwa - Universität, spre | chen. j Die Delegiertenzahl wurde i auf 398 beschränkt, und | Mandate ergingen bereits j an die einze'nen Länder, j Danach coli Nordamerika 85 Delegierte senden, Israel 74 plus 21 Vertreter der jüdi- | sehen Weltorganisationen, Europa 88, Südamerika 78, Südafrika und Rhodesien 11. Australien und Neuseeland 7, Nordafrika 10, Indien und die Türkei je 1. Persien 2. Zehn Mandate wurden an weitere Länder verteilt. von HAIM SHACHTER sehe Jugend in der ganzen Welt; 6. die jüdische Jugend und die Welt der Erwachse nen. Die Höchstzahl der Mitglieder eines jeden Comiteß wurde auf 55 festgesetzt. WACHSENDE JUGEND¬ ORGANISATIONEN In den letzten ’ Jahren wurde eine Wiederbelebung der jüdischen Tugend der ganzen Welt und Anwachsen der jüdischen Jugendverbände festgestellt. Schätzungsweise beträgt die Anzahl der organisierten Mitglieder in etwa 200 Jugendverbänden in 42 Ländern der Zerstreuung jetzt 440.000. Davon entfallen 380.000 auf englisch sprechende Länder; 40.000 auf Südamerika, und 20.000 auf franzcßisch sprechende Länder. Die allgemein jüdischen Jugendverbände haben etwa 363.000 Mitglieder die zionistischen Jugendverbände etwa 47.000 und die i Pionier - Bewegung etwa j 36.000. Die Jugendorganisaj tion Bne Brit von Amerika i hat gegenwärtig 28.000 Mitj glieder. Diese Entwicklung der jüj dischen Jugendverbände gilt i jedoch nicht für die ganze I Welt. Frankreich ist in diej ser Beziehung weit zurück; j hier sind nur 11 Prozent der ■ jüdischen Jugend einem Jugendverband angeschlossen. In den Vereinigten Staaten beträgt die Ziffer etwa 28 Prozent. In England und Holland beträgt sie 33 Prozent. Daß heisst, dass nur etwa 27 Prozent der gesamten jüdischen Jugend in irgendeinem Verband organisiert ist. So bietet sich denen, die die historische Aufgabe haben, die jüdische Jugend für den Kampf um die jüdische Existenz und Annäherung an den Staat Israel zu gewinnen. ein weites Arbeitsfeld. Sie müsßen Wege und Mittel finden, um diejenigen Jugendlichen zu erreichen, die nicht irgendwie organisiert sind, keine jüdischen Schulen besuchen noch irgendwelche jüdische Erziehung gemessen, und daher der ihnen drohenden Gefahr der Assimilation ausgesetzt sind. Diese Gefahr ist besonders akut in jüdischen Studentenkreisen. Man nimmt die Zahl der jüdischen Studen ten der ganzen Welt mit 300.000 an; in einigen Ländern besucht bis zu 70 Prozent der jüdischen Jugend die Universitäten und andere höhere Lehranstalten, doch nur ein kleiner Teil von. ihnen ist m jüdischen Jugend- oder Studentenverbänden organisiert. Die Zeit für dis Gründung einer Weltvereinigung jüdischer Jugend scheint «omit gekommen. Es ist schwer zu sagen, ob der Konferenz eine formelle Entschliessung über die Gründung einer solchen Föderation vorgelegt werden wird, da von verschiedenen Seiten Oppo sition gegen die Schaffung einer solchen Zentrale besteht. Eß sollen jedoch in dieser Hinsicht praktische Schritte unternommen werden. WEITERE VERANSTALTUNGEN An die Jugendkonferenz schliessen sich sodann zwei wichtige Treffen an. die in Verbindung mit der jüdischen Jugendarbeit der ganzen Welt stehen. Das ist die Zusammenkunft der offiziellen Führer der greesen Jugendbewegungen einschliesslich die Pionierverbände, auf der die auf der Konferenz beschlossene Arbeit behandelt werden soll, wie auch die Beziehungen und Berührungspunkte zwischen den verschiedenen Verbänden und der Abteilung für Jugend und Pionierarbeit der Jewish Agency. Von 11.—13. August findet in Jerusalem ausserdem ein Welttreffen jüdischer Studenten statt. von BEN FRANKENSTEIN In Karlsduhe fand vor dem Bundesgerichtshof ein Prozess statt, der wegen seiner Protagonisten auffallen musßbe. Ehemalige Mitglieder des bekannten Abwehrdienstes von Gehlen hatten sich wegen Verrats zu verantworten. Die Herrschaften waren für „beide Seiten“ tätig gewesen und haben hohe Beträge von den Russen bekommen. Unverständliches Entgegenkommen der zuständigen Gefängnisbehörden hatte es möglich gemacht, daes die Angeklagten auch noch dann mit den Russen oder ihren Zwischenmännern in Kontakt bleiben konnten, als sie schon eingesperrt waren. Man kann nur von tollen Zuständen sprechen. Die blamable Situation versuchte man durch ein sehr bedenkliches Argument zu entkräften oder zu .entschuldigen*. Die Angeklagten seien ,alte Nazis“ gewesen. Damit war der Fall offeoßichtlich charakterisiert Das war die Erklärung für ihren Verrat. Aber man übersah bei dem Argument die Wohl berechtigte Frage, aus welchen Gründen ,alte Nazis“- in der bundesdeutschen Abwehr beschäftigt werden. Oder wird selbst diese Organisation Gehlen sieh darauf berufen, sie habe nicht gewusst, dass diese Verräter Nazis Waren? Jetzt hat ein Verteidiger ein weiteres Argument an gewandt, um das Verhalten seines Schutzbefohlenen Verräters zu entschuldigen“. Nicht Gewinnsucht, «o sagte der- Anwalt, sondern die Leiden in einem amerikanischen Gefangenenlager und das Bombardement seiner Heimatstadt seien die Motive des verräterischen Handelns gewesen. Da?« heute bereits wieder ein deutscher Advokat derartigen Unsinn aussprechen kann, dass ein Gericht diese Argument anhört, ohne' diesen Anwalt zur Ordnung zu rufen, dürfte nicht nur skandalös sein, sondern ein bedenkliches Anzeichen für die geistige Einstellung weiter Kreise bedeuten. Ein Nazi beschwert sich über die Behandlung in einem amerikanischen Lager...!, vielleicht einer, der zu den verbrecherischen Schindern der KZ gehört. Weil Dresden bombardiert wurde, solle man verstehen, dass ein alter Nazi Staatsgeheimnisse verrät! Warten wir ab, welche Reaktion dieee Episode vor dem höchsten deutschen Gericht auslösen wird. Es gibt gar keinen anderen ALTERSGRENZEN DER ABGEORDNETEN Um den Jugendcharakter der einzelnen Abordnungen zu wahren, wurde für die Mehrzahl der Delegierten eine Altersgrenze, und zwar 17—25 Jahre festgesetzt. ferenz soll innerhalb ven Co mités geschehen, die folgende Fragen behandeln werden: 1.) formelle jüdische Erziehung; 2. spezielle Aspekte jüdischer Erziehung, wie z. B. jüdische Führerschaft; 3. Erziehung zu jüdischen Werten;- 4. die jüdische Situation in der Welt; 5. Israel und die jüdi- Der Streit um den schles I Wig-holsteinschen Innenminister, Dr. Hartwig Sehlegelberger, dürfte vorerßt been det worden sein. Die Landesregierung von Schleswig- Holstein ist nach Akteneinsicht im Bundesarchiv, Zen tralnachweisstelle Cornelimünster bei Aachen, zu der Ueberzeugung gekommen, dass die schon im Dezember 1960 gegen den Kieler Innenminister und Stellvertreter deß Ministerpräsiden ten. den 49 Jahre alten Dr. Hartwig Schlegelberger, erhobenen Vorwürfe, er habe 1944 als Marinekriegsgevon JAKOB KATZ-R0GASEN Die Hauptarbeit der Kon-’^-ichtsrat das Recht gebeugt Abba Eban in Landon London. — Israels Vize-Ministerpräsident Abba Eban traf zu einem mehrtägigen Privatbesuch in London ein. Er wird nach Stockholm Weiterreisen, wo er Besprechungen Ober Probleme der biologischen und medizinischen Forschung, sowie über die Rolle der Wissenschaft bei der Entwicklung der jungen Länder führen wird. Eban unterhält enge Beziehungen zu der eng lißch-jüdischen Gemeinschaft. Seine Eltern leben in England. (ITA) und widerrechtlich Todesstrafen ausgesprochen oder gefordert, hinfällig seien. Scblegelberger hatte darauf bestanden, nicht vor einer restlosen Klärung der gegenwärtigen oder künftig möglichen Anschuldigungen die Amtsgcßchäfte des ihm am 5. Mai übertragenen Innenministeriums zu überneh men. Die Landesregierung hatte dann den Ministerialdirigenten Dr. Neumann-Silkow mit der Durchforschung der in Cornelimünster lagernden insgesamt 71.000 Akten und mit der Ausarbeitung eines Berichts beauftragt. In einem Brief Dr. Lemkes. des Kieler Ministerpräsidenten, an Dr. Schlegelberger heisst es, die Akten seien vom 13. bi^.zum 21. Mai 1963 (sehr schnell!) überprüft worden; Die Ueberprüfung habe ergeben, dass die von Schlegelberg er als Marinerichter gefällten Urteile oder als Vertreter der Anklage geßtellten Strafanträg-e in keinem Falle gegen die Grundsätze der Rechtsstaatliihkeit und der Menschlichkeit verstossen hätten. Er, Lemke, sei dabei von den vom Bundesgerichtshof entwickelten Grundsätzen für die Beurteilung sogenannte^, exzessiver Urteile oder defc: ä'uf cie hinwirken den Strafanträge ausgegangen. „Darüber hinaus lässt Ihre aus den Akten offenbar gewordene Tätigkeit bei der Mitwirkung an der Verfolgung und Beurteilung einer sogenannten wehrkraftzersetzenden Tätigkeit klar erkennen, dass Ihnen der Konflikt bewusst war, in dem Sie enden, als Sie Straftaten verfolgen mussten, die letztlich in ihrem Kern in einer berechtigten Kritik an der Staatßi-egierung bestanden“, schreibt Lemke. Schlegelberger habe sich mit den ihm damals möglich gewesenen. unter dem nationalsozialistischen System für die persönliche Existenz eines Richters nicht ganz ungefährlichen Masßnahmne „ernsthaft und mit beachtlichem Erfolg darum bemüht, die Verfolgten vor der vom Gesetz grundsätzlich angedrohten Todesstrafe zu bewahren“. Bei dar Verfolgung eindeutiger Fälle von Fah nenflucht habe Schlegelberger allerdings Härte zeigen müssen. Er habe damit „wie jeder‘Soldat und Beamte seine Pflicht getan, um mit den von Recht und Gesetz vorgeschriebenen Mitteln die Schlagkraft der Truppe zu erhalten.“ Lemke beruft sich dabei auf eine Argumentation des Bundesgerichtshofes:. „Es entspricht der geschichtlichen Ueberlieferung und der übereinstimmenden Haltung aller Kulturvölker, dass ihre Staats wesen in Zeiten höchster Not, insbesondere kriegerischer oder politischer Gefahr. Gerichtee wa;ten laßsen, die mit sachlich höchster Strenge zu arbeiten haben und weitgehende Verfahrensfreiheit gemessen.“ Nach diesem Grundsatz habe der Marinekriegsgerichtsrat und spätere Marinestabs- und Marineoberstabsrichter Schlegelberger gehandelt. Vorwürfe könnten darau« nicht hergeleitet worden. Nach der Auffassung Lemkes sei die in einem ande ren Zusammenhang und im Einvernehmen mit dem Bundesjustizminister vertretene Haltung der Justizverwaltung der Bundesländer zu billigen, dass es abgelehnt werden müree, die vor den Kriegs- und den ordentli chen Gerichten des „Drit ten Reiches“ durchgeführten Strafverfahren generell überprüfen zu lassen. Diese Verfahren hätten „die Vermutung der Rechtmässigkeit für sich“ und dürften nur auf Grund von konkreten und begründeten Vorwürfen in Einzelfällen untersuch: werden. Da auch der Kieler Oberstaatsanwalt Dr. Thamm auf Grwid einer Ueberprüfung zweier von dem Göttinger Rechtsanwalt und Strafver teidiger Dr. Paßsow erhobenen Strafanzeigen gegen Schlegelberger mitgeteilt habe, er werde die Aufhebung der Immunität Sehlegelbergers zur Einleitung eines Ermittlungsverfahren nicht beantragen, bat Ministerpräsident Dr. Lemke den Innen minister, nuq,mehr seine Amtsgeschäfte aufzunehmen. Schlegelberger hat dieser Bitte entsprochen. Natürlich besteht kaum die Möglichkeit, die gemachten Angaben, Feststellungen und Rückschlüsse zu überprüfen. Immerhin fällt auf, mit welchem Elan an die Reinwaschung eines Verdächtigen herangegangen wird, beinahe mit demselben Schneid, mit depi das Landes - Entschädigjmgsamt in Schleswig-Holstein die berechtigten Ansprüche der Verfolgten des Naziregimes abdrosselt. Allerdings wird man über! die durch nichts bewiesene! Behauptung, die „vor den Kriegs- und ordentlichen Gerichten des Dritten Reiches durchgeführten Strafverfah ren hätten generell die „Vermutung der Rechtmässigkeit“ für sich, nicht einfach zur Tagesordnung übergehen können! Diese Behauptung steht mit der historischen Wahrheit im Widerspruch, ßoweit es sich um politische Prozesse und Verfahren gegen Gegner des NS-Regimes handelt. Die Verdrehing der Tatsachen ist alarmierend! Warnung an jüdische Auswanderer ’ London. —Die neue irakische Regiej^ng hat eine Warnung an alle Juden erlassen, die ins Ausland fahren oder nicht zu der im Pass angegebenen Zeit zurückkommen, dass ihre Verrjxögen beschlagnahmt werden. Nach dem neuen. Gesetz kann ihnen auch die irakißche Staatsangehörigkeit entzögen werdai. In der Begründung wird ausgeführt, dass eine Zahl von Juden sich gegenüber Irak illoyal verhalten haben, indem sie nach Israel gefahren und dort geblieben sind. Im übrigen fragt man sich, ob es denn gar keinen anderen Kandidaten auf den Posten des dortigen Innen ministers gäbe, selbst wenn man Herrn v » Afrikanische Offiziere Tel Aviv. — Ministerpräsident Eshkol und Ge neralstabschef Tsur waren zugegen, jls 60 in Israel ausgebildete afrikanische Offiziere ihre Diplome und das Abzei chen eines Offiziers der Israel-Armee ausgehändigt erhielten. Die 60 Afrikaner, die aus Uganda und Tanganjika stammen, waren unter mehreren hundert Bewerbern ausgewijiilt worden. Sie werden.in ihre Länder zurüekkeh ren und ßpäter im Hear der Ostafrikanischen Föderation dienen. (ITA) auszuschliassen, dass jemand Richter bei solchen Kriegerichten gewesen ist, über deren Urteilssprüehe zumindesten «ehr erhebliche dem verdächtigen j Zweifel bestehen müssen. Schlegelberger tat-1 nicht, eine solche Berufung sächlich nichts vorweÄen I könnte. Genügt es denn Registro de la Propiedad Intelectual No. 735 104 impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 t