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Jüdische Wochenschau · 1963-07-26 · 2022 (26.7.1963) · p. [Seite 3]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2022 (26.7.1963)
Date
1963-07-26
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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LA SENANA ISRAELITA Año XXIV. — No. 2022 — 3 Viernes, 26 de Julio de 1963 Nachwort zum Heuser-Prozess Der Koblenzer Schwurgerichtsprozesc gegen elf ehemalige SSiiid SD Angehö rige hat die Oeffentlichkeit nicht nur mit einem der schaurigsten Kapit?l deutscher Geschichte konfrontiert. sondern auch mit den Problemen der unbewältigten Gegenwart. Der Hauptangeklagte in diesem Verfahren, der jetzt wegen neun Verbrechen der gemeinschaftlichen Beihilfe zum Mord und eines Verbrechens der gemeinschaftlichen Beihilfe zum Totschlag zu fünfzehn Jahren Zuchthaus verurteilte ehemalige SS-Haupteturmfiihrer Georg Heuser, konnte es nach Kriegsende zum Chef der Krimin alpolizeif im Bundesland Rheinland Pfalz bringen. Der Verfassungsschutz hatte Heuser bei der Einstellung in den Staatsdienst Unbedenklichkeit bescheinigt. Zugleich wer er von einem ehemaligen Untergebenen, dem einstigen SS-Obersturm führer und jetzigen (!) RegierungGrat in München, Johannes Rossbach, in einer Eingabe an den Mainzer Innenminister mit Lob über häuft worden. Die anderen Angeklagten, denen die Mitwirkung an grauenhaften Vernichtungsaktionen gegen russische und deutsche Juden im Gebiet von Minsk nachgewie sen werden konnte, wurden wie folgt verurteilt: Lebenslänglich Zuchthaus erhielt der „Alte Kämpfer" Franz Für meine Kunden und solche, die es werden woltan aus Anlass meiner Lokalzusammenlegung Anzüge. Mäntel. Regenmän. tel, Hos“n usw zu stark reduzierten Preisen. Wenn Sie kaufen, tun Sie sich und mir einen Gefallen. Ab 10. Juli Alles unter einem Hut, in einem kleinerein, aber gemütlicheren Raum, mit einer Grosszahl von Fahrtverbindung und Parkmöglichkeit. Und wenn Sie Masskleidung wünschen, erst recht zu Carlton! ★ Anfertigung aus mitge brachten Stoffen! ★ Ständige Passformkontrolle. ■jfc- Persönliche, individuelle Beratung. ★ Grocsauswahi in der ganzen Linie der Fertigkleidung! 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Johannen Feder zu viereinhalb Jahren, Artur Harder zu dreieinhalb Jahren, Wilhelm Kaul zu viereinhalb Jah'en, Friedrich Merbach zu sieben Jahren, Jakob Oswald zu vier Jahren, Rudolf Schlegel zu acht Jahren, Baron Eberhard^von Toll, für den sich die Frau des Bundestagspräsidenten Gerslenmaier als Zeugen wärmstens eingesetzt hatte, zu viereinhalb Jahren, und Artur Wilke zu zehn .Jahren Zuchthaus. Landgerichtsdirektor Ran debrock erklärte bei der Urtei.'nbegründung, während der Tätigkeit der Angeklagten bei der Minsker SD- Dienststelle von 1941 bis 1944 seien in Minsk und in der Umgebung der Stadt bei vorsichtiger Schätzung 31.400 Juden getötet worden. Legt man diese Zahl zugrunde, dann ergibt eine Gegenüberstellung mit der Gesamtsumme der zeitlich befristeten Zuchthausstrafen, dass auf rin gewaltsam ausgelöschtes Menschenleben eine Freiheitsstrafe von nicht ganz einem Tag entfällt (!) Da hält es schwer, von Sühne zu sprechen, wenngleich sich das Koblenzer Gericht alle Mühe gegeben hat, dao Dunkel um die Verbrechen der Angeklagten aufzuklären. Um die Schuld der Angeklagten zu beweisen, liess das Gericht 155 Zeugen auf marschieren. .Diese Phase war wohl das düsterste Kapitel in dem Prozess: Viele Zeugen konnten sich „an Bestens bewaehrt Vor dem Wupper laler Schwurgericht begann ein Prozess gegen vifer ehemalige Angehörige eines sogenannten Einsatzkommandos, d:neu Beihilfe zum Mord an Juden, russischen Politkommisearen und Geisteskranken in weit über 2000 Fällen vorgeworfen wird. Die Taten wurden nach der Anklage in den Jahren 1941 und 1942 in Südrussland begangen. Der 53jährige Textilkaufmann und ehemalige Kriminalkommissar Theodor Groever aus Riesenbeck im westfälischen Kreis Tecklenburg soll als SS-Untersturmführer di? Exekution von über 1000 Juden und 800 Gelateskran ken geleitet haben. Am ersten Verhandlungstag gab er jedoch an, er sei nur als „Zuschauer* dabeige wesen, ebenso wie bei einer Exekution in Kiew, wo an zwei Tagen 30.000 Juden erschossen worden seien. Wahrscheinlich habe er das „zur Gewöhnung“ tun müesen. Er habe allerdings eine Heilanstalt besichtigt und mit den Aerzten verhandelt, ob sie die Kranken nicht MOEBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Gesohát te mit der grbssten Auswahl. SARMIENTO 1147 T. E. 35 - 2033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten Zahlungserleichterunsen Zuvorkommende fach männische Bedienung. durch Spritzen töten könnten, was aber abgelehnt worden sei. So habe er also nur „die Vorarbeit gemacht“, von der Exekution aber später nur gehört. Seine Beteiligung an zwei kleineren Exekutionen von Juden, darunter auch Frauen, gab Groever zu. In dem Prozess ist ferner der kaufmännische Angestellte und ehemalige Oberregierunn:rat Rcbert Mohr aus Burg an der Wupper angeklagt der das Einsatzkommanco führte. Er wird für die Tötung von 2.362 Mensch?n verantwortlich ge macht. Dem 49jährigen Kriminalhauptkommissar Walter Pohl aus Dortmund wirft die Anklage die Tötung von wenigstens 100 Juden und Sowjetfunkeionären, dem 52jährigen Kriminaloberkommissar Walter Helfsgott aus Düsseldorf die Beteiligung an der Hinrichtung von wenigstens 250 Juden und Russen vor. Mohr, Pohl und Helfsgott versicherten sie hätten sich mehrfach bemüht, von der Gestapo wegzukommen. In einer Bearteilung Pohls aus der damaligen Zeit heisst es andererseits, dass er sich durch Härten und Einsatzbereitschaft ausgezeichnet habe. Auch Mohr wurde damals bescheinigt, dasc er sich beim Osteinsatz „bestens bewährt“ habe. Drei der vie- Angeklagten schoben die Hauptverant wortung für die ihnen zur Last gelsgten Verbrechen auf einen Toten. Sie sagten, sie hätten die Exekutionsbefehle „wahrocheinlieh nicht“ von ihrem mitangeklagten früheren Einsatzkommaudofiihrer Robert Mohr, sondern von dercen damaligem Stellvertreter, dem SS- Haup'iriurmf ¡ihrer Heidel berger, erhalten. Heidelberger ist inzwischen gestorben. Noch in der Vorunter suchung hatten die Angeklagten erklärt, Mohr habe die Befehle gegeben. Teppichhaus - M. Hochberg JNF.KRfclCHTE AUSWAHL AN HANDGEKt’UPFTEN TEPPICHEN [N ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN PUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. Eigene Fabrikation — Unverbindliche Vorführung Auf Wunsch Zahlungserleiehterungen MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. Verkaul an Private nur Samitag unu Sonntag von 9—19 Uhr im Aussteilungshaus Calle ANDONAEGUI 2083 Tel.: 52-2993 4 Quader von Station Vrqnka nichtö mehr erirvenrn“. Es 1 gab sogar höhere SS-Richter. die zwei Jahre in Minsk waren und nichts von Massenerschiessungen gehört haben wollen. Nur einige, di? dabei waren, schwiegen nicht. Ergreifend aber wa ren die Schilderungen einiger jüdischer Zeugen, die dem grausigen Massaker entrinnen konnten. Ohn? Hase und Groll gegen die Mörder ihrer Familien sagten sie aus. Eine nicht unwesentliche Hilfe leistete auch die Sowjetunion mit ihrem „Braunbuch“ und wichtigen Originaldokumenten. Als einen Prototyp des Nationalsozialismus bezeichnete der Gerichtsvorsitzende die SS-Männer. Alle Angeklagten hatten dem Offizierskorps dieser Organisation angehört und damit auch die Rassenpolitik des Regimes gebilligt, die in einer perfekten Vernichtungsmaschinerie gegipfelt habe. Bei der rechtlichen Würdigung der Taten stellte Randebrock fest, dass die Verbrechen grausam, heimtükkisch und aus niederen Beweggründen begangen worden seien. Die Taten hätten auch nicht durch eine .Notstandslage* entschuldigt werden können. LA SEMANA ISRAELITA . BIS CUAN ARIO INDEPENDIENTE Sl Aízm — PUEYRREDOM 21M, 1* — T. E. M-361' 26. Juii 1963 5. Aw 5723 Mehr Neubauten New York. — Die israelische Regierung fasste den Beßchluss, den Etatposten für Häuserneubauten für Neueinwanderer um 70 Mil lionen IL zu erhöhen. Dieser Betrag wird die Errichtung von 55.000 zusätzlichsn Wohnungseinheiten ermöglichen, abgesehen von den 19.000, die ursprünglich im augenblicklichen Etat vorgesehen waren. Dieser Plan wird auf Vorschlag der Koordinationskommission durchgeführt, die aus Mitgliedern der Re gierung und der Jewwh Agency besteht. 70 Prozent der neuen Wohnungen werden in Entwicklungsgobieten gebaut werden, der Rest hauptsächlich in der Nähe von Haifa. (ITA) Neue Schiffslinie New York. — Die Linie „Amerika-Israel“ teilt die Aufnahme eines regelmässigen Schiffsverkehrs zwischen Mittelmeerländern und Brasilien, Uruguay und Ar gentinien mit. Das Schiff „Theodor Herzl“ wird in Zukunft zwischen Israel, Nea pel und Lissabon und Südamerika verkehren und die Häfen Las Palmas, Rio, ' Santos und Montevideo anlaufen, bevor es nach Bue nos Aires kommt. (ITA) Ruinenstadt im Negew Tel Aviv. — Im Negew haben Archäologen kürzlich die Ruinen einer Stadt ausgegrahen, deren Alter auf etwa 4.000 Jahre geschätzt wird. Vor allem eine Samm lung von Tor.figuren gilt als Beweis dafür, daes die Stadt hochentwickelt war. Im einzelnen wurden die Ruinen von Gebäuden aus behauenem Stein gefunden, ferner ein Altar, ein Friedhof, Kupferwerkzeuge und -barren. (AWZ) Neonazis eingesperrt ] New York. — Acht Neonazis sitzen im Gefäugnfc, unter ihnen James Maiode (36), der sich als Führer der Partei der Nationalen Wiedergeburt bezeiennet. Noch in diesem Monat wird ein Gerichtsverfahren gegen die Verhafteten stattfinden. — (ITA) Juden in Holland Amsterdam. — Nach der letzten Volkszählung gibt es 14.503 Juden in den Niederlanden, hiervon sind 6.885 Frauen. Nur 449 Sefardim leben heute in Holland. In den letzten Jahren überwiegen die Mischehen. (ITA) Ramie Tel Aviv, — Das Budget der Stadt Ramie, in der heute 25.000 Menschen Jeben, beträgt für das laufen, de Jahr 3.500.000 IL. Im Jahre 1949 hatte die Stadt 6.000 Einwohner und ein Budget von 40.000 IL. : - SCHECKS ODER UEBERWEISUHGEN IN D-MARK ODER DOLLAR Bevor Sie wechseln erfragen Sie unsere Preise Man spricht Deutsch CASA PIANO S.A. v‘‘:- 347- SAN MARTIN-128. ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRAGEN Wiedergutmachung Lastenausgleich Rückerstattung BUER0STUNDEN: DIENSTAG, MITTWOCH und FREITAG von 16—18 Uhr T. E.: 83-2613 ★ Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS Erbschaftssachen - Vertraege - Verwaltun gen - Miets-, Zivil- und Handelssachen. T. E.: 80 - 6930 ★ PUEYRREDON 2190 esq. Av. LAS HER AS

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