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Jüdische Wochenschau · 1963-07-26 · 2022 (26.7.1963) · p. [Seite 12]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2022 (26.7.1963)
Date
1963-07-26
Page
[Seite 12] (sequence 12)
Language
German, Spanish
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as e o _ c fc 2 e FRANQUEO PAGADO Concesión 908 ¿ a £ w a, v. U < TARIFA REDUCIDA Conceson 1629 ASrO XXIV WA BUENOS AIRES, VIERNES 26 DE JULIO DE 1963 No. 2022 EL EJEMPLAR en toda la República 10.- PÜEÏRREDON 2196 19 feq. T. E. 83 2613 Buenos Aires Æus&ug und Mittekkehr'Generalamnestiegefordert Die elfte Tagung des naticnalen Bibelvereins war wiederum von vielen hunderten Bibelforschern und Studenten aus allen Teilen Israels besucht Drei Tage lang lauschten die Zuhörer gespannt den Berichten und Vorträgen namhafter Ge.; lehrter. I Die jetzige Tagung behani delte den Bibclberieht voilii, Auszug aus Aegypten und! denjenigen von der RiickS: drückung war. bildete die Rückkehr na«h Zion eine von der toleranten und aufgeklärten Politik des König Zyrus befürwortete freiwillige Einwanderung. Und doch drückte der Auszug aus Aegypten dei jüdischen Geschichte für immer seinen Stempel auf und wurde zum Prototyp für die Befreiung aller Nationen und Glau bensgruppen der Welt. So war das Datum des jüdikehr aus Babylon, zum 2509J sehen PeijSachfestes bis zum Die Versammlung lauschte aufmerksam den Ausführungen Ben Gurions über die Rückkehr nach Zion. Er begann mit den beiden bibli. sehen Versionen des Exodus. Nach dem zweiten; Buch Mose zogen die Kinder i Israel geschlossen aus Aei gypten; ihre traditionelle | Anzahl wird mit 3 Millionen ' heute. Gerade wie die politische Unabhängigkei durch Judas Makkabär« und seine Brüder erkämpft wurde, so erreichte auch oie heutige Bevölkerung des Landes ih. re Unabhängigkeit allein durch die Stärke und Durch Schlagskraft ihrer Armee. Die Debatte über die Form der Rückkehr aus dem babylonischen Exil zwi- GeJenktag der ,.Ve;küTtöf.f gung des Königs Zyrre“.'' Es versteht sich, dass viele der Redner Analogien fan den zwischen dem Auszug a iv; Aegypten, der schätzt ngs weise vor 2 300 Jahren stattfand, und der Rückkehr nach Zion vor 2 500 Jahren. David Ben Gunon zog in seinem Vortrag über die ,.Rückkehr nach Zion“ auch eine Parallele zwischen je nem Ereignis und den ak tuellen Begebnissen. Die von ihm vorgebrachten Tatsa chen und Ziffern erregten grösstes Interesse. Abba Eban Israels jetziger Vize - Premierminister, sprach über die grossen Unterschiede in den beiden grossen Bcgebn'r-sen. Das eine geschah unter Zeichen und Wundern, während das andere als ein nat iilicher Pro zess abrollte. Während der Auszug aus Aegypten das j Resultat grosser Not und 3c- ' vierten Jahrhundert iden tisch mit der Feier des i christlichen Osterfestes. Die ’ Geschichte des Auszugs aus Aegypten nimmt im Koran einen wichtigen Platz ein. und Mohammed bezeichnet das jüdische Volk als ,,einzigartig“. Im Mittelalter war die Teilung des Roten Meeres und der Auszug aus Aegypten identisch mit dem Kampf um Freiheit. Die Pu ritaner erwähnten den Auszug aus Aegypten sowohl in ihren Andachten wie öffentlichen Ansprachen Die Führer der französischen Rcvo lution erklärten triumphierend. dar« sie „das Rote Meer durchschritten“ hat. ten. während Benjamin Franklin und Thomas Jeffersoti vorschlugen. da Staatssiegel der Republi der Vereinigten Staaten mit dem Bilde der Flucht der Kinder Israel aus Aegypten und ihres Zuges durch das Rote Meer zu vergehen. angenommen. Nach dem Buche Chronika ist jedoch der; sehen Prof. Yeheskicl Kauf- Stamm Ephraim vor allen i mann und Salman Shazar. I anderen Stämmen ausgezo. I der unterdessen der dritte | gen. Ben Gurion behandelte! Staatspräsident Israels wur. ' sodann den Auszug aus Ba-! de. nahm einen besonderen Keine Menschlichkeit für Unmenschen bylon und meinte, dass mit der ersten Einwanderungs well» 49,894 Personen, darunter Sklaven und Mägde, e'ntrafen. während-frpi der zweiten Welle aehzig;;;Jahre später, ungefähr 3.0ÖÖ Seelen einwanderten. Beide Wellen betrugen etwa zehn Prozent der Juden, welche in der Zeit von der Balfour- Erklärung bis zur Staatsgründung nach Erez Israel einwanderten, uiia damit weniger als fünf Prozent der seit der StaMsgründung innerhalb von fünfzehn Jahren eingetroffenen Anzahl, inkl. Jj§3 265 Einwanderer aui^^ak, dein modernen Ba bj0M. Während laut der Ue- 'lerlieferung A'or dem Auszug aus Ajgypten keine Hebräer tfti Lande Kanaan weilten, so dass also das ganze jüdische Volk sämtlich in Aegypten geboren war, war dies .nicht der Fall in den Tagen Serubabels, Esras und Nehemiaß. Die aus Babylon Exilierten fanden bei ihrer Rückkehr in die Heimat eine grosse jüdische Gemeinde vor. denn die arideren Schichten der Bevölkerung waren nicht ausgetrieben worden. Heut, zutage sind es jedoch nicht die Wohlhabenden, sondern die Armen und Mittellosen, welche nach Israel strömen. Ein weiterer grundlegen der Unterechied besteht darin, dass in den Zeiten Zyrus“ und Serubabels die jüdische Bevölkerung erst nach 373 Jahren ihre politische Unabhängigkeit erlangte, nämlich erst nachigem Judas Makka. bäus JerSgglem eingenommen und dfen Tempel im Jahre 165 \^d.g.Z. gesäubert hatte, während die Einwanderer in das heutige Erez Mrael bereits 30 Jahre nach der Balfour-Erklärung ihre politische Unabhängigkeit erhielten. Es war darum Amsterdam. — Zwei Professoren des Strafrechtes, H. Pompe aus Utrecht und van Bemmelen aus Leiden, ver öffentlichen in einer holländischen rechtswissenschaftliehen Zeitschrift einen Artikel, in welchem sie um die Freilassung der zu lebenslänglicher Haft verurteilten Nazi-Mörder appellieren, dis seit Kriegsende ihre Strafe im Gefängnis von Breda absitzen. Der Meinung der Verfasser diese»; „Barmherzigkeitsappells“ zuwider entfes selte dieser Artikel einen Sturm von Entrüstung seitens der Bevölkerung Hollands. Es hat sich erwiesen, da«;s die Oeffentlichkeit Hollands keineswegs an die während der Besetzung in diesem Lande verübten Naziverbreelien vergessen hatte. Ohne Rücksicht auf ihre politische Gesinnung erhob sie eVstimmig gegen die „Barmherzigkeitsapostel“ Einspruch. „Keine Menschlichkeit für Unmenschen“ — dies die Ueberschrift auf einem der von Lesern als Antwort auf den Artikel der Professoren geschriebenen Briefe, die haufenweise in die Redakticnen der Tagespreise und der Zeitschriften einliefen. In erster Reihe erhoben natürlich die ehemaligen, in verschiedenen Verbänden vereinigten Häfrünge der Konzentratkrslager Einspruch, darunter auch das Holländische Auschwitz-Comite. Sie waren nicht die einzigen. In der katholischen Zeitschrift „Volkskrant“ äivsert sich zu diesem Fall der populäre Verfasser des Buches über das Konzentrations < „.-„v-tr1ie Prnklamafinn H*« Jager Bargen-Beisen Abel Herzberg: Im allgemeinen Sg^^die" hnen ¿Uberufen sich die Verbrecher auf die Formel .Befahl ist | ~ Befehl“. Dies ist eli Betrug .. Die Verbrechen wurden! von Mer.»;ohen verübt, die bloss ihre Weltanschauung verwirklichten und dies mit tiefer Befriedigung. Sadismus und Besessenheit“. In der Diskussion wurde auch das falsch angeführte Argument von den Prof. Pompe und van Bemmelen, die Mörder hätten unter dem Druck der Nazi-Diktatur gestanden, umgastciisen. „Es ist eine Lü ge“ — war in vie'en Artikeln zu lesen — „sie standen unter keinem Druck! Sie gehörten zum Vollstreekungsapparat des Verbrechens.“ Wer sind eigentlich diese Verbrecher im holländischen Gefängnis? Willy Lage«;, ehemaligar Chef der Gestapo und des SD in Amsterdam, ist für die Aussiedlung von 70.000 hol ländischen Bürgern, für 37 Hinrichtungen neun Brandstiftungen und Morden von 274 Menschen verantwortlich, Ferdinand aus den Funten war während dar Okkupation der Chef der „Zentrale für jüdische Aussiedlung“ in Amsterdam und wurde des Morde« an 900 Geisteskranken und des Krankar.hauspersonals schuldig Defunden. Franz Fischer leistete Mithilfe an der Deportation von 13.000 holländiseinen Juden, von denen 12.000 in Auschwitz und in anderen Vernichtungslagern umgekom men sind. Raum in der Konferenz ein. Warum entschlossen die Vertriebenen sich, aus Ba bylon in ihre Heimat zurückzukehren, während die Leute aus Samaria dort blieben? Nach Prof. Kaufmann beruhte die Rückkehr aus Babylon auf dem monothei ßtischen Glauben der Men sehen, der sie vor der As similation an ihre heidni sehe Umwelt bewahrte. Sha zar wandte sich gegen die se Theorie mit dem Argument. dass ja auch die zehn Stämme monotheistisch waren, und doch verschwand ihre Spur. Wie er glaubt, war es die Botschaft der grossen Propheten, die die nationalistische Tendenz aufrecht erhielt. Eine interessante These stellte Prof. Dow Aschbel, Leiter der Meterologischen Abteilung der Hebräischen Universität auf. Er meinte, dass der Bibelbericht von der Teilung des Roten Mee res gaiau den besonderen klimatischen Bedingungen jener Gegend zur Zeit der Ebbe und Flut entspricht. Die Kinder Israel dbrqhschritfcen das Meer in efer Ebbezeit, in einer Nacht,, in der ein starker Ostwind wehte. Dies wurde unmittel bar darauf von einem Ge witter abgelöist. durch das der W:'nd sieh dreht und eine starke Flut verursachte. Die Wellen erreichten eine Höhe von drei Metern und verschlangen das ganze heranrüekende Heer der Aegypter. die in schweren Wagen fuhren. Wenn die in der Bibel beschriebene Episode ein übernatürliches Ereignis gewesen.wäre, einWunder, wä. re es nicht nötig gewesen, eine «so genaue Beschreibung zu geben. \WiU^ von BEN FR ANKENSTEIN Eine Generalamnestie für alle voa Deutschen begangenen Verbrechen, „die im Zusammenhang mit der Kriegszeit und der durch das nationalsozialistische Regime geschaffenen Lage stehen“, forderten zwei führende Sprecher aus München in einem Brief an den Bundestagspräsidenten. Die CSU-Landesliitung Bayern erklärt dazu, es handele sich um eine private Meinung, gab aber gleichzeitig zu erkennen, dass eie die Vorschläge für durchaus überprüfenswert hält. Das glauben wir, denn am gleichen Tage erklärte die bayerische Landesleitung der CSU, dass sie ihren zweiten Lande«;schatzmeister Frauendorfer — früher Reichsamtsleiter und Herausgeber der NS-Schulungsbriefe — als rehabilitiert betrachte. Wir zweifeln nicht daran, dass die Forderung der CSU nach Generalamnestie im Zusammenhang mit der von Lorenz Knorr erhobenen Anklage gegen die Generäle steht. Nicht eine Generalamnc«3tie sondern eine General Bereinigung ist das Gebot der Stunde! — In einem Augenblick, wo das deutsche Volk oder wenigstens eiüge verantwortliche Männer darum bemüht sind, durch Verurteilung der Schuldigen das geschändete Antlitz der Menschheit zu säubern und die Verantwortlichen ihrer Bestrafung entgegenzuführen, haben zwei deutliche Politiker nichts Besseres zu tun, als eile generelle Amnestie zu fordern. Hier sei nur an die Beschlüsse cer Evangelischen Generalsynode erinntrt, di.iss.es ohne die Schuldsprechung der Verbrecher keine Verzeihung geben kann. — Nach unserer Auffassung kann aber von Verzeihung und dergleichen jetzt überhaupt noch nicht gesprochen werden, solange notorische Mörder immer noch frei herumlaufen und bis jetzt nicht einmal vor Gericht gestellt worden sind. Eine Genera amnestie könnte nicht anders aufgefasst werden, als das sich die Deutschen selbst verzeihen, anstatt ihre Pfbcht zu erfüllen und die Schuldigen abzuurteilen. Antisemitismus in Südafrika Unvermittelt ist in Süd i der Hut zu sein, und dass afrika wieder eine Reihe an- ¡ der Preis dar Freiheit stäntisemitischer Vorfälle ausdige Wachsamkeit Gei. Englischer Hilfsfonds tische Unabhängigkeit ver-! lieh, sondern es war die Stärke, der Mut und die! Standhaftigkeit der Hasmoi näcr. Dasselbe geschah auch Joseph Kotälla war im Konzentrationslager in Amersfoort wegen seiner niederträchtigen Misshandlungen und seiner Brutalität den Häftlingen gegenüber berüchtigt. Sie wurden zur Todesstrafe verurtei't, wemhe später zu lebenslänglichem Gefängnis geändert wurde. Ein Missverständnis Washington. — Da« State Department erklärte, dass die vier nordameri kanischen meteorologischen Flugzeuge, die von israelischen Düsern in Israel zu landen gezwungen wurden, ihre Fluganweisvngen irrtümlich interpretiert oder missverstanden hätten. Die Flugroute führte zwar über israelisches Terri toriuni, so gab das State Department zu, doch die Piloten hätten durch Irrtum oder Missverständnis nicht die Erlaubnis für den Ueberflug erhalten. (ITA) London. — Der englische : Zentralfonds und die engli- | «sehe OSE kündigten ein j Projekt zur Verbesserung . der Ernährung von Kleinkindern in Marokko an. Die j Kosten dieses Plans, der im! Rahmen der Kampagne gei gen Hunger der UN-Organi-! sation für Ernährung und j Ackerbau angenommen wur- ■ de, werden sich auf 13.000; Pfund belaufen, und seine i Finanzierung wird von den beiden englischen Organisa. tionen durch Sammlungen unter den Juden Englands Unternommen werden. Das Projekt, das die Hebung des Ernährungsstandards für die marokkanischen Kinder zusammen mit den europäischen Kindern zum Ziel hat, schliesst die Ausbildung von spezialisier, tem Personal und die Errichtung von Zentren ein, in denen Aufklärung über die Ernährung von Kindern erteilt werden soll. (ITA) gelöst worden. An der Universität von Witwater«rand wurde eine Ausstellung von ¡Zeichnungen aus den Konzentrationslagern veranstal tet, um das Andenken an den Warschauer Ghettoaufstand zu ehren. Eine Zahl dieser Zeichnungen wurden verschmiert und 22 gestohlen. Die Universität betrachtet die«;en Vorfall als sehr schwerwiegend und hat eine Untersuchung eingeleitet. In der letzten Zeit wurden öfters Auszüge aus den Protokollen der Weisen von Zion verteilt. An einem Geschäft wurden Aufschriften „Juden“ angeschmiert. Der Inhaber ist ein jüdischer Of- In Jaffa 'besteht ein Institut des israelischen „Magen David Adom“ für Bluttransfusionen. Die Regierung hat beschlossen, die Bewilligung zur Ueberweisung einer grös«;eren Summe zur Erweiterung des .Instituts zu erteilen. Als vor 18 Monaten Israel in den UN gegen die Apartheid-Politiker Südafrikas stimmte, verbot die Regierung weitere Ueberweisungen nach Israel ohne eine Sonderbewilligung. Es ist nun seither da« erste Mal, dass eine solche Bewilligung erteilt wurde. Der frühere Oberrabb'n-er Südafrikas, Prof. Dr. Rabinowitsch, erklärte, dass fizier, der mit den britinach der Abstimmung in den sehen Truppen gegen Japan I gekämpft hat. Der Vorsit- : zende dee Board of Depuj ties. Dr. Teddy Schneier, erklärte bei der grossen UN der Ministerpräsident sich an die Führer der südafrikanischen Judenschaft mit der Frage gewendet habe, oh sie nach diesem un- Kundgebung am . Mahnmal! freundlichen Schritt der Verfiir die Märtyrer dass die- | treter Israels weiterhin ihre se Vorfälle die Julien Südi Kinder als Pioniere nach Isafrikas daran matr.en, auf! rael senden wollten. Die! Antwort war. das« die Juden { Südafrikas loyale Bürger I seien, dass es jedoch keine i Macht der Welt gebe, die sie veranlassen könnte, die nationalen und religiösen Be- Hakenkreuze Mexico - City. — Verschiedene Synagogen und jüdische Schulen wurden mit Hakenkreuzen beschmiert. Die betreffenden Gemeinden beschwerten sich bei der Polizei und den städtischen Behörden. (ITA) zkhung-en zu Israel äbzubrechen. Die Juden Südafrikas leben auf einem Vulkan, trotzdem sei aber nicht mit einer grossen Einwanderung nach Israel zu rechnen. Registro de la Propiedad Intelectual No. 735 104 Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 V

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