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Jüdische Wochenschau · 1963-07-19 · 2021 (19.7.1963) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2021 (19.7.1963)
Date
1963-07-19
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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Correo Central B Argentino FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Conees'on 1629 ano xxiv BUENOS AIRES, VIERNES 19 DE JULIO DE 19 3 No. 2021 £ L EJEMPLAR en toda la República PUEYRREDON 2190 1? izq. T. E. 83 2613 Buenos Aires Levi Eshkol - Ein PortraetWK ¥JE1ELT Die Persönlichkeit des drit-1 ten Ministerpräsidenten von i Israel unterscheidet sich! grundlegend von denen seiner beiden Vorgänger. Die , Eigenschaften, die Herr Le- , vi Eshkol in sein hohes Amt; mitbringt, eind vollkommen 1 andere als jene, die Ben Gu- »an Er behielt eine tiefe Lie rion und Mosche . Sharett i'vS,! auszeichneten. V$?'; allem" versteht er ei dem Volke von YOSGHUA BITZUR händler und Gutsbesitzer. Aus dieser Atmosphäre stammt seine Lebensfreude. Und mit dieser glühenden chacsidischen Begeisterung steckt er seine Umgebung! die unangenehmsten Dinge schmgeJsJiaft zu machen Und sio.^Lunverm-ffidbeljes mnd notwendiges Uebcl anztnfeh men. Dies ist eine überaus seltene Gabe bei einer führenden öffentlichen Persönlichkeit. Eshkol besitzt jenen grossen Weitblick, der ihn niemals vom Hauptziel abweichen lässt. Auf diese Weise vermag er schwere öffentliche Verantwortlichkeit auf ßeine Schultern zu laden Er besitzt Charakterzüge, wie sie bei Männern des öffentlichen Lebens heute kaum noch zu finden sind — endlose Geduld, Bereitschaft; zu Kompromissen und den! Wursch, seinem Partner auf halbem Wege entgegen zu kommen, und die Fähigkeit! selbst in der »schwersten Si- | tuation Spannungen zu lok- \ kern, etwa durch ein ,,bon mot“ oder einen Witz, mei- | stens auf jiddisch. Ihm haf- 1 tet keine Spur von Fanatis mus an; er hält sich nicht blind und unnachgiebig an I eine scharfe politische Linie. j und darum erobert er das" \ Herz de.s Volkes mit »seinem Charme und nimmt den Wind aus den Segeln seiner Gegner. Man kann sich in einem Lande, das mit der Absorbierung der Masseneinwanderung und dauernden Problemen beschäftigt ist wie Israei, keinen schwierigeren und undankbareren Posten vorstellen als den des Fi nanzministers. Es liegt ihm ob, Gelder für die ernsten und drückenden Bedürfnisse des Landes zu finden wie Verteidigung, wo der Begriff eines ,.leeren Säckels“ nicht existiert, Erziehung, welche die Aufgabe hat, die verschiedenen Gemeinden zusammenzuschmieden und den Abgrund zwischen den verschiedenen Bevölkerungsschichien zu überbrücken, sodann Wohnungen, Arbeit usw. All dies erfordert un geheure Geldsummen. Die Forderungen gehen unweigerlich an Herrn Eshkol. Er stöhnt unter seiner Last, doch die Gelder sind stets vorhanden. Natürlich kann be»fiir die Studien seiner Jugend und zieht sich oft in , eine -Ecke seines Arbeits- ' zimmers zurück, um.über einem Blatt dei Mischna oder des Talmuds nachzusinnen. wie in seinen Che- | der- und Jcßchiwa-Tagen.® I Als seine Eltern ihn zum Studium ans hebräische! Gymnasium von Wilna schickten, trat er der Bewe-! gung der ,,Se’ire Zion“ bei, wo er cen verstorbenen Joseph Sprinzak kennenlernte, der ihn dazu bestimmte, nach Erez Israel auozuwandern. Levi Eshkol war einer der letztem, der mit der zweiten Emigrantenwelle eintraf, unmittelbar vor Aus bruch des ersten Weltkrieges. In Erez Israel betrat er den klassischen Weg der damaligen Pioniere — Arbeit in den Orangenplantagen von Petach Tikwa, Ma laria im Emek, Ansiedluig in Kiryat Anawim, Pionierarbeit in Hulda, und endlich die Gründung von Degania. dem Kibbuz, dessen Mitglied er noch ißt. Nach einem ..Intermezzo“ in der jüdischen Legion während des erstem Weltkrieges, widmete er sich ausschliesslich den Aufgaben in der Arbeiterbewe gung, und dort besonders mit Vorliebe der laüdwirtschaftlichen Siedlung. Gegen! Ende de»3 zweiten Weltkrieges wurde er in die Exekutive der Jewish Agency gewählt und hier führte er als Direktor der Abteilung für landwirtschaftliche Ansiedluig die das Land in den ersten Jahren nach der Staatsgründung überschwemmen den Immigrantenmassen zur Landwirtschaft und der Anßiedlung in hundertem von Dörfern im ganzen Lande. Im Jahre 1951 berief ihn Ben Gürion in di-g Regierung. Zuerst wurde ihm das JÜP h? Amt des Ministers für Landwirtschaft^— seiner ersten Liebe — ar.geboten. Bis heu te verblieb er Direktor der Abteilung für lamdwirsehaftliche AriSjjSälung der Jewish Agency u*n9 —Mitglied ihrer' Exekutive. Einmal sagte er kategorisch: „Ich bin bereit auf alles zu verzieh ten — nur nicht auf die Fiih rung der landwirtschaftlichen Ansiedlung“. Er führte seine Geschäfte nicht vom grünen Tisch aus. Er pflegte Tag für Tag auf die Fel der h mauszugehen, um sich mit den Siedlern über die schwersten Probleme zu un terhalten und so die Dinge aus ernster Hand zu erfahren. Diese Kontakte gaben ihm neue Gedanken für seine schwierige und nüchterne Büroarbeit. Er sah nicht die leblos:n Akten, sondern das Volk dahinter. Nach dem Tode von Elie ser Kaplan wurde er mit der Verwaltung der nationalen Finanzen betraut. Er ist nuntnicht mehr jung, doch trotz seiner 68 '¿a-tfr« ist er voller Leben "uhd Kraft, die seine jüngerem Älitarbeiter anfeuert. Er zieht gern jüngere Kräfte heran und gibt ihnen freie Hand, solange, sie mit Initiative und Energie arbeiten. Dies ist der Grund, warum alle die von ihm ins Leben gerufenen Unternehmen Schwung und Weitblick besitzen. Wo Esh kol am Steuer sitzt, arten die Dinge nicht in Routine aus. In den Kreisen der „Mapai“ ist er unter dem Namen „Feuerlöscher“ bekamt. Wo es in der Bewe gung eine Meinungsverschiedenheit oder Krise gibt, oder wo keine Lösung gefunden werden kann, wendet man sich als letzten Ausweg an Eshkol. Er nimmt den Fa ihm zur n chas f, ver- In und , die Saeinsamen stehe den mit. Verfü sidis suchte, zu vermr stet,s gelingt es i: cJie a£f einen ge] . neri aa, bringen. Als er ch die Zentrale der Ma pai mit der Formung einer neuem Regierung beauftragt wurde, rief Ben Gurion ihm %u: Eshkol. mach keine Zugeständnisse“. Doch wie es scheint, ^ir,d diese Mahnung keinen Jiweck haben. Es ist am besten, dass Herr Eshkol auch als Ministerprs sident bleibt,' wie wir i kenpen — friedliebend un friedfÖPtig*—i^demn er lieb sein V2R"k von HAROLD SCHWARCZ “ Der griechische Ministerpräsident Panaghiotis PfplneliS lehnte im Namen seiner Regierung einen sowjetische|n Vorschlag ab, daß Mittelmeer zu einer „atomfreien“ Xone zu erklären. Die Griechen meinten diese Frage könne nur mit dem allgemeinen Problem der Abrüstung einer Klärung zugeführt werden. — ln.der westdeutschen Bundesrepublik erregt zur Zeit ein Spionage-Prozess Aufsehen, der vor dem höchsten Ge rieht gegen Mitglieder des deutschen Spionage-Abwehrdienßtes geführt wird, die wichtige Staatsgeheimnisse den Russen verraten haben sollen. Es heisst, die Ange klagten seien alte Najjg. Man versteht nicht recht, aus welchen Gründen-aite^ Nazis von der westdeutschen Spionage-AbwClft-lipcehäftigt wurden. — Sharif Bin Nikier, der Onkel des transjordanischen Königs Hussein, würde von diesem wieder mit der Kabinettsbildung betoaut. — Der Generalsekretär der UN, Dr. U Thant, ist vom Papst Paul VI. in privater Audienz empfangen worden. Einer der Vorkämpfer der Revolution in Algier, Heclne Ait Ahmed, erklärte, dar-s er einen erbitterten Feld zug gegen den algerischen Ministerpräsidenten Bern Bella führen werde, den treuesten Vasallen Na^scrs. Die Regierung Ben Bellas sei von Reaktionären unterstützt, die das Volk um die FrüchtSHfehUis Freiheitskampfes bringen wollen. — Die britische Regierung verweigerte einer Subkommission der UN die Einreise nach Britisch Guyana. Die Kommission wollte die dortigen Verhältnisse studieren, insbecondere die Frage, was geschehen könne, um die Unabhängigkeit dieses Landes schnellstens» zu ermöglichen. — Durch Militärputsch wurde in Ecuador die legale Regierung gestürzt. Venezuela hat, tfeträufhin die Beziehungen zu Ecuador abgebrochen. _} In New York verstarb der jü^Sche Dichter Max Bassin (74), der durch eeine Bücher „500 Jahre jiddische Dichtung“ und „Jüdische Poesie in deyTJSA'‘ bekamt geworden war. — _ ~_.„..yjairgl-. Im Zeichen des Friedens Ein Appeil Ben Gurions Washington. — Im Rahj men der Aktion „Lebensmitj tel für den Frieden“ wer- ISRAEL WILL FRL In verschiedenen Entwicklungstufen des jungen Staates Israel hat ¿er jetzt zu" rückgetretene Ministerpräsi d:nt David Ben Gurion den Friedenswillen Israels klar zum Ausdruck gebracht und die israelische Bereitschaft betont, sogar mit Nasser in direkte Verhandlungen einzutreten, um einen Ausgleich zwischen den widerstreitenden Interessen auf einem friedlichen Wege herbeizuführen. von B. B. SAMUEL JiFlugzeuge stellen eine wichtige Abwehrwaffc dar. — keit des arabischen Lebens Für die heutige Position zusammenzutreffen. Israels ist in erster Linie, — In einer Pressekonferenz, ' wie es immer gewesen ist, die Eshkol gab, wurden ihm — die Stellung Nordameriviele Fragen gestellt, die! k£ß ausschlagebend... Eshkol den nordamerikanische Stellen Mai,£, im Werte von 524.000 Dollar nach Israel He%n. (ITA) fiomes^jrinker Nazi •' -'*? L°ndonj£J£r Drei Mitglieder de|ljeJpischen Nazibe. egudfpColin Jordans wurp/rieta kürzlich beim Schmieren jjiRorrv Hakenkreuzen über- Ipid sofort verhaftet. ZweiJBk ihnen erhielten Geldstrafen, während der Dritte in eine ^Anstalt überwiesen wurde,(»wo ®~*^uf sei. nen Geisteszustand untersucht werdenjEpÄre. (ÄA) -- er nicht j D?ß Kabinett Levi Eshkol geben, was es nicht hat, und betrachtet sich als eine Re so wird er im Sinne der Leute mit dem Steuererheber identifiziert, der dauernd neue Steuern heraus holt. Aber Eshkoj. weiss, wie man eine Sache richtig darstellt und wie man selbst für die unangenehmsten Finanzunternehmen die Nation für sich gewinnt. Zwölf Jahre hindurch leitete er das Finanzministerium. Dies war entschieden das unbeliebteste Amt im Regierungsdienst. Herr Eshkol macht sich die Dinge nicht leicht. In diesem Sinne wurde er in seinem Elternhaue im Dorfe Oratowa im Distrikt Kiew der Ukraine erzogen. Dort lernte er Liebe zum Boden und zur Landwirtschaftsein Vater war cii Ho’.zgiervng mit der klaren und deutlich ausgesprochenen Absicht, die Politik des vorangegangenen Kabinetts Ben Gurion forizusetzen, dem übrigens beinahe alle Minister Eshkols angehört haben. Es war deshalb durchaus nicht überraschend, dass Levi Eshkol der überhaupt als Mann der Versöhnung und des Ausgleichs gilt, mit einer Erklärung über die! Friedensabsichten Inraels an j die Oeffentlichkeit getreten | ist. Aehnlich wie es bereits . Ben Gurion vor Jahren ge! tan hat, gab Eshkol seine! Bereitschaft kund, um jeden : Preis den arabischen Ländern zu su- : chen und zu diesem Zweck mit Nasner oder einer anderen führenden Persönlichsich in erster Linie mit den Sicherheitsproblemen Ißraeis beschäftigen. Eshkol meinte, er könnte die arabischen Führer davon überzeugen, dass der Frieden für alle, auch für sie, die richtige und beste Lösung aller Schwierigkeiten ist. „Wenn ich ihnen nur von Angesicht zu Angesicht begegnen könnte“, meinte Eßhkol. Das Hauptproblem sei das Gleichgewicht der Kräfte zu bewahren. Israel müsse darauf achten, dass seine Gegner nicht das Uebergewicht erhalten. Aus diesem Grunde sei eine internatio nale Friedenß- und Grenzgarantie von grosser Be deutung. In jedem Fall aber muss Israel danach trachten, seine militärische Schlagkraft zu erhalten vr.d zu verstärken, um im Err»,tfall jeden Angriif, von welcher Seite er auch kommen mag, abzuwehren. — Dies rieden mit den I sei ihm Angesicht der neu-! en. modernen Waffen, über j die Aegypten verfügt, nicht einfach. Aber die von Nordamerika gelieferten Hawk ist — ebenso wie alle anderen israelischen Politiker — davon überzeugt, dass die USA den Frieden, kn Mittleren Osten herzustellen wün sehen. Worauf, der israelische Ministerpräsident diene Auffassung stützt, ist nicht gesagt worden. Wenn man die nordamerikanische Politik betrachtet, ist es nicht leicht, immer den guten Willen der Amerikaner in diesem Sinn festzußtellen. All zu oft haben sie sich im Laufe der letzten Jahre bereit gezeigt, den arabischen Wünschen auf Kosten Israels nachzugeben. Selbstverständlich interessiert auch die Haltung der neuen israelischen Regierung zur Bundesrepublik, ei ne Frage, die in den letzter. Wochen des Kabinetts Ben Gurion ausserordentlich umstritten und viel diskutiert worden ist. Auch auf diesem Gebiet wird Eshkol auf dem Wege weiter schreiten, der von seinem grossen Vorgänger eingeschlagen werfen ist. Die Initiative zur Aufnahme der diplomatischen Beziehungen muss von der deutschen Regierung ausgehen. Dass diese heute hier zu bereit sein ßollte, muss zweifelhaft erscheinen, obwohl gewisse Möglichkeiten durchaus vorhanden sind. Sollte es hierzu kommen, wird diese Frage zu einem neuen Zündstoff in Israel selbst wcftlen. Wie Biese Entwicklung auch eeine möge, die nienWid voraussehen kann, die hy&tige israelische Regierung wird auch in diesem Punkt der Politik Ben Guriens folgen und in allen Fragen des gegenseitigen Interesses mit der Bundes-; republik Deutschland freund-1 Verbot aufgehoben schaftlich zusammenzuar- _ beiten bemüht sein. — Ngv Yonr — Die Petro- Für Israel wie für das ■ leumgesellschaft ARMCXJ ganze jüdische Volk ist es | hat eine Anweisung der UN eiiie grosse Genugtuung zu I Kommission wiceen, dass in der Person- | schenrechte lichkeit Levi Eshkcls ein Tel Aviv. — Ben Gurion. war der Hauptredner auf einem Bankett der Allgemeil^ppa&ionisteu, die zur Zeit effie Weltkonferenz in Israel abhalten. Ben Gurion sprach, zunächst über Hillel Silver, der seine zionistischen Lehren nicht aus dem Basler Programm, nicht aus der Balfour-Deklaration oder der Proklamation Israels ableitete. scudern aus dem göttlichen Auftrag und Versprechens an Abraham „Deinen Samen gebe ich diese Erde“. Ben Gurion forderte die nordamerikanischen Juden zur verstärkten Mitarbeit durch ein Drei-Punkte-Programm auf: Intensivierung der Erziehungsarbeit an der Jugend zur Erhaltung des grossen jüdischen geistigen Erbes, Identifizierung mit Israel und Einheit der jüdischen Nation. — Es war das erste öffentliche Auftreten Ben Gurions eeit seiner Dimission als Ministerpräsident. (ITA) Nazi freigelassen Athen. — Ein griechischer Nazi, der 1947 zum Tode verurteilt worden ist, wurde freigelassen. Die Zentralstelle der jüdischen Gemeinden in Griechenland protestierte bei der Regierung hiergegen. (ITA) Mann an die Spitze der Regierung getreten ist, der al le Voraussetzungen mit sich bringt, auch in der schwierigen Lage des Staates Israel die Geschicke des Landeß mit sicherer Hand zu leiten. für die Menerfüllt. Während bisher im Rahmen des arabischen Boykotts keine j*küSchen Angestellten bei dÄBtr Gesellschaft beschäftigt wurden, wird jetzt nicht mehr nach der Religion gefragt, wie der Amerikani sehe ’jüdische Kongress offiziell mitgeteilt hat. (ITA) Registro de la Propiedad Intelectual No. 735 104 Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 ■n i \ I

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